Schulwettbewerb: Trinkpass 2024

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Schulprojekt im Zeichen der sparsamen Wassernutzung und ruft Schülerinnen und Schüler auf, sich auf kreative Weise damit auseinanderzusetzen

9. März 2024 (Pressemittielung des BML.gv.at, 29.2.2024) Der Trinkpass ist bereits seit 2005 ein fixer Bestandteil der Umweltbildung an Österreichs Schulen und gehört zu den größten Wasser-Bildungsprojekten Europas. Wasserminister Norbert Totschnig ist es ein zentrales Anliegen, dass Kinder und Jugendliche Trinkwasser wertschätzen und ausreichend Wasser trinken. „Wasser ist unser wichtigster Durstlöscher. Täglich benötigen wir Wasser in der Dusche, beim Kochen oder zum Gießen. Oft denken wir nicht daran, wie kostbar es ist, wenn wir den Wasserhahn aufdrehen. Jeden Tag verwenden wir etwa 130 Liter erstklassiges Wasser. Mit dem Trinkpass möchten wir Kinder und Jugendliche darauf aufmerksam machen, wie wichtig und wertvoll Wasser für unser Leben ist – in der Schule, zu Hause und beim Sport. Genau das unterstützen wir mit dem Schulwettbewerb Trinkpass“, erklärt Minister Norbert Totschnig.

Wasser sparsam nutzen

„Wasser ist lebenswichtig und unersetzbar! Eine sparsame Nutzung unserer wertvollen Wasserressourcen wird angesichts des Klimawandels immer wichtiger. Mit dem Trinkpass wollen wir das Kindern und Jugendlichen bewusstmachen“, so Totschnig.

Die jährlich große Zahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern unterstreicht den Erfolg und die Bedeutung dieser Aktion. Mit der Wassertrinktabelle im Trinkpass wird der bewusste Umgang mit dem eigenen Wasser-Trinkverhalten gefördert und den Schülerinnen und Schülern vor Augen geführt, wie viel Flüssigkeit sie zu sich nehmen. Schuldirektionen, Lehrerinnen und Lehrer sind eingeladen, diese Aktion durchzuführen und damit das Trinken von Wasser und einen Beitrag zur Verbesserung des Ernährungsverhaltens zu fördern. Gleichzeitig dient es auch im Unterricht als Anlass, sich näher mit der Ressource Wasser und aktuellen Herausforderungen zu beschäftigen. Die nötigen Hintergrundinformationen und Anreize dazu bietet das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BML) selbst, mit der Jugendplattform Generation Blue (www.generationblue.at).

Kreativwettbewerb „Wir lieben Wasser“

Neben der Wassertrinktabelle zur Erfassung der Wassermenge, die getrunken wurde, wird im Trinkpass 2024 die vielfältige Nutzung unseres Wassers thematisiert. Zur spielerischen Auseinandersetzung werden im Trinkpass die Schülerinnen und Schüler über einen Kreativwettbewerb dazu aufgefordert, zu zeigen wofür sie unsere wertvolle Naturressource Wasser am liebsten verwenden. Dies kann in Form von Zeichnungen, Fotos oder Videos gestaltet werden.

Teilnehmen können ganze Schulen, einzelne Klassen, Gruppen oder auch einzelne Schülerinnen und Schüler aller Schulstufen und Unterrichtsfächer. Der Folder „Mein Trinkpass“ kann dabei ab sofort kostenlos unter trinkpass@aqa.at angefordert bzw. in Kürze auch als Download auf der Jugendwasserplattform des BML www.generationblue.at heruntergeladen werden. Unterstützt wird die Aktion weiters durch die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) und einzelne Wasserwerke.

Die Trinkpässe werden kostenfrei in der benötigten Stückzahl an die Schulen verschickt. Einsendeschluss für die kreativen Beiträge ist der 5. Juni 2024.

Es winken – wie jedes Jahr – tolle Preise für die Gewinnerinnen und Gewinner.

