Diversion: wie man Recht rechtmäßig umgeht

Wöginger August

UPDATE 4. Mai 2026 - Wöginger wurde wegen Anstiftung des Amtsmissbrauchs zu sieben Monaten bedingter Haft verurteilt, sowie zu unbedingten Geldstrafe in der Höhe von 180 Tagessätzen, in Wögingers Fall insgesamt 43.200 Euro. Danach kündigte er an, als Klubobmann zurückzutreten und als Nationalratsabgeordneter der ÖVP bleiben zu wollen. Damit kassiert er die halbe Gage, immer noch fast 10.000. Draufgabe: als Sozialsprecher will er künftig seine soziale Kompetenz einbringen.

9. Oktober 2025 - Es gibt kein Recht auf Gerechtigkeit. Es gibt nur ein Recht auf Rechtsprechung (d.h. Recht auf ein ordentliches Gerichtsverfahren). Soweit die Erkenntnisse des Autors des Buches „Moral 4.0“ im Jahre 2017.

Derselbe Autor, heute Chefredakteur von ethos.at, gelangte zu neuen Erkenntnissen: es gibt ein Recht auf Umgehung der Rechtsprechung, sofern der Angeklagte prominent oder mächtig genug ist.

oesterreich.gv.at informiert: „Die Diversion wurde im Jahr 2000 auch für das Erwachsenenstrafrecht eingeführt – bis zu diesem Zeitpunkt fand sie ausschließlich im Jugendstrafrecht Verwendung. Eine Vielzahl von Strafverfahren wird heute mittels Diversion beendet. Wenn ein Betroffener ein derartiges Angebot erhält, sollte er Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen.

Die Diversion ist die Möglichkeit der Staatsanwaltschaft oder des Gerichts, bei hinreichend geklärtem Sachverhalt auf die Durchführung eines förmlichen Strafverfahrens zu verzichten. Der Beschuldigte bzw. der Angeklagte bekommt im Fall der Diversion das Angebot, sich einer belastenden Maßnahme zu unterwerfen (z.B. gemeinnützige Arbeit).

Die Verhängung einer Geld- oder Freiheitsstrafe ist somit nicht mehr die einzig mögliche Reaktion des Staates auf eine geklärte Straftat. Dank der Diversion muss die Staatsanwaltschaft zwar weiterhin jedem Verdacht der Begehung eines Offizialdeliktes nachgehen, aber nicht mehr jeden Beschuldigten anklagen.

Wenn ein Strafverfahren mittels Diversion beendet wird, erfolgt kein Schuldspruch und keine formelle Verurteilung. Es erfolgt auch keine Eintragung im Strafregister, allerdings wird die Diversion justizintern für zehn Jahre gespeichert.“

Ergänzend dazu muss man wissen, dass rund 90 Prozent der angezeigten „mutmaßlichen“ Straftaten gar nicht bis zur Verhandlung gelangen, weil Staatsanwälte im Vorfeld die Chance auf Verurteilung für sehr gering einschätzen.

(SIEHE: Patrick Burow: Inside Strafjustiz)

Justizgroteske Wöginger

Gegen den nunmehrigen Klubobman der ÖVP, August Wöginger, hat die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) schon im Februar 2022 Untersuchungen aufgenommen. Es stand der Vorwurf im Raum, er habe einen Parteifreund zum Chef des Finanzamts Braunau befördert. In letzter Minute schwenkten Wöginger und zwei Mitangeklagte um und simulierten Reue. „Nicht einmal drei Stunden musste ÖVP-Klubchef August Wöginger als Angeklagter vor Gericht verbringen. Kurz nach Aufruf der Strafsache kam er zu Wort und entschuldigte sich für sein Verhalten. Die Mitangeklagten hatten das schon zuvor schriftlich getan. Das Signal war klar: Man will eine Diversion“, berichtet DerStandard.at (8.10.25)

