Renaissance der Druckgraphik

(30.11.06) Ehemals Kunst für Einsteiger, findet die Druckgraphik heute wieder vermehrt Anhänger bei durchaus zahlungskräftigen Sammlern, die begeistert sind von den einmaligen technischen und gestalterischen Möglichkeiten dieses Mediums.

„Malen gegen die Zeit” ist der Titel der Picasso-Ausstellung in der Wiener Albertina, die noch bis Anfang Jänner läuft. Zur Überraschung mancher Kritiker verkündete Direktor Klaus Albrecht Schröder bei der Eröffnung den programmatischen Anspruch: „Wir wollen die Gleichwertigkeit der unterschiedlichen Medien – Druckgraphik und Malerei – zeigen.” Und das ist dem Kurator und intimen Picasso-Kenner, Werner Spies, hervorragend gelungen. Für Spies war diese Gegenüberstellung nicht nur Programm, sondern heilige Verpflichtung, denn mit 50.000 Zeichnungen und einer Million Druckgraphiken ist die Albertina „ein Haus, in dem die Zeichnung eine vatikanische Präsenz hat”, wie er ehrfurchtsvoll erklärte.

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Kunstszene und Um:Druck 2006

Nach Einstellung der „Wiener Kunsthefte“ hat ihr Chefredakteur Philipp Maurer mit der auf Druckgrafik spezialisierten Zeitung „Um:Druck“ begonnen. Hubert Thurnhofer als Präsident der IG-Galerien hat in jeder Ausgabe einen Kommentar über Kunst, Kunstpolitik oder die Kunstszene beigesteuert. Der erste Beitrag stammt vom September 2026.

Arbeitsunwillige Studenten - berufene Professoren?

Um:Druck, September 2006

Mit Erscheinen der ersten Ausgabe von UmDruck ist auch die zweite schwarz-blauorange Regierungsperiode schon wieder Geschichte - und es ist keineswegs voreilig, schon jetzt Geschichtsbücher mit dem Resümee zu verfassen, dass auch dieser Regierung die zeitgenössische bildende Kunst - mit Verlaub - scheißegal war. Fast nostalgisch erinnert man sich an den Kunst-ist-Chefsache-Kanzler Viktor Klima und seine an Platidüden unübertroffene Laudatio auf Alfred Hrdlicka anlässlich einer Ausstellungseröffnung im Wiener Künstlerhaus. Vom Schweigekanzler Wolfgang Schüssel bleiben jedoch nicht einmal Platidüden in Erinnerung. Über seinen Kunststaatssekretär wollen wir aber künftigen Generationen warnend ins Stammbuch schreiben: Traue keinem Politiker, der dir die Absetzbarkeit der Kunst verspricht.

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Wiener Kunsthefte 2005

Artikel von Hubert Thurnhofer, damals Vorsitzender der IG Galerien

Museumspolitik: Kassenschlager und Minenbomben

Wiener Kunsthefte, März 2005

Die Evaluierung der Bundesmuseen, fünf Jahre nach ihrer „Entlassung“ in die Vollrechtsfähigkeit, wurde von den Medien bereits ausreichend als Gefälligkeitsgutachten zum Preis von 100.000 Euro gewürdigt. Neben anonymen, aber den Häusern durchaus gewogenen Gutachtern hat das Marktforschungsinstitut FESSEL-GfK erhoben, wie bekannt und beliebt die Museen bei den Österreichern und Österreicherinnen sind. Schöne, rosarote Balkengrafiken dieser Umfrage bilden denn auch den Kern des vom bm:bwk publizierten Resümes: 27 von 47 Seiten klären uns auf über so wichtige Fragestellungen wie “Steht der heutige Museumsbesuch im Zusammenhang mit einem im Unterricht behandelten Thema?“, „Hat es dir hier im TMW / in der Albertina / im KHM gefallen?“, „Trifft die folgende Aussage zu: Die Leute, die hier im Museum arbeiten, sind freundlich und nett.“

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