Mind and Spirit + Glaube und Vernunft

„Wir brauchen ein starkes Ego. Ein starkes Ego ist gut, schlecht sind Egoismus und Egozentrik.“ Das sagt Erhard Meyer-Galow im Interview mit Gunnar Kaiser auf KAISER TV. Der Autor des Buches „Business Ethik 3.0 – Die neue integrale Ethik aus der Sicht eines CEOs“ erinnert daran, dass angloamerikanische Philosophen zwischen Mind (Denken, Ratio, Vernunft) und Spirit (das Spirituelle, die innere Verfasstheit) unterscheiden. Das Ahnen ist aus dieser Sicht ein wichtiger Akt des menschlichen Denkens. Meyer-Galow zitiert den Physiker und Essayisten Hans-Peter Dürr: „Das Komplexe erfahren wir nur, wenn ich sage: ich ahne. … Unsere Erfahrung ist nicht dazu gemacht, das Universum zu verstehen.“

Damit schließen Dürr und mit ihm Meyer-Galow direkt bei Immanuel Kant an, der die Intention der „Kritik der reinen Vernunft“ kurz und prägnant zusammengefasst hat: „Ich musste also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen“. Die „Kritik der reinen Vernunft“ selbst ist nicht so kurz und prägnant, deshalb hier ein Versuch, die Fundamente und die wesentlichen Säulen von Gedankengebäude für Nicht-Philosophen zu übersetzen.

Kritik der reinen Vernunft

Immanuel Kant (1724-1804) verwendet den Begriff „Kritik“ nicht im heute üblichen Sprachgebrauch im Sinne von „Beanstandung, Bemängelung“, sondern versteht darunter eine wissenschaftliche Methode. Dieses Kapitel ist ein Exkurs über die von ihm begründete Epistemologie, die „Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können“.

„Kritik“ leitet Kant vom Griechischen „krinein“ ab, auf Deutsch „prüfen, untersuchen, unterscheiden, und nur in diesem Sinne verwendet er den Begriff. Wer Kants Kritik nur oberflächlich aus dem Schulunterricht kennt, wird sich an die Aussage erinnern, dass „das Ding an sich“ nicht erkannt werden kann. Dieses Dilemma lässt sich leicht aufklären, wenn man das Wesen der Kritik, genauer gesagt: die Methode der Kritik versteht. Das „Geschäft der Kritik“ wie Kant formuliert, ist es, die Bedingung der Möglichkeit der Erkenntnis zu ergründen und zu begründen und damit die Grenzen der Erkenntnis (d.h. die Grenzen unserer Erkenntnisfähigkeit) aufzuzeigen. Die Vernunft (Ratio) spielt in der Kritik eine doppelte Rolle. Sie ist einerseits Gegenstand der Erkenntnis und anderseits Bedingung der Möglichkeit der Erkenntnis. Es geht der reinen Vernunft also um das Denken selbst, das Denkvermögen und die Denkungsart. Damit ist Kants Metaphysik selbstreferenziell, was die Gefahr innerer Widersprüche birgt: Wir brauchen das Denken um über das Denken nachzudenken.

Dass die Kritik selbstreferentiell ist, sollte als Auftrag verstanden werden, sie immer auch als Selbstkritik zu verstehen. Die Kritiken (Kritik der reinen Vernunft, Kritik der praktischen Vernunft, Kritik der Urteilskraft) sind schwer zu lesen, weil Kant uns keine fertigen Begründungen liefert, sondern uns an seinem Prozess der Ergründung der Elementarbegriffe der Metaphysik teilnehmen lässt. Er stellt uns kein Fertighaus auf ein vorbereitetes Fundament, sondern lässt uns bei jedem Schritt der Planung und Errichtung dieses Hauses teilnehmen. So bleiben die Methode und ihre Begründung für den ungeübten Leser unklar und verschwommen, weil Kant oft unvermittelt von der Planung der Architektur in die Bauausführung wechselt. Seine Standardwerke sind so umfangreich, weil er gleichzeitig die Architektur der Metaphysik als Wissenschaft erklären und umgehend die Anwendungsmöglichkeiten aufzeigen und alle falschen Anwendungen ausschließen wollte.

