Ethik thurnhofer.cc 2003-2010

Die folgenden Beiträge erschienen 2003 bis 2010 in der Rubrik ETHIK + Wirtschaftsethik auf der Webseite von Hubert Thurnhofer / thurnhofer.cc

Wieviel sind Manager wert?

7. Juli 2003 - „Die Presse“ brachte kürzlich die Ergebnisse einer Weltbank-Studie zur Lohnstruktur. Demnach liegt in Österreich „die sogenannte Lohnspreizung (das Verhältnis der niedrigsten zehn Prozent Gehälter zu den höchsten zehn Prozent) bei 1:20. Zieht man nur Vollzeit-Arbeitskräfte heran, dann reduziert sich das Verhältnis sogar auf 1:10 bis 1:12.“ Da sind US-Manager ganz andere Dimensionen gewohnt. Ende der 90er Jahre betrug das Durchschnittseinkommen der Top-100-US-Manager laut „Fortune“ 37,5 Mio. Dollar, das ist ein Wert von 1:1000 im Verhältnis zum Einkommen Normalsterblicher.

Es gibt in der realen Welt kein „Leistungsprinzip“, das derartige Unterschiede rational nachvollziehbar machen würde. Natürlich ist es legitim, dass sich ein Spitzenmanager Supergagen ausverhandelt, fraglich ist nur, wie die Aufsichtsräte solcher Unternehmen diese Gagen den Aktionären erklären. Denn alleine die Vermögensverwaltung von derartigen Summen ist eigentlich ein Fulltime-Job. Wie schaffen es die Supermanager da noch, ganz nebenbei ihre Konzerene zu führen?

Mickey Levy, der Chef-Volkswirt der Bank of Amerika  sagt in einem Interview mit dem „Industrie-Magazin“: „Der US-Ansatz, Manager mittels Aktienoptionen einen Anreiz zur Erfüllung des Shareholder Values zu geben, trägt dazu bei, dass in den USA Entrepreneurship viel ausgeprägter ist. Die Manager sind bereit, mehr Risken zu tragen, eher in neue Technologien zu investieren und grundsätzlich Neues auszuprobieren.“

Noch nie wurde jedoch ein Fall bekannt, in dem ein Manager für Fehlentscheidungen, die ja erhöhte Risikobereitschaft nach sich zieht, auch entsprechende finanzielle Wiedergutmachung geleistet hätte. Üblich ist vielmehr, dass er den Golden Handshake bekommt und der nächste überbezahlte Captain ans Ruder kommt. Das mag alles auf Grund der „leistungsorientierten“ Management-Verträge legitim sein, moralisch vertretbar, bzw. klug im ethischen Sinne, ist es nicht.

Weiterlesen

Wirtschaftsethik 2018 ethik-heute.org

Vom Bitcoin zum Shitcoin

21. März 2018 - Der Hype um die Internetwährung Bitcoin ist verflogen. Hubert Thurnhofer erklärt, wie Bitcoins funktionieren und warum sie als Gegenpol zu üblichen Währungen entwickelt wurden. Von der ursprünglichen Idee sei nicht viel geblieben, so das Fazit des Autors. „Die Krytowährung ist aus ethischen Gründen abzulehnen.“

Gibt es allgemein verbindliche Grundwerte?

27. Mai 2018 - Alle Arten von Moral seien gleichwertig, sagt der Anthropologe Michael Tomasello. Dürfen wir daher zum Beispiel die moralisch begründete Genitalverstümmelung von Mädchen nicht verurteilen? Der Philosoph Hubert Thurnhofer ruft dazu auf, über ethische Grundwerte zu diskutieren.

Brauchen wir ein neues Geldsystem?

19. Juni 2018 - Die Schweizer Vollgeld-Initiative wollte das alleinige Recht auf Geldschöpfung der Nationalbank übertragen. Was sonst, fragt der gesunde Menschenverstand. Doch die Schweizer stimmten dagegen. Zu recht, argumentiert Hubert Thurnhofer, denn wer einen radikalen Wandel will, müsse noch weiter gehen und auch Derivate und Privatbanken abschaffen.

Weiterlesen

Wirtschaftsethik 2015 – 2017 A3ECO

Von 2015 bis 2017 veröffentlichte HTH Beiträge zur Wirtschaftsethik in der Unternehmerzeitschrift a3eco (A3 ECO), die bis September 2017 in einer Auflage von 60.000 Stück erschienen ist. Alle Beiträge wurden illustriert von Ernst Zdrahal. Hier die Beiträge in chronologischer Reihenfolge.

Was kommt nach dem Kapitalismus?

6.5.2015 - Wie die Friedens- und Ökologiebewegung in den 1980er Jahren sukzessive alle Gesellschaftsschichten erfasst hat, so zieht die Kritik des real existierenden Kapitalismus heute immer weitere Kreise. Der Philosoph Herbert Giller gehört dabei zu den herausragenden Köpfen, meint a3ECO-Autor Hubert Thurnhofer. (Erschienen in der Rubrik Wirtschaftsethik der Unternehmerzeitschrift A3 ECO, Ausgabe 3-4/2015 am 5.3.2015)

eMobility muss sich neu erfinden

6.5.2015 - Tesla hat in Q1 2015 weltweit 10.030 Autos verkauft und jubelt über ein Absatzplus von 55 Prozent. Doch die Begeisterung für eMobility hält sich weiter in Grenzen, wie die Zulassungsstatistiken zeigen. Es liegt daher in der Verantwortung der Hersteller, den Markt anzukurbeln, meint a3ECO-Autor Hubert Thurnhofer. (Erschienen in der Rubrik Wirtschaftsethik der Zeitschrift  A3ECO / 5/2015)

Start-ups: Sucht nach Superlativen!

22.5.2015 - Start-ups sind, 15 Jahre nach dem New Economy Hype, wieder in. Gestandene Unternehmer der Old Economy suchen nach den „erfolgversprechendsten“ Geschäftsmodellen. Die superlativsten Ansprüche sind geblieben, das verstellt den kritischen Blick auf die „erfolgversagendsten“ Perspektiven eines Start-ups, meint a3ECO-Autor Hubert Thurnhofer. (Erschienen in der Rubrik WIRTSCHAFTSETHIK der Zeitschrift A3ECO, Ausgabe 6/2015)

Wenn Dir ethos.at wertvolle Informationen liefert, bitte um deine Bewertung via Spende!

Weiterlesen