2026.09.30 Monatsrückblick September

+ „Ersparnisse sind träge“, sagt VdL. „10 Billionen Euro liegen auf den Bankkonten der Europäer – zu viel, findet Ursula von der Leyen. Vor französischen Unternehmern erklärte sie, dieses Geld müsse „in den Dienst der Wirtschaft” gestellt werden. Kritiker sehen darin einen gefährlichen Anspruch auf privates Vermögen.“ (exxpress.at 2.9.2026) + + Das Geldvermögen der Haushalte ist in Österreich 2025 um fünf Prozent auf 968,6 Mrd. Euro angewachsen. Inflationsbereinigt wuchs das Geldvermögen um 1,4 Prozent. (ORF.at 29.9.2026) + + + ethos.at empfiehlt: Wer nicht weiß wohin mit seinen Ersparnissen – klick auf https://kunstsammler.at

+ Schulbeginn: Die Lehrerin Susanne Wiesinger gibt Einblick, womit Schulen heute täglich zu kämpfen haben; in ihrem Buch „Gebt unseren Kindern eine Chance!“ (Bericht frauen-business.at) + + Lehrer (Teacher X) rechnet ab: In Wiener Klassen ist Deutsch schon die Ausnahme. (report24.news 3.9.2026)

+ Kopftuchverbot 2020: VfGH hebt Kopftuchverbot auf (ORF.at 11.12.2020) + + Kopftuchverbot 2026: Bildungsminister Wiederkehr sieht Erfolg (ORF.at 18.9.2026)

+ Förderskandal: Der insolvente „Bund Europäischer Jugend“ (BEJ) soll nun Subventionen zurückzahlen. Nachdem bekannt wurde, dass der Verein statt der angegebenen 81.000 Mitglieder bei Kontrollen lediglich 1.738 Namen nachweisen konnte, fordert die Republik nun über sechs Millionen Euro an Steuergeldern zurück.

+ Selbsterkenntnis von Thomas Glavinic: „Ein guter Roman ist klüger als der Autor“. Tiefgehendes Interview mit dem Autor, der sich vom Alkoholismus befreit hat. DerStandard.at (9.9.2026)

+ Kickl und seine Hawara. Der Parteiführer läutet in Innsbruck den „Aufbruch zur Spitze“ ein. Vier Tage später taucht er in Straßburg wieder auf und verkündet in einem kleinen Kreis ein Bündnis der FPÖ mit Israels Likud. FPÖ_TV versucht das Ereignis zu vertuschen, Vilimsky jubelt es hoch. Chronologie der Ereignisse und ethische Bewertung auf ethos.at + + Kommentare dazu auf fischundfleisch.com

+ Die Demokratie des Vorurteils: Antisemitismus „gehört keiner Partei, keiner Religion und keiner gesellschaftlichen Klasse. Er braucht weder Mitgliedsausweis noch Parteibuch, weder Taufschein noch Koran, verlangt kein Studium und keinen Schulabschluss. Man kann reich sein oder arm, Professor oder Analphabet, Kommunist oder Faschist, Islamist oder Atheist. Jeder darf mitmachen, ohne Zutrittsklausel und Aufnahmegebühr“, meint Peter Sichrovsky (NEWS.at 28.9.2026)

+ Systemwechsel ist eines der häufigsten Schlagworte der FPÖ. Dafür fehlt der FPÖ aber 1. ein Konzept und 2. qualifiziertes Personal. Das belegen zahlreiche Fehlbesetzungen im Nationalrat, wo eigentlich die wichtigsten Politiker im Lande sitzen, nämlich die direkten Repräsentanten der Bürger, davon 70 erstmals in dieser Legislaturperiode. SIEHE + + Fehlbesetzungen + + Hinterbänkler

+ Kategorischer Imperativ der Gesetzgebung – „Ich will mich im Nationalrat für eine bessere Gesetzgebung einsetzen. Mir liegt ein schlanker Staat am Herzen. So einen Staat können wir nur aufbauen, wenn wir Gesetze abbauen! Die verbleibenden Gesetze müssen schlanker werden. Ich will dazu beitragen, die Qualität der Gesetzgebung insgesamt merklich zu heben.“ So eine Aussage, schlimmer noch, so eine Einstellung existiert nicht, bei keinem und leider auch keiner der 183 Nationalratsabgeordneten.

