Hofers bsoffene Gschicht!

28. Juni 2026 – Die Emerald Horizon AG (ISIN AT0000A3UZE1, Börsenkürzel: SMRX) hat am Freitag, 26. Juni 2026, den Handel an der Wiener Börse aufgenommen. Die Erstnotiz erfolgt im Amtlichen Handel (Official Market) über das Handelssystem Xetra. Der Referenzpreis beträgt EUR 760,00 je Aktie und entspricht einer Bewertung des Unternehmens vor dem Listing von rund EUR 797,7 Millionen. Am Ende des 1. Börsentages schoss der Kurs gleich mal auf 1.010 Euro. Offenbar sehr zu Freude von Norbert Hofer, der am Samstag drauf völlig blau nach Hause gefahren ist und mit 2,5 Promille gestoppt wurde. Wohl gemerkt: Hofer ist erst kurz vor Börsengang als Image-Maker bei dem Unternehmen eingestiegen – ein gelungener Coup!

Kritische Anleger konnten vorher schon gewarnt sein.

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Expert-Zoom.com warnte schon am 19.4.2026: „Norbert Hofer sorgt derzeit aus mehreren Gründen für Aufmerksamkeit. Hofer begleitet den Börsengang von Emerald Horizon AG, einem Startup aus Graz, das auf Thorium-basierte Kernenergie setzt. Rolle bei Emerald Horizon soll vor allem die Kommunikation mit Investoren und die Öffentlichkeitsarbeit rund um den geplanten Börsengang umfassen. Das Unternehmen positioniert sich als Pionier dezentraler und „umweltfreundlicher“ Kernkraft unter Verwendung von Thorium. Thorium-Reaktoren befinden sich weltweit in verschiedenen Entwicklungsstadien. Das indische Atomprogramm forscht seit Jahrzehnten daran, ebenso China. Kommerziell eingesetzte Thorium-Kraftwerke gibt es derzeit jedoch kaum.“

Herbert Stoiber, Obmann des Vereins Atomstopp, hat weitere Kritikpunkte gesammelt (Quelle: APA/OTS 22.6.26)

Grazer Firma Emerald Horizon will Anlegergeld an Wiener Börse einsammeln. Trotz angeblich breitem Spektrum an Hochtechnologien beschäftigt sie nur wenige Forscher_innen.

Wenn ein Unternehmen gleichzeitig an überaus komplexen Atomreaktoren, Energiespeichern und weiteren Zukunftstechnologien arbeitet, stellt sich die Frage, wie eine Umsetzung mit einer derart kleinen Forschungsabteilung gelingen soll

Ein Blick auf das Personal der Grazer Firma wirft Fragen auf. Insgesamt 48 Personen werden als Teammitglieder geführt, darunter auch Externe, bei denen nur der Vorname und abgekürzte Nachname angegeben ist. Zum Team werden 4 Vice Presidents, 4 Aufsichtsratsmitglieder, 3 Beiräte und auch 7 Externe gezählt. Für Forschung und Entwicklung werden 16 Personen angeführt, davon nur 2 promovierte, bei 5 ist kein akademischer Grad angegeben. Gleichzeitig behauptet das es laut Eigenbezeichnung “Deep-Tech-Unternehmen”, einen neuartigen Thorium-Reaktor entwickeln zu wollen, eine bislang trotz weltweiter Forschungsanstrengungen nicht beherrschbare Technologie. Daneben will die Firma ab dem zweiten Halbjahr 2026 ein anspruchsvolles Strom- und Wärmespeichersystem auf den Markt zu bringen.

„Wenn ein Unternehmen gleichzeitig an überaus komplexen Atomreaktoren, Energiespeichern und weiteren Zukunftstechnologien arbeitet, stellt sich die Frage, wie eine Umsetzung mit einer derart kleinen Forschungsabteilung gelingen soll“, stellt Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben! fest.

Bemerkenswert ist auch die Diskrepanz zwischen den wirtschaftlichen Kennzahlen und den Börsenplänen. Im aktuellem Abschlussbericht sind als Umsatzerlöse nur 224.983 Euro ausgewiesen. Dennoch soll die Firma rund 790 Millionen Euro wert sein.

„Ausgerechnet Norbert Hofer und Robert Holzmann treten heute als Vice Presidents dieses Unternehmens auf, das beim Börsengang mehr als 200 Millionen Euro einsammeln will. Brisant daran ist, dass sie Emerald Horizon bereits zuvor in ihren öffentlichen Funktionen eine prominente Bühne verschafft hatten“, so atomstopp-Geschäftsführer Stoiber abschließend.

Ethische Beurteilung: „Mir tut’s leid“: Norbert Hofer bleibt nach Führerschein-Entzug Landtagsabgeordneter. Die Bundes-SPÖ hatte am Sonntag Hofers Rücktritt gefordert. Der ehemalige Bundespräsidentschaftskandidat erklärte dazu, er habe Kontakt mit der freiheitlichen Bundespartei gehabt, und es sei nun alles dazu gesagt: „Ich bleibe Landtagsabgeordneter.“ (Quelle: DerStandard.at, 29.6.2026)

Eine Person, die den Hals nicht voll kriegen kann (mit Alkohol und mit Geld, das infolge des IPO auch auf das Konto von Norbert Hofer fließen wird) ist als Politiker nicht tragbar. Ein Landtagsabgeordneter ist Repräsentant der Gesellschaft, der von der Öffentlichkeit finanziert wird. Ein Landtagsabgeordneter ist laut Verfassung ein Beruf, kein Nebenamt zum Aufpolieren des eigenen Images mit einem kleinen Zubrot für Superverdiener. Ein Landtagsabgeordneter hat dem entsprechend der Öffentlichkeit ein Vorbild zu sein und der Öffentlichkeit zu dienen. Beides ist bei Norbert Hofer offensichtlich nicht der Fall. Eine FPÖ, die ernsthaft als Saubermacherpartei erfolgreich sein will, muss so ein Mitglied zur persona non grata erklären. Es kann daher nur zwei Konsequenzen geben: Ausschluss Hofers aus dem Landtag und Ausschluss Hofers aus der Partei. Das kann auch dem Betroffenen nur recht sein, da er sich offenbar dafür entschieden hat, in die Fußstapfen von Dagobert Duck zu treten.

NACHSATZ: Das Drehbuch zum IPO der Emerald Horizon AG ist nicht neu. Die Drehbücher gibt es schon seit „Meinl European Land“, das der Meister der Wirtschaftsblasen mit Unterstützung einiger Promis wie K.H. Grasser gleich mal selbst redupliziert hat mit „Meinl International Power“ (MIP) und „Meinl Airports International“ (MAI). Dieser Schablone folgt SMRX; neben Norbert Hofer wurde der Ex-ÖNB-General Robert Holzmann als Vice President an Bord geholt.