Alleine die Anzahl der Möglichkeiten des Vernunftgebrauchs ist atemberaubend: apodiktisch, discursiv, dogmatisch, empirisch, hyperphysisch, hypothetisch, intuitiv, konstitutiv, logisch, mathematisch, moralisch, natürlich, polemisch, praktisch, regulativ, rein gesetzgebend, skeptisch, spekulativ, systematisch, theoretisch, transscendental oder transcendent. Es ist gar nicht notwendig, auf diese Unterscheidungen im Detail einzugehen. Es reicht darauf hinzuweisen, dass schon Kant erkannte: nicht jeder Gebrauch der Vernunft ist vernünftig. Die heutigen Wissenschaften und ihre Repräsentanten an den Universitäten dieser Welt liefern viele Behauptungen, die eher einen dogmatischen, polemischen oder spekulativen Vernunftgebrauch bezeugen, als einen konstitutiven, logischen oder praktischen.

Hier die wesentlichen Grundlagen der kritischen Methode, die das Ziel hat, die Grenzen der Erkenntnis auszuloten. Die viel zitierte Formulierung Kants lautet: „Ich musste also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen„. Diese Aussage wird oft theologisch interpretiert, ist aber kein Bekenntnis zu einem konkreten Glaubensinhalt (z.B. zum Christentum), sondern der Hinweis, dass Glauben, so wie Wissen, Denken, Erkennen, Erfahren, Vorstellen, Wahrnehmen, Anschauen „Vermögen“ sind, die alle essenziell für die Metaphysik als Wissenschaft sind, und das Wesen des homo sapiens definieren. Glaube steht am Anfang und am Ende – man kann auch sagen an der Grenze – des Wissens und jeder Wissenschaft.

Die Aussage „Glauben heißt nichts Wissen“ ist falsch und richtig gleichzeitig: falsch in der pejorativen Bedeutung, dass Glauben dumm und Wissen gescheit ist; richtig im Sinne Kants: Glauben ist nicht Wissen, sondern etwas essenziell Anderes als „Wissen“, wobei beide Begriffe in der Erkenntnistheorie Kants ihre Position haben. Beide „haben ihre Berechtigung“ ist eine Formulierung, die man heute gerne verwendet um einen Streit zu vermeiden, anstatt eine Konfrontation auszutragen. Richtig aber im Geiste Kants ist die Aussage: Beide Begriffe sind notwendig.

Glaube ist der Bereich, wo die Erkenntnis beginnt und wo sie wieder aufhört. Vor jeder Theorie steht eine Idee, an die ein Wissenschafter glaubt. Auf jede ausformulierten Theorie folgt der Glaube, dass sie richtig (wahr) ist, bevor man beginnt, sie zu verifizieren (bzw. zu falsifizieren). Weitere Grenzbegriffe, die vor der Erkenntnis stehen, sind die Kategorien (Elementarbegriffe wie Kausalität, Quantität, Qualität, Modalität), und die „reinen Anschauungen“ Raum und Zeit. Grundsätze (Synonym: Prinzipien) sind „Regeln des objektiven Gebrauchs der Kategorien“. Den Begriff der „Anschauung“ verwendet Kant meist im Sinne der Beobachtung der empirischen Wissenschaft, so ist es verwirrend, wenn er plötzlich von den „reinen Anschauungen Raum und Zeit“ spricht. Das ist ein Beispiel dafür, wie schwer es ist, seinen Ausführungen zu folgen. Genau genommen hat er gemeint: Raum und Zeit sind reine Begriffe (Begriffe a priori) als Bedingung der Möglichkeit jeglicher Anschauung.

