21. Mai 2026 - (Presseinformation von Attac) - Heute, am 21. Mai, findet in den Wiener Werkshallen das Drohnensymposium „DroneVation & Defence“ statt. Mit dabei sind Konzerne wie Elbit Systems und Lockheed Martin, die wegen Beihilfe zu Israels Kriegsverbrechen in der Kritik stehen. Sie bewerben in Wien neueste tödliche Kriegstechnologien und vernetzen sich mit Militärvertreter*innen.

Vor dem Veranstaltungsort protestierte heute Morgen auch Attac gegen das automatisierte Töten durch Kampfdrohnen und die Kriegsprofite der Rüstungskonzerne.„Mit dem Symposium bekommen Waffensysteme für billiges Töten auf Knopfdruck eine breite Bühne – die verheerenden Folgen werden ausgeblendet“, kritisiert Max Hollweg von Attac Österreich. Statt der Bewerbung sei eine Ächtung sowie eine Debatte über ein völkerrechtliches Verbot dieser Waffensysteme nötig.
Kritik an Tanner-Auftritt und Rekord-Aufrüstung
Neben Sponsoren wie Rheinmetall unterstützt auch das österreichische Bundesheer das Event. “Ministerin Klaudia Tanner scheut sich nicht, Seite an Seite mit Konzernen aufzutreten, die wegen Korruption, Geldwäsche und Beihilfe zum Völkermord in der Kritik stehen”, erklärt Hollweg. Attac kritisiert zudem die geplanten Rekord-Militärausgaben im Budget. In einer aktuellen Attac-Petition fordern bereits mehr als 1400 Menschen stattdessen mehr Mittel für die Bereiche Umwelt, Soziales und Frieden.
Elbit Systems: Drohnenlieferant für den Genozid in Gaza
Elbit Systems ist einer der größten Rüstungskonzerne Israels und Hauptlieferant von Drohnen und weiterem Militärgerät an die israelischen Streitkräfte. Seine autonomen Drohnen werden von der israelischen Armee (IDF) beim Genozid in Gaza sowie bei der völkerrechtswidrigen Besatzungspolitik im Westjordanland eingesetzt. Der norwegische Staatsfonds und weitere institutionelle Investoren haben ihre Investitionen in Elbit aus ethischen Gründen beendet – insbesondere wegen der Beteiligung an Überwachungssystemen für die laut IGH menschenrechtswidrige Sperranlage im Westjordanland.
Die NATO hat Elbit aufgrund von Ermittlungen wegen Korruption, politischer Einflussnahme und Geldwäsche von Vergabeverfahren für Rüstungsaufträge ausgeschlossen. Der Konzern beliefert über seine österreichische Tochtergesellschaft ESLAIT GmbH das Bundesheer.
Auch Lockheed Martin und Stark Defence/Palantir sind Profiteure des Genozids
Der US-Rüstungsgigant Lockheed Martin liefert Kampfjets und schweres Kriegsgerät an das israelische Militär – auch nachdem öffentlich bekannt wurde, dass diese Waffen gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden. Ein Bericht der UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete aus dem Jahr 2025 listet Lockheed Martin explizit als Profiteur und Unterstützer des Genozids in Gaza.
Stark Defence, ebenfalls auf dem Wiener Symposium präsent, gehört zum Unternehmensumfeld des ultrarechten Trump-Unterstützers Peter Thiel. Das Unternehmen ist auf automatisierte Zielerfassung spezialisiert – eine Technologie, deren verheerende Konsequenzen sich zuletzt beim US-israelischen Angriff auf den Iran zeigten: Aufgrund veralteter Daten wurde durch die Software von Palantir eine Mädchenschule als Angriffsziel identifiziert. 168 Menschen, vorwiegend Schülerinnen, wurden dabei getötet.
Auf dem Gelände eines ehemaligen Außenlagers des KZ Mauthausen
Hauptveranstalter des Drohnensymposiums ist die Zeitschrift „Militär Aktuell“, der Ort befindet sich auf dem Gelände eines ehemaligen Außenlagers des KZ Mauthausen. „Eine Veranstaltung, die aus der Vermarktung von Waffen Profit schlägt, darf in Wien keinen Platz haben, schon gar nicht auf einem ehemaligen KZ-Gelände“, erklärt Hollweg.
