4.7.26 S.g. Frau Staatssekretärin Zehetner,
Auf linkedin findet sich Ihr Beitrag „Ich gründe ein Unternehmen.“
Was war denn Ihre eigene Gründungserfahrung?
Bei allem Respekt vor Ihrer Ausbildung und Karriereleiter im ÖVP-Biotop bekommt man doch den Eindruck, als würde eine Person, die noch nie einen Garten umgestochen hat, Gärtner beraten.
Was hat sich in den vergangenen zehn Jahren geändert?
„In vielen Ländern gilt eine gescheiterte Gründung als wertvolle Erfahrung. Bei uns wird sie noch immer häufig als Makel gesehen. Genau das müssen wir ändern.“ Das entspricht ziemlich genau der Quintessenz eines Artikels, den ich vor zehn Jahren publizierte: Schiffbruch: Kultur des Scheiterns
In den zehn, ja sogar 40 Jahren, waren in ununterbrochener Folge ÖVP-Wirtschaftsminister am Ruder.
Hochachtungsvoll
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Elisabeth Zehetner Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus 🇦🇹
„Ich gründe ein Unternehmen.“
Was wäre deine erste Reaktion?
Bevor ich in die Politik gegangen bin, habe ich rund 15 Jahre Gründerinnen und Gründer beraten. Dabei ist mir eines immer wieder aufgefallen: Das größte Hindernis war oft nicht die Finanzierung. Nicht die Technologie. Nicht die Idee.
Das größte Hindernis war häufig unser Mindset.
Denn wenn jemand in Österreich sagt: „Ich gründe ein Unternehmen.“, dann wird er selten gefragt: „Was für eine großartige Idee! Wie kann ich dich unterstützen?“
Viel öfter kommt die Reaktion: „Bist du dir ganz sicher?“ oder „Was ist, wenn es nicht klappt?“
Genau darüber haben wir heute auf gemeinsame Einladung mit Alexander P. bei „Fail to Succeed“ im Bundeskanzleramt Österreich mit Gründerinnen und Gründern, Investorinnen und Investoren sowie Studierenden diskutiert.
Denn es ging um weit mehr als um das Scheitern selbst. Es ging um unsere Fehlerkultur.
Innovation entsteht nicht dadurch, dass immer alles funktioniert. Innovation entsteht, weil Menschen bereit sind, Neues auszuprobieren, Verantwortung zu übernehmen und aus Fehlern zu lernen. Das gilt für Gründerinnen und Gründer genauso wie für Unternehmen, Forschung oder Politik.
Erfolgsgeschichten erzählen wir gerne. Über die Umwege dorthin sprechen wir viel zu selten. Dabei wissen wir alle: Wer nie scheitert, hat meistens auch nie etwas wirklich Neues versucht.
In vielen Ländern gilt eine gescheiterte Gründung als wertvolle Erfahrung. Bei uns wird sie noch immer häufig als Makel gesehen. Genau das müssen wir ändern.
Wir brauchen nicht nur eine Second Chance im Gesetz. Wir brauchen vor allem eine Second Chance in den Köpfen.
Denn eine moderne Fehlerkultur ist keine Schwäche. Sie ist eine Voraussetzung für Innovation, Fortschritt und Wettbewerbsfähigkeit. (StS)