Darüber hinaus gibt es Ideen, Begriffe a priori, die vor der Erkenntnis stehen (im Unterschied zu spekulativen Begriffen der Schulmetaphysik, die „über“ oder „jenseits“ der Erkenntnis stehen). Kant unterscheidet psychologische, kosmologische und theologische Ideen, die „lauter reine Vernunftbegriffe sind, die in keiner Erfahrung gegeben werden können“, die aber dazu geeignet sind, unseren Verstandesgebrauch zu einer synthetischen Einheit zu bringen. (P § 56) Bewusstsein und Selbstbewusstsein, sind psychologische Ideen, Unendlichkeit und Universum sind kosmologische Ideen, Gott und Schöpfung sind theologische Ideen. Ergänzend dazu könnte man von den moralischen (bzw gesellschafts-politischen) Ideen Freiheit und Gerechtigkeit sprechen. „Ideen“, „reine Vernunftbegriffe“ und „spekulative Begriffe“ sind in Kants System weitgehend synonym. Spekulation ist demnach nicht grundsätzlich abwertend gemeint, wird aber scharf kritisiert im Kontext der vor-kantischen Metaphysik, die keine Wissenschaft war.

Zum Basiswissen über Kants Metaphysik zählt die Unterscheidung zwischen reiner und praktischer Vernunft. Die reine Vernunft gibt die Begriffe a priori, die praktische Vernunft (der Verstand) verknüpft diese Begriffe mit den Anschauungen. Zur Beurteilung von richtig oder falsch, gut oder schlecht braucht es die Urteilskraft. Der praktischen Vernunft widmet Kant ein eigenes Buch, ebenso wie der Urteilskraft. Urteilskraft und Vorstellungskraft sind zwei Schlüsselbegriffe, die von den Wissenschaftern in den vergangenen Jahrzehnten zu wenig beachtet und entwickelt wurden, deshalb behauptet Erwin Chargaff: „die Naturforschung ist […] gefährlich geworden für die Menschheit, denn der Weg von der methodischen Feststellung zur industriellen Ausnützung ist jetzt sehr kurz. Manche Scheußlichkeit, die früher nur den schönen Inhalt eines Forschertraums gebildet hätte, liegt morgen schon auf den Straßen.“ (Chargaff, Zeugenschaft, 208/209)

Vorstellungskraft ist das Vermögen des Wissenschafters, Begriffe a priori mit Anschauungen a posteriori (Beobachtungen) zu einer Theorie zu verbinden. Urteilskraft benötigt der Wissenschafter zur Bewertung einer Theorie. Der heute in der Wissenschaftstheorie geläufigen Begriffe „These“, „Hypothese“, „Theorie“ verwendet Kant nicht. Ebenso wenig wie den heute inflationär gebrauchten Begriff „Meinung“ – der durch die Menschenrechte und viele Verfassungen in der „Meinungsfreiheit“ besonders hervorgehoben und geschützt ist.

Kants Interesse gilt den objektivierbaren Begriffen und Urteilen. Dazu zählt er auch die Überzeugung, „ein Fürwahrhalten, das objektiv hinreichenden Grund und demnach Gültigkeit für jedermann besitzt“. Meinung dagegen ist immer subjektiv. Das Urteil wiederum ist „die mittelbare Erkenntnis eines Gegenstandes oder Vorstellung seiner Vorstellung“. Kant wechselt häufig von einer Ebene der Betrachtung (beispielsweise des Begriffes „Vorstellung“) auf die Metaebene (Vorstellung der Vorstellung). Vorstellung impliziert Perception, Empfindung, Erkenntnis, Begriff und Anschauung.

Breiten Raum schenkt Kant der Auseinandersetzung mit dem Empirismus von David Hume, der, wie Kant schreibt, „mir vor vielen Jahren zuerst den dogmatischen Schlummer unterbrach, und meinen Untersuchungen im Felde der spekulativen Philosophie eine ganz andere Richtung gab“. Er verweist darauf, dass Hume ihn auf den Gedanken gebracht habe, dass Ursache und Wirkung Begriffe a priori seien, und „so ging ich an die Deduktion dieser Begriffe. […] Diese Deduktion, die meinem scharfsinnigen Vorgängern unmöglich schien […] war das Schwerste, das jemals zum Behuf der Metaphysik unternommen werden konnte“. (Prolegommena, 7)

Das „Schwerste“, das Kant geleistet hat, wurde zunächst wenig gelesen, geschweige denn verstanden. Deshalb veröffentlichte der Philosoph zwei Jahre später die „Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können“ als Einführung in die Kritik. Heute würde man wohl sagen „Kritik der reinen Vernunft für Dummies“. Dies zeitigte Erfolge, ab 1787, nach der erweiterten Neuauflage der Kritik, wurde er zum einflussreichsten Philosophen der Aufklärung.

