Willemsen Roger: Das Hohe Haus

„Von Denis Scheck in den Müll geworfen“, rezensiert Roger Willemsen den Rezensor. Nach dem Tod des Literaturpapstes Marcel Reich-Ranicki konnte diese Stellung nicht mehr nachbesetzt werden. Aber Deutschlands Literaturgemeinde hat in Denis Scheck ihren Oberinquisitor gefunden, der Bestseller in den Himmel lobt oder – nein, nicht verteufelt, aber symbolisch in den Müll schmeißt. Mit einem entsprechenden Kommentar: „Für sein neues Buch [Das Hohe Haus. Ein Jahr im Parlament.] ist Roger Willemsen dahin gegangen, wo’s wehtut. Ein Jahr hat er sich zu intellektuellem Pfahlsitzen im Zentrum der vom Volke ausgehenden Macht verdonnert und die Debatten im Deutschen Bundestag mitverfolgt. Für einen an quecksilbrige Denkbewegungen und virtuose Sprachakrobatik gewohnten Mann wie Willemsen sicher kein leichter Weg. Das Ergebnis sind Innenansichten aus dem deutschen Politikbetrieb, deren Erkenntnistiefe niemanden kaltlassen wird: „Merkel hat einen Fleck am Revers entdeckt, rubbelt, hebt ihre rote Henkeltasche an, hält ihren gelben Kuli aufrecht. … Merkel schmiegt jetzt die Wange in eine Hand. … Merkel ist inzwischen ins Innere ihrer Tasche zurückgetaucht.“ Dieses Buch hat der deutsche Politikbetrieb verdient.“

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Wohlmeyer Heinrich: Globales Schafe Scheren

Wohlmeye Heinrich

Gegen die Politik de Niedergangs, 2006

Es ist der Wunsch aller Schafe, nicht geschoren zu werden. Karl Kraus

Warum wehren sie sich dann nicht? Heinrich Wohlmeyer

Weil sie nur folgen gelernt haben. Hubert thurnhofer

4. Jänner 2025 - Der Autor ist ein Mann der Tat. Die Liste seiner Funktionen und Positionen, die er im Laufe eines langen Lebens inne hatte, wird nur übertroffen von der Liste an Titeln, die er erworben, und Ehrentiteln, die ihm verliehen wurden. Als Autor folgt er seinem Erfolgsrezept als Manager: „I. Sehen, II. Urteilen, III. Handeln. Es ist schwer, Breite und Tiefe von Wohlmeyers Analysen und Urteilen, wiederzugeben. Deshalb beschränkt sich ethos.at mit „The Best of…“ - immer in Hinblick darauf, dass diese Zeilen vor rund 20 Jahren geschrieben wurden.

Foto: Dr. Wohlmeyer mit dem Bild "Das letzte Abendmahl" von Albert Hoffmann im Kunstraum, 2016

SIEHE AUCH: Vorhalt an die Bundesregierung vom November 2021

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Wolffsohn Michael: Zum Weltfrieden

Untertitel: Ein politischer Entwurf, erschienen in München, 2015

Was an Michael Wolffsohn (geb. 1947 in Tel Aviv) am meisten überrascht ist seine Beamtenkarriere. Er lehrte von 1981 bis 2012 an der Universität der Bundeswehr München Neuere Geschichte, wie wikipedia weiß. Hier erfährt der Leser auch, dass er immer wieder in deutschen Talkshows mit nonkonformen Bemerkungen aufgefallen ist. So sagte er 2004 bei Maischberger. „Wenn wir mit Gentleman-Methoden den Terrorismus bekämpfen wollen, werden wir scheitern. […] Als eines der Mittel gegen Terroristen halte ich Folter oder die Androhung von Folter für legitim.“ Weiters zählt wiki 16 Auszeichnungen und 16 Bücher des Historikers auf. Fast scheint es, als hätte jedes seiner Bücher eine Auszeichnung bekommen. Doch es war auch eine Auszeichnung der Gartenstadt Atlantic beim Wettbewerb „Das beste Konzept für innerstädtisches Wohnen“ dabei.

2015 erschien sein Buch „Zum Weltfrieden. Ein politischer Entwurf“. Schon einleitend bekennt Wolffsohn: „Der Titel verspricht mehr, als ich halten kann.“ In Geschichte und Gegenwart hat der Autor sechs Möglichkeiten zur Problembewältigung gefunden:

Möglichkeit 1 ist die Dominanz der Gruppe A über die Gruppen B, C usw

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