2026.05.15 Song-Protest

Nakba-Tag: Freitag, 15. Mai 2026 ab 16:00 Uhr

Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien

Die Veranstalter stellen der Propagandashow des Songcontest eine alternative musikalische Protestaktion entgegen. Ihre Stellungnahme im Wortlaut: 

Am Nakba-Tag singen und spielen internationale Bands und Musiker:innen und Aktivist:innen, für die Freiheit und das Recht auf Selbstbestimmung der Palästinenser:innen. Täglich werden im Gazastreifen Palästinenser/innen getötet, lebenswichtige Hilfsgüter inmitten der Zerstörung zurückgehalten und renommierte Hilfsorganisationen verboten. Gleichzeitig eskaliert die Gewalt der Besatzer im Westjordanland und Jerusalem. Trotzdem wird Israel im Rahmen des Songcontests eine Bühne geboten, als gäbe es keinen Aushungerung, keine ethnische Säuberung, keine Besatzung.

Song Protest

Kunst als Widerstand

Der Eurovision Song Contest wird so zum Teil eines Propaganda-Apparats, durch den der Völkermord normalisiert wird. Kunst und Kultur sind nicht unpolitisch – sie können auch dem Widerstand dienen. Wie die internationale Boykott-Bewegung zum Fall der Apartheid in Südafrika beitrug, bedarf es heute des Boykotts Israels – auch in der Kunst.

Bereits fünf europäische Länder – Spanien, Irland, Slowenien, Island und die Niederlande – boykottieren den Songcontest. ESC-Trophäen werden aus Protest zurückgegeben. Dies demonstriert die Wirksamkeit von Zivilcourage.

Während der ESC Russland vom Wettbewerb ausschloss, zählt das Völkerrecht im Falle Israels offenbar nicht.

Das lassen wir nicht einfach so stehen.

Am 15. Mai, dem Gedenktag der ethnischen Säuberung Palästinas (Nakba), die 1948 zur gewaltsamen Vertreibung von 750.000 Palästinenser/innen führte – findet unsere Solidaritätsveranstaltung statt. Mit lauten Stimmen bringen wir eine Alternative auf die Bühne. Internationale Künstler/innen und Aktivist/innen kommen zusammen, um für Gerechtigkeit einzustehen und der Nakba zu gedenken.

Der Song-Protest demonstriert: Kultur muss nicht der Propaganda dienen, sondern kann zum Widerstand gegen systematische Ungerechtigkeit beitragen.

ANMERKUNG ethos.at: "Israel vom Song Contest ausschließen! Keine Bühne für den Völkermord!" Diese Forderung der Veranstalter trifft die falschen. "Israel" ist ein Staat, dessen Staatsorgane zahlreiche falsche politische Entscheidungen zu verantworten haben - vor den zuständigen Organen UNO, Menschenrechtsgerichte ua. "Eine UN-Kommission wirft Israel Völkermord im Gazastreifen vor - die Verantwortung dafür trage die höchste politische Ebene", berichtet tagesschau.de (16.9.2025).  "Israel" ist auch die Summe aller Menschen, die in diesem Land leben; egal, ob sie für oder gegen die herrschende Politik sind. Falsch ist es jedenfalls, Kulturschaffende eines Landes  aufgrund der Politik dieses Landes von internationalen Events auszuschließen! Das gilt für Musiker aller Länder bei Veranstaltungen aller Länder, ebenso wie Künstler auf Biennalen.