Kant hat bewiesen, dass spekulative Aussagen (Behauptungen, Urteile) im Geiste der Schulmetaphysik nicht bewiesen werden können. So bringt er in der vierten „Antinomie der reinen Vernunft“ den Nachweis, dass sowohl die Aussage, dass die Welt einen Schöpfer habe, als auch die Aussage, es gebe kein „schlechthin notwendiges Wesen in und außer der Welt“ richtig sein können. Mit den gleichen Begründungen (Untersuchung ihrer Gründe) ist aber auch nachweisbar, dass beide Behauptungen falsch sind. Anders gesagt: weder die Aussage „Gott lebt in uns allen“ noch die Aussage, für die Nietzsche berühmt wurde, „Gott ist tot“, kann bewiesen werden. Spekulative Begriffe (Gott, Unendlichkeit, Bewusstsein uvm) und Aussagen übersteigen die Grenzen unserer Erkenntnisfähigkeit und damit die Grenzen der Beweisbarkeit. Erkenntnis ist nur möglich, wenn die Aussagen empirisch überprüfbar sind.

Die wesentliche Leistung von Kant besteht in dem weit über den Empirismus und die spekulative Metaphysik hinaus gehende Verständnis des Zusammenhangs zwischen empirischer Erfahrung und rationaler Erkenntnis. War die Metaphysik vor Kant nur spekulativ, nur eine beliebige, assoziative Aneinanderreihung abstrakter Begriffe (was in Poesie und Mystik natürlich legitim ist und im Bereich der Börsenspekulationen sogar höchst erfolgreich sein kann), so ist seine Transformation der Metaphysik vergleichbar mit der kopernikanischen Wende in der Physik. Mit heutigen Begriffen: Kant hat einen Paradigmenwechsel vollzogen. Zuvor war die Metaphysik buchstäblich abgehoben von der Realität und die Naturwissenschaft war auf einem Auge blind, weil sie versuchte, zu empirischen Erkenntnisse ohne Begriffe a priori zu gelangen.

Um das System von Kant zu verstehen, ist die Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Urteilen wichtig. „Analytische Urteile sagen im Prädikate nichts, als das, was im Begriffe des Subjekts schon wirklich, obgleich nicht so klar und mit gleichem Bewusstsein gedacht war.“ (P., 13) Das ist einer der einfachsten Sätze von Kant. Anders gesagt: jeder analytische Satz ist eine Tautologie, beispielsweise: Alle Körper sind ausgedehnt. Alle analytischen Urteile gelten a priori – man braucht sie nicht erst in der empirischen Welt zu überprüfen. Sie beruhen auf dem Satz des Widerspruches (etwas kann nicht gleichzeitig A und Nicht-A sein, etwas kann nicht gleichzeitig sein und nicht sein).

Die Naturwissenschaft arbeitet üblicher Weise mit synthetischen Urteilen, das sind Sätze, die eine Synthese aus mehreren Begriffen bilden, beispielsweise: Ein Baum ist eine Pflanze mit Stamm, Ästen und Krone. „Erfahrungsurteile sind jederzeit synthetisch“ (P. 15) und „Erfahrung ist selbst nichts anders, als eine kontinuierliche Zusammenfügung (Synthesis) der Wahrnehmungen“ (P. 25), schreibt Kant. Charakteristisch für die Wissenschaft ist die laufende Präzisierung synthetischer Urteile. So definiert die Botanik Bäume als „ausdauernde und verholzende Samenpflanzen, die eine dominierende Sprossachse aufweisen, die durch sekundäres Dickenwachstum an Umfang zunimmt.“ (wikipedia) Erfahrungsurteile sind Urteile a posteriori, Erfahrungsurteile verwenden Begriffe a posteriori – zur Erkenntnis gelangt man erst durch die Verbindung mit den Begriffen a priori.

