Havels Vorahnung 1966: Merz 2026

5. Oktober 2026 – Vor genau 90 Jahren ist Václav Havel geboren. Vor 60 Jahren schrieb er: „Sie ist einer ungeheuerlichen Zentrifuge vergleichbar, die es fertigbringt, jeden Wert in ihren verhexten Wirbel zu ziehen und nach und nach zu zermalmen. Sie erreicht ihren Höhepunkt in der besonderen Fähigkeit, das konkrete Material nicht zu sehen, Ursprung und Besonderheit der Werte zu missachten, die Realität um sich herum überhaupt nicht wahrzunehmen, die realistische Bewertung der Dinge zu umgehen; sie sieht nur sich selbst, erstarrt in einem gewissen selbstgefälligen, isolierten, einwärts gerichteten Blick, sie verwandelt ringsum alles in bloße Argumente ihrer eigenen abstrakten Wahrheit, sie interessiert sich für alles nur noch vom Standpunkt der Einordnung in ihr Schema.“ (Quelle: V. Havels Essay „Über die dialektische Metaphysik)

Wen oder was immer Havel 1966 mit „sie“ gemeint haben mag – es ist unerheblich. Geradezu gespenstisch ist, was er damit über Erscheinungen des Jahres 2026 gesagt hat.

Man kann vermuten, dass Havel ein Phänomen seiner Zeit vor Augen hatte, als er diese Sätze schrieb. Man muss annehmen, dass er keine Prophezeiung für unser Jahrzehnt treffen wollte. Das alles ist Spekulation. Gewissheit haben wir, in die Gegenwart blickend, dass Havel (philosophisch gesprochen) ein Phänomen, (religiös gesprochen) einen Dämon beschrieben hat, der in unserem Jahrzehnt in Erscheinung getreten ist und sich 2026 manifestiert hat. Wer ist „sie“? Ihr Name ist (gendergerecht) Friedrich Merz.

Doch Merz steht nur pars pro toto. Das Ganze versammelte sich bei der Verleihung des „Westfälischen Friedenspreises“ am 1. Oktober 2026 in Münster.

Die Juroren des so genannten Friedenspreises sind neben Bundeskanzler und Vorsitzender der CDU Deutschland Friedrich Merz: 1. Vorsitzender des Vorstandes, Geschäftsführer Miele & Cie. KG Gütersloh Dr. Reinhard Zinkann, Bundesminister a. D. Sigmar Gabriel, Deutscher Botschafter in Russland Alexander Graf Lambsdorff, ehemaliger Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker, Ministerpräsident von Baden-Württemberg Cem Özdemr, Chef des Hauses Hohenzollern Georg Friedrich Prinz von Preußen, Ministerpräsident a.D. Freistaat Sachsen Stanislaw Tillich, ehemaliger Präsident der Deutschen Bundesbank Dr. Jens Weidmann, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst und nicht zuletzt Ehrenvorsitzender der Jury Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland Dr. Frank-Walter Steinmeier. Verwunderlich nur, dass die Alleinherrscherin über die EU, VdL, in dieser illustren Männerrunde fehlt.

„Die Zeit“, das Zentralorgan der teutschen Regierungstreue, schreibt über das staatstragende Ereignis: „Die Nato hat den Westfälischen Friedenspreis bekommen. In seiner Laudatio beschwört der Kanzler ihren Zusammenhalt. Der Ukrainekrieg dürfe Europa nicht spalten. … Wenn es nicht gelinge, »Moskau Einhalt zu gebieten, dann wird sich die russische Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns, gegen die Nato selbst richten«, warnte Merz. »Vor dieser Gefahr dürfen wir nicht die Augen verschließen.« Denn dann käme drei Generationen nach 1945 der Krieg zurück: »Würde dann das Baltikum zu einem Schlachtfeld des Drohnenkampfs wie heute der Donbas?«, fragte Merz. »Welchen europäischen Großstädten würden die ballistischen Raketen gelten, die Russland heute auf die Bevölkerung Kyjiws und Charkiws feuert? Würden am Ende auch wir Deutsche das Grauen des Krieges wieder am eigenen Leib zu spüren bekommen?«“

Das weltweit am schnellsten und aggressivsten expandierende „Friedensbündnis“, die Nato und ihr Generalsekretär Mark Rutte, haben nun den einstmals ehrenwerten Preis erhalten, der erstmals 1998 verliehen wurde. Man kann Geschichte nicht erfinden, man kann sie auch nicht rückgängig machen; der erste Preisträger war der damals amtierende tschechische Präsident Václav Havel.

Die persönliche Geschichte von Václav Havel reichte von der Okkupation durch die Deutschen, über die Enteignung durch die Kommunisten, den Prager Frühling und seine Niederschlagung durch die Sowjetunion 1968 bis zur Samtenen Revolution 1989, die „Eroberung des Hradschin“ und seine Präsidentschaft bis 2003. Den Finanzcrash 2008 hat er noch bis zu seinem Todestag am 18.12.2011 miterlebt.

Auch wenn die Finanzkrise nach 2008 Weltuntergangserwartungen weckte, so zumindest keine Weltkriegsstimmung. Heute schürt ausgerechnet das deutsche Establishment den Krieg. Nicht verdeckte Andeutungen und Ankündigungen, um die Kriegsstimmung im Land zu wecken, sondern offene Vorbereitungen zum Krieg durch Milliardenausgaben für die Aufrüstung, sowie unverhohlene Kriegspropaganda voller Hass, Ignoranz, Selbstgefälligkeit und Menschenverachtung. Der Anführer dieser Machenschaften: Friedrich Merz – Hand in Hand mit der Jury des Westfälischen Friedenspreises und 400 Teilnehmer der Verleihung in Münster.

Nur Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war in Münster nicht dabei. Er hatte allerdings schon zwei Tage später, am 3. Oktober (Tag der deutschen Einheit) seinen großen „habt Mut zur Erneuerung“-Auftritt und am Ende seiner Rede zwei Minuten standing ovations! Das Establishment feiert sich selbst mit „einwärts gerichteten Blick, es verwandelt ringsum alles in bloße Argumente ihrer eigenen abstrakten Wahrheit“. Das Establishment ist keine Elite, keine Aristokratie, keine Avantgarde; es ist eine Auslese. Die Negativauslese der Parteisoldaten! Parteisoldaten, die sich in den geschlossenen Anstalten und von den geschlossenen Rundfunkanstalten selbst feiern. Wie es gleichzeitig auf den Straßen zugeht, wie das Volk denkt, das kann man in dutzenden Videos auf X.com sehen.

Frollein B.@Bloominje – Am 1. Oktober in Münster im Historischen Rathaus verleiht BlackRock-Kanzler #Merz, der zum Krieg gegen Russland trommelt, der NATO den Westfälischen #Friedenspreis und winkt vom Balkon. Das Orchester spielt – die Menschen toben vor Wut und brüllen: «Mörder! Blut an Euren Händen!»

PRESSEINFORMATION

Aussender: Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe e.V. WWL

Internationaler Preis des Westfälischen Friedens

Merz, Wüst und Rutte demonstrieren Stärke gegenüber Russland

Münster, 01. Oktober 2026 – Die NATO und die internationale Jugendbewegung socioMovens sind an diesem Donnerstag im Historischen Rathaus zu Münster mit dem Internationalen Preis des Westfälischen Friedens 2026 ausgezeichnet worden. NATO-Generalsekretär Mark Rutte nahm den Preis stellvertretend für das Bündnis entgegen. Die Laudatio hielt Bundeskanzler Friedrich Merz. Er überreichte anschließend gemeinsam mit Dr. Reinhard Zinkann, Vorstandsvorsitzender der ausrichtenden Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL), die Preis Statue. Der Jugendpreis ging an socioMovens für ihr Engagement zur Begegnung, sozialen Verantwortung und den europäischen Zusammenhalt.

Die Laudatio hielt Kardinal Michael Czerny, Migrationsbeauftragter des Heiligen Stuhls. Der von der WWL verliehene Preis ist mit insgesamt 100.000 Euro dotiert und geht je zur Hälfte an die beiden Preisträger. Mit der Auszeichnung wird die NATO als stabilisierender und verlässlicher Partner in einer Zeit globaler Unsicherheit gewürdigt. Im Mittelpunkt stehen die gemeinsame Verantwortung demokratischer Staaten, die Bindung an Regeln und die Fähigkeit, Partnerschaften über Grenzen hinweg zu stärken. Das Preisgeld der NATO kommt einer gemeinnützigen Organisation in der Ukraine zugute.

Mark Rutte nimmt Auszeichnung für NATO entgegen. In der Eröffnungsrede des Festakts in der „Friedensstadt Münster“ machte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst deutlich, dass dauerhafter Frieden diplomatische Beharrlichkeit, glaubwürdige Verteidigungsfähigkeit und Vertrauen zwischen Staaten und Gesellschaften voraussetzt. „Frieden und Sicherheit in Europa stehen wieder unter großem Druck. Von außen, das wissen wir spätestens seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine. Aber auch von innen. Populisten und Extremisten greifen die Werte an, auf denen unser friedliches Europa steht“, so Wüst. Nach der Eröffnung stand zunächst die Ehrung von socioMovens auf dem Programm.

Anschließend hielt Bundeskanzler Friedrich Merz die Laudatio auf die NATO. NATO Generalsekretär Mark Rutte nahm die Auszeichnung persönlich entgegen. In seiner Laudatio schlug Bundeskanzler Merz die Brücke vom Westfälischen Frieden zur heutigen Rolle der NATO. „Die NATO ist bis heute vor allem anderen eine Allianz der Freiheit. Sie steht auch in der Tradition von Münster und Osnabrück. Sie schützt unsere Sicherheit und unseren Wohlstand. Sie dient dem Frieden“, sagte Merz. „Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg.“

Zugleich betonte der Bundeskanzler die wachsende Verantwortung Europas und Deutschlands innerhalb des transatlantischen Bündnisses. „Deutschland ist willens, fähig und bereit, in einem erneuerten Bündnis mehr Verantwortung zu tragen. Es leistet seinen Teil dazu, die NATO europäischer zu machen, damit sie transatlantisch bleibt“, erklärte Merz. Auf den Krieg in der Ukraine bezogen fand Merz ebenfalls deutliche Worte, adressiert an die russische Führung. Denn Russland breche in der Ukraine mit äußerster Brutalität die grundlegendsten Regeln des Völkerrechts und der europäischen Ordnung. „Einigkeit und Recht und Freiheit wollen wir auch gegenüber einer russischen Politik bewahren und beschützen, die diese Werte fürchtet, verachtet und immer hemmungsloser attackiert.“

„Umso weniger werden wir uns durch Cyberangriffe, Drohnen und Online-Propaganda beeindrucken lassen. Wir stellen uns auf weitere hybride Angriffe ein, auch auf schwere. Kämen sie, dann würden wir wie nach Leipzig schnell und sehr klar antworten“, so Merz weiter. In seiner Dankesrede unterstrich Mark Rutte die Bedeutung des Bündnisses für die Sicherheit und den Zusammenhalt seiner Mitgliedstaaten seit mehr als 75 Jahren. Die NATO stehe dabei nicht nur für militärische Fähigkeiten, sondern auch für das politische Versprechen, dass demokratische Staaten füreinander einstehen und kein Mitglied einem Aggressor allein gegenübertreten muss. „Meine Botschaft lautet: Weitermachen und die Ukraine unterstützen. Wir sind gut aufgestellt um jeden Zentimeter zu verteidigen. Putin will einschüchtern und herausfordern aber es wird ihm nicht gelingen“, so Rutte. Das Bündnis stehe zu seinen Partnern wie ein westfälisches Pferd mit Stärke, Geschwindigkeit und Ausdauer. Es gehe um die essentiellen Fähigkeiten der NATO und dazu gehöre auch die Teamarbeit aller Mitgliedsstaaten. „Ein Angriff gegen einen ist ein Angriff gegen alle und baue auch auf die deutsche Standfestigkeit“, rief Rutte den mehr als 400 Gästen zu.

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Die berliner-zeitung.de (2.10.2026) berichtet darüber: „Zum Abschluss der Feier zeigten sich Merz, Rutte und Wüst auf dem Balkon des Historischen Rathauses. Eine Blaskapelle spielte die Nationalhymne und die Europahymne, gestört von etwa 30 bis 40 Demonstranten, die „Mörder“ und „Blut an euren Händen“ riefen.“

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Sogar der Regierungsfunk tagesschau.de (1.10.2026) konnte nicht verschweigen: „Während Merz in seiner Rede die NATO als Preisträger verteidigte, versammelten sich in Münsters Innenstadt Demonstrierende, um gegen die Gewinnerauswahl zu protestieren. … Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens ist mit insgesamt 100.000 Euro dotiert. Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe vergibt ihn in der Regel alle zwei Jahre für Engagement zur Erhaltung des Friedens und der Eigenständigkeit Europas. Das Preisgeld der NATO kommt einer gemeinnützigen Organisation in der Ukraine zugute.“ Fragt sich nur, warum dann diese (nicht genannte Organisation) den Preis gleich direkt erhalten hat.