Autor: Hubert Thurnhofer

Kultur des Scheiterns

In Amerika gilt die Regel: es ist keine Schande hinzufallen, es ist eine Schande liegen zu bleiben. Können sich Europäer die amerikanischen Einstellung, in der Scheitern als Auszeichnung gesehen wird, aneignen?


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Illustration: Ernst Zdrahal

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Grundeinkommen: Neu über Arbeit nachdenken

„Leistung muss angemessen entlohnt werden“, denken viele. Im Umkehrschluss gilt: Wer wenig leistet, hat keinen Anspruch auf hohe Entlohnung, folglich keinen Anspruch auf Wohlstand, bestenfalls auf Existenzminimum. Kausal verknüpft ist diese Prämisse mit der tradierten Überzeugung, dass messbare Leistungen als „Arbeit“ zu bezeichnen sind, „richtige Arbeit“ folglich nur „Lohnarbeit“ sein kann. Was auch immer der […]

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unmasked: fake or no fake

17. Oktober 2021 – Morawa, die größte Buchhandlung Wiens, präsentiert im Eingangsbereich, so wie jede Buchhandlung, die Bestseller der Saison und führt den interessierten Leser mit den üblichen Kategorien zum Objekt seines Interesses: Kochbuch, Reisebuch, Zeitschriften usw. Wer geistig höher hinaus will, muss in den ersten Stock, wo der Weg von der Kunst über die Philosophie direkt zur Politik führt. Dazwischen aber hat sich eine neue Welt aufgetan: „fake or no fake„.


fake or no fake

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Wie wir die erste Hürde nehmen

Die Anzahl der Unterstützungserklärungen entscheidet über die Reihung auf dem Wahlzettel.

Auszüge aus dem Bundespräsidentenwahlgesetz (BPräsWG) 1971, Fassung vom 3.10.2016

Ein eigenes Gesetz regelt die Wahl des Bundespräsidenten. Die ersten Paragrafen regeln die Ausschreibung, die Zuständigkeit, die Wahlkreise, die Wahlberechtigung und die Wählerverzeichnisse (Paragrafen 1-5). Besonders ausführlich in 15 Absätzen (!) beschäftigt sich der neue § 5a mit der Regelung der Wahlkarten!

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Maximales Wahlkampf-Budget: 7 Millionen Euro

Im Unterschied zu den Nationalratswahlen, wo die etablierten Parteien hemmungslos Steuermillionen für ihre Werbekampagnen verpulvern, sagt der § 24a BPräsWG

(1) Jeder Wahlwerber für das Amt des Bundespräsidenten darf für die Wahlwerbung maximal 7 Millionen Euro aufwenden. In diese Summe sind auch die Ausgaben von natürlichen Personen und Personengruppen, die einen Wahlwerber für das Amt des Bundespräsidenten unterstützen, einzurechnen.

Gut so! Man wird wohl genau schauen müssen, ob sich die Kandidaten der etablierten Parteien daran halten werden. Wer für Unseren Kandidaten 2022 spenden will, ist herzlich willkommen, sollte aber vorab ein paar Minuten der Lektüre des § 24a BPräsWG (Bundespräsidentenwahlgesetz) widmen. Im Folgenden der Original-Wortlaut:

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Kunst und Kultur sind kein Luxus

27. November 2022 – 1. Advent von 10:00 bis 20:00 Uhr

Tag der offenen Tür

im Kunstraum Langenwang

8665 Langenwang, Grazerstraße 47

Von 100 Euro bis  10.000 Euro – Kunstwerke sind einmalige Weihnachtsgeschenke oder alternative Investments in Zeiten der Krise. Die „Kunstmarkt-Formel“ ist nach wie vor aktuell.

16. Oktober 2021 – Kunst ist für viele Politiker nicht mehr als ein schönes Mascherl, die wenigsten Politiker haben sich wirklich mit Kunst beschäftigt. Wenn, dann zeigen sie sich mit prominenten KünstlerInnen, SchauspielerInnen und MusikerInnen vor laufender Kamera. Oder sie tragen salbungsvolle Eröffungsreden vor, die Ghostwriter geschrieben haben. 



Hubert Thurnhofer im Lager seiner Sammlung, Langenwang. Bild: Sergej Manzerew, „Stier, 140×100 cm

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Resetarits Willi: Ich lebe gerne…

Der Titel der Lebenserinnerungen einer (oder der einzigen?) österreichischen Rocklegende ist der schwächste Teil des ganzen Buches. Diese Bemerkung vorweg, um künstlich eine kritische Distanz zu einem Promi herzustellen, den viele für einen leiwanden Hawara halten. Der Ostbahn Kurti ist ein Erzähler und kein Schreiber, die Schreibarbeit hat ihm sein Verleger Christian Seiler abgenommen. Das Ergebnis ist ein authentischer Herr Professor Kurt Ostbahn, dessen Stimme in jedem Satz mitklingt. Resetarits Cover 2048x2048
  Verstorben am 24.4.2022 „nach einem Unfall“ – Gedanken des Musikers aufgezeichnet von profil.

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Klima und Wandel

In Glasgow findet Anfang November der 26. UN-Klimagipfel statt. Schon bei der virtuellen Klimakonferenz von 40 Regierungschefs im April wurde klar, dass die Positionen weit auseinander liegen. Während die EU von ihren Mitgliedern „fit for 55“ verlangt, d.h. der CO2-Ausstoß muss bis 2030 um 55 Prozent unter dem Wert des Jahres 1990 liegen, erklärt Chinas Staatschef Xi Jinping, sein Land werde 2030 mit der Reduktion der Schadstoffemissionen beginnen. China emittiert weltweit am meisten CO2. Mit Präsident Joe Biden ist die USA, hinter China der zweitgrößte CO2-Sünder, wieder „zurück in der Klima-Politik“. Sein Vorgänger Trump ist bekanntlich aus der Pariser Vereinbarung ausgestiegen.


Kleedorfer Egger Ella Terra Mater 50 x 70 cm

Bild von Ella Kleedorfer-Egger, „Terra Mater“, 50×70 cm aus der gleichnamigen Ausstellung

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Meinung und Urteil

Jede Meinung ist zunächst ein Vorurteil. Diese apodiktische Aussage weckt hoffentlich Widerspruch, denn schon das Grundgesetz 1867, das bis heute Teil der österreichischen Verfassung ist, garantiert das Recht auf freie Meinung als Grundwert. Das Patriarchat von Kaisers Gnaden hat jedoch die Meinungsfreiheit in staatlichen und kirchlichen Organisationen ebenso wie in Betrieben und Familien weiterhin stark eingeschränkt. Wer hätte sich noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlauben können, der Meinung des eigenen Vaters zu widersprechen?

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Wissen und Schaffen

Viele Jahrhunderte lang war wahr, dass Wissenschaft Wissen schafft. Nun jedoch wurde die Suche nach Wahrheit zur Vertiefung und Erweiterung unseres Wissens abgeschafft. Die Deutungshoheit von Politikern und Lobbyisten ersetzt die wissenschaftliche Erkenntnis.


Knolmayer Gerhard Science 4.0 Networking Computergrafik

Bild: Prof. Gerhard Knolmayer – Science 4.0 – Networking, Computergrafik (Beitrag zur Themenausstellung „Wissen & Schaffen„)

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