Kunstszene und Um:Druck 2009

UM:Druck, Dezember 2009

4.1.2010 – Anlässlich der Wahl von Petja Dimitrova zur Vorsitzenden der IG Bildende Kunst erklärte die Künstler-Vertretung in einem Rundmail am 25. November: „Es geht unter anderem darum, gegen Prekarisierung – von nicht nur künstlerischen Arbeits- und Lebensbereichen – aufzutreten. Hierzu zählt beispielsweise die Solidarität mit der aktuellen Bildungsprotestbewegung. In diesem Zusammenhang schließt sich die IG Bildende Kunst der Forderung nach freier Bildung für alle an und tritt für ein bedingungsloses Grundeinkommen sowie gegen die Ökonomisierung von Bildung und Kunst ein.“

Wie der Zufall so spielt, habe ich Ende September Sozialminister Hundstorfer genau zu dem Thema interviewt (siehe Die Bunte Zeitung Nr 5/2009)  Seine Position zum Grundeinkommen war erwartungsgemäß festbetoniert: „das ist in diesem Land politisch, mit den jetzigen Verhältnissen sicher nicht umsetzbar“ und „ich glaube, dass wir in Österreich dafür einerseits die finanziellen Mittel nicht haben und anderseits auch nicht den gesellschaftlichen Konsens.“ Einen Konsens zu leugnen, ohne einen Konsens gesucht zu haben, ist nicht gerade visionär.

Auch der Begriff der „Arbeit“, dem der Ex-Gewerkschaftsboss anhängt, passt aus meiner Sicht nicht mehr auf die Arbeitsverhältnisse des 21. Jahrhunderts. Arbeit setzt der Sozialminister mit Lohnarbeit und einem geregelten Beschäftigungsverhältnis gleich. Seit Beginn der 1990er Jahre brechen die Grenzen jedoch auf. Heute sind mehr als 90 Prozent von jährlich 30.000 Unternehmensgründungen so genannte EPU, Ein-Personen-Unternehmen, viele davon nur für einen Auftraggeber tätig. Sicher ist das für manche eine Notlösung, und manche werden in billige Umgehungsverträge gezwungen, damit die Auftraggeber Personalkosten sparen. Doch viele EPUs – und Künstler waren schon EPUs bervor dieser Titel erfunden wurde – wollen auch gar nicht mehr in ein festes Angestelltenverhältnis.

Die Gewerkschaft hat bis heute auf diesen Wandel nicht reagiert. Ihr einziges Ziel ist es diejenigen zu schützen, die bereits eine geregelte Arbeit haben. Einen Weg, wie sich EPUs vor Ausbeutung und Selbstausbeutung schützen können, hat die Gewerkschaft bis jetzt noch nicht gefunden, ja noch nicht einmal gesucht. Die Gewerkschaften – und mit ihnen der Sozialminister – kämpfen zwar gegen ungleiche Löhne, aber sie kämpfen nicht dafür, diejenigen Leistungen zu entlohnen, die für die Gesellschaft wesentlich wichtiger sind als beispielsweise die Spielchen gesellschaftspolitisch wertloser, aber hochbezahlter Finanzjongleure.

Das sogenannte Leistungsprinzip, wie es in einer Produktionswelt noch einigermaßen messbar war, ist auf die  Dienstleistungswelt längst nicht mehr anwendbar. Gagen und Honorare in Millionenhöhe sind mit Leistung nicht begründbar. Nicht begründbar, und auch nicht länger tragbar ist auch die Tatsache, dass viele Menschen Leistungen erbringen, die nie bezahlt werden. Kinderbetreuung, Jugendarbeit, Altenpflege, freiwillige Feuerwehr, Rettung, aber auch im kreativen Bereich überwiegt die unbezahlte Arbeit. Von 100 Künstlern kann vielleicht einer von seiner Arbeit leben, alle anderen müssen sich Nebenjobs suchen oder vegetieren am Existenzminimum.

