Amtliche Mitteilungen des Bundesministeriums für Bildung
Weiterführende Links auf BMB.gv.at.
Geistige Landesverteidigung
Die Geistige Landesverteidigung (GLV) ist neben der militärischen, der wirtschaftlichen und der zivilen Landesverteidigung Teil der Umfassenden Landesverteidigung (Bundesverfassung Art. 9a). Damit unterstützt GLV im Rahmen der Politischen Bildung die Vermittlung demokratischer Werthaltungen und eines umfassenden Bewusstseins für das Konzept der Neutralität und die Sicherstellung von staatlicher Souveränität, , der demokratischen Freiheiten und der in der Bundesverfassung verankerten Bürger- und Menschenrechte.
GLV leistet weiters einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des Konzeptes der umfassenden nationalen Sicherheitspolitik im europäischen und globalen Kontext.
Inhalte und Kompetenzen
Ausgehend von den Grundsätzen der österreichischen Verfassung und den grundsätzlichen Zielen der Politischen Bildung werden politische Kompetenzen vermittelt, um auf mögliche Gefährdungen unserer demokratischen Republik, des politischen Systems und der inneren und äußeren Sicherheit angemessen reagieren zu können.
Zur allgemeinen und umfassenden Information veröffentlicht das Bundesministerium für Landesverteidigung jährlich ein aktuelles Risikobild, das auch als eine der Grundlagen für die Vermittlung von Geistiger Landesverteidigung dient. Gemeinsam mit anderen Publikationen des Verteidigungsressorts steht es unter Grundlagen – Verteidigungspolitik zum Download zu Verfügung. Weitere Informationen zur Umfassenden Landesverteidigung sind unter Umfassende Landesverteidigung – Verteidigungspolitik abrufbar.
Geistige Landesverteidigung versteht sich als nichtmilitärischer Beitrag zur Friedenssicherung in einer Welt, in der die Anwendung von militärischer Gewalt – auch in Europa – weiterhin existent ist. Dies bedeutet, die Aufgabe der Friedenspädagogik sowie der Sicherheits- und Verteidigungspolitik ernst zu nehmen, Feindbildern kritisch gegenüberzustehen und Strategien zu entwickeln, um Hate Speech und Fake News effektiv entgegenzutreten.
Grundlagen und Unterrichtsmaterialien
Grundsatzerlass Politische Bildung
Geistige Landesverteidigung findet im Grundsatzerlass zur Politischen Bildung 2015 alle allgemeinen und inhaltlichen Anknüpfungspunkte, die eine Auseinandersetzung mit Themen der Geistigen Landesverteidigung in allen Schulstufen, Schultypen und Gegenständen ermöglicht.
Lehrplanbezüge
In den Lehrplänen finden sich allgemeine Referenzstellen zu Themen der Geistigen Landesverteidigung, unter anderem im Gegenstand „Geschichte und Politische Bildung, wie beispielsweise „Friedenssicherung nach dem Zweiten Weltkrieg, umfassende Landesverteidigung, Bundesheer, internationale und globale Herausforderungen für die Menschheit.
„Wider den Krieg“ (Informationen zur Politischen Bildung Nr. 51)
Das Heft Nr. 51 der Schriftenreihe „Informationen zur Politischen Bildung“ widmet sich mit wissenschaftlichen Beiträgen, Unterrichtsvorschlägen und Arbeitsmaterialien grundsätzlichen Fragestellungen zu Frieden und Krieg, staatlicher Souveränität und Neutralität. Das Heft wurde an alle Schulen der Sekundarstufe I verschickt und ist auch online frei verfügbar.
Wider den Krieg – Forum Politische Bildung
E-Bibliothek (Open Access)
In Verteidigung der Demokratie – Bildungspolitische Auseinandersetzung mit dem Konzept der Geistigen Landesverteidigung, herausgegeben von Jacqueline Jürs, Roman Schuh und Manfred Wirtitsch (2021), erschließt aus bildungs- sowie wehrpolitischer Perspektive Zielsetzungen und didaktische Prinzipien der Vermittlung der Geistigen Landesverteidigung.
