Thurnher Armin: Unsternstunden der Menschheit

Wie die Welt unerträglich wurde

Zsolnay, 2026

mp3-Lesung und Gespräch mit dem Autor im Theater am Saumarkt, Feldkirch (Vorarlberg). Moderation: Peter Bilger

Verlagsinformation: Armin Thurnher über Momente der letzten Jahre, in denen die Geschichte ihren fatalen Lauf nahm. »Thurnher gehört zu den scharfsinnigsten Analytikern.« Claudia Kühner, NZZ am Sonntag

Stefan Zweig nannte seine berühmte Sammlung von Texten einen »geistigen Spiegel« der Zivilisation. Armin Thurnhers Buch stellt eine Verdunkelung des Spiegels fest. »Unsternstunden der Menschheit« fixiert einige Momente, die unsere Gegenwart formten: Manche davon entgingen dem Radar öffentlicher Aufmerksamkeit. Als Bill Clinton die Section 230 eines Mediengesetzes unterzeichnete, nahm die Welt der Kommunikation einen neuen, fatalen Lauf.

Als der Blogger Curtis Yarvin zu veröffentlichen begann, legte er ein Fundament zum Aufstieg Donald Trumps. Als Hans Dichand die »Kronen Zeitung« neu gründete, nahm er die politische Klasse Österreichs in die Geiselhaft der Dumpfheit. Ein Blender namens Sebastian Kurz brachte die konservative Kaste halb Europas um den Verstand. Elon Musk, Viktor Orbán, Peter Thiel und viele andere trugen und tragen zur Verdunkelung der Welt bei. Doch wer sagt, dass aus einer Galerie dunkler Spiegel nicht am Ende neues Licht blitzen kann?

Foto Georg Hoffmann-Ostenhof, Lisz Hirn, Armin Thurnher und Raimund Löw (v.l.n.r.) im Falter-Studio. Wie die Welt unerträglich wurde, beschreibt der FALTER-Herausgeber in seinem neuen Buch – Folge #1603

KOMMENTAR HTH: „Unsternstunden“ verdient sich den Titel „Unwort des Jahres“ – das steht schon fest. Wenn ein Autor schon mit kosmischen Metaphern spielen will, dann sollte er zumindest wirklich weltbewegende Begriffe finden. Für die nächste Auflage empfiehlt HTH: „Schwarze Löcher der Menschheit.“