Wiener Kunsthefte 2003
Artikel von Hubert Thurnhofer, damals Vorsitzender der IG Galerien
Über die Kunstförderung - Ein Glaubensbekenntnis
Wiener Kunsthefte, März 2003
Das Thema Kunstförderung wurde durch die Budget-Streichung für das Depot neu angefacht. „JA zum Depot, NEIN zur Arbeitsplatzvernichtung“, proklamierte jüngst die IG Bildende Kunst in einem Brief an Mailath-Pokorny und an Franz Morak. Auf der Website des Depots findet der Leser das resignierte Bekenntnis der geschlagenen Depoten: „Ja irgendwie haben wir sogar Verständnis dafür, dass die öffentliche Hand entscheidet, wo das Geld notwendiger gebraucht wird. Der Ankauf von Abfangjägern ist noch lange nicht finanziert und mit dem Geld, das beim Depot gespart werden kann, ist schon wieder ein Zehntausendstel der notwendigen Ankaufssumme zugeschossen.“
Als ehemaligem Zivildiener würde mir zum Thema Landesverteidigung auch mehr einfallen als der Ankauf von Abfangjägern. Trotzdem muss ich das Argument der dupierten Depoten als Rohrkrepierer bezeichnen. Es ist nämlich genauso irrig, das Kultur-Budget gegen das Budget für Landesverteidigung auszuspielen, wie es absurd wäre, das Gesundheitsbudget gegen das Budget für Straßenbau aufzurechnen. Der Umkehrschluss der Depot-Mitarbeiter, „wir könnten zehntausend Jahre lang weiter machen, wenn Österreich auf eine Generation Flieger verzichtete“ kann da wohl nur als kabarettistische Zugabe verstanden werden.