So funktioniert Freunderlwirtschaft bzw Postenschacher wie’s in Österreich „gute alte Tradition“ ist. Das bestätigt sogar Wöginger mit seiner Ausrede: „Er sprach davon, dass sich das Politikverständnis seit seinem Einzug in den Nationalrat vor mehr als zwanzig Jahren geändert habe. Es tue ihm ‚ehrlich Leid‘, was der unterlegenen Bewerberin Christa Scharf passiert sei.“ (Quelle: DerStandard.at)

Das Ergebnis: „Sowohl für das Schöffengericht als auch für die WKStA kam die Diversion "gerade noch" infrage. Konkret muss der Erstangeklagte 17.000 Euro zahlen, der Zweitangeklagte 22.000 Euro und Wöginger 44.000 Euro. Zudem soll jeder einen symbolischen Betrag von 500 Euro an eine benachteiligte Bewerberin um den Chefposten im Finanzamt Braunau überweisen. Die Angeklagten nahmen das Angebot des Gerichts an“, so OÖN / nachrichten.at (7.10.25)

Und weitere Konsequenzen? Die ÖVP-Granden jubeln! "Dass August Wöginger den Gerichtssaal heute als unbescholtener Mann verlässt und das Strafverfahren damit beendet ist, freut mich nicht nur als sein Freund, sondern auch als Bundesparteiobmann der Volkspartei sehr", so Parteichef Christian Stocker, nebstbei Bundeskanzler der Republik.

Bleibt die Frage offen, ob sich Wöginger die Strafe von seinem kärglichen Klubobmanns-Salär abzwacken wird, oder ob der Betrag aus der Klubkassa beglichen wird. Man fragt sich ohnehin, wozu eigentlich die üppigen Klubfördermillionen sonst noch gebraucht werden.

Update 31. Oktober 2025 „Wieder alles anders: Nachdem das Landesgericht Linz die Gewährung einer Diversion für August Wöginger geradezu gepriesen hatte, legt die WKStA nun – auf Weisung – Beschwerde ein.“ (DiePresse.com 30.10.25)

Update 26. Februar 2026 - „Nach Aufhebung der Diversion geht heute der Postenschacher-Prozess gegen ÖVP-Klubchef August Wöginger und zwei Finanzbeamte weiter. Am Wort ist heute der erstangeklagte Siegfried M.“, berichtet Kurier.at (26.2.26)

Justizgroteske Thurnhofer

Weil ethos-Chefredakteur HTH am Tag der NR-Wahl 2024, bei der er als Kandidat der LMP „passiv“ teilgenommen hat, über einen Bahnsteig der Wiener Linien gegangen ist, ohne einen Fahrschein zu lösen (weil er keine Bahn benutzt hatte und nicht die Absicht hegte, das zu tun), kam es im Mai 2025 zur Verhandlung am Bezirksgericht Mürzzuschlag.

Details: Wie Wien (h)intrum gegen uns vorgeht.

Diplomaten-Entschädigung

13. Oktober 2025 - „Das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) spricht einem Diplomaten 15.000 Euro als Entschädigung im Fall der Besetzung des Botschafterpostens in Abu Dhabi mit dem früheren Pressesprecher von Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Etienne Berchtold, zu.“ (ORF.at 15.10.25)

KPÖ kritisiert indessen die Drehtüre von der Politik in die Privatwirtschaft. Auch eine Form von Postenschacher.

KPÖ über Drexler

SIEHE AUCH:

Norbert Häring, Endspiel des Kapitalismus

Thilo Bode, Die Diktatur der Konzerne

BVG und Nationalrat in Theorie und PraxisAnalyse des 2. Hauptstücks des Bundesverfassungsgesetzes B-VG, die Gesetzgebung aus der Sicht eines Philosophen, der immer die Frage stellt: warum ist etwas so und nicht anders?

+ BVG B-VG Verfassung Österreichs: Schönheit und Eleganz? Anmerkungen zum gleichnamigen Buches erschienen bei MANZ, 2025

Erster österreichischer Littering-Report

Littering Report C VKS Christian Husar 01.10.2025

+ Neuer Bericht belegt erstmals das Ausmaß von „Littering“ in Österreich

+ Für 66 Prozent der Bevölkerung wird nicht genug gegen das achtlose Wegwerfen von Müll unternommen.

