Kunstszene und Um:Druck 2008

Zehn PR-Schmähs die immer ziehen

UM:Druck, Dezember 2008

PR-Schmäh Nummer 1

Schenke einem Museum, mit dessen Direktorin du schon seit ihren Salzburger Zeiten engstens verbandelt bist, Arbeiten von Künstlern, die du zufällig als Galerist vertrittst. Kritisiere prophylaktisch die potenziellen Kritiker, denn „hier wird man für Schenkungen ja eher kritisiert, aber ich bin auf alle Attacken vorbereitet“, und lass die Medien an deiner Wohltätigkeit teilhaben.

PR-Schmäh Nummer 2

Übernimm für dein Museum eine Sammlung mit 500 Werken als Dauerleihgabe und erkläre der Welt, dass es dir gelungen ist, „die bisher bestehende Lücke der internationalen klassischen Moderne“ in Österreich zu schließen. Verkaufe dem Publikum die Sammlung unter der Etikette „von Manet bis Picasso“ und erwähne den Kern der Sammlung – die russische Avantgarde - nur in einem Nebensatz, denn wer kennt schon Filonow? Für den einfachen PR-Fuzzi heißt das: Schreibe nur die Namen in den Titel deiner Presseinfo, von denen du sicher sein kannst, dass sie jeder Volltrottel kennt!

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Kunstszene und Um:Druck 2007

12 Anmerkungen zum Kunstjahr 2007

Um:Druck Dezember 2007

Jänner. Besuch der London Art Fair. Mehr als 100 Londoner Galerien zeigen die gefragtesten Künstler, die das Empire nach der Geburt der Young British Artists (is a show 15 your hair) aufzubieten hat. Unter ihnen Beryl Cook mit „Granny and her Pet Mouse“. Das naive Bild sieht genau so aus wie es heißt. Das ca. 70x80 cm große Kunstwerk wird von der ausstellenden Galerie mit 38.000 Pfund taxiert. Von der Galeristin erfahre ich, dass es sich um eine der berühmtesten Künstlerinnen des Landes handelt. Meine naive Frage, warum sie dann im Rest Europas völlig unbekannt sei, beantwortet die Galeristin in aller Offenheit: „Art does not travel.“

Feburar. Die Kunst bleibt, wo sie ist, wir reisen weiter. Zur ART in Innsbruck. Die gefragteste Kunstkritikerin im Heiligen Land Tirol meint, “der Großteil von dem, was hier als Kunst verkauft wird, ist nicht die Farbe wert, mit der sie gemalt wurde.” Offenbar hat sie die London Art Fair nicht besucht.

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Kunst kommt von Können

(30.11.06) Das Bonmot "Kunst kommt von Können" wird von vielen Insidern der Kunstszene als antiquiert bezeichnet. Trotzdem arbeiten nach wie vor viele Künstler in einer Tradition, die auf handwerkliches Können nicht verzichten will. Dabei verlaufen die Grenzen zwischen Kunst und Handwerk oft fließend.

Die großen Herbstmessen der Kunst- und Antiquitätenhändler sind vorbei. Möbel, Schmuck, Silber und Keramik der Wiener Werkstätte zählen hier zum Standardangebot und werden neben Gemälden und Skulpturen angeboten. In zeitgenössischen Galerien und Kunstmessen ist das Spektrum meist nicht so breit, Installationen und Neue Medien haben hier traditionelle Techniken in den Hintergrund gedrängt. Doch langsam kommen sie wieder ans Licht, und sogar auf der führenden europäischen Messe für zeitgenössische Kunst, auf der Art Cologne 2006, waren Arbeiten aus Keramik, Glas, Stein und Edelstahl zu finden.

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