+ Dreamteam (Triggerwarnung: davon könnten Sie Alpträume kriegen): Man stelle sich vor, beim Martin Sepp in Grinzing treffen sich – rein zufällig – Christian Kern, Werner Faymann, Alfred Gusenbauer, Viktor Klima und Franz Vranitzky. Da kommt – rein zufällig – Gerhard Zeiler vorbei. Am nächsten Tag berichtet ORF.at (25.9.26) „Gerhard Zeiler will SPÖ-Chef werden“. Und profil.at (25.9.26) schreibt: „Wie die SPÖ Andreas Babler absägt und wer ihm nachfolgen will.“ + + Die Sicht von Peter Pilz auf ZackZack.at + + + Wir kennen Millionäre, die gründen Parteien. Wir kennen Millionäre, die kaufen Parteien. Aber das ist neu. Das ist surreal, meint Robert Menasse (DiePresse.com 29.9.2026) + + + + Die Stimme der SPÖ-Basis, Robert Schaller, via X.com – „Genossen, hört die Signale, ein Multimillionär möchte die in Scherben liegende Sozialdemokratie retten!“

+ Zwischenruf von Inge Haus @IngeHaus2 via X.com (3.9.26) Wir sind neutral! Herrschaftsseitennocheinmal! @BMeinl + + Kommentar der russischen Botschaft in Österreich  via facebook zur Einberufung durch die Außenministerin.

+ NEOS-Studie über russische Narrative beweist: MEP Helmut Brandstätter präsentiert unseriöse „Studie“ zur Bestätigung seiner eigenen Vorurteile. Besonders krass: „Österreich steht der NATO-Beitritt bevor“ wird als russisches Narrativ (gleichbedeutend mit russischer Desinformation) vorgestellt. ethos.at weist nach, dass diese Befürchtung in Österreich seine Wurzeln hat. + + Die Äußerung von DE Außenminister Wadephul – „Russland wird für uns immer ein Feind sein, egal wie der Krieg endet“ – ist eine komplette Illustration des deutschen Niedergangs. OriginalVideo von Lexa via X.com

+ Stellenabbau bei WKO: „Im Rahmen ihrer Reform hat die Wirtschaftskammer (WKO) mit dem im Juni angekündigten Stellenabbau begonnen. 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden beim Arbeitsmarktservice zur Kündigung angemeldet.“ (ORF.at 2.9.2026)

+ Pelletspreise explodieren. FPÖ-Energiesprecher Paul Hammerl kritisiert: „Pellets kosten binnen eines Jahres um 32 Prozent mehr. Gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2021 liegt der aktuelle Septemberpreis sogar um rund 81 Prozent höher„.

+ Entwurf des nationalen Wiederherstellungsplans wurde am 1.9.2026 an die Europäische Kommission übermittelt. Die europäische Verordnung zur Wiederherstellung der Natur ist vor zwei Jahren in Kraft getreten. (BMLUK.at, 1.9.2026) + + WWF-Kritik: Österreich legt lückenhaften Renaturierungsplan vor (Presseinfo WWF)

+ Klimagesetz KliG in Begutachtung. Eingebracht von BMLUK-Minister Norbert Totschnig höchst persönlich. Stellungnahme von ethos.at. Das Klimagesetz KliG widerspricht den Grundsätzen der freien Marktwirtschaft und ist daher prinzipiell abzulehnen. Die gesamte Konstruktion des KliG dient staatsintern einzig und allein dem Anwachsen der Bürokratie. Das KliG ignoriert die Bedürfnisse der Bevölkerung und ist somit mehr als undemokratisch, nämlich antidemokratisch

+ Fluss des Jahres 2026 ist der Tiroler Wildfluss Lech. Die Schwarze Sulm in der Steiermark gelangt auf Platz zwei, Kamp in Niederösterreich auf Platz drei. Das ist das Ergebnis eines Online-Votings des WWF über neun Flüsse.

+ Neuer Seeadler-Rekord in Österreich. WWF-Zählung erfasst so viele Paare wie noch nie.