Eine zentrale Frage der Kritik lautet: sind synthetische Urteile a priori möglich? Genau genommen lautet die Frage: Wie sind synthetische Urteile a priori möglich? – denn dass sie möglich sind, ist Kants Voraussetzung für die Entwicklung der kritischen Methode. Oft werden empirische Urteile so selbstverständlich, dass man zur Meinung gelangen könnte, diese seien synthetische Urteile a priori. So könnte man folgendes Urteil betrachten: „Holzbiomasse enthält weniger Energie als Kohle, so dass die CO2-Emissionen für die gleiche Energieleistung höher sind“. Physiker könnten in Kenntnis der Energiedichte verschiedener Rohstoffe diese Aussage für a priori richtig halten. Die Aussage ist zwar apodiktisch (unstrittig) und (bei Kenntnis der Formeln für Energiedichte) evident, aber nicht a priori. In diesem Sinne kritisiert Kant den Denkansatz Humes, der behauptet, „nur Erfahrung kann uns solche Verknüpfungen an die Hand geben, und […] Erkenntnis a priori ist nichts als eine lange Gewohnheit, etwas wahr zu finden„. (P, 27)

Synthetische Urteile a priori können nur aus Begriffen a priori gebildet werden, Kant sagt, dass die Begriffe a priori „die Materie der Metaphysik und ihr Bauzeug ausmachen“ (P, 22). Letztlich können wir „von den Dingen nur das a priori erkennen, was wir selbst in sie legen.“ (Kritik, 21) Auf diesem Satz basieren alle Varianten des Konstruktivismus, der im 20. Jahrhundert zu einer dominierenden Wissenschaftstheorie, ja sogar Weltanschauung geworden ist. Die radikale Fassung: jedes Gesetz ist gesetzt – nicht nur die Gesetzgebung der Staaten (positives Recht), sondern auch die Naturgesetze.

Zusammengefasst: Die Kritik der reinen Vernunft „ist ein Traktat von der Methode, nicht ein System der Wissenschaft selbst; aber sie verzeichnet gleichwohl den ganzen Umriß derselben, sowohl in Anschauung ihrer Grenze, als auch des ganzen inneren Gliederbaus derselben.“ (Kritik, 23) Darauf baut Karl Popper in der „Logik der Forschung“ auf.

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Die Erklärung von Great Barrington

screen Declaration

Seit Ausbruch der Corona-Herrschaft wird von Politikern und ihren wissenschaftlichen Beratern suggeriert, dass es nur eine wissenschaftliche Wahrheit und nur eine Lösung zur Bekämpfung der angeblichen Pandemie gebe. Diese „einzig mögliche Lösung“ läuft auf die Impfung hinaus. Österreich steht kurz vor der Impfpflicht, doch bis zu diesem Punkt führte bereits eine angeblich alternativlose Lösungskette: Lockdowns – Masken – Quarantänen – Tests ohne Ende – Impfungen 1,2,3. Mag sein, dass eine Mehrheit der Wissenschafter bis heute die Meinung vertritt, dies sei die einzig richtige Weg aus der Pandemie. Doch sicher ist: dies ist nicht die einzige wissenschaftliche Wahrheit.

Bereits am 4. Oktober 2020 wurde die Deklaration in Great Barrington, USA, von Dr. Martin Kulldorff (Professor an der Harvard Universität), Dr. Sunetra Gupta (Professorin an der Oxoford Universität) und Dr. Jay Bhattacharya (Professor an der Stanford Universität) aufgesetzt und unterschrieben. Bis heute, 11. Dezember 2021 haben 888.038 Menschen vorwiegend in Nordamerika und Europa diese Deklaration unterschrieben, davon 15.263 Wissenschafter und 45.033 Ärzte und medzinisches Personal! Aus Österreich haben bis dato exakt 32.376 Menschen unerschrieben. 