In Verteidigung der Demokratie (Zentrum polis – Politik Lernen in der Schule)
Angebote des Bundesministeriums für Landesverteidigung
Informationsoffizierinnen und Informationsoffiziere für Schulbesuche
Das Österreichische Bundesheer bietet seit vielen Jahren Schulen und Pädagogischen Hochschulen die Möglichkeit, Informationsoffizierinnen und -offiziere in Lehrveranstaltungen, Fortbildungen oder den Schulunterricht einzuladen. Diese vermitteln in Referaten aktuelles und/oder grundlegendes Wissen zur Geistigen Landesverteidigung und zu sicherheitspolitischen Fragestellungen.
Ein Video und weiterführende Informationen zu diesem Angebot finden Sie unter Service für Schulen | Bundesheer. Bei Interesse und zur Terminvereinbarung wenden Sie sich bitte an das örtlich zuständige Militärkommando.
Stundenbilder des Österreichischen Bundesheers
Für einen niederschwelligen Einstieg bietet das Österreichische Bundesheer eine Anzahl von Stundenbildern und Powerpoint-Folien zu aktuellen und grundsätzlichen Themen der Umfassenden Landesverteidigung an, die für den Schulunterricht adaptiert werden können.
Bundesministerium für Landesverteidigung – Staats- und wehrpolitische Bildung
Wissenschaftliche Publikationen des BMLV
Umfangreiche Online-Bibliothek des Verteidigungsministeriums mit Beiträgen zu verschiedensten sicherheitspolitischen Themen. Die Publikationen können nach Weltregion/Thema/Autorenschaft gefiltert werden.
Bundesheer – Wissenschaftliche Publikationen
Fort- und Weiterbildung für Pädagoginnen und Pädagogen
E-lectures und Seminare zur Geistigen Landesverteidigung
Die Virtuelle PH bietet in unregelmäßigen Abständen e-lectures zu aktuellen Themen der Geistigen Landesverteidigung an. Die Einladung erfolgt über Ausschreibung und Einladung der VPH. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Einzelne weitere Pädagogische Hochschulen und Bildungsdirektionen veranstalten bzw. planen Seminarreihen zur Geistigen Landesverteidigung in Präsenz- und Hybrid-Settings. Für eine Teilnahme wenden Sie sich bitte an die jeweilige Einrichtung bzw. beachten Sie deren Informationen zur GLV.
Hubert Thurnhofer <hubert@ethos.at> hat am 16.03.2026 18:18 CET geschrieben:
S.g. Herr Minister Wiederkehr,
ORF.at (15.3.26) berichtet: https://wien.orf.at/stories/3345880/
Landesverteidigung: Bundesheer schult Lehrer
Die OTS des Verteidigungsministeriums dazu lautet:
Bundesheer stärkt Geistige Landesverteidigung an Wiener Schulen
Es ist erfreulich, dass gemäß Artikel 9a B-VG Teile unserer Republik erkannt haben, dass die umfassende Landesverteidigung mehr ist als die militärische Landesverteidigung. Es ist wünschenswert, dass Vertreter des Bundesheeres über militärische Aspekte der Landesverteidigung an Schulen referieren und für Lehrer eigene Seminare zur Vertiefung dieser Aspekte der Landesverteidigung anbieten.
Untragbar allerdings ist es, diese Tätigkeiten des Bundesheeres zur „Geistigen Landesverteidigung“ umzudeuten. Das erinnert sehr stark an die „Neusprache“, wie sie George Orwell in seiner bedrohlichen Zukunftsvision „1984“ beschrieben hat.
Artikel 9a (2) B-VG: „Zur umfassenden Landesverteidigung gehören die militärische, die geistige, die zivile und die wirtschaftliche Landesverteidigung.“
Im Oktober 2025 organisierten BMWET und WKÖ eine Tagung zum Thema „50 Jahren Wirtschaftliche Landesverteidigung“. Eine reine Alibi-Veranstaltung. Auf Nachfrage von ethos.at wurde mitgeteilt, dass keine konkreten Programme, Projekte und Budgets für wirtschaftliche Landesverteidigung existieren.
