2026.02.20 Medienfreiheit ohne Grenzen?

Reporter ohne Grenzen

Internationale Konferenz von Reporter ohne Grenzen

Debatte zu Informationsrechten im Krisenfokus

Freitag, 20. Februar 2026, 14.00 – 18.00 Uhr

Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien

Währinger Straße 29, Hörsaal 2, 2. Stock, 1090 Wien

Konferenz in englischer Sprache – der Eintritt ist frei!

Um Anmeldung wird gebeten unter: info@rog.at

Weitere Informationen zu Konferenzprogramm und Vortragenden

Am Freitag, 20. Februar 2026, lädt Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich unter dem Titel „Medienfreiheit ohne Grenzen?“ zu einer internationalen Konferenz. In Kooperation mit dem Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien widmet sich die öffentlich und kostenfrei zugängliche Diskussionsveranstaltung dem Erfahrungsaustausch über Bedrohungen von Demokratie und Medienfreiheit sowie der Erörterung gemeinsamer Strategien für eine resiliente Mediendemokratie. Unter der Moderation von ROG-Vorstandsmitglied Barbara Tóth (Concordia-Preisträgerin 2025 in der Kategorie „Pressefreiheit“) erwarten die Teilnehmenden spannende Beiträge von renommierten Vortragenden:

+ Beata Balogová (Chefkommentatorin, SME, Bratislava)

+ Pavla Holcová (Chefredakteurin, investigace.cz, Prag)

+ Edit Inotai (Centre for Euro-Atlantic Integration and Democracy, Budapest)

+ Antoine Bernard (Direktor Advocacy und Rechtshilfe, RSF, Paris).

Fritz Hausjell, Präsident von Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich, betont, dass ein grenzüberschreitendes Bewusstsein für Medienfreiheit als konstitutives Menschenrecht immer wieder erkämpft werden muss. „Sie ist fundamentale Voraussetzung für demokratische Öffentlichkeiten. In einer Zeit, in der unabhängiger Journalismus in zahlreichen EU-Mitgliedsstaaten erheblichen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen ausgesetzt ist, bietet unsere Konferenz eine Plattform für Austausch, Analyse und Netzwerkbildung zwischen Medienschaffenden, Wissenschaft und Zivilgesellschaft“, so Hausjell abschließend.

Pressefreiheit, Meinungsvielfalt und Menschenrechte sind mittlerweile auch in EU-Mitgliedsstaaten mit illiberalen Regierungen konfrontiert, die das demokratische Gefüge zunehmend aus den Angeln heben. In diesem Zusammenhang müssen vor allem Ungarn, die Tschechische Republik sowie die Slowakei besondere Beachtung finden. „Im Hinblick auf die Entwicklungen in unseren Nachbarstaaten sehen wir es als wichtige Aufgabe“, erklärt Martin Wassermair als Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich, “ journalistische Medien auch im eigenen Land gegen Angriffe, Diffamierungen und ökonomischen Druck abzusichern.”

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2026.03.04 Zeit zum Leben

2026 BoD Zeit zum Leben 800

Die Anthologie der Anima Incognita Edition versammelt Beiträge von 28 Autoren und Autorinnen: Nina Altmüller, Franziska Bauer, Sophia Benedict, Mihail Bessarabin, Gerhard Blaboll, Ilse Viktoria Bösze, Renate Done, Hans Dama, Sidonia Gall, Andrea Glatzer, Bernhard Heinrich, Josef Helmreich, Sonja Henisch, Ingrid Karner, Ernst Karner, Maria Lehner, Eva Meloun, Traute Molik-Riemer, Eva Novotny, Jordi Rabasa-Boronat, Elisabeth Schawerda, Elisabeth Schöffl-Pöll, Ingrid Schramm, Michael Stradal, H. M. Magdalena Tschurlovits, Hubert Thurnhofer, Horst Weber, Peter Weingärtner.

