2026.09.10 ORF-Zukunftsforum

ORF DasGESPRÄCH

Sendungskritik von Bert Ehgarter (20.10.2026 via FB)

Talkshows wie dieses „Gespräch“ vom Sonntagabend sind der Grund, warum das Image des ORF ins Bodenlose abstürzt. Es ging um Putins Schattenkrieg in Europa. Dass Putin hinter allem Bösen steckt – von den Drohnen in Leipzig bis zu „hybrider“ Sabotage, von Fakenews im Internet bis zu den Unruhen in Europa und dem Aufstieg von Rechtsaußen – machte die ORF-Redakteurin Susanne Schnabl bereits in ihrer Anmoderation deutlich.

Die Auswahl der Gäste bot dann die Gewissheit, dass dem niemand – sicher niemand – widerspricht. Im Gegenteil: es wurde auch noch alles mögliche zusätzlich aufgetischt, was sich an Bauchgefühl und bösen Gerüchten angesammelt hatte. Zum Beispiel der kurz bevorstehende Angriff Russlands auf Österreich. Begleitet von zustimmendem Raunen und besorgten Blicken der anderen Teilnehmer. Einzig Hochrüstung kann dem Abhelfen, lautete der Konsens der Runde – und europäische Geschlossenheit gegen Russland. Die Neutralität Österreichs wurde dabei ignoriert oder in einer Art und Weise abgehandelt, als wäre sie ein Synonym für „Feigheit vor dem Feind“.

Die Sendung standen wohl nur die Frommsten unter den ORF-Gläubigen durch, ein beträchtlicher Teil – trotz der beängstigenden Thematik – am Sofa eingeschlafen. Zumal ja nichtmal die Vorwürfe neu waren. Auch sie waren vielfach durchgekaut in ähnlich orchestrierten Propaganda-Formaten.

Denn darum ging es ja wohl. Die Teilnehmer erfüllten ihre Agenda, dem Bundesheer mehr Geld zu verschaffen und die Reihen dicht zu machen beim Kampf gegen Putin. Ihre persönlichen wirtschaftlichen Interessen und Netzwerke wurden in keiner Weise erwähnt.

Gestoßen bin ich auf die Sendung über einen Facebook Beitrag des Nationalrats-Abgeordneten Wolfgang Gerstl (VP). Er hat dazu eine Grafik gestellt, in der Putin als Strippenzieher dargestellt wird, der das Internet kontrolliert. Garniert mit einem Zitat von Oberst Markus Reisner aus der Sendung: „Es reichen 1000 Trolle, die sind mehr wert als 100.000 Soldaten“.

Ich und viele andere Kritiker dieser Aufrüstungs-, Krieg- und Russland-Hysterie sind nach Ansicht von Gerstl und Reisner wahrscheinlich auch Trolle.

Robert Zikmund, Außenpolitik Redakteur des ORF, hat das hier kürzlich sogar persönlich untermauert, indem er gefragt hat, ob ich für meine Facebook-Beiträge in Rubel oder in Euro bezahlt werde.

Die Gegenfrage, wie es mit der Unabhängigkeit seiner ORF-Berichterstattung vereinbar ist, wenn ihn sein Profilbild als Ukraine-Fanboy ausweist, blieb offen.

Gewiss ist, dass sich der ORF keinen guten Dienst leistet, wenn die Berichterstattung immer mehr zur Karikatur journalistischer Objektivität verkommt.

Auch die Regierungsparteien sollten nicht darauf vertrauen, dass derartige Sendungen ihrer Agenda nützen. Denn die ständige weitere Militärhilfe für die Ukraine ist mittlerweile – nach der Migrations-Problematik – zum zweitstärksten Beweggrund geworden, Parteien zu wählen, die ernsthaft versuchen wollen, den Wahnsinn zu beenden.