2. Oktober 2025 (Presseinformation des Österreichischen Städtebundes) - Das Problem des „Littering“ – also des achtlosen Wegwerfens von Abfällen – ist in Österreich größer als bisher belegt. Der heute vorgestellte 1. Österreichische Littering-Report kombiniert erstmals repräsentative Umfrageergebnisse mit einer landesweiten Datenerhebung und zeigt: Jährlich landen rund 15.000 Tonnen Abfälle auf Straßen, öffentlichen Plätzen und in der Natur und müssen von Gemeinden und Freiwilligen eingesammelt werden. „Der neue Bericht enthält solide Handlungsempfehlungen und soll es Entscheidungsträger:innen ermöglichen, evidenzbasierte Maßnahmen gegen Littering zu setzen“, sagte ÖSTERREICH SAMMELT-Sprecher Andreas Pertl bei der Präsentation in Wien.

Der 1. Österreichische Littering-Report ist die erste Publikation, die das Ausmaß des achtlosen Wegwerfens von Abfällen in Österreich systematisch dokumentiert.

Er verbindet die Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage mit einer umfassenden Datenerhebung bei den Gemeinden zu Art und Menge der gelitterten Abfälle im öffentlichen Raum. Damit liegt eine fundierte Basis vor, auf die Gemeinden, Politik und Wirtschaft bei der Planung von Maßnahmen zurückgreifen können. Konkret wurde dokumentiert, dass jährlich rund 15.000 Tonnen Abfälle per Hand eingesammelt werden – überwiegend durch kommunale Reinigungen, ergänzt durch ehrenamtliche Flurreinigungsaktionen. Diese Menge entspricht dem jährlichen Abfallaufkommen einer 30.000-Personen-Gemeinde. Am häufigsten betroffen sind Städte, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, Veranstaltungen stattfinden und öffentliche Flächen intensiv genutzt werden.

„Die Entleerung öffentlicher Restmüllbehälter und die manuelle Straßenreinigung – also das Aufsammeln von gelittertem Abfall – kostet den Städten und Gemeinden jedes Jahr rund 200 Millionen Euro“, berichtet Ferdinand Koch, Geschäftsführer der VÖA – Vereinigung öffentlicher Abfallwirtschaftsbetriebe. „Das sind Mittel, die wir eigentlich sehr gut an anderer Stelle einsetzen könnten.“

Michael Bartmann, Bundeskoordinator der ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände, betont: „Der Report belegt nun erstmals in Zahlen, dass Littering ein ernstzunehmendes Problem ist. Klar ist: Für ein sauberes und lebenswertes Umfeld unserer Bevölkerung müssen bestehende Maßnahmen weitergeführt, aber auch neue Ansätze gesucht werden, um Littering so weit wie möglich zu reduzieren.“

Wie häufig bestimmte Produkte gelittert werden

Von den untersuchten Produkten landen Zigarettenstummel am häufigsten in der Umwelt – laut Datenerhebung werden rund 183 Millionen Stück pro Jahr weggeräumt. Dahinter folgen Sackerl und Folien (ca. 62 Mio.), Getränkebecher (13 Mio.) und Lebensmittelverpackungen (11 Mio.). Es handelt sich um Hochrechnungen aus den dokumentierten Littering-Mengen – die Dunkelziffern sind weitaus höher. Eine Schätzung des Umweltbundesamts geht davon aus, dass jährlich mindestens drei Milliarden Zigarettenstummel unsachgemäß entsorgt werden.