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Corona-Aufklärung: Ivermectin

Corona-Gespräche: „Von Pharmafirmen ist kein ethisches Verhalten zu erwarten“

UPDATE 16. März 2026 – AUF1 @AUF1TV via X.com 16.3.2026 Ivermectin-Streit: Arzt besiegt Ärztekammer vor Gericht: Ein Sensationsurteil meldet jetzt der Wiener Rechtsanwalt Magister Gerold Beneder. Ein Arzt hat vor dem Verwaltungsgericht gegen die Österreichische Ärztekammer gewonnen. Gegen den Mediziner war ein jahrelanges Verfahren geführt worden. Der Vorwurf: Er hatte seinen Patienten während der Corona-Zeit das antiparasitäre Medikament Ivermectin verschrieben. Die Entwickler des Medikaments wurden 2015 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Mehr als 100 Studien belegen den Nutzen von Ivermectin bei Covid. Auch die Weltgesundheitsorganisation führt Ivermectin auf ihrer Liste der essenziellen Medikamente.

Während der Corona-Zeit wurde das Präparat jedoch häufig als Pferde-Entwurmungsmittel dargestellt. Kritiker argumentierten: Wäre eine alternative Therapie zugelassen gewesen, hätten die mRNA-Impfstoffe nicht per Eilzulassung eingeführt werden können. Zum Urteil erklärt Rechtsanwalt Beneder: In Österreich gelte Therapiefreiheit – und diese umfasse auch alternative Behandlungsansätze.

Anders ist die Lage in der Schweiz. Dort wurde erst kürzlich ein Urteil gegen den Arzt Doktor Manuel Albert bestätigt. Auch er hatte Ivermectin verschrieben. Albert wurde zu einer Geldstrafe von umgerechnet mehr als 30.000 Euro verurteilt. Und er muss einen Großteil der Prozesskosten selbst tragen.

24. Februar 2024 (Presseinfo von WirEMUs via APA OTS) – Univ. Prof. Gartlehner und Prof. Haditsch in erster öffentlicher kontroverser Diskussion. Beide fordern nun Evaluierung der Corona-Maßnahmen. Das mit Spannung erwartete erste Corona-Gespräch fand am 23. Februar statt. Neben einem harten, aber wertschätzenden Schlagabtausch zwischen Univ. Prof. Gerald Gartlehner und Prof. Martin Haditsch kamen auch überraschende Themen ans Tageslicht.

Univ. Prof. Gartlehner: Framing als „Pferdentwurmungsmittel war Polemik“

Ivermectin zeigte ursprünglich in australischen Studien antivirale Effekte. Man konnte es als potentiell wirksames Medikament in Betracht ziehen. Erst später stellte sich heraus, dass es nicht wirkt. Daher war es unzulässig, einzelne Studien zur Wirksamkeit hervorzustreichen, sondern es war die Gesamtheit der Studien zu analysieren. Die Selbstmedikation mit Ivermectin ist gefährlich, dass das Mittel als Pferdeentwurmungsmittel bezeichnet wurde, sei aber Polemik gewesen. Die Überdosierung kann gesundheitsschädlich sein. Gartlehner ließ auch aufhorchen: “Von Pharmafirmen ist kein ethisches Verhalten zu erwarten“.

Prof. Haditsch „Ivermectin besser als Impfung“

Ivermectin wurde ab 1981 im veterinärmedizinischen Bereich, später dann auch in der Humanmedizin angewandt. Es hat keine nennenswerte Toxizität, 2015 erhielt der Erfinder des Medikaments den Nobelpreis für den Humanbereich. Ivermectin senkt Covid-Todesfälle signifikant. Selbst, wenn das Präparat nur zu 10% wirksam wäre, hat es global gesehen Millionen von Leben gerettet. Eine Therapie ist nie eine Mono-Therapie, sondern immer ein Behandlung-Mix. In einigen Bundesstaaten in Indien wurde es eingesetzt und hat eine deutliche Reduktion der Todesfälle nach Covid-Erkrankung gebracht. Die Überdosis stelle keine Gefahr dar, da müsste man von einem mit Ivermectin beladenen LKW überfahren werden. Haditsch kritisiert die einseitige Fokussierung auf die Impfungen gegen Covid. Österreichische In-Vitro-Studien, die die Wirksamkeit von Ivermectin zeigten, wurden auf Druck nicht veröffentlicht.