Der Sozialbericht hält fest, dass 44% der österreichischen Bevölkerung ab 15 Jahren  in irgend einer Form Freiwilligenarbeit leisten. Wenn man den Begriff Arbeit noch weiter fasst kann man sagen: jeder arbeitet, auch wer keinen Job hat, denn keiner will untätig herumhängen! Das aktive Vereinsleben ist ein Indikator dafür. Die Leistungen der Freiwilligen stehen außer Frage, aber der Staat verhindert, dass aus diesen Leistungen ein Anspruch auf Entgelt erwachsen könnte. Mit dem Grundeinkommen wäre dieser Anspruch abgegolten. Doch der Sozialminister Rudolf Hundstorfer tut sich schwer, diese Leistungen als Arbeit zu qualifizieren.

Wer das System des bedingungslosen Grundeinkommens auf der Basis aufbaut, dass Arbeit und Leistung im 21. Jahrhundert neu bewertet werden müssen, der braucht nicht zu fürchten, dass es dafür keinen Konsens geben würde. Anders als vor 25 Jahren, als Lieselotte Wohlgenannt und Herwig Büchele das Buch „Grundeinkommen ohne Arbeit“ veröffentlichten, geht es heute nicht mehr um eine Grundeinkommen „ohne Arbeit“, sondern darum, die vielen Formen heute nicht als Arbeit anerkannter Leistungen neu zu bewerten. In einer grundlegenden Diskussion muss es um den Wert der Arbeit gehen, nicht nur um den Preis der Arbeit (= Lohnkosten). Leicht möglich, dass es dafür keinen parteipolitischen Konsens gibt, wie Minister Hundstorfer moniert. Für einen gesellschaftspolitischen Konsens wäre es aber bloß erforderlich, sich von der antiquierten produktionstechnischen und der zynischen finanztechnischen Bewertung von Leistung zu trennen und den gesellschaftlichen Wert einer Leistung als Grundlage für das Einkommen zu definieren.

P.S. KünstlerInnen und Kunstinteressierte, die die Zeit bis zur Einführung des Grundeinkommens noch mit konventioneller Lohnarbeit überbrücken wollen oder müssen, können sich (gemäß KarriereStandard vom 28./29.11.) um folgende Stelle bewerben: „LeiterIn Museumsmarketing“. Kurios, dass sich das ausschreibende Museum hinter einer Personalagentur versteckt, sich aber gleichzeitig unzweideutig outet: „Als Kunstinstitution hat sich unser Haus einen internationalen Namen gemacht. Trotz der budgetären Einschränkung durch die restriktive österreichische Kulturpolitik konnten wir uns unsere progressive Haltung zur Kultur bewahren und eine Fülle von vielbeachteten Ausstellungen realisieren.“ Wer in dieser Formulierung nicht die Handschrift des MAK-Direktors erkennt, sollte besser gleich auf eine Bewerbung verzichten!

Das Geschäft mit der Wiedergutmachung

Der Standard bringt in der Ausgabe vom 5./6. September 2009 die Schlagzeile  „Restitution von Österreichs teuerstem Gemälde verlangt „.

Nun, im Jahr 2009, sind die Nachkommen von Jaromir Czernin zu dem Schluss gekommen, dass der Verkauf von Vermeers „Malkunst“ an Hitlers Schergen „unter Druck“ geschehen sei und deshalb solle der österreichische Staat das Bild zurückgeben oder das Bild „zu einem angemessenen Preis kaufen“, wie es der Anwalt der Familie, Andreas Theiss, fordert. Die Argumentation des Anwalts, „Czernin hatte keine Wahl: Er musste verkaufen, um die Existenz seiner Familie zu sichern. … Das war der Preis um zu überleben. … Czernin hat etwa eine Million Reichsmark erhalten, was ein Bruchteil des wahren Wertes ist “, wirft ein paar Grundsatzfragen auf:

Wenn der Zweck erfüllt wurde, woraus begründet sich dann überhaupt ein Anspruch auf Kompensation?

Warum müssen materielle Werte – signifikanter Weise immer Kunstwerke, die im Laufe der vergangenen Jahrzehnte exorbitant im Preis gestiegen sind – nach dem aktuellen Zeitwert kompensiert werden, während diejenigen, die schon damals keine Tauschgeschäfte anzubieten hatten und direkt in die Lager abtransportiert wurden, mit mikrigen Beträgen zur Wiedergutmachung abgespeist wurden?

Wieviele Generationen müssen für das Unrecht der Nazis bezahlen, mit dem sie wirklich nichts mehr zu tun haben?

Lässt sich aus einem – im Vergleich zu anderen Nazi-Gräueltaten – läppischen Unrecht moralisch überhaupt irgend ein Anspruch ableiten?

Was ist der „wahre Wert“ eines Kunstwerkes?

Was ist der Unterschied zwischen Preis und Wert?

Kein Mensch wird bezweifeln, dass das Geschäft von Jaromir Czernin auch unter politischem Druck abgeschlossen wurde. Trotz allem war es ein Geschäft, und wenn er statt der geforderten 2 Millionen Reichsmark nur 1,65 bzw. nach Angaben des Anwalts nur eine Million bekommen hat, so war das für die Zeit wohl eine beachtliche Summe. Dass er das Bild in den USA teurer an den Mann gebracht hätte, zählt nicht, denn die Ausfuhr wäre auch mit den heutigen österreichischen Gesetzen nicht vereinbar. Spezifisch an dem Fall ist nicht, dass Nachkommen einen moralischen Anspruch auf Wiedergutmachung stellen können, sondern dass sie den Anspruch stellen, weil ein Anwalt bereit ist den Fall wieder aufzurollen. Und: weil es um einen exorbitant hohen materiellen Wert geht, den man auch einklagen kann. Wer führt denn die Prozesse für alle jene, die „nur“ ihr Leben, oder das ihrer Eltern oder Großeltern verloren haben?

Die Aussage von Andreas Theiss, Czernin habe das Bild „zu einem Bruchteil des wahren Wertes“ verkaufen müssen, impliziert, dass der Anwalt den „wahren Wert“ kennt. Abgesehen davon, dass der Wert eines Kunstwerkes immer nur ein innerer (immanenter) Wert sein kann, während sich der Preis nach den Gegebenheiten des Marktes richtet (die eben unter den Nazis andere waren als heute), so wäre dieser Logik folgend die Diskussion hinfällig, wenn Hitler den „wahren Wert“ für das Bild beglichen hätte. Eine Logik, die eigentlich nicht mehr weiter kommentiert werden muss.

Hier wird die Werte-Diskussion auf eine Weise missbraucht, die bestens dazu geeignet ist, den rechten Recken Material für ihre Propaganda zu liefern. Der materielle Wert eines Bildes wird höher eingeschätzt als der Wert, dass damit seinerzeit tatsächlich Leben gerettet werden konnte. Wer in diesem Zusammenhang das Wort „Wiedergutmachung“ in den Mund nimmt – und ich weiß, dass ich mich damit dem Antisemitismus-Vorwurf aussetze – ist infam und scheinheilig!

Gratulation Kondulation Alibiaktion

UM:DRUCK Nummer 11, Juni 2009

Mit Volldampf hat sich Ministerin Claudia Schmied ins neue Jahr gestürzt. „Ich freue mich, dass der Bildungsreformzug mit voller Geschwindigkeit weiterfahren kann“, sagt die Ministerin in einer Pressemitteilung, bezugnehmend auf eine Novelle zu den Schulmodellversuchen. Am 20. Jänner lässt sie mit einem bildungspolitischen Paukenschlag aufhorchen:  „Wir müssen es schaffen, vom Neusiedlersee bis zum Bodensee einheitlich guten Unterricht anzubieten.“ Anlässlich der Präsentation einer Wifo-Kurzstudie (14 Seiten inkl. einer Seite Fußnoten!) am 27. 1. präzisiert die Ministerin: „Das vorrangige Ziel unserer bildungspolitischen Maßnahmen ist die beste Bildung für alle Kinder.“

Die wichtigsten Aussagen der sogenannten Analyse des WIFO beweisen, dass diese Studie nicht nur kurz, sondern in voller Länge auch überflüssig ist: „1.) Bildung verbessert die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und reduziert Arbeitslosigkeit. 2.) In den letzten Jahren wurden Arbeitsplätze für höher qualifizierte Personen geschaffen, Arbeitsplätze für Menschen mit geringerer Qualifikation abgebaut. 3.) Bildung bringt höhere Einkommen. 4.) In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Menschen mit geringerer Qualifikation schneller mit Arbeitslosigkeit konfrontiert. 5.) Menschen mit Migrationshintergrund haben einen besonders geringen Bildungsgrad. 6.)Mehr Bildung bringt höheres Wohlbefinden, bessere Gesundheit und weniger Kriminalität.“

Über die Platidüden der Punkte 1 bis 5 lässt sich schwer streiten. Den herausragenden Punkt 6 sollte man aber zur Grundlage des nächsten Sparpakets machen, denn dieser Logik folgend könnte man das Bildungsministerium mit dem Sozialministerium, dem Gesundheitsministerium und dem Innenministerium fusionieren. Wir brauchen bloß ein bisserl mehr Bildung und alle unsere Probleme sind gelöst!

Von den Lehrervertretern war bis Ende Jänner nichts zu hören. Vielleicht haben sie die Zeit nach den Weihnachtsferien mit den Vorbereitungen auf die Semesterferien zugebracht. Unüberhörbar waren aber die Proteste ab Februar, als es darum ging, den Vorschlag der Bildungsministerin abzuwehren, zwei Stunden mehr in der Klasse zu verbringen. Als unbeteiligter Beobachter musste man den Eindruck gewinnen, es sei für einen Lehrer die größte aller denkbaren Strafen in einer Klasse stehen zu müssen. Zwei Stunden mehr in der Klasse heißt nach Logik der Lehrer vier Stunden mehr Arbeit , dieser Logik entsprechend kam der gewerkschaftliche Gegenvorschlag: statt mehr Arbeit früher in Pension!

Dabei hat sich die Ministerin redlich bemüht den Lehrern die Sachlage zu erklären: „Die um knapp zehn Prozent erhöhte Unterrichtszeit wird nicht eingespart. Sie wird in neue Projekte zum Wohle unserer Schüler investiert. Durch die gewonnenen Ressourcen können wir mehr Tagesbetreuung, mehr Kleingruppenunterricht, mehr Deutschförderkurse und viele weitere wichtige Maßnahmen realisieren. Wir bauen dadurch die Schule der Zukunft auf. All diese Projekte brauchen engagierte Lehrerinnen und Lehrer. Daher wird kein Lehrer seinen Arbeitsplatz verlieren. Wir brauchen jeden einzelnen“, so Schmied am 27.2. „Ich habe der Gewerkschaft auch einen neuen Vorschlag unterbreitet: Erhöhung der Lehrverpflichtung um zwei Stunden befristet auf zwei Jahre bei gleichzeitiger Einrichtung einer Arbeitsgruppe um ein leistungsorientiertes, neues Dienst- und Besoldungsrecht auszuarbeiten. Auch auf diesen Vorschlag kam keine Antwort der Gewerkschaft“, so Schmied am 12.3. „Wenn wir den Weg des Aufbaus weiterführen – und dafür brauchen wir die Umschichtung der Lehrerarbeitszeit – können wir in den kommenden Jahren und trotz des massiven Schülerrückgangs Lehrer einstellen“, so Schmied am 25.3.

Und so weiter und so fort. Das Ergebnis ist bekannt: die Lehrer drohen mit Streik, die Schüler freute es und solidaristieren sich mit einem eigenen Streik. Trotzdem erklärt Schmied: „Ziel ist eine einvernehmliche Lösung mit den Lehrervertretern.“ Gscheiter wärs wohl gewesen, wenn sich die Ministerin zum Ziel gesetzt hätte, eine einvernehmliche Lösung mit den Lehrern zu finden. Der Kompromiss war dann gnadenlos: „Die fünf schulautonomen Tage werden in ihrer bisherigen Form abgeschafft und zu Schultagen.“ Gnadenlos operettenhaft: „Allerdings werden die – traditionell mit schulautonomen Tagen freigemachten – Freitage („Zwickel-Tage“) nach Christi Himmelfahrt und Fronleichnam österreichweit zu für Schülerinnen und Schüler freiwilligen Fördertagen.“ Wirksam erst ab dem Schuljahr 2010/11, denn in Zeiten wie diesen haben die Eltern sicher ihre Urlaube schon zwei Jahre im voraus geplant. Daraus folgt: „Diese Regelung bringt bessere Förderung für die Schülerinnen und Schüler, löst die Betreuungsprobleme der Eltern, sorgt für mehr Unterricht für unsere Kinder und geht auf die Bedürfnisse der Tourismus-Wirtschaft ein.“

Die Probleme von Schülern, Eltern und Tourismuswirtschaft in einem Aufwaschen gelöst. Ich schlage vor, auch das Wirtschaftsministerium noch in das künftige Bildungs-Universalministerium hinein zu fusionieren! Aber was hat das alles mit Kunst zu tun? Man gewinnt als beteiligter Beobachter den Eindruck, der Bundesministerin für Untericht, Kunst und Kultur ist K&K herzlich Wurscht. Aber ich will nicht ungerecht sein. 53 Mal ist Claudia Schmied seit Jahresbeginn bis Ende April mit Pressemitteilungen an die Öffentlichkeit getreten, immerhin 24 mal nimmt die Ministerin dabei zu Themen der Kunst und Kultur Stellung. Ich will den Lesern die Schwerpunkte der aktuellen Kulturpolitik nicht vorenthalten:

„Bundesministerin Claudia Schmied zum Tod von Gert Jonke“. 5.1.

„Bundesministerin Claudia Schmied zum Tod von Robert Jungbluth“, 5.1.

„BM Schmied gratuliert Götz Spielmann zur Oscar-Nominierung“, 22.1.

„Ausschreibung von Tanzstipendien 2009/2010“, 6.2.

„Staatspreis für Kulturpublizistik 2008 an Robert Misik“, 3.3.

„Niki List mit Berufstitel Professor ausgezeichnet“, 11.3.

„Tief betroffen zeigt sich Kulturministerin Claudia Schmied über den Tod des österreichischen Filmkünstlers Niki List“, 2.4.

Das also ist von der Kunst- und Kulturpolitik übrig geblieben. Sie besteht nur noch aus Gratulieren und Kondulieren! Alibimäßig gibts zwischendurch ein paar Ausschreibungen zu Stipendien und Preisen.


NACHTRAG am 25.8.2014: Nun, nachdem Claudia Schmied schon ein Jährchen nicht mehr Kulturministerin ist, hat auch die Kunstkritikerin Nina Schedlmayer erkannt, dass diese zu den ganz großen VisionärINNEN der Kunst zählte. In ihrem aktuellen Kommentar im artmagazine.cc schreibt sie: „„Sorry. Kein Kommentar von meiner Seite. Ich schau nach vorn“, ließ die frühere Kulturministerin Claudia Schmied die Kollegin Andrea Schurian vom „Standard“ wissen, als diese versuchte, ihr etwas in Sachen Burgtheater zu entlocken … Claudia Schmieds Schöpfung hat noch eine große Karriere vor sich. Ich werde sie mir bei nächster Gelegenheit bestimmt ausborgen. Man sollte ihr Medaille dafür verleihen. Vielleicht irgendeinen Public-Responsibility-Award.“ 

Johanna Penz – Kunstmediator 2009

Innsbruck (19.02.2009) – Die IG Galerien hat der Gründerin und Leiterin der ART Innsbruck, Johanna Penz, den Award Kunstmediator 2009 verliehen. Die Auszeichnung wurde gestern, Mittwochabend, anlässlich der Eröffnung der ART Innsbruck 2009, überreicht. Der Award selbst ist eine Edelstahlskulptur, ein Unikat des steirischen Künstlers Franz Wieser .

Die ART 2009 ist die 13. internationale Messe für zeitgenössische Kunst in Innsbruck. „Meistens nimmt man ein rundes Jubiläum zum Anlass für eine Auszeichnung, doch die 13. Auflage der Innsbrucker Kunstmesse ist aus meiner Sicht besser geeignet für diesen Award. Die 13, eine Primzahl, steht durchaus symbolisch für die ART und die Gründerin der ART. Eine Primzahl ist unteilbar – so sind auch die ART Innsbruck und Johanna Penz unteilbar miteineinander verbunden. Eine Primzahl ist sozusagen nur identisch mit sich selbst und so hat auch die ART Innsbruck dank ihrer langjährigen Organisatorien eine unverwechselbare Identität“, sagte Hubert Thurnhofer, Präsident der IG Galerien, in seiner Laudatio.

Stand die erste Messe im Gründungsjahr 1997 noch unter dem Titel „Editions of Art“, hat Johanna Penz die Messe bald auf ein breiteres Fundament gestellt. So zeigt die ART heute schwerpunktmäßig neben der Druckgrafik die klassischen Medien Malerei, Foto und Skulptur. Das mag manchem Kritiker vielleicht zu konservativ erscheinen, doch im internationalen Messegeschehen braucht die ART Innsbruck keinen Vergleich zu scheuen. So war die ART von Anfang an international ausgerichtet, sowohl bei den Ausstellern als auch bei den Besuchern.

„Johanna Penz musste ihre Messe in den vergangenen 13 Jahren auch gegen manche Widerstände verteidigen. Trotzdem ist es ihr gelungen, jedes Jahr einen tollen Kunstevent nach Innsbruck zu bringen, und jedes Jahr das Publikum weit über Innsbruck hinaus zu begeistern. Dafür verdient sie schon lange einen Preis. Der Kunstmediator zeichnet außergewöhnliche Leistungen in der Vermittlung von Kunst aus. Johanna Penz hat diese außergewöhnlichen Leistungen seit 1997 Jahr für Jahr erbracht“, so Thurnhofer.

Für ART-Gründerin Johanna Penz ist die Auszeichnung wie ein unerhofftes Geschenk. „Es freut mich und ehrt mich sehr, dass jene Wertschätzung und freundschaftliche Beziehung, die uns mit unseren langjährigen Ausstellern wie auch mit unserem Publikum verbindet, nach all den Jahren nun eine derart herausragende Würdigung erfährt.“

Der Kunstmediator wird seit 2003 von der Interessensgemeinschaft Galerien für zeitgenössische Kunst verliehen. Die bisherigen Preisträger waren der Journalist Helmut A. Gansterer, die Wiener Linien, Lioba Reddeker (Leiterin der basis wien), und die Herausgeber der Kunstzeitung, Karlheinz Schmid und Gabriele Lindinger.

Kunstinvestment in Zeiten der Finanzkrise

IG-Galerien Vorsitzender Hubert Thurnhofer leitet auf der ART Innsbruck auch ein Seminar für Kunstsammler und Kunstinvestoren. Gerade in Zeiten der Finanzkrise stellt sich die Frage, welche Kunstwerke überbewertet sind und welche Kriterien überhaupt zur Bewertung von Kunst herangezogen werden können.

Arbeiten des Künstlers Franz Wieser sind auf der ART am Stand B11 von thurnhofer.cc zu besichtigen.