Im Bereich der Kunststoffflaschen wurde mit 1. Jänner 2025 ein Pfandsystem eingeführt, um Littering zu reduzieren, denn diese Gebinde zählten bislang ebenfalls zu den am häufigsten gelitterten Kunststoffverpackungen. „Die Österreichischen Gemeinden, aber auch die Wirtschaft engagieren sich schon seit Jahren, Littering zu reduzieren und die Bevölkerung dahingehend zu sensibilisieren. Der neue Report zeigt aber deutlich, dass es weiterhin großen Handlungsbedarf gibt, um Vermüllung noch weiter zu reduzieren und unser aller Umfeld sauber und lebenswert zu halten“, sagt Andreas Pertl, Geschäftsführer der Verpackungskoordinierungsstelle und Sprecher der Initiative von ÖSTERREICH SAMMELT.

Wie die Bevölkerung Littering sieht

Eine repräsentative Befragung von 2.096 Personen durch das Market Institut im Auftrag von ÖSTERREICH SAMMELT verdeutlicht zugleich, dass Littering auch für die Bevölkerung keineswegs ein Randthema ist. Mehr als acht von zehn Menschen in Österreich (84 Prozent) ärgern sich „sehr“ oder „etwas“ über Müll auf Straßen oder in der Natur. Knapp ein Drittel (31 Prozent) hat den Eindruck, dass die Vermüllung in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Gleichzeitig geben 49 Prozent an, selbst schon einmal Abfälle achtlos entsorgt zu haben – meist Kaugummis (46 Prozent), Zigarettenstummel (39 Prozent) oder Essensreste (35 Prozent). Während für das eigene Littering-Verhalten vorwiegend praktische Gründe und Unachtsamkeit genannt werden, wird über andere vor allem gesagt, sie seien zu faul oder gleichgültig (je 72 Prozent) und entsorgen deshalb ihre Abfälle nicht ordnungsgemäß. Zwei Drittel (66 Prozent) der Bevölkerung finden, dass nicht genügend gegen Littering unternommen wird. Wirksame Maßnahmen sind aus ihrer Sicht insbesondere mehr Aufklärung, höhere Geldstrafen und die Verpflichtung, dass Verursacher:innen selbst bei der Reinigung mithelfen müssen.

Handlungsempfehlungen

Die Ergebnisse von Datenerhebung und Umfrage machen deutlich, an welchen Stellen Maßnahmen ansetzen sollten. Auf dieser Basis formuliert der Report vier konkrete Empfehlungen, wie Gemeinden, Politik und Gesellschaft dem Littering-Problem begegnen können. „Aufklärung bleibt der wichtigste Hebel – besonders bei jungen Zielgruppen, die früh für richtige Entsorgung sensibilisiert werden müssen. Ebenso braucht es attraktive Mehrwegalternativen, eine konsequente Optimierung der Entsorgungsinfrastruktur und die Ausschöpfung bestehender Strafmöglichkeiten. All diese Maßnahmen zusammen können das Littering-Problem wirksam eindämmen“, so Andreas Pertl.

Johannes Pressl, Präsident des Österreichischen Gemeindebundes: „Für die Gemeinden ist der Littering-Report eine wertvolle Grundlage. Er zeigt erstmals in Zahlen, welche Mengen an Abfällen wir Jahr für Jahr beseitigen müssen und welche Kosten dadurch entstehen. Diese Daten helfen uns, das Problem sichtbar zu machen und gemeinsam mit Bund, Ländern und der Bevölkerung gezielt Lösungen zu entwickeln. Klar ist: Saubere Orte sind ein zentrales Anliegen der Gemeinden – und dafür braucht es verlässliche Fakten und die Unterstützung aller.“

Thomas Weninger, Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes: „Die Städte sind besonders betroffen: Wo viele Menschen leben und öffentlicher Raum intensiv genutzt wird, entstehen auch mehr Abfälle. Der Littering-Report liefert uns erstmals eine fundierte Datengrundlage, um diese Belastung auch belegbar zu machen. Für die Städte ist das ein wichtiger Schritt, um Maßnahmen gezielt zu planen und die öffentliche Diskussion auf eine sachliche Basis zu stellen.“

Den gesamten Bericht finden Sie im Download-Bereich.

Erster österreichischer Haustierreport

Katze Rhodos

Social Media und Einsamkeit wecken Haustierwünsche

+ Vor allem Frauen und Jüngere wünschen sich Haustiere

+ Mehr als die Hälfte in Österreich ist offen für Tieradoption

+ Jeder Zweite erwartet Rückgabemöglichkeit beim Tierheimtier

(pts007/25.09.2025) - Zum Welttierschutztag am 4. Oktober präsentiert Mars Austria gemeinsam mit Tierschutz Austria den ersten österreichischen Haustierreport, der den Stellenwert von Tieradoptionen in Österreich untersucht. Die Sehnsucht nach dem Haustierglück ist groß – befeuert von herzigen Social-Media-Posts. Bei der Suche nach einem passenden tierischen Familienmitglied denken immer mehr Menschen an Adoption statt Zucht. Mehr als die Hälfte der Befragten würde ein Tierheimtier aufnehmen, aber mit klaren Erwartungen: Fast jeder Zweite wünscht sich eine Rückgabemöglichkeit, um auf Nummer sicher zu gehen.

Die viralen Erfolge von Katzenvideos und Tierposts in den letzten Jahren haben es vermuten lassen: Emotionen – oft befeuert durch Social Media – prägen die Entscheidung für ein Haustier wesentlich. 38 Prozent der von Mars in Österreich Befragten geben an, dass herzige Social-Media-Posts ihren Wunsch nach einem tierischen Begleiter verstärken, besonders Frauen und jüngere Menschen. 53 Prozent möchten mit einem Haustier vor allem das Bedürfnis nach emotionalem Rückhalt stillen – sei es gegen Einsamkeit oder zur Stressbewältigung.

Schon heute lebt in fast jedem zweiten österreichischen Haushalt ein Tier. Am beliebtesten sind hierzulande Katzen, gefolgt von Hunden. Rund ein Fünftel denkt aktuell über eine Anschaffung nach. Für viele stellt sich dabei die zentrale Frage: kaufen oder adoptieren? Die Ergebnisse der Umfrage sprechen eine klare Sprache: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) würde sich für ein Tier aus dem Tierheim entscheiden. Adoption ist im Aufwind – getragen von positiven Erfahrungen.

"Bei Mars wissen wir, dass weltweit Millionen von Haustieren noch immer in Tierheimen auf die Chance warten, ein liebevolles Zuhause zu finden. Unsere neuen Daten aus Österreich zeigen jedoch: Die Bereitschaft zur Adoption ist da, oft wird sie jedoch durch Vorurteile und praktische Hürden gebremst", fasst Simone Kolar, Market Director Pet Nutrition von Mars, zusammen.

Mars setzt sich für eine bessere Welt für Tiere ein und dafür, dass alle Haustiere ein liebevolles Zuhause haben. In Österreich arbeitet Mars dabei eng mit dem langjährigen Partner Tierschutz Austria zusammen. Mars Austria sammelt nicht nur Geld, um die Näpfe im Tierschutzhaus zu füllen, im Rahmen des Freiwilligenprogramms von Mars packen Unternehmensangehörige auch selbst regelmäßig im Tierschutzhaus mit an. Gemeinsam setzen sich Mars Austria und Tierschutz Austria dafür ein, die Vorurteile gegenüber Tieren aus dem Tierheim zu verringern und mehr Adoptionen zu ermöglichen.

Züchter oder Tierheim? Bereitschaft zu Adoption im Steigen

Ob individuelle Beratung, gründliche Gesundheitschecks oder persönliche Nachbetreuung: Bei vielen Aspekten rund um die Übernahme eines neuen Familientieres haben Tierheime gegenüber Züchtern laut Meinung der in Österreich Befragten die Nase vorn. Lediglich die Abwicklung empfinden 52 Prozent bei Zuchtbetrieben als einfacher und unkompliziert, gegenüber 39 Prozent bei Tierheimen. Für 28 Prozent, insbesondere für Personen ohne Adoptionserfahrung und Männer, spielen zudem die geringeren Kosten der Adoption eine Rolle.

77 Prozent befürchten, dass mit dem Welpenhandel vor allem Geschäft gemacht wird. Hinzu kommt die Sorge um gesundheitliche Probleme bei manchen Rassen – von Atemproblemen bei Möpsen bis zu Gelenkproblemen bei Schäferhunden. In Tierheimen hingegen vermuten 35 Prozent viele Problemfälle und hauptsächlich Mischlinge. Dennoch: Für 70 Prozent ist der Tierschutzgedanke und der Wunsch, einem Tier in Not zu helfen, ein entscheidender Faktor bei der Anschaffung eines Tieres aus dem Tierheim.

Rückgabegarantie inklusive – Erwartungen an Tierheime steigen

Mit der wachsenden Offenheit für Adoption steigen auch die Ansprüche an Tierheime. 69 Prozent wünschen sich eine einfachere und unbürokratischere Abwicklung der Adoption. Zwei Drittel fordern mehr Aufklärung rund um Haltung und Adoption, 62 Prozent halten finanzielle Unterstützung für wichtig. Besonders deutlich zeigt sich der Wunsch nach Sicherheit: Fast die Hälfte (45 Prozent) möchte die Möglichkeit haben, ein Tier im Notfall zurückgeben zu können – vor allem Männer und ältere Menschen.

"Alle Tiere, die in unserem Tierschutzhaus in Vösendorf bereit für eine Adoption sind, sind tierärztlich untersucht, geimpft, gechipt und kastriert. Unsere Pflegerinnen und Pfleger und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Tiervergabe kennen die Vorlieben, Bedürfnisse und den Charakter der Hunde und Katzen und helfen dabei, passende neue Tiereltern zu finden. Sollte es tatsächlich im neuen Zuhause einmal nicht klappen, unterstützen wir Tier und Mensch dabei, eine gute Lösung für beide Seiten zu finden", klärt Dani Waller von Tierschutz Austria auf.

Adoption macht glücklich – und süchtig nach mehr

Adoption schenkt zwei Leben eine Chance: den Tieren, die sehnsüchtig auf ein Zuhause warten, und den Menschen, deren Alltag durch ein Haustier reicher und glücklicher wird. Wer den Schritt wagt, wird belohnt: 86 Prozent sind mit ihrem adoptierten Tier sehr zufrieden. Viele berichten von besonders anhänglichen Begleitern – wahres Glück auf vier Pfoten. Positive Erfahrungen wirken ansteckend: Wer adoptiert hat, würde es zu einem sehr großen Teil immer wieder tun (81 Prozent). Auch Erfahrungsberichte aus dem Umfeld stärken das Vertrauen – 39 Prozent kennen jemanden, der bereits adoptiert hat.

Ein Wermutstropfen: Alte und kranke Tiere bleiben einsame Ladenhüter

Trotz der wachsenden Offenheit bleiben Hürden: Jeder Zweite scheut sich vor der Adoption eines alten oder kranken Tiers, 38 Prozent befürchten Verhaltensprobleme oder schwierige Vorgeschichten. Vorurteile spielen ebenfalls eine Rolle – etwa die Annahme, Tierheime beherbergen vor allem "schwierige Fälle". Wer es besser weiß? 64 Prozent der Personen mit eigener Adoptions-Erfahrung würden ohne Bedenken auch Tieren mit Einschränkungen ein Zuhause geben.

Dani Waller bestätigt: "Viele, gerade auch ältere Tiere kommen aus den unterschiedlichsten Gründen ins Tierheim, etwa wegen einer Trennung in der Familie, finanziellen Umständen, Tod der Vorbesitzer oder weil sich der Hund nicht mit einem anderen Tier verträgt oder ein Familienmitglied allergisch wird." Daher warten Hunde und Katzen aller Altersgruppen und unterschiedlicher Rassen im Tierheim und hoffen darauf, den Lebensabend doch noch in einer liebevollen Familie verbringen zu dürfen.

Mars Austria arbeitet eng mit Tierschutz Austria zusammen

Trotz der Aufgeschlossenheit gegenüber Adoptionen aus dem Tierheim, befinden sich die Tierheime in Österreich weiterhin am Rande ihrer Kapazitäten und finanziellen Möglichkeiten. Um Unterstützung bei der Versorgung der Hunde und Katzen zu leisten, sammelt Mars Austria im Aktionsmonat September Geld, damit die Näpfe im Tierschutzhaus nicht nur zum Tierschutztag gefüllt werden können. So wird beim Kauf von drei Produkten der Marken Sheba® und Pedigree® je eine Mahlzeit für die Hunde und Katzen im Tierschutzhaus Vösendorf gespendet. Das Ziel der heurigen Unterstützungsaktion, die wieder mit auffällig gestalteten Displays und Schütten in den Geschäften präsent ist, sind 150.000 gespendete Mahlzeiten.

Nicht nur finanziell, sondern auch mit der tatkräftigen Unterstützung durch Freiwillige von Mars Austria wird im Tierschutzhaus da geholfen, wo Hilfe dringend benötigt wird: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen so zwei Tage lang die Möglichkeit, um beim Ausmisten, Reinigen und Füttern der Schützlinge von Tierschutz Austria aktiv mitzuwirken.

Simone Kolar von Mars: "Gemeinsam mit Tierschutz Austria wollen wir auch heuer das Augenmerk auf das wichtige Thema Tieradoption lenken. Denn jedes Tier verdient ein sicheres, glückliches und liebevolles Zuhause. Das Tierschutzhaus in Vösendorf leistet Großartiges nicht nur bei der Vermittlung, sondern auch bei der tagtäglichen Versorgung vieler Hunde und Katzen. Wir sind stolz, Tierschutz Austria auch dabei unterstützen zu können."

Auch auf globaler Ebene setzt sich Mars für mehr Adoption ein: Im Rahmen des weltweiten "Global Adoption Weekend" finden in zahlreichen Ländern Aktionen und Initiativen statt, die Tierheime unterstützen und Adoptionsinteressierte zusammenbringen. Damit möchte Mars das Bewusstsein für die Bedeutung von Adoption international stärken und gleichzeitig lokale Tierheime fördern.

Über den ersten österreichischen Haustierreport

Online-Umfrage, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Triple M im Auftrag von Mars zwischen dem 7. August und 13. August 2025 unter 790 Österreicher:innen im Alter von 18 bis 79 Jahren. Die maximale Fehlerquote beträgt 3,5 Prozent.

Über MARS

Seit mehr als einem Jahrhundert wird Mars, Incorporated von der Überzeugung angetrieben, dass "die Welt, die wir uns morgen wünschen, damit beginnt, wie wir heute handeln". Diese Idee steht im Mittelpunkt des globalen Familienunternehmens. Mit einem vielfältigen und expandierenden Portfolio von Süßwaren, Lebensmitteln und Tiernahrungsprodukten sowie Dienstleistungen für Haustiere erwirtschaften heute 150.000 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Jahresumsatz von 54,5 Milliarden US-Dollar weltweit. Zu den in Österreich bekanntesten Marken von Mars gehören: M&M's®, SNICKERS®, TWIX®, BALISTO®, CELEBRATIONS®, ORBIT®, AIRWAVES®, BEN'S ORIGINAL™, SHEBA®, WHISKAS®, KITEKAT®, CESAR®, PEDIGREE®, CATSAN®.

Tierschutz Austria. Die Stimme der Tiere. Seit 1846.

Tierschutz Austria, der Wiener Tierschutzverein, wurde 1846 gegründet und ist Österreichs ältester Tierschutzverein. Unter dem Namen "Tierschutz Austria" setzt sich der Verein landesweit für den Schutz und das Wohl von Tieren ein. Im Tierschutzhaus wurden 2024 über 10.000 Tiere betreut. Darüber hinaus engagiert sich Tierschutz Austria für eine Gesellschaft, die das Lebensrecht aller Tiere und den Schutz ihrer Lebensräume respektiert.