Gemeinsame Forderung nach Aufarbeitung

Erwartungsgemäß konnte beide beim Thema Ivermectin keine Einigung erzielt werden. Fazit: Während Prof. Gartlehner dem Medikament jegliche Wirksamkeit abspricht, sieht Prof. Haditsch es zu Unrecht diskreditiert. Einig waren sich die Diskutanten darin, dass das Pandemiemanagement der Bundesregierung evaluiert werden muss. Gartlehner betont: “Vieles ist schlecht gelaufen, aufgrund zahlreicher Kollateralschäden ist nun eine Aufarbeitung unbedingt erforderlich.”

Haditsch schärfer: “Die Regierung hat enorme Fehler gemacht, für die meisten Maßnahmen gab es keine wissenschaftliche Evidenz. Leidtragend war die Bevölkerung, die grob fahrlässig manipuliert wurde.”

Fortsetzung möglich

Für Bernhard Costa, Sprecher der Unternehmerplattform „Wir EMUs„, die zum Gespräch geladen hatte, war die Veranstaltung ein voller Erfolg. „Was Regierung und ORF nicht wollen und geschafft haben – uns ist es gelungen. Wissenschaftliche Vertreter von diametral gegenüberliegenden Standpunkten haben sich in sachlich-konstruktiver Art ausgetauscht. Hätten alle Wissenschaftler eine ähnliche Diskursfähigkeit während der Corona-Zeit bewiesen, hätte viel Leid und Spaltung vermieden werden können.“ Costa bedauert, dass viele Chefredakteure trotz persönlicher Einladung die Veranstaltung nicht besuchten bzw. nicht darüber berichten wollten. Das Interesse der Bevölkerung vor dem restlos ausverkauften Saal war hingegen enorm. Deswegen überlegt die Plattform „Wir EMUs“ nun, die Veranstaltung weiterzuführen.

Rückfragen & Kontakt: PURKARTHOFER PR, +43-664-4121491, info@purkarthofer-pr.at

Ergänzung 25. März 2024 – „Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat sich in einem gerichtlichen Vergleich vom 21. März dazu verpflichtet, mehrere Beiträge über das Medikament Ivermectin auf ihrer Website und in den sozialen Medien zu entfernen. Darin war dazu aufgerufen worden, Ivermectin zur Behandlung oder Prävention einer COVID-19-Erkrankung abzusetzen“, berichtet EpochTimes.de

Ergänzung 4. April 2024 – Epoch Times (3.4.24) berichtet über Kurswechsel bei der US-Arzneimittelbehörde: „Ivermectin nun doch gegen COVID empfohlen. Nach lang anhaltenden Debatten bezüglich der Verwendung von Ivermectin im Zusammenhang mit COVID-19 hat die US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) letztendlich eingewilligt, ihre Social-Media-Beiträge, die vom Gebrauch dieses Medikaments abraten, zurückzuziehen. Ivermectin, ein seit 1987 eingesetztes Medikament, dessen Wirkstoff natürlichen Ursprungs ist, erlebt eine Renaissance in der Behandlung von COVID-19. Forschungen zeigen, dass es gegen eine Vielzahl von Viren, einschließlich SARS-CoV-2, wirksam sein könnte. Diese Entwicklungen werfen Fragen zur Rolle der traditionellen Medizin in modernen Therapieansätzen auf.“

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12. Februar: Drei Todestage

Bruno K 1934

12. Februar 2024 – Drei Todestage fallen auf den 12. Februar. Der jüngste Tote ist der umstrittene Schriftsteller Thomas Bernhard, verstorben vor genau 35 Jahren, geboren am 9.2.1931. Man würde ihn heute wohl als „Wutbürger“ bezeichnen. Man könnte ihn aber auch, so wie Immanuel Kant, als Aufklärer sehen. Der deutsche Philosoph starb vor genau 220 Jahren und würde heuer am 22. April seinen 300. Geburtstag feiern. Der dritte Tod betrifft keine Person, sondern ein Partei, die „Sozialdemokratie“, wie Bruno Kreisky die SPÖ üblicherweise in seinen Memoiren 1. Teil („Zwischen den Zeiten“) nennt:

Foto aus dem Buch „Zwischen den Zeiten“, Parole aus dem Jahr 1934: Die Regierung lebt, der Arbeiter verreckt.

