ZackZack in Konkurs

6. November 2026 – Immer wieder hat Peter Pilz mit Todesankündigungen seines Onlinemagazins gedroht, sozusagen zorniger Wink mit dem Zaunpfahl an die knausrigen Spender. Nun dürfte es endgültig AusAus sein. Millionenklagen haben Pilz zum Rückzug gezwungen.

Hier seine Darstellung auf zackzack.at

Zum ersten Mal klagt ein Polizeichef ein kritisches Medium mundtot. ZackZack ist wirtschaftlich gesund, journalistisch erfolgreich – und muss Konkurs anmelden. Auch, weil die Partei des Polizeichefs jeden SLAPP-Schutz für Medien verhindert hat.

ZackZack ist ein kleines, wirtschaftlich gesundes und journalistisch erfolgreiches Unternehmen. Wir haben bis jetzt jede Rechnung bezahlt und mehr als sieben Jahre keine Schulden gemacht. Ohne Presseförderung und ohne Regierungsinserate sind wir über alle Runden gekommen.

Unsere Stärke ist unsere Unabhängigkeit. Wir berichten über alles, worüber andere längst nicht mehr schreiben können oder dürfen, von den BMI-Chats bis zu den Russland-Geschäften des Industriellen-Präsidenten, von Raiffeisen bis Kurz und von Benko bis Pilnacek.

Immer wieder hat man versucht, uns mit SLAPP-Klagen den Mund zu stopfen:

+ Martin Ho mit der 1 Million-Klage

+ René Benko mit der 2 Millionen-Klage.

Am 7. Oktober 2026 ist uns die 4,3 Millionen-Klage von ÖVP-Polizeichef Takacs zugestellt worden. 4,3 Millionen – das sind 17 Jahresumsätze der Zack Media GmbH. Das Gericht hat die Klage angenommen. Daher mussten unsere Anwälte prüfen, ob wir das schaffen können.

Am 11. November sollte das Oberlandesgericht Wien entscheiden, ob das Urteil zum Pilnacek-Buchverbot rechtskräftig wird. Der Polizeichef hätte das abwarten können. Stattdessen hat er die 4,3 Millionen-Klage draufgelegt.

Totklagen statt Recht bekommen

Auch wenn der Polizeichef nur ein Zehntel seiner Forderungen bei Gericht durchbringt, sind das samt Gerichtskosten zwei Jahresumsätze. Das wäre nicht nur für uns zu viel. Daher hat unser Geschäftsführer eine Entscheidung getroffen und das getan, was er tun musste: Er hat heute beim Handelsgericht Wien den Antrag auf Konkurs der Zack Media GmbH eingebracht.

War das unausweichlich? Gleich nach der 4,3 Millionen-Klage hat der Anwalt des Polizeichefs nachgelegt. 29.10. – 30.10. – 1.11. – 2.11. – 3.11. – 4.11. – 5.11.: Jeden Tag stellt uns die Post neue Klagen und Exekutionsanträge zu. Der Polizeichef lässt aus allen Rohren schießen. Aber warum?

Warum versucht man nicht nur Recht zu bekommen, sondern uns mundtot zu klagen? Mir fällt nur eine Antwort ein: Von dem dubiosen Mietvertrag für eine Takacs-Freundin in Korneuburg bis zu dem, was rund um die Hahnenjagd in Lappland geschehen ist, haben Takacs & Co. noch viel zu befürchten. Das wissen sie – und sie wissen, dass das alles verlässlich in ZackZack steht.

Aufgeben oder nicht

Heute ist der Tag, an dem es nicht mehr weitergeht, zumindest für ZackZack. Persönlich muss ich jetzt Entscheidungen vorbereiten: Gebe ich auf gegen Takacs und die SLAPP-Partie? Bin ich bereit, mich mit Takacs zu „vergleichen“ und ihm gegen alles, was wir recherchiert und belegt haben, “recht” zu geben? Gebe ich der Unwahrheit recht, weil wir uns die Wahrheit nicht mehr leisten können?

Und: Gelingt es unseren Gegnern in der Folge, mit Klagen wegen übler Nachrede, falscher Zeugenaussage und Beleidigung einer Behörde auch mich kleinzukriegen?

Fast auf den Tag genau vor 40 Jahren bin ich als 32-jähriger Grüner ins Parlament eingezogen. Dort habe ich die 100 Millionen (Schilling)-Klage eines Baukonzerns überstanden.

Viele Jahre später hat sich nichts geändert: Ich will mich nicht mundtot slappen lassen. Auch, wenn diesmal auf der anderen Seite mit den ÖVP-Spitzen der Polizei, den Pilnacek-Staatsanwälten, der Gewerkschaft öffentlicher Dienst und der ÖVP selbst eine beachtliche Familie steht.

Schöne Jahre

So, und jetzt bin ich einmal stolz auf alles, was wir geschafft haben. Sieben Jahre waren wir der spitzeste Stachel im Hintern der korruptesten Partei. Sieben Jahre lang haben wir heilsam weh getan.

Das waren sieben gute, wilde und oft auch einfach schöne Jahre. Mit wunderbaren Redakteurinnen und Redakteuren, die gezeigt haben, wie gut Journalismus auch in Österreich sein kann.

Es ist wichtig, dass es ZackZack gegeben hat. Und es ist wichtig, dass etwas Neues entsteht und alle Medien endlich vor SLAPP geschützt werden, so, wie es die Justizministerin versprochen und ihr Koalitionspartner verhindert hat. Weil Macht Kontrolle braucht.

p.s.: Wenn ZackZack zusperrt, geht es HIER weiter: schon demnächst mit neuen Recherchen über die vielfältigen Umtriebe der ÖVP-Polizeispitzen. Und…

PS

Wenn uns der ÖVP-Polizeichef mit SLAPP-Millionenklagen mundtot macht, dann geht es hier weiter: auf meiner neuen Seite auf Steady. Dort wird weiter über alles, was unter dem Teppich ist, berichtet, weil ein freies Land freie Medien braucht.

Das ist heute die Geschichte vom Polizei-General, der frei nach Mozart singt:

Ein Vogeljäger bin ich ja

Und schieße, heissa hoppsassa!

Auf Vögel, ZackZack, Pressefreiheit und was sonst noch ins Visier kommt.