Popper, Soros, Heinen und der Markt

Berlin – 15. November 2014 - Einen Tag nach den 25-Jahr-Feiern zum Mauerfall referiert Nicolaus Heinen im Haus der Bundespressekonferenz, Berlin, über seine Vorstellungen, wie man den Stillstand in Europa überwinden könne. Dabei tritt der 1980 geborene Volkswirt wie ein Musterschüler der SED auf, der seinen Zuhörern eloquent erklärt, dass man die DDR reformieren könne. Und er liefert auch gleich die Rezepte mit, wie.

Die SED von heute ist die Deutsche Bank (DeB). Als Analyst für europäische Wirtschaftspolitik ist Heinen im wirklichen Leben Musterschüler der DeB. Die Frage, die sich vor der Lektüre dieses Buches stellt, lautet daher: Wie tief kann seine Analyse gehen? Geht Heinen – wie alle Kollegen seiner Zunft – davon aus, dass einzelne Banken Probleme haben, oder ahnt er bereits, dass die Banken das Problem sind?

Weiterlesen

Ethik thurnhofer.cc 2003-2010

Die folgenden Beiträge erschienen 2003 bis 2010 in der Rubrik ETHIK + Wirtschaftsethik auf der Webseite von Hubert Thurnhofer / thurnhofer.cc

Wieviel sind Manager wert?

7. Juli 2003 - „Die Presse“ brachte kürzlich die Ergebnisse einer Weltbank-Studie zur Lohnstruktur. Demnach liegt in Österreich „die sogenannte Lohnspreizung (das Verhältnis der niedrigsten zehn Prozent Gehälter zu den höchsten zehn Prozent) bei 1:20. Zieht man nur Vollzeit-Arbeitskräfte heran, dann reduziert sich das Verhältnis sogar auf 1:10 bis 1:12.“ Da sind US-Manager ganz andere Dimensionen gewohnt. Ende der 90er Jahre betrug das Durchschnittseinkommen der Top-100-US-Manager laut „Fortune“ 37,5 Mio. Dollar, das ist ein Wert von 1:1000 im Verhältnis zum Einkommen Normalsterblicher.

Es gibt in der realen Welt kein „Leistungsprinzip“, das derartige Unterschiede rational nachvollziehbar machen würde. Natürlich ist es legitim, dass sich ein Spitzenmanager Supergagen ausverhandelt, fraglich ist nur, wie die Aufsichtsräte solcher Unternehmen diese Gagen den Aktionären erklären. Denn alleine die Vermögensverwaltung von derartigen Summen ist eigentlich ein Fulltime-Job. Wie schaffen es die Supermanager da noch, ganz nebenbei ihre Konzerene zu führen?

Weiterlesen

Wirtschaftsethik 2018 ethik-heute.org

Vom Bitcoin zum Shitcoin

21. März 2018 - Der Hype um die Internetwährung Bitcoin ist verflogen. Hubert Thurnhofer erklärt, wie Bitcoins funktionieren und warum sie als Gegenpol zu üblichen Währungen entwickelt wurden. Von der ursprünglichen Idee sei nicht viel geblieben, so das Fazit des Autors. „Die Krytowährung ist aus ethischen Gründen abzulehnen.“

Gibt es allgemein verbindliche Grundwerte?

27. Mai 2018 - Alle Arten von Moral seien gleichwertig, sagt der Anthropologe Michael Tomasello. Dürfen wir daher zum Beispiel die moralisch begründete Genitalverstümmelung von Mädchen nicht verurteilen? Der Philosoph Hubert Thurnhofer ruft dazu auf, über ethische Grundwerte zu diskutieren.

Brauchen wir ein neues Geldsystem?

19. Juni 2018 - Die Schweizer Vollgeld-Initiative wollte das alleinige Recht auf Geldschöpfung der Nationalbank übertragen. Was sonst, fragt der gesunde Menschenverstand. Doch die Schweizer stimmten dagegen. Zu recht, argumentiert Hubert Thurnhofer, denn wer einen radikalen Wandel will, müsse noch weiter gehen und auch Derivate und Privatbanken abschaffen.

Weiterlesen