„Ich habe an diesem 12. Februar 1934 mit großer Deutlichkeit erkennen müssen, daß das, was ich für meine Welt hielt, zusammengebrochen war. […]“

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„Daß diese so geliebte Partei, die für viele eine wirkliche Heimat war, ihrer zutage getretenen Unzulänglichkeiten wegen vom einen auf den anderen Tag abgelehnt, ja verachtet wurde, traf mich hart. Ich habe das lange nicht verwinden können. Die Ablehnung quer durch die Reihen war unter den jungen Funktionären besonders stark“, erinnert sich Bruno Kreisky an den gescheiterten Februaraufstand (Zwischen den Zeiten, 206).

Zur Erinnerung: es geht um den gescheiterten Versuch des Schutzbundes einen Umsturz gegen das Dolfuss-Regime und die Heimwehr herbeizuführen. Das Unternehmen – von manchen auch als „Bürgerkrieg“ bezeichnet – scheiterte nach wenigen Tagen. „Es gab damals noch keine Romantisierung der Februarereignisse. Sie waren schlicht und einfach die Niederlage.“ Ein schmerzhaftes, aber schnelles Begräbnis der SPÖ. Eine Abbildung in Kreiskys Memoiren zeigt an Stelle eine Holzwand mit der Aufschrift: „Die Regierung lebt, der Arbeiter verreckt.“ 2024 könnte man in Analogie dazu schreiben: „Die Regierung lebt, die Demokratie verreckt“.

Zur Auferstehung der SPÖ in der zweiten Republik hat Kreisky wesentlich beigetragen; bis heute gilt seine Zeit als Kanzler (1970-1983) als Ära des Aufbruchs, der Erneuerung und auch der Aufklärung. Für ein langes und langsames Begräbnis seiner Partei hat der Ex-Banker Franz Vranitzky gesorgt, der (nach einem Intermezzo von Fred Sinowatz) die SPÖ von 1986 bis 1997 leitete, genauer gesagt: ins Grab geleitete. Das Begräbnis der SPÖ als Arbeiterpartei. In der Zeit wurde er fünfmal als Bundeskanzler angelobt. Für frischen Wind in Österreich haben damals die Grünen gesorgt und in manchen die Hoffnung geweckt, dass die Vorherrschaft der Parteien aufgebrochen werden könnte.

Bruno Kreisky hat sich nie bemüht, einen Nachfolger aufzubauen und den tolpatschig wirkenden Sinowatz den Kanzler-Job aufgedrängt. Den Nachfolger, den Sinowatz ins Spiel brachte, hat Kreisky offenbar so verachtet, dass er den Ehrenvorsitz der SPÖ zurückgelegte. Thomas Bernhard hat Vranitzky, natürlich ohne seinen Namen zu nennen, in seinem 1988 publizierten Skandalstück „Heldenplatz“ (siehe wikipedia) verewigt:

„der Bundeskanzler tritt im Nadelstreifenanzug an das Podium und faselt von Genossen“

„Wer Visionen hat braucht einen Arzt hat der Bundeskanzler gesagt“ [Der quasi poetisch strukturierte Text des Dramas verzichtet auf jegliche Interpunktion.]

Drastisch ist Bernhards vernichtende Suada auf den „größenwahnsinnigen Sozialismus“:

„diese sogenannten Sozialsten haben ja den heutigen Nationalsozialismus / in Österreich heraufbeschworen / diese sogenannten Sozialisten haben ja diesen neuen Nationalsozialismus / möglich gemacht / sie haben ihn nicht nur wieder möglich gemacht / sie haben ihn heraufbeschworen / dies sogenannten Sozialisten die schon ein halbes Jahrhundert / keine Sozialisten mehr sind / sind ja die eigentlichen Totengräber dieses Österreich / das ist ja das Erschreckende und tagtäglich Ekelhafte / die Sozialisten sind heute die Ausbeuter / die sozialisten haben Österreich auf dem Gewissen / die Sozialisten sind die Totengräber dieses Staates / die Sozialisten sind heute die Kapitalisten / die Sozialisten die keine Sozialisten sind / sind die eigentlichen Verbrecher an diesem Staat / dagegen ist ja dieses katholische Gesindel geradezu unerheblich /“ usw.

Man darf nicht vergessen, dass 1988, zum 100-Jahr-Jubiläum des Burgtheaters und zum 50. Bedenkjahr 1938, Kurt Waldheim als Bundespräsident mit seinen Gedächtnisschwächen Österreich in die internationalen Schlagzeilen gebracht hatte. [Anmerkung am Rande: Die Fähigkeit wissentlich zu vergessen zählt heute, in der Neuen Wirklichkeit nach Ausbruch der Corona-Diktatur, zu unabdingbaren Voraussetzung für eine Parteikarriere und somit für jedes politische „Hochamt“ im Lande.] Dies fand natürlich auch Niederschlag in „Heldenplatz“:

„der Staat eine Kloake stinkend und tödlich / die Kirche eine weltweite Niedertracht / die Menschen um einen herum / abgrundtief häßlich und stumpfsinnig / der Bundespräsident ein verschlagener verlogener Banause / und alles in allem deprimierender Charakter / der Kanzler ein pfiffiger Staatsverschacherer […] der Bundeskanzler tritt im Nadelstreifenanzug an das Podium / und faselt von Genossen / die Gewerkschaftsführer jonglieren in ihren Salzkammergutvillen mit Milliarden / und sehen ihre Hauptaufgabe inn skrupellosen Bankgeschäften /“ usw.

An Kurt Waldheim, Bundspräsident 1986 bis 1992, und den Theaterskandal des Jahres 1988 erinnert auch DerStandard.at (9.2.2024): „Ex-Bundeskanzler Bruno Kreisky (SPÖ) – ihn hatte Bernhard einmal als „Höhensonnenkönig“ beschimpft – sprang dem verunglimpften Staat zur Seite. Er ließ ausrichten, so etwas dürfe man sich ’nicht gefallen lassen‘. FPÖ-Chef Jörg Haider paraphrasierte ausgerechnet Karl Kraus und meinte mit Blick auf Bernhard: ‚Hinaus aus Wien mit dem Schuft!‘ Auch Bundespräsident Kurt Waldheim bekam in Heldenplatz sein Fett ab.“

Bruno Kreisky über den Februar 1934 und die Nazis

„Ich habe an diesem 12. Februar 1934 mit großer Deutlichkeit erkennen müssen, daß das, was ich für meine Welt hielt, zusammengebrochen war. […] Daß diese so geliebte Partei, die für viele eine wirkliche Heimat war, ihrer zutage getretenen Unzulänglichkeiten wegen vom einen auf den anderen Tag abgelehnt, ja verachtet wurde, traf mich hart. Ich habe das lange nicht verwinden können. Die Ablehnung quer durch die Reihen war unter den jungen Funktionären besonders stark“, erinnert sich Bruno Kreisky an den gescheiterten Februaraufstand (Zwischen den Zeiten, 206).

In dessen Folge wurden neun Schutzbündler standesrechtlich hingerichtet und die Ständeverfassung eingeführt. Die SDAP (Sozialdemokratische Arbeiterpartei) bzw „die Sozialdemokratie“ wie Kreisky seine Partei üblicherweise nannte, wurde in den Untergrund gedrängt. „Es war daher nicht verwunderliche, daß die Nazis, als sie ein paar Monate später, im Juli 1934, ihren Putsch gegen die Regierung inszenierten, unter den Schutzbündlern eine ganze Zahl von Versprengten, im ideologischen Sinn Versprengten, fanden, die sich ihnen anschlossen.“ (214)

In Bezug auf seine politische Liaison mit FPÖ-Obmann Friedrich Peter schreibt Kreisky: „Da ich verstanden habe, warum Leute wie er Hitler-Anhänger wurden und auch die materiellen Ursachen einer solchen Bewußtseinsänderung aus der Nähe gesehen habe – nämlich die Beseitigung der Arbeitslosigkeit, zuerst in Deutschland, dann in Österreich -, ist mein Verhältnis zu ehemaligen Nazis ein anders. Der Haß auf Dollfuß war stärker als die Angst vor allem anderen.“ (207)

Warum die Kommunisten auf Kreiskys Skala seiner politischen Feinde immer unmittelbar hinter den Austrofaschisten standen, während die Nazis nur ein „N“ von der SDAP trennte und so leicht „heimatlos“ gewordene Sozialdemokraten aufsammeln konnten, erklärt der folgende Absatz.: „Besonders wichtig waren für uns die Sympathien der angrenzenden Tschechoslowakei, die ihre schützende Hand über die Flüchtlinge aus Österreich hielt. Einheiten des Schutzbundes haben sich dorthin durchgeschlagen; eine ganze Reihe dieser Schutzbündler ist dann in die Sowjetunion weitergegangen, wo sie – vor allem bei ihrem Einzug – in überschwenglicher Weise gefeiert wurden. Die meisten von ihnen fielen später den stalinistischen Säuberungen zum Opfer; nur wenige sind 1945 zurückgekehrt.“ (215)

Was würde Immanuel Kant dazu sagen? Sapere Aude! (Details siehe: Was ist Aufklärung?) Thomas Berrnhard hat eine Brücke zu Kant gebaut, und zwar mit seinem gleichnamigen Stück (Komödie).

KANT Inhalt gemäß wikipedia: „Thomas Bernhards fiktiver Immanuel Kant reist mit seiner Frau, seinem Diener Ernst Ludwig und seinem Papagei Friedrich über den Atlantik nach New York. An der Columbia University soll ihm der Ehrendoktortitel verliehen werden. Der alternde Philosoph ist am Grauen Star erkrankt und beinahe ganz erblindet. Da die Columbia University die besten Augenärzte der Welt vorzuweisen hat, ist das Ziel der Reise nicht nur die Ehrung Kants, sondern auch die Rückgewinnung seiner Sehkraft. Außerdem will Kant den Vereinigten Staaten von Amerika das ‚Licht der Vernunft‘ bringen. Mit ihm an Bord sind der Kunstsammler Sonnenschein, ein Kardinal, ein alter Admiral und eine Millionärin, die die Hebung der Titanic betreibt. Das Stück ist in bleibende Örtlichkeiten gegliedert. Vorderdeck, Mitteldeck und Hinterdeck bilden den festen Rahmen der Handlung. In der Vorderdeckszene sind Kants Frau (die er im wirklichen Leben nie hatte) und der Diener Ernst Ludwig, ständig um das Wohlbefinden des Philosophen bemüht. Dem Papagei Friedrich gilt Kants ganze Aufmerksamkeit. Seine Fähigkeit, alle Vorlesungen Kants wiederzugeben, macht ihn unentbehrlich für den Philosophen. Die Mitteldeckszene ist bestimmt durch das Auftreten der Millionärin und den gescheiterten Versuch Kants, eine Vorlesung auf hoher See zu halten. Die Hinterdeckszene spielt während des Abendessens, an dem alle Hauptfiguren des Stücks teilnehmen. In der letzten Szene wird Immanuel Kant im Hafen von New York nicht – wie erwartet – vom Komitee der Universität, sondern von Irrenärzten und Krankenpflegern in Empfang genommen.“

Zitat aus der Komöde. KANT: Die Natur wirkt hier / wie anderwärts / durch unmerkliche Abfälle / unmerkliche / (Steward und Frau Kant richten Kants Klappstuhl / Dampfpfeifen pfeifen / Kant die beiden beobachtend) Ich spreche von der genauen Zirkelbewegung / der Partikel / des Grundstoffes / wiewohl von der Zwecklosigkeit / der Natur / meine Herrschaften (plötzlich, während Frau Kant und der Steward den Klappstuhl Kants richten, zu Ernst Ludwig) Nicht abrupt die Decke abnehmen / nicht abrupt / Friedrichs Augenlicht / ist das kostbarste / Die sogenannten Schriftgelehrten / und die Papageien / haben das empfindlichste Augenlicht / Der wahre Philosoph / in sich selbst / Langsam / ganz langsam / nru nach und nach / ziehst du ihm die Decke ab…

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