AVISO
Am Dienstag, 17. November 2026 um 18:00 Uhr eröffnet die Ausstellung CHAOS & KOSMOS
in der Galerie Contemplor, 1170 Wien
Gerhard Knolmayer wird mit 20 weiteren Künstlern und Künstlerinnen dabei sein.
Just another waste disposal task /
Noch eine Entsorgungsaufgabe
Text und Bild: Gerhard Knolmayer
Was noch vor wenigen Jahren wie Science-Fiction gewirkt hätte, ist heute Realität:

Das Bild (Mischtechnik, 50 x 70 cm) thematisiert die elliptischen Umlaufbahnen künstlicher Objekte im erdnahen Weltraum. 2026 dürften rund 15 000 aktive (und weitere 2 000 funktionsunfähig gewordene) Satelliten unterwegs sein; jährlich werden rund 2 000 weitere Satelliten gestartet. Sie erleichtern die Navigation, ermöglichen Kommunikation, beobachten Veränderungen, helfen bei Wetterprognosen, beglücken uns mit zahllosen TV-Programmen – und sind unverzichtbar in der modernen Kriegsführung.
Im Januar 2026 hat Starlink Pläne für eine Million (!) orbitaler Rechenzentrums-Satelliten eingereicht, die durch optische Verbindungen ein integriertes Netz bilden sollen. Die EU beschleunigt das IRIS2-Programm, das 348 Satelliten vorsieht.
Schon heute wird die Zahl der Weltraumtrümmer (einschließlich mindestens 1 cm großer Bruchstücke und Lackpartikel) auf mehr als eine Million geschätzt. Durch Zusammenstöße erhöht sich die Zahl der umlaufenden Trümmer (Kessler-Syndrom), was das Kollisionsrisiko weiter erhöht. Viele Objekte bewegen sich mit etwa 25 000 km/h auf elliptischen Bahnen und sind von der Erde aus nicht sichtbar. Dieses Chaos im erdnahen Kosmos wird als Gefahr für die funktionsfähigen Satelliten gesehen; mit Ausweichmanövern wird versucht, derartige Zusammenstöße zu vermeiden. Pro Jahr treten etwa 10 unbeabsichtigte Fragmentierungen auf.
Das Müllproblem, mit dem wir uns auf der Erde herumschlagen, hat sich in sehr kurzer Zeit auf die Umgebung der Erde ausgeweitet. Das erdnahe Weltall haben wir zu einer Mülldeponie gemacht, die allerdings weniger bunt ist als im Bild dargestellt. Eine solche Falschfarbendarstellung ist bei astronomischen Aufnahmen weit verbreitet. Aufgrund der Blendwirkung der vom Klimawandel erröteten Erde sind Sterne kaum sichtbar.
Literatur: Silvestri, S., Stoll, E.: Kollisionsrisiken. Müll im Weltraum. In: Forschung&Lehre 32 (2025), Nr. 8, S. 20-22.