Denkende Führer

… und Führerinnen. Politisch korrekt: führende Denker:innen, mehr noch „WELTWEIT FÜHRENDE Denker:innen“ treten von 23.-27. September 2026 in Wien auf. Organisiert vom Institut für die Wissenschaften vom Menschen versammelt das neunte Vienna Humanities Festival unter dem diesjährigen Überthema „Agency/Tu was“ Kara Swisher, Pankaj Mishra, Peter Sloterdijk uvm. [ethos.at erinnert an der Stelle an Immanuel Kant: Was ist Aufklärung? und stellt vier Fragen: können, sollen, dürfen oder müssen Denker führen?]

Foto: Die Aula der Akademie der bildenden Künste Wien, Schauplatz der Wochenendpanels

9. September 2026 (IWM Information des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen)

Mit 25 Einzelveranstaltungen erwartet Besucher:innen ein dichtes wie breit gefächertes Programm. Sie alle reflektieren nicht nur gegenwärtige gesellschaftliche Herausforderungen, sondern stellen vor allem die dringliche Frage nach den Bedingungen und Möglichkeiten zur Wiedererlangung der Handlungsfähigkeit des Menschen – individuell wie kollektiv –, in den Mittelpunkt.

Zum Auftakt der Festivalwoche am 23. September wird die amerikanische Journalistin Kara Swisher im Gespräch mit dem ehemaligen IWM-Rektor Misha Glenny im Kuppelsaal der TU Wien die Motive der Tech-Milliardäre sowie die Implikationen des von ihnen vorangetriebenen rasanten technologischen Wandels beleuchten und exklusive Einblicke in die ansonsten wenig greifbare Welt der „Tech-Bros“ geben.

Am 24. September folgt eine Veranstaltung mit dem vielfach ausgezeichneten Essayisten und Autor Pankaj Mishra. Ausgehend von seinem jüngsten Buch Die Welt nach Gaza (S. Fischer Verlag, 2025) wird Mishra gemeinsam mit dem renommierten Schriftsteller Daniel Kehlmann die komplexen Narrative, blinden Flecken und moralischen Dilemmata rund um den anhaltenden Konflikt in Gaza ergründen und damit ein Thema zur Debatte stellen, das die Welt heute spaltet wie kein anderes.

Peter Sloterdijk, einer der bedeutendsten deutschen Philosophen der Gegenwart, wird tags darauf seine These über das Wiedererstarken einer Art von „fürstlicher Autorität“ darlegen, die er in seinem kürzlich erschienenen Buch Der Fürst und seine Erben (Suhrkamp, 2026) entwickelt hat. Im Anschluss folgt ein Gespräch mit dem Direktor des Wien Museums, Matti Bunzl.

Das Festivalwochenende des 26. und 27. September, abgehalten in der Akademie der bildenden Künste Wien, bringt 20 Podiumsdiskussionen auf die Bühne und lädt Besucher:innen zum Zuhören, Verweilen und Mitdiskutieren ein. Zu den Vortragenden gehören unter anderem Manon GarciaQuinn SlobodianJan-Werner MüllerBojan PančevskiKarl Schlögel und Helga Nowotny.

Der Abend des 26. September bildet fraglos einen der Höhepunkte des Festivals. Mit unvergleichlichem erzählerischem Gespür erkunden die preisgekrönten Romane von Ian McEwan die fragilen Schnittstellen von Moral, Erinnerung und Vorstellungskraft. Im Rahmen einer Wiener Vorlesung wird der vielfach ausgezeichnete Autor mit Misha Glenny über sein Schaffen sowie das Potenzial der Menschheit sprechen, sich der Zukunft trotz zahlreicher beispielloser Herausforderungen gestaltend anzunehmen.

Zum Abschluss des Festivals wird am 27. September die renommierte Sozialphilosophin Eva Illouz im Wiener Volkstheater auf einige der großen Meisterwerke der westlichen Literatur zurückgreifen, um den gegenwärtigen Zusammenbruch moralischer Kategorien zu illustrieren. Es folgt ein Gespräch mit IWM Albert Hirschman Permanent Fellow Ivan Krastev.

Das Vienna Humanities Festival 2026 wird vom Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) und von Time To Talk (TTT) organisiert und in Kooperation und mit der Unterstützung zahlreicher Institutionen abgehalten. Es markiert zugleich den Höhepunkt des erstmals vom IWM organisierten Month of Ideasder kritische Debatten und neue Perspektiven auf aktuelle Problemlagen in den Mittelpunkt rückt.