Autor: Hubert Thurnhofer

Die acht Todsünden

12. Oktober 2023 – Heute vor genau 50 Jahren wurde bekanntgegeben, dass Konrad Lorenz mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurde. Im Februar des Jahres 1973 erschien seine Denkschrift „Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit„, eine Mischung Aus Predigt, Ethik und Wissenschaftskritik, sowie eine Art Prolegomena zum erkenntnistheoretischen BuchDie Rückseite des Spiegels“.


Konrad Lorenz 44 77

Lorenz selbst bezeichnet „Die acht Todsünden“einleitend als „Jeremiade, eine an die ganze Menschheit gerichtete Aufforderung zu Reue und Umkehr, von der man meinen könnte, daß sie einem Bußprediger, wie dem berühmten Wiener Augustiner Abraham a Santa Clara, besser anstünde als einem Naturforscher. Wir leben aber in einer Zeit, in der es der Naturforscher ist, der gewisse Gefahren besonders klar zu sehen vermag. So wird ihm das Predigen zur Pflicht.“

Dieser Intention folgend hier vorab der Predigt-Teil:

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BWB Interims-Direktorin nun definitiv

11. Oktober 2023 – Zwei Jahre haben die grün-türkisen Postenschacherer gebraucht, um die Geschäftsführung der Bundeswettbewerbsbehörde BWB zu besetzen. Es wurde die interimistische Direktorin Harsdorf-Borsch, die seit seit 2009 für die BWB tätig ist, nun definitiv.

„Seit Dezember 2021 wird die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) interimistisch geleitet. Die Regierungsparteien konnten sich fast zwei Jahre lang nicht einigen, wer an der Spitze jener Behörde stehen soll, die in Zeiten steigender Preise eine zentrale Rolle einnahm. Am Dienstag teilte die Regierung überraschend mit, dass Natalie Harsdorf-Borsch den Job übernehmen wird – und nicht Michael Sachs“, berichtet ORF.at (10.10.23)


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Am 21. Juni hat die BWB ihren Jahresbericht 2022 vorgestellt. Die BWB wurde im Jahr 2002 als unabhängige Wettbewerbsbehörde eingerichtet und feierte im Jahr 2022 ihr 20-jähriges Bestehen.

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2023.10.14 WHO NO GO!

Update 4. März 2024 – Im Mai 2024 findet die Gesundheitsversammlung der WHO statt, wo voraussichtlich über zwei wichtige Projekte abgestimmt wird:
·       die Internationalen Gesundheitsvorschriften (IHR)
·       und den Pandemievertrag (WHO CA+)
Die Wissenschaftliche Initiative Gesundheit für Österreich hat sich am 27. Februar 2024 in einem offenen Brief mit drei Forderungen an die Nationalratsabgeordneten, Landespolitiker sowie an die Mitglieder der österreichischen Verhandlungsdelegation für die WHO Konvention gewandt,

Samstag, 14 Oktober 13:00 Uhr Heldenplatz

Marsch um den Ring ab 15:00 Uhr

Frei nach dem Motto „Gemeinsam – kein Platzhirsch – kein Anführer“ will Hannes Brejcha und sein Team von Fairdenken in Wien wieder der Ring beleben. Es gibt bereits viele positive Rückmeldungen, wobei vereinzelt leider die altbekannte Aussage „wenn XY dabei ist, mache ich nicht mit“ darunter zu finden ist. Doch Ziel ist es, die Egos hinten anzustellen und gemeinsam etwas Großes auf die Beine zu stellen.


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Fairdenken Austria, Foto im Hintergrund (C) Alois Endl / demofotos.at

Folgende Sprecher haben bereits zugesagt:

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Eherecht: Afghanen-Scheidung in Österreich

10. Oktober 2023 – Man stelle sich vor, ein Ehepaar aus Afghanistan lebt in Österreich vermutlich schon mehr als ein Jahrzehnt. Es ist hierher mit zwei Kindern gekommen, die mittlerweile volljährig sind, zwei weitere Kinder sind minderjährig. Nun will sich der Mann scheiden lassen. Einvernehmlich. Dafür findet er in Österreich ein Gericht, das den Fall behandelt. Mittlerweile hat der Fall bereits das Oberste Gericht OGH beschäftigt, das am 31. Mai 2023 eine Entscheidung getroffen und den Fall an das Erstgericht zurück verweisen hat. Das Erstgericht hat vergessen die Ehefrau zu fragen, ob sie ebenfalls eine „einvernehmliche“ Scheidung wolle. Aber die Pointe kommt erst: es muss zunächst festgestellt werden, ob sich die Ehefrau als verheiratet betrachtet, denn ein amtliche Ehedokument aus Afghanistan liegt nicht vor.

„Es gibt Fälle, in denen österreichische Gerichte ausländisches Recht anwenden müssen. Etwa, wenn Migranten, die in ihrem Herkunftsland eine Ehe geschlossen haben, sich scheiden lassen“, schreibt Philipp Aichinger auf blogasyl.at (18.9.2023) und schildert das Scheidungs-Begehren eines afghanischen Vaters von vier Kindern. Die Ehe wurde 1996 in Afghanistan von einem Mullah (nicht amtlich) geschlossen. 

Ergänzung 18. August 2025 – Scharia in Österreich: Zwei Männer hatten vertraglich festgelegt, dass bei Streitigkeiten ein Schiedsgericht auf Basis islamischer Rechtsvorschriften entscheiden solle. Als es tatsächlich zum Konflikt kam, verurteilte dieses Schiedsgericht einen der Beteiligten zur Zahlung von 320.000. Euro. Nach Anfechtung dieses Urteils, bestätigte das Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen den Schiedsspruch.  „Die juristische Konsequenz ist weitreichend: Islamische Rechtsvorschriften können bei vermögensrechtlichen Ansprüchen in Schiedsvereinbarungen wirksam vereinbart werden. Sie gelten als Rechtsregeln im Sinne des § 603 ZPO (Zivilprozessordnung). Das Gericht betonte, dass nicht einzelne Bestimmungen des islamischen Rechts auf Vereinbarkeit mit dem ordre public (öffentliche Ordnung) geprüft werden müssen, sondern nur das Ergebnis des Schiedsspruchs. Da keine Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen die Grundwertungen der österreichischen Rechtsordnung vorlagen, wurden sämtliche Aufhebungsgründe verneint.“ (Details: kosmo.at 18.8.25)

Siehe auch: Scharia im Privatrecht: Ministerium warnt vor „Schnellschüssen“ (ORF.at 21.8.25)

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Arbeit: Fluch oder Segen?

Am Tag des Herrn, 8. Oktober 2023 – Seit der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies steht die Arbeit unter dem Fluch „im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen“ (1. Mose 3). Noch bis zum Ende des 19. Jahrhundert war die Befreiung der Arbeiterklasse verknüpft mit der (utopischen) Idee, dass diese Revolution dann vollendet sei, wenn die Befreiung des Menschen von der Arbeit an sich erreicht wäre. Das vergessen heute insbesondere die gewerkschaftlich organisierten Sozialisten, die sogar ein Recht auf Arbeit fordern. Damit finden sich im selben Boot wie die Vertreter der Wirtschaftskammer. Die „Arbeitnehmervertreter“ im harmonischen Gleichklag mit den „Arbeitgebervertretern“. So schickte heute (Sonntag!) Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark, folgende Mail mit dem Tiitel: „Arbeit als Fluch?! Nicht mit uns!“


Leistung Arbeit Zdrahal

Illustration von Ernst Zdrahal

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Fugléwicz-Bren Marion: Die Philosophen kommen

Buchpräsentation: am 18. November 2023, um 19:00 im Café Moccati, 1090 Wien, Porzellangasse 37 Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Webseite die-philosophe-kommen.at und der Buchreihe veröffentlicht die Autorin Marion Fugléwicz-Bren ein Tagebuch. Es enthält Erinnerungen an philosophische Interviews, Festivals und auch kleine biographische Gedanken, Blogbeiträge, Ideen oder Erinnerungsfetzen an unzählige Gespräche und Überlegungen. Manche Ereignisse der letzten […]

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2023.10.08 Wochenrückblick KW 40

2. bis 8. Oktober 2023

+ Kickl und Klien  – Nun also isses passiert, FPÖ-Chef Herbert Kickl bzw. ein Muskelprotz seiner Security hat zugeschlagen, nein: nur zugepackt. Aber wie auch immer: getroffen hat er damit Kickl, denn unsanft angepackt wurde ORF-Nervensäge Late-Night Quassler Peter Klien. Wie erste parteiübergreifende Reaktionen bis hin zu Reporter ohne Grenzen belegen, wird dies den Aufreger Nehammer/Hamburger bei weitem übertreffen. (Quelle: DerStandard.at 6.10.23) Man sollte jedoch eines nicht vergessen: die gezielten Provokationen und Inszenierungen des ORF-Hofnarren Klien haben mit Journalismus nichts zu tun. Falls der ORF u.a. Medien das behaupten, dann ist dies ein weiteres Kapitel aus der Serie „Der ORF verbreitet Falschinformationen„. 


Natonalfeiertag 2023

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Minima Energetica

von Hans Saenger

Der Autor wurde 1949 geboren, studierte Elektrotechnik an der TU Wien und verbrachte sein Berufsleben in der Elektroindustrie. Immer wieder schriftstellerische Versuche, die sich in den letzten zehn Jahren intensivierten. Der vorliegende Text ist Teil des zeitkritischen Essaybandes „Wider den Stachel“, erschienen 2023 (Band 4 der Serie „Kleine Schriften“. Siehe auch Band 3 „Fluewatch“)

1. Einleitung

Als ob wir durch Corona nicht schon genug gebeutelt worden wären: Jetzt hat uns auch noch die Energiekrise erwischt. Jedermann spürt sie schmerzlich, besonders dort, wo wir alle am vulnerabelsten sind: in unserer Geldbörse.

Freilich ist die allgemeine Unwissenheit in energetischen Dingen, insbesondere was die Erzeugung von elektrischer Energie betrifft, groß. Sie verhält sich proportional zur Leidenschaft, mit der dieses Thema in der Öffentlichkeit diskutiert wird, und zwar mit maximaler Leidenschaft, doch leider mit minimalem Wissen. Wie in seinem Titel angedeutet, ist der Sinn des vorliegenden Essays daher, in hoffentlich verständlicher Form jenes Minimum an Wissen in diesen Dingen zusammenzutragen, um den Leser in die Lage zu versetzen, in diesen Fragen mitreden zu können und nicht nur mitzuschwätzen.


Strom Solar Hochspannung

SIEHE AUCH: Andreas Luczak: Deutschlands Energiewende (2024)

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Flatscher Alfons: Amerika ist anders

Neuerscheinung Oktober 2023 – Amerika ist anders: Buch bestellen (jotform.com)

Report-Herausgeber Alfons Flatscher beschreibt in seinem neuen Buch mit dem Titel „Amerika ist anders“ seine Erfahrungen, die er in mehr als zehn Jahren als USA-Korrespondent des Report-Verlages gemacht hat. Das Buch ist ein gemenisames Projekt mit seiner Tochter Alina, die Layout und Grafik-Illustrationen beigesteuert hat.

Mit seinen Lebens- und Berufserfahrung erlaubt Flatscher Einblicke hinter die Kulissen des amerikanischen „Mindset“, ein Begriff, der in den Ohren eines Österreichers „typisch amerikanisch“ klingt. Was alles „typisch amerikanisch“ ist, erzählt Flatscher in 62 amüsanten Kurzgeschichten und errichtet damit eine sehr persönliche transatlantischen Brücke.

Flatscher: „Die Amerikaner wollen von einem Europäer wissen, was sich am alten Kontinent tut und sie geben offen zu, dass sie selbst nicht einen blassen Schimmer haben, wie die Welt jenseits des Altantik so tickt. Manchmal habe ich den Verdacht, es interessiert sie auch nicht wirklich, weil sich in ihnen das Konzept des musealen Europas gefestigt hat: Europa ist der Flecken Erde, den man bereist, wenn man sich anschaun will, woher man kommt. Es ist die Vergangenheit. In einem Land das manisch besessen ist von der gestaltbaren Zukunft, ist die Strahlkraft des Historischen begrenzt.

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Goldmann Wilhelmine: Rote Banditen

Geschichte einer sozialdemokratischen Familie

Promedia Wien 2023. (Verlagsinformation)

Wilhelmine Goldmann gehört zu den VertreterInnen jener Generation, die erst sehr spät angefangen hat, Fragen zu stellen. Die Geschichte ihrer Familie, vor allem die folgenschweren Auswirkungen des österreichischen Bürgerkriegsjahres 1934, blieb ihr lange verborgen. Es bedurfte mühsamer Recherchearbeit, um sie an die Oberfläche zu holen. Das Ergebnis ist eine über das Private hinausgehende Erzählung einer österreichischen Arbeitergeschichte. Am Beispiel ihrer Eltern macht Wilhelmine Goldmann die Entwicklung der Arbeiterklasse aus tiefem Elend zu Bildung und Wohlstand sichtbar. Ausgangspunkt ist der Industrieort Traisen im südlichen Niederösterreich.


Goldmann Znidar

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