Kunstszene und Um:Druck 2007

12 Anmerkungen zum Kunstjahr 2007

Um:Druck Dezember 2007

Jänner. Besuch der London Art Fair. Mehr als 100 Londoner Galerien zeigen die gefragtesten Künstler, die das Empire nach der Geburt der Young British Artists (is a show 15 your hair) aufzubieten hat. Unter ihnen Beryl Cook mit „Granny and her Pet Mouse“. Das naive Bild sieht genau so aus wie es heißt. Das ca. 70x80 cm große Kunstwerk wird von der ausstellenden Galerie mit 38.000 Pfund taxiert. Von der Galeristin erfahre ich, dass es sich um eine der berühmtesten Künstlerinnen des Landes handelt. Meine naive Frage, warum sie dann im Rest Europas völlig unbekannt sei, beantwortet die Galeristin in aller Offenheit: „Art does not travel.“

Feburar. Die Kunst bleibt, wo sie ist, wir reisen weiter. Zur ART in Innsbruck. Die gefragteste Kunstkritikerin im Heiligen Land Tirol meint, “der Großteil von dem, was hier als Kunst verkauft wird, ist nicht die Farbe wert, mit der sie gemalt wurde.” Offenbar hat sie die London Art Fair nicht besucht.

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Kunst kommt von Können

(30.11.06) Das Bonmot "Kunst kommt von Können" wird von vielen Insidern der Kunstszene als antiquiert bezeichnet. Trotzdem arbeiten nach wie vor viele Künstler in einer Tradition, die auf handwerkliches Können nicht verzichten will. Dabei verlaufen die Grenzen zwischen Kunst und Handwerk oft fließend.

Die großen Herbstmessen der Kunst- und Antiquitätenhändler sind vorbei. Möbel, Schmuck, Silber und Keramik der Wiener Werkstätte zählen hier zum Standardangebot und werden neben Gemälden und Skulpturen angeboten. In zeitgenössischen Galerien und Kunstmessen ist das Spektrum meist nicht so breit, Installationen und Neue Medien haben hier traditionelle Techniken in den Hintergrund gedrängt. Doch langsam kommen sie wieder ans Licht, und sogar auf der führenden europäischen Messe für zeitgenössische Kunst, auf der Art Cologne 2006, waren Arbeiten aus Keramik, Glas, Stein und Edelstahl zu finden.

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Renaissance der Druckgraphik

(30.11.06) Ehemals Kunst für Einsteiger, findet die Druckgraphik heute wieder vermehrt Anhänger bei durchaus zahlungskräftigen Sammlern, die begeistert sind von den einmaligen technischen und gestalterischen Möglichkeiten dieses Mediums.

„Malen gegen die Zeit” ist der Titel der Picasso-Ausstellung in der Wiener Albertina, die noch bis Anfang Jänner läuft. Zur Überraschung mancher Kritiker verkündete Direktor Klaus Albrecht Schröder bei der Eröffnung den programmatischen Anspruch: „Wir wollen die Gleichwertigkeit der unterschiedlichen Medien – Druckgraphik und Malerei – zeigen.” Und das ist dem Kurator und intimen Picasso-Kenner, Werner Spies, hervorragend gelungen. Für Spies war diese Gegenüberstellung nicht nur Programm, sondern heilige Verpflichtung, denn mit 50.000 Zeichnungen und einer Million Druckgraphiken ist die Albertina „ein Haus, in dem die Zeichnung eine vatikanische Präsenz hat”, wie er ehrfurchtsvoll erklärte.

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