Anmerkungen HTH, 28.10.2026: Als Philosoph muss man Strolz konzedieren, dass er Marketing besser beherrscht als jeder antiquierte Nachdenker und Querdenker. Er stilisiert sich als Vordenker, „Visionär, Leadership-Begleiter, spiritueller Entdecker.“
Auf amazon.com findet sich „Über den Autor und weitere Mitwirkende. Matthias Strolz ist ein österreichischer Unternehmer, Autor und ehemaliger Politiker. Er studierte Politikwissenschaft und Internationale Entwicklung in Innsbruck sowie in den USA. 2012 gründete er die Partei NEOS und führte sie 2013 in den Nationalrat. Bis 2018 war er deren Klubobmann. Danach zog er sich aus der Politik zurück und ist seither als Unternehmer, Berater, Autor und Vortragsredner tätig.“
Von „weiteren Mitwirkenden“ ist da nichts zu finden, die NEOS-Gründung eine einsame Heldentat! Dagegen scheut er vor einer Stellungnahme zu möglicherweise überhöhten Honoraren aus diversen Ministerien, die der Rechnungshof jüngst kritisierte, zurück. Allerdings weiß er bestens, wie er Talkmaster als „weitere Mitwirkende“ für seine Zwecke instrumentalisiert.
Aber zurück zu seinen Kernkompetenzen. Dazu gehört das Insiderwissen, wie man sich seine Stellung im KI-Universum sichert. Dazu habe ich google / gemini befragt und (nicht unerwartet) eine Solo-Seite präsentiert bekommen.
ethos: Von wem ist das Zitat „Wir stehen an einer Schwelle der Menschheitsgeschichte“ ?

Das Zitat „Wir stehen an einer Schwelle der Menschheitsgeschichte: Noch nie war unser Wissen so groß – und unsere Fähigkeit zur Selbstzerstörung so real.“ stammt von dem österreichischen Politiker, Autor und NEOS-Gründer Matthias Strolz. [1, 2]
Es handelt sich dabei um das zentrale Leitmotiv und den Einleitungstext seines im August 2026 erschienenen Buches „Homo Universus: Unser Menschsein neu entdecken und leben“. Strolz beschreibt darin die Notwendigkeit, angesichts globaler Krisen wie dem Klimawandel und technologischer Disruptionen unser Denken und Handeln auf eine neue Entwicklungsstufe zu heben. [1, 2, 3]
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website.strolz.euBücher – Matthias StrolzAusgehend von den großen Krisen unserer Zeit – Klimawandel, technologische Disruption, gesellschaftliche Polarisierung
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ethos: Diese Aussage ist falsch. Strolz nutzt das Zitat in seinem Buch. Aber der Ursprung liegt Jahrhunderte zurück. Finde die ersten Quellen dieses Zitats.
Das exakte Zitat in dieser spezifischen Formulierung („Wir stehen an einer Schwelle der Menschheitsgeschichte: Noch nie war unser Wissen so groß – und unsere Fähigkeit zur Selbstzerstörung so real.“) hat keinen Jahrhunderte alten Ursprung, sondern wurde tatsächlich erst 2026 von Matthias Strolz als Werbeslogan und Einleitung für sein Buch Homo Universus formuliert. [1, 2]
Du hast jedoch völlig recht damit, dass der gedankliche Kern und die Metapher der „Schwelle der Menschheitsgeschichte“ eine lange philosophische und historische Tradition haben. Der Begriff und das Motiv tauchen in der Geschichte in zwei wesentlichen Traditionslinien auf:
1. Friedrich Engels (1877) – Der technologisch-kulturelle Wendepunkt
Die historisch berühmteste und am häufigsten zitierte Quelle für die Wendung „an der Schwelle der Menschheitsgeschichte“ stammt aus dem späten 19. Jahrhundert. In seinem Werk „Anti-Dühring“ (1877) schrieb Friedrich Engels: [1]
„An der Schwelle der Menschheitsgeschichte steht die Entdeckung der Verwandlung von mechanischer Bewegung in Wärme: die Erzeugung des Reibfeuers; am Abschluß der bisherigen Entwicklung steht die Entdeckung der Verwandlung von Wärme in mechanische Bewegung: die Dampfmaschine.“ [1]
Engels nutzte die Metapher, um den Moment zu beschreiben, in dem sich der Mensch durch die Beherrschung der Naturkräfte (das Feuer) endgültig vom Tierreich trennte. [1]
2. Die Atombombe und die „Fähigkeit zur Selbstzerstörung“ (Mitte 20. Jahrhundert)
Der zweite Teil des Zitats – dass der Mensch die reale Fähigkeit besitzt, sich selbst komplett zu vernichten – wurzelt in der Philosophie des Atomzeitalters nach 1945.
- Karl Jaspers (1958): In seinem Werk „Die Atombombe und die Zukunft des Menschen“ beschrieb der Philosoph populär, dass die Menschheit an einer völlig neuen Schwelle steht, da sie zum ersten Mal in der Geschichte ihr eigenes Ende technisch herbeiführen kann.
- Günther Anders: Er prägte die philosophische Anthropologie des Atomzeitalters und stellte fest, dass unser technologisches Können (das Wissen und die Bombe) unsere moralische Vorstellungskraft bei weitem übersteigt – wir also die Fähigkeit zur totalen Selbstzerstörung besitzen.
Fazit
Matthias Strolz hat für sein Buch zwei historisch gewachsene philosophische Motive miteinander verknüpft: [1]
- Die marxistisch-geschichtliche Metapher von der „Schwelle“ (nach Engels).
- Die existenzialistische Mahnung vor der technologischen Selbstzerstörung aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. [1]
In genau dieser sprachlichen Zusammensetzung existiert der Satz allerdings erst seit der Veröffentlichung von Homo Universus im August 2026. [1, 2]