BESTELLUNG direkt beim Verlag BoD + Natürlich auch auf amazon.de

BUCHPRÄSENTATION am 4. März 2026 um 18:00 Uhr

Galerie Contemplor

Kalvarienberggasse 46, 1170 Wien

Straßenbahn Linien 43 und 9 Station Elterleinplatz

Videolink: ZEIT ZUM LEBEN – ANTHOLOGIEPRÄSENTATION 

Vorwort

von Herausgeber Hubert Thurnhofer

Manche Menschen teilen ihr Leben in Arbeit und Freizeit. Das bedeutet oft, dass sie mit ihrem Job unglücklich sind, während sie ihr eigentliches Leben nur in der Freizeit verwirklichen können. Andere Menschen können erst in der Pension, frei von Sorgen um die Kinder und frei von allen anderen Verpflichtungen, ihr eigenes Leben beginnen. Die Jugend will das nicht mehr und fordert Work-Life-Balance, noch bevor sie je richtig gearbeitet hat. Für Jung und Alt stellt sich gleichermaßen die Frage: Wann haben wir Zeit zum Leben?

Ein Möbelhändler provozierte einmal mit dem Werbeslogan: „Wohnst du noch, oder lebst du schon?“ Das impliziert: Wohnraum ist nicht immer ein vorzüglicher Lebensraum. Wohnen und Leben können sehr unterschiedliche Sachverhalte sein. Früher sprachen die Menschen von Stadt- und Land-Bewohnern. Damit wurde nicht nur eine örtliche Abgrenzung geschaffen, sondern auch eine zeitliche. In der Stadt waren Zukunft und Fortschritt daheim, während am Land Traditionen der Vergangenheit weiter lebten.

Das Leben ist heute durchlässiger, ja sogar grenzenlos. Massentourismus öffnet uns die ganze Welt ebenso wie das Internet. Das Weltgeschehen dreht sich in noch nie dagewesener Geschwindigkeit um uns. Wir mussten lernen, schneller zu leben. Man muss heute in drei Tagen ganz Europa bereisen, um tausende Selfies von allen bekannten Sehenswürdigkeiten nach Hause zu bringen. Dafür wird man in Zukunft sogar zwei Leben brauchen: eines, um Millionen von Selfies zu produzieren, und ein zweites, um all das anzuschauen.

Aber haben wir deshalb gelernt, intensiver zu leben? Können wir in dieser Geschwindigkeit überhaupt noch etwas er-leben, Geist und Seele be-leben? Vieles bleibt an der Oberfläche, wovon Millionen von Selfies Zeugnis ablegen. Um beim Beispiel Tourismus zu bleiben: es ist besser ein Land zu erfahren, statt es zu überfliegen. Man könnte sagen: jeder Tag ist eine kleine Reise. Es liegt an uns, ob wir unsere täglichen Reisen erleben oder überfliegen, ob wir uns Zeit zum Leben nehmen, oder nur für tausende Augenblicke mit Selfiestick.

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2026.02.12 Podiumsdiskussion: Februar 1934

Seboe 2026 02 12

12. Februar 1934 und heute: wie dem autoritären Staat begegnen?

Ähnlichkeiten und Unterschiede

Beginn Donnerstag, 12.02.2026 – 19:00

Ort Das Freie Wort, Rögergasse 24-26, 1090 Wien

Veranstalter: Selbstbestimmtes Österreich

Moderation: Willi Langthaler

+ Irina Vana, Soziologin, Selbstbestimmtes Österreich

+ Hannes Hofbauer, Autor, Verleger, Demokratie & Grundrechte

+ Albert Reiterer, Gesellschaftswissenschafter

+ Sali Attia, Lehrerin, Politikwissenschafterin, Initiative Palästina Solidarität

+ Zehra Çığırlı, Föderation Demokratischer Arbeitervereine (DIDF)

+ Ernst Wolrab, Antifaschist, Kommunist, Palästina-Aktivist, Nachfahre von Holocaustüberlebenden

Der 12. Februar 1934 ist zu Recht ein nationales Trauma. Mittels eines blutigen Staatsstreichs zerschlugen die Vorläufer der ÖVP die Demokratie. Die Arbeiterbewegung wurde unterdrückt, der Antisemitismus institutionalisiert und letztlich der Machtergreifung der Nazis der Weg geebnet.

Heute scheint der autoritäre Umbau des Staats vergleichsweise leise, schleