Havels Vorahnung 1966: Merz 2026

5. Oktober 2026 – Vor genau 90 Jahren ist Václav Havel geboren. Vor 60 Jahren schrieb er: „Sie ist einer ungeheuerlichen Zentrifuge vergleichbar, die es fertigbringt, jeden Wert in ihren verhexten Wirbel zu ziehen und nach und nach zu zermalmen. Sie erreicht ihren Höhepunkt in der besonderen Fähigkeit, das konkrete Material nicht zu sehen, Ursprung und Besonderheit der Werte zu missachten, die Realität um sich herum überhaupt nicht wahrzunehmen, die realistische Bewertung der Dinge zu umgehen; sie sieht nur sich selbst, erstarrt in einem gewissen selbstgefälligen, isolierten, einwärts gerichteten Blick, sie verwandelt ringsum alles in bloße Argumente ihrer eigenen abstrakten Wahrheit, sie interessiert sich für alles nur noch vom Standpunkt der Einordnung in ihr Schema.“ (Quelle: V. Havels Essay „Über die dialektische Metaphysik)

Wen oder was immer Havel 1966 mit „sie“ gemeint haben mag – es ist unerheblich. Geradezu gespenstisch ist, was er damit über Erscheinungen des Jahres 2026 gesagt hat.

Weiterlesen

RH überprüft überhöhte Honorar-Kosten

+ Rechnungshof prüfte ausgewählte Leistungen der Bundesministerien im Zusammenhang mit politischen Parteien

+ Prüfung erfolgte gemäß Antrag von Abgeordneten

Oktober 2026 – (Presseinformation des Rechnungshofes) -  In der österreichischen Bundesverfassung sind die Existenz und Vielfalt politischer Parteien als wesentliche Bestandteile der demokratischen Ordnung der Republik verankert. Sie gewährleisten zivilgesellschaftliche Teilnahme an der staatlichen Willensbildung und damit demokratische Mitwirkung.

Die auf Basis von Wahlen demokratisch legitimierten Mitglieder der Bundesregierung leiten als oberste Organe des Bundes die Verwaltung. Ihr Handeln sollte sich ausschließlich an sachlichen Kriterien und insbesondere an den verfassungsrechtlich verankerten Maßstäben orientieren. Eine Legislaturperiode ist auf maximal fünf Jahre befristet. Ihr Handeln hat jedoch langfristige Auswirkungen.

Weiterlesen

Verfassungstag 2026

01.10.2026 (Pressinformation des VfGH + Anmerkungen HTH + Rede des Bundespräsidenten) - Die Unabhängigkeit der Justiz zu wahren müsse auch in einer prekärer werdenden Finanzsituation oberste Priorität bleiben, betonte VfGH-Präsident Christoph Grabenwarter anlässlich des heutigen Verfassungstages am VfGH in Wien. „Der Rechts- und Verfassungsstaat ist bedroht, Staaten stellen die vom Völkerrecht eingehegte internationale Ordnung offen infrage“, so Grabenwarter. Ähnlich äußerte sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen: Auch in Österreich gebe es Strömungen, „die gezielt Misstrauen in demokratische Institutionen säen“. Daher gelte es „wirklich gut auf unsere Verfassung und unsere liberale Demokratie aufzupassen“.

[Anmerkung HTH: Wenn Grabenwarter über „den bedrohten Rechts- und Verfassungsstaat“ meint, lenkt er im gleichen Satz von Österreich ab. Wenn VdB von Strömungen, „die gezielt Misstrauen in demokratische Institutionen säen“, so geht es ihm nicht um das Misstrauen in die Demokratie, verursacht durch die obersten Organe der Vollziehung (Art. 19 V-BG), sondern in die „Institutionen“, d.h. die Institutionen von der Hofburg abwärts bis zum Rathaus aller Gemeinden.]

Weiterlesen

NEOS-Studie über russische Narrative

Propaganda + Narrative + Meinungsbildung + Wissenschaft

29. September 2026 - Helmut Brandstätter, Mitglied des Europäischen Parlaments, und NEOS-Klubobmann Yannick Shetty haben eine „Studie“ zu russischer Desinformation in Österreichs Parlament und Landtagen vorgestellt. Dafür wurden rund 54.000 Redebeiträge im Nationalrat und in acht Landtagen zwischen Februar 2022 und Februar 2025 analysiert.

Shetty dazu in der Pressekonferenz: „Es wurden die fünf gängigsten und relevantesten russischen Narrative untersucht. Ergebnis der Untersuchung: 141 von 145 Befürwortungen prorussischer Narrative stammen von einer Partei. Von der FPÖ wurden 1:1 russische Narrative, die von Russland gesteuert werden, übernommen.

Weiterlesen

„Preisexplosion bei Pellets wird zur nächsten Heizkostenfalle!“

27. September 2026 - FPÖ-Energiesprecher NAbg. Paul Hammerl. „Preisexplosion bei Pellets wird zur nächsten Heizkostenfalle! Pellets kosten binnen eines Jahres um 32 Prozent mehr. Gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2021 liegt der aktuelle Septemberpreis sogar um rund 81 Prozent höher. Für ein Einfamilienhaus mit sechs Tonnen Jahresverbrauch bedeutet das über 1.100 Euro zusätzliche Brennstoffkosten gegenüber 2021.“ (APA / OTS 24.9.2026)

Die Lobbyisten von Propelets.at rechnen die Preisanstiege dagegen schön: „Heizen mit Pellets bleibt deutlich günstiger. Trotz gestiegener Preise bleiben Pellets deutlich günstiger als Heizöl und Erdgas. Im August 2026 kostet eine Jahresmenge Pellets für einen durchschnittlichen Haushalt rund 2.419 Euro. Für Heizöl fallen 4.694 Euro an, für Erdgas 4.896 Euro. Damit liegen die Brennstoffkosten für Pellets weiterhin bei nur etwa der Hälfte.“

Weiterlesen

RH prüfte Bundes-Finanzierungsagentur

25. September 2026 (Presseinformation des Rechnungshofs Österreich) - Bereits 2022 hatte der Rechnungshof die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) geprüft. Die heute veröffentlichte Follow-up-Überprüfung zeigt: Der Rechnungshof wirkt: Die OeBFA hat ebenso wie das Finanzministerium einen Großteil der überprüften Empfehlungen umgesetzt.

Verbesserungsbedarf sieht er allerdings im Bereich Compliance. Denn: Zwischen zwei zentralen Personen bei der OeBFA besteht neben einer unternehmens in- ternen, funktionalen Beziehung auch ein persönliches Naheverhältnis. Damit verbunden sind mehrere Risiken wie auch potenzielle Interessenkonflikte. Thema der Prüfung war außerdem der Bundesschatz NEU – der auch den Einheiten des Sektors Staat als risikoaverse Veranlagungsform zur Verfügung steht und zur Reduktion der gesamtstaatlichen Schuldenquote beiträgt. Von rund 29,6 Milliarden Euro liquider Mittel des Sektors Staat waren 1,012 Milliarden Euro in den Bundesschatz NEU investiert (Stand August 2025). Geprüft wurden im Wesentlichen die Jahre 2021 bis 2024.

Weiterlesen

Kickl und seine Hawara

24. September 2026 - Was versteht die FPÖ unter Systemwandel? War der September 2026 der Anfang vom Ende des FPÖ-Aufstiegs? Wer ist der Mastermind der Freundschaftsachse zwischen Likud und FPÖ?

Rückblende 12. September 2026. Klubklausur der FPÖ in Innsbruck. Gleichzeitig großer Gedenktag für Jörg Haider, der vor genau 40 Jahren an genau diesem Ort den damaligen liberalen Intellektuellen Norbert Steger als Parteiobmann gestürzt hat. Auf X.com feiert Kickl den „Aufbruch zur Spitze – heute in Innsbruck“.

In der einstündigen Rede des derzeit unumstrittenen Parteiführers war viel vom Systemwechsel die Rede. Außer der üblichen Schlageworte wie Neutralität, Sicherheit, Kinderbetreuung, Remigration und Kampf gegen den Islam ist dazu aber nichts zu hören gewesen. Und kein Wort fiel hier, vor rund 1.000 Mitgliedern, über die Notwendigkeit, den Antisemitismus zu bekämpfen.

Weiterlesen

Petition Kinderschutz

23. September 2026 - (Mitteilung der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit) - Mit der Kampagne „Kinder stärken. Zukunft gewinnen.“ macht die Plattform #besserbehandelt.at erneut auf gravierende Lücken in der Gesundheitsversorgung von Kindern aufmerksam. Zu späte Diagnosen, lange Wartezeiten, fehlende Kassenplätze und unzureichende Unterstützungsangebote belasten Kinder und Familien. Gleichzeitig verschärfen Budgetkürzungen die Situation in vielen versorgenden Einrichtungen. Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz richteten Expert:innen konkrete Forderungen an die politisch Verantwortlichen und riefen zur Unterstützung einer Petition auf.

Weiterlesen

Wlaznys aufgewärmte Suppe

„Highway to Hofburg”: Doku über Wlaznys Präsidentschaftskandidatur im Kino

Die BP-Kandidatur des Bierparteiführers wird nun nochmals als Kinofilm aufgewärmt. Dass ein Rocksänger das Amt des Bundespräsidenten für seine Show missbrauchen konnte, war zu einem guten Teil dem ORF zu verdanken, der durch alle seine Kanäle hinausposaunte: „Marco Pogo tritt bei der Präsidentschaftswahl an“.

Abgesehen davon, dass die Aussage eine glatte Falschinformation war – „Marco Pogo“ war nie berechtigt zu kandidieren – waren die Manipulationen des ORF verfassungswidrige Eingriffe in eine demokratische Wahl: Wlazniy alias Pogo wurde vom ORF zur „öffentlichkeitswirksamen“ Rockfigur gepusht. Aus diesem, nur aus diesem Grund, war er auch „präsidentschaftstauglich“. Kandidat von ORFs Gnaden und in seinem Gefolge von allen anderen Massenmedien hochgejubelt.

Kandidaten dagegen, die mit einem seriösen politischen Fundament und dazu mit einem Programm für eine bessere Demokratie angetreten sind, wurden von der Berichterstattung ausgeschlossen. Und im Fahrwasser des ORF von allen anderen Leitmedien, die dem Leithammel ORF blindlings folgten und bis jetzt folgen. Daran hat sich nix geändert.

Nun stilisiert Regisseur David Moser den Rocker zum Märtyrer, der ständig mit einer existenziellen Frage kämpft: „Warum tu ich mir das an?“

FAKTEN über den Machtmissbrauch des ORF anno 2022:

+ 22.6.2022 Thurnhofer beantragt einstweilige Verfügung gegen ORF

+ 12.7.2022 Präsidentschaftskandidat sucht das "Licht der Öffentlichkeit"

+ 1.8.2022 EV gegen ORF "wegen Unzulässigkeit zurückzuweisen"

Klimagesetz in Begutachtung

18. September 2026 – (Presseinformation des BMLUK) - Neues Klimagesetz schafft stabilen, langfristigen Rahmen für Klimaschutz, Klimawandelanpassung und Kreislaufwirtschaft.

Nach intensiven Verhandlungen liegt eine Einigung über das neue Klimagesetz vor. Das Gesetz ist ein wesentliches Vorhaben der Bundesregierung und schafft einen langfristigen, stabilen und verlässlichen Rahmen für die österreichische Umwelt- und Klimapolitik. Im Mittelpunkt stehen die drei Säulen Klimaschutz, Klimawandelanpassung und Kreislaufwirtschaft. Das Gesetz wird heute in Begutachtung geschickt.

SIEHE AUCH: Stellungnahme von ethos.at auf parlament.gv.at

Weiterlesen