+ UNO will realistischere Weltkarte. Nur die USA stimmten dagegen, Afrika, Lateinamerika, Südasien und Ozeanien größer darzustellen als auf den Mercator-Weltkarten. (DerStandard.at 4.9.2026)

+ UNO-Gipfel: Van der Bellen übt scharfe Kritik an Israel (ORF.at 22.9.2026) + + Netanjahus Rundumschlag vor UNO (ORF.at 24.9.2026)

+ Nine Eleven – 25 Jahre nachdem die Twintowers eingestürzt sind, halten viele die Sachverhalte für längst geklärt. Doch in Zeiten wie diesen, ist jeder Zweifel an jeder Darstellung legitim. Tatsachen müssen überprüft werden, Behauptungen müssen in Frage gestellt werden, Thesen müssen entwickelt werden. Das, und nur das ist Wissenschaft.

+ Buch des Monats: „Kampf der Giganten“ von Daniele Ganser. Der Historiker ordnet die chaotisch wirkende Gegenwart und zeigt die spannenden historischen Wurzeln, die uns in den aktuellen Machtkampf der drei Giganten USA, Russland und China geführt haben. Er zeigt: Vor uns entwickelt sich eine Auseinandersetzung, die das 21. Jahrhundert prägen wird. Westendverlag.

+ Corona-Outing des Monats. Korrigiere! Outing des Jahrhunderts. So einfach wie sich der kleine Maxi vorstellt, dass die Plutokraten alias Philanthropen ihre Interessen durchsetzen, so einfach geht das wirklich. Mutti Merkl erzählt frank und frei von ihren eigenen Erlebnissen!

+ BMF fordert Covid-Förderungen zurück. Bisher fast 160 Millionen Euro zu Unrecht bezogene Förderungen festgestellt. + Mehr als 11.700 Prüfungen durchgeführt.

+ Das Lucas Museum of Narrative Art in Los Angeles wurde am 22. September eröffnet.  Der „Star Wars“-Schöpfer George Lucas und seine Frau Mellody Hobson haben über eine Milliarde US-Dollar investiert. ORF kritisiert den „schwammigen Begriff der erzählenden Kunst“. ethos.at weist nach, dass „Narrative Kunst“ bereits 2009 von HTH sehr konkret und kantig erklärt wurde.

+ Politik der Bekenntnis, statt wissenschaftlicher Suche nach Erkenntnis. Michael Ludwig @BgmLudwig  via X.com 29. Sep. Als Bürgermeister der Stadt Wien möchte ich unmissverständlich festhalten: Die Stadt Wien bekennt sich zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen über den menschengemachten Klimawandel und zu einer verantwortungsvollen Klimapolitik. [Anm. HTH: Nicht einmal der Kaiser wagte das Totum pro parte so umfassend zu verstehen, wenn er WIR sagte und sich und seinen Hof meinte, wie der Wiener Bürgermeister wenn er SICH mit der STADT WIEN gleichsetzt. Diese Aussage ist kein Jux, den man bei Nestroy finden könnte, sondern eine Tragödie. Denn dieses scheinbar harmlose Bekenntnis wird weitere tragische Auswirkungen auf das Wiener Budgetdefizit haben.]

+ LINGUISTISCHE RANDBEMERKUNG: Seit neuestem wird Israel-Kritik wieder als Antisemitismus gerahmt. Das Absurde daran ist: dieses Framing kommt von der FPÖ. Das Paradoxe daran ist, dass ein kosmopolitischer Österreicher bei der Gelegenheit darauf hinweisen muss, dass das Fremdwort „framen“ eine Vergewaltigung der deutschen Sprache ist und ethos.at daher das altbekannte Wort „rahmen“ wieder eingeführt hat. Dann entfällt nämlich die Entstellung im Perfekt, z.B: ein Sachverhalt wurde „geframed“ mit englischer Endung müsste „framed“ heißen; oder „geframt“, würde dann aber eine deutsche Aussprache nahelegen. Wenn man ab nun Israel-Kritik als Antisemitismus rahmt, hat man danach kein Problem auf jene zu zeigen, die diesen Sachverhalt gerahmt haben. Und bitte nicht verwechseln: rahmen im Sinn von einrahmen, nicht rahmen im Sinn von Rahm abschöpfen.