Kunstkrimi

Das Kunstwerk als Spekulationsobjekt

Buchbesprechung von Meinhard Rüdenauer

Die Geschäftspraktiken im gegenwärtigen Opern-, Musikbusiness sind nicht so ganz vergleichbar mit denen in der Kunstszene. In unseren Tagen ist aber hier wie dort die Vermarktung in den Mittelpunkt gerückt. Vielleicht hat sich Hubert Thurnhofer in seinem Kunstkrimi „Das Testament des Damien First“ auch von Michel Houellebecqs intelligenter, doch bitterschwarzer Kultursatire „Karte und Gebiet“ inspirieren lassen. Jedenfalls überschaut hier ein Insider mit ironischem Blick das heutigen Kulturleben und dessen Schattenseiten. Als ein echter Insider: Thurnhofer ist Inhaber des Kulturzentrums „Der Kunstraum“ in den Ringstrassen Galerien, gleich neben der Wiener Staatsoper. Und er lässt Kommissar Ohnesorg nachforschen, weshalb da hier bei einer Vernissage die konservierten Leichen einiger arrivierter, doch vor kurzem verschwundener Gegenwartskünstler präsentiert werden.

Damien First klingt wie Damien Hirst (der erfolgreiche britische Konzeptkünstler mit seinen in Formaldehyd eingelegten Tierkörpern oder sein „For the Love of God“ mit Diamanten geschmückter Totenkopf). Und Thurnhofer bläst in die Kunstwolke hinein, zitiert aktuelle Kunsttheorien und lässt Freunde und Feinde durch seine eigene Galerie und die heimische Kunstszene spazieren. Derart viele heimische Szenegrößen marschieren hier auf, so dass es einigermaßen unruhig zugeht und der Faden im Trubel leicht verloren gehen kann. Kein Problem: Thurnhofer kennt sich aus, wie knallhart es da im Kunstgeschäft zugehen kann, und er singt uns ein karrikierendes Liedchen dazu, wie Kunstwerke von findigen Geschäftsleuten als Finanzmarktderivat gehandelt werden können. Bis zum abschließenden Testament des Erfolgskünstlers, einer beißenden Analyse: Wie fange ich mir die wichtigen Kunsthändler und die herumtappenden Käufer ein und wie erlange ich die dazu nötige Popularität.

Alexander C.Cornelius, 17.4.2018

Ein Kunstkrimi – so verspricht das Cover ist der erste Roman von Hubert Thurnhofer, der tatsächlich ein waschechter Wiener Galerist ist. So schreibt der Autor nicht nur über ein ihm sehr vertrautes Milieu – sondern sich selbst auch gleich die Rolle des Galeristen Hugo Königshofer auf den Leib. Vom Inhalt sei an dieser Stelle nicht allzuviel verraten, bei einer Vernissage werden nicht Kunstwerke sondern die Künstler ausgestellt – tot natürlich sonst wärs ja kein Krimi.

Es ist durchaus amüsant und kurzweilig – bei nur knapp 150 Seiten bleibt aber die Atmosphäre

auf der Strecke und nicht alles ist wirklich schlüssig.

 Tatiana, Moskau, 05.09.2013

Die Geschichte – fesselnd, mit Sarkasmus erzaehlt. Eine Art Spiegelbild der Gesellschaft, in der das NORMALE, Menschliche auf das NICHT NORMALE – sei es das Kuenstlerische oder das Politische – prallt. Wobei sich „die Kommandozentralen des Boesen“ eigentlich als „ganz NORMALE Organisationen mit Pensionsanspruch“ entpuppen. Am Beispiel eines makabren Kunstprojektes werden Mechanismus und Philosophie der globalen Geldmacherei gezeigt. Ob das Menschliche oder das Unmenschliche dabei Oberhand gewinnt, ist unwichtig…

Isolde Engeljehringer

4. November  Der Krimi ist sehr showinistisch …..

Maria Mazakarini

3. November Hab heute mit zunehmender Spannung den Kunstkrimi „Das Testament des Damien First“ von Hubert Thurnhofer – Galerist Kunstraum in den Ringstrassen Galerien – gelesen. Ein besonders schaurig, schöner Schaukelstuhl Schlechtwetter-Sonntag.

17.12.12 Das ist eine sarkastische Novelle zur Zeit, mit der man sich vermutlich nicht nur Freunde machen wird. Aber Sie schreiben ja, man muss anecken um bemerkt zu werden. War da was? Unbedingt veröffentlichen. Gratuliere und viel Erfolg und frohe Festtage, Ihr Jean Kämpf