Erlesen: Literatur-Archiv

Vom Scheitern der ICH-Erzähler

12.1.2016 - Zu Jahresbeginn hab ich im Ramschladen drei Romane gekauft. Ramschladen, ein wirklich bösartiger Begriff für Buchhandlungen, in denen hochwertige Bücher – nach offizieller Sprachregelung der Verlage – verramscht werden. Auf der Unterkante abgestempelt als „Mängelexemplar“. Und manche Taschenbücher erhalten sogar einen doppelten Dolchstoß verpasst, um ihre Mangelhaftigkeit nochmals physikalisch zu demonstrieren. Ich frage mich, wie die Verlage e-books verramschen, aber das ist ein anderes Thema.

Wie der Zufall – was immer das sein mag – so will (ein Zufall mit eigenem Willen?), … wie auch immer, wählte ich drei Romane, die einen gemeinsamen Nenner haben: einen, bzw. sogar jeweils mehrere Ich-Erzähler. Wikipedia schreibt über dieses „typologische Modell der Erzählsituationen“:  „Diese Erzählsituation erscheint natürlich. Wenn jemand erzählt, was ihm passiert ist, spricht er ebenfalls aus der Ich-Perspektive. In der Regel ist diese Perspektive besonders geeignet, ein Identitätsgefühl mit dem Erzähler beim Leser zu wecken. Das Gefühl also, der Leser erlebe selbst, was dem Erzähler als Figur des Textes geschieht.“

In den drei Romanen, die mir also zugefallen sind, ist diese Intention nachvollziehbar. Allerdings sind die Autoren meiner Einschätzung nach daran gescheitert.

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Verfassung im Dialog 2026

13. August 2026 - AVISO: Die Stiftung Forum Verfassung, der Verfassungsgerichtshof und die Brunnenpassage laden sehr herzlich ein zum Besuch am 18. und 19. September 2026 in das Kulturzentrum Brunnenpassage im 16. Wiener Gemeindebezirk bei „Verfassung im Dialog“ – dem Geburtstagsfest für die österreichische Bundesverfassung.

"Am 1. Oktober 1920 wurde das Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) beschlossen – rund um diesen Tag möchten die Veranstalter die Grundlage unseres Zusammenlebens hochleben lassen! Die Verfassung legt die Spielregeln des Staates fest und sorgt dafür, dass jede und jeder einzelne sich gut entfalten kann. Die Verfassung ist damit ein Thema für uns alle!" So die Veranstalter.

Bild: Sigita Daugule, Dodlschach, Öl auf Leinwand, 60x160 cm

ethos.at kommentiert:

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Kollektivschuld und Vergangenheits-Bewältigung

Beiträge von Václav Havel und Rudolf Burger

Am 15. März 1990 besuchte Deutschlands Bundespräsident Richard von Weizsäcker seinen Amtskollegen in Prag. Václav Havel erinnerte aus diesem Anlass an den Einmarsch der Deutschen am 15.3.1939, als „ein Wahnsinniger in Stiefeln […] in diese Burg eindrang, um der Welt zu verkünden, daß Gewalt über Freiheit und Menschenwürde siegt. Er drang hier ein als Bote des Krieges. Als Bote der Grobheit. Als Bote der Lüge. Als Bote des Stolzes und des Bösen, des Unrechts und der Grausamkeit.“ (S. 42)

Bild: Igor Leontjew, Öl auf Leinwand

„Heute, da wir am Anfang unseres zweiten Versuches der Demokratie stehen und da wir uns das ins Gedächtnis rufen, was vor einundfünfzig Jahren geschehen ist, begrüßen wir auf dieser Burg einen anderen Gast. Nämlich einen Vertreter der deutschen Demokratie. Einen Boten des Friedens. Einen Boten des Anstands. Einen Boten der Wahrheit. Einen Boten der Menschlichkeit. Einen Verkünder der Botschaft, daß Gewalt nie mehr über Freiheit siegen darf, Lüge nicht über Wahrheit und das Böse nicht über das menschliche Leben.“ (43)

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