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Die Deklaration im Wortlaut

Als Epidemiologen für Infektionskrankheiten und Wissenschaftler des öffentlichen Gesundheitswesens sind wir sehr besorgt über die schädlichen Auswirkungen der vorherrschenden COVID-19-Politik auf die körperliche und geistige Gesundheit und empfehlen einen Ansatz, den wir Focused Protection nennen.

Wir kommen sowohl von der Linken als auch von der Rechten und haben unsere berufliche Laufbahn dem Schutz der Menschen gewidmet. Die derzeitige Abschottungspolitik hat kurz- und langfristig verheerende Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit, was in den kommenden Jahren zu einer höheren Übersterblichkeit führen wird, wobei die Arbeiterklasse und die jüngeren Mitglieder der Gesellschaft die größte Last zu tragen haben. Schüler von der Schule fernzuhalten ist eine große Ungerechtigkeit.

Glücklicherweise wächst unser Wissen über das Virus. Wir wissen, dass das Risiko, an COVID-19 zu sterben, bei alten und gebrechlichen Menschen mehr als tausendmal höher ist als bei jungen Menschen. In der Tat ist COVID-19 für Kinder weniger gefährlich als viele andere Krankheiten, einschließlich der Grippe.

Wenn die natürliche Immunität in der Bevölkerung zunimmt, sinkt das Infektionsrisiko für alle – auch für die Schwachen. Wir wissen, dass alle Völker irgendwann die Herdenimmunität erreichen – d. h. den Punkt, an dem die Rate der Neuinfektionen stabil ist. Unser Ziel sollte daher sein, die Sterblichkeit und den sozialen Schaden zu minimieren, bis wir die Herdenimmunität erreichen.

Der mitfühlendste Ansatz, der die Risiken und Vorteile des Erreichens der Herdenimmunität gegeneinander abwägt, besteht darin, denjenigen, die einem minimalen Todesrisiko ausgesetzt sind, ein normales Leben zu ermöglichen, damit sie durch natürliche Ansteckung eine Immunität gegen das Virus aufbauen können, während diejenigen, die dem höchsten Risiko ausgesetzt sind, besser geschützt werden. Wir nennen dies gezielten Schutz (Focused Protection).

Die Ergreifung von Maßnahmen zum Schutz der gefährdeten Personen sollte das zentrale Ziel der Reaktionen des Gesundheitswesens auf COVID-19 sein. So sollten Pflegeheime beispielsweise Personal mit erworbener Immunität einsetzen und häufige Tests bei anderem Personal und allen Besuchern durchführen. Die Personalrotation sollte minimiert werden. Zu Hause lebende Rentner sollten sich Lebensmittel und andere lebenswichtige Dinge nach Hause liefern lassen. Wenn möglich, sollten sie ihre Familienangehörigen im Freien und nicht im Haus treffen. Eine umfassende und detaillierte Liste von Maßnahmen, einschließlich Ansätzen für Mehrgenerationenhaushalte, kann umgesetzt werden und liegt durchaus im Rahmen der Möglichkeiten und Fähigkeiten von Fachleuten des öffentlichen Gesundheitswesens.

Diejenigen, die nicht gefährdet sind, sollten sofort die Möglichkeit haben, ihr normales Leben wieder aufzunehmen. Einfache Hygienemaßnahmen, wie Händewaschen und zu Hause bleiben, wenn man krank ist, sollten von allen praktiziert werden, um die Schwelle für die Herdenimmunität zu senken. Schulen und Universitäten sollten für den persönlichen Unterricht geöffnet sein. Außerschulische Aktivitäten, wie z. B. Sport, sollten wieder aufgenommen werden. Junge Erwachsene mit geringem Risiko sollten normal arbeiten und nicht von zu Hause aus. Restaurants und andere Geschäfte sollten wieder öffnen. Kunst, Musik, Sport und andere kulturelle Aktivitäten sollten wieder aufgenommen werden. Menschen, die stärker gefährdet sind, können daran teilnehmen, wenn sie es wünschen, während die Gesellschaft als Ganzes den Schutz genießt, der den Gefährdeten durch diejenigen gewährt wird, die eine Herdenimmunität aufgebaut haben.