Von Seiten des Bildungsministeriums sind mir keine weiteren Initiativen bekannt, an den Schulen die Kompetenz in geistiger, ziviler und wirtschaftlicher Landesverteidigung zu erhöhen!
Der Verein Moral 4.0, dessen Obmann ich bin, ist imstande, solche Programme zu entwickeln und umzusetzen. Der Zweck des Vereins besteht in der Förderung von Aktivitäten, die auf ethischem Denken basieren (insbesondere Grundwerte-Diskurs) und von Lebensformen, die auf moralisches Handeln ausgerichtet sind.
Ich bitte daher um einen persönlichen Termin, um die Grundlinien dieses Programms zu besprechen.
Update 26.7.26:
Der persönliche Termin hat am 4.5.2026 via zooem stattgefunden in Form eines Gesprächs mit der Leiterin der Gruppe I/C, Leiterin der Abteilung I/12 (Gruppe I/C – Koordinierung ESF, überfachliche Kompetenzen, ganztägige Schulformen, Schulpartnerschaft, Schulsport, Kunst, Kultur und Kreativität an Schulen + Abteilung I/12 – Kunst, Kultur, Kreativität an Schulen und Auszeichnungsangelegenheiten)
Quintessenz: Weder ist die Gruppenleiterin zuständig, Programme zu ermöglichen, noch diese zu finanzieren. Der Vorschlag, „Baustelle Parlament“ als Einführung in die Verfassung den Schulen zu empfehlen, kann sie mangels Zuständigkeit nicht ermöglichen. Also weiter zur nächsten Instanz:
Die zuständige Präsidialsektion – Präsidialagenden; Digitalisierung; Präs/12 – Bildungsmedien teilte am 12.05.2026 mit:
Herzlichen Dank für Ihre Nachricht und Ihr Engagement für dieses wichtige Anliegen.
In die Schulbuchaktion dürfen nur Materialien für Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden. Das Unterrichtsmaterial muss weiters für die eingereichte Schulart und Schulstufe konzipiert sein und dem entsprechenden Lehrplan, sowie den Kompetenzen entsprechen, außerdem Aufgabenstellungen enthalten, damit die Unterstützungsleistung im Unterricht, mit Wissensaneignung, Übungs- und Kontrollfunktionen auch gewährleistet werden kann. Sie bemerken selbst, dass es sich um kein klassisches Lehrbuch handelt.
Eine pädagogische Prüfung als Voraussetzung für eine Aufnahme in die Schulbuchlisten – die Anhangliste muss nur einen Teilbereich des Lehrplans abdecken, sonst gelten dieselben Vorgaben – kann aus den zuvor genannten Gründen daher nicht erfolgen.
Für den Weg in die Schulen ist aber keine behördliche Genehmigung erforderlich. Pädagoginnen und Pädagogen können nach eigener pädagogischer Einschätzung über die Verwendung entscheiden. Sie können sich daher direkt an interessierte Schulen wenden.
ethos.at/HTH antwortet umgehend:
Verstehe ich die Mail richtig: Es gibt KEINE Möglichkeit, über das Buch „Baustelle Parlament“ in irgend einem approbierten Schulbuch zu informieren. In keiner Fußnote, in keinem Anhang.
Es gibt im Rahmen der Fächer Geschichte und Politische Bildung keine Möglichkeit, kritische Quellen zu zitieren, geschweige denn zur Lektüre zu empfehlen? Wenn nicht den Schülern, warum nicht den Lehrern in den angeblich verpflichtenden Fortbildungskursen und den dazu entwickelten Handbüchern?
Via Qualitätsjournalismusförderungsgesetz QJF-G lässt das Bildungsministerium aber zu (muss es zulassen?), dass die Informationen von Massenmedien – von „Krone“ abwärts – ungefiltert in den Händen der nicht volljährigen Schüler und Schülerinnen landen! Denn das QJF-G finanziert ua. Gratisabos der Massenmedien für Schulen.
Ich bitte um Klärung dieses Widerspruchs!
Bis dato (26.8.26) gab es keine Klärung dieser Diskrepanz.
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