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Winter Poesie

Ingeborg Matula Weihnacht

Peter Rosegger (1843-1918)

Die autobiografische Erzählung „Als ich Christtagsfreude holen ging“ von Peter Rosegger ist wohl eine der bekanntesten Wintergeschichten aus Österreich. Sie vermittelt Einblicke in die die Bergbauernwelt des 19. Jahrhunderts: „Noch nicht dreihundert Schritte war ich gegangen, so lag ich im Schnee, und die Laterne, hingeschleudert, war ausgelöscht. Ich suchte mich langsam zusammen, und dann schaute ich die wunderschöne Nacht an. Anfangs war sie ganz grausam finster, allmählich hub der Schnee an, weiß zu werden und die Bäume schwarz und in der Höhe war helles Sternengefunkel. In den Schnee fallen kann man auch ohne Laterne, so stellte ich sie seithin unter einen Strauch und ohne Licht ging’s nun besser, als vorhin. In die Talschlucht kam ich hinab, das Wasser des Fresenbaches war eingedeckt mit glattem Eise, auf welchem, als ich über den Steg ging, die Sterne des Himmels gleichsam Schlittschuh liefen.“ Dieses Zitat ist nur ein Vorgeschmack auf die Geschichte, die auf Weihnachtsmann.net zur Gänze abgerufen werden kann.

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Hilde Langthaler

wir kommen aus der ewigkeit

wir gehen in die ewigkeit

und in der kurzen zeit dazwischen … 

schauen wir ständig auf die uhr

(Quelle: Hilde Langthaler / Richard Langthaler, Kerbungen. Schwarze Texte und Holzschnitte)

Ingeborg Matula

Freudig durch die Straßen gehn, bunte Weihnachtsmärkte sehn.

Glühwein trinken, fröhlich lachen, Umarmungen zum Geschenk uns machen.

Herzlich uns die Wangen küssen ohne Abstand halten müssen.

Familie treffen, Nachbarn / Freunde sehn, nicht nur vor der Türe stehn.

Wäre das nicht wunderbar – ein Weihnachten wie es früher war!

Eckehard Bamberger

Der Musikwissenschaftler und Theologe Eckehard Bamberger erzählt in seinem Buch „Lichtkreise. Provokationen christlichen Denkens“ sein persönliches Erleben rund um das weltweit beliebteste Weihnachtslied: „Das Lied ‚Stille Nacht‘ hat mich von Jugend an sehr interessiert. In der Nachkriegszeit lebte ich mit meinen Eltern in Schwanenstadt. In einer Weihnachtszeit, welches Jahr weiß ich nicht mehr, erhielten wir einen Prospekt. Abgebildet war darauf eine Notenzeile von ‚Stille Nacht‘ mit dem Text ‚In an kloan Haus‘. Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich diese Notenzeile des Öfteren vor mich hin summte. Ich warf den Prospekt nach wenigen Tagen weg und bedauere das noch heute.

Das schönste und auch weltweit berühmteste Lied im Stil eines Volksliedes ist ‚Stille Nacht‘, uraufgeführt im Jahre 1818, komponiert von Franz X. Gruber nach Worten des katholischen Priesters Joseph Mohr. Der Text, den Mohr der Melodie seines Freundes unterlegt hat, ist eine meditative Betrachtung des Lukas-Evangeliums. Für die Notation seiner Komposition wählte Gruber die Gitarre, die zur Begleitung von Volksliedern bestens geeignet ist. Im Liederschatz seiner Heimat könnte Gruber auf das Volkslied ‚In an kloan Haus‘ gestoßen sein, dessen erste Takte genau jenen gleichen, die er für sein Weihnachtslied verwendete. Oder sollte es nur Zufall gewesen sein?“

Der Verlag Olona Edition bittet PER MAIL um Hinweise und verspricht für jeden verwertbaren Hinweis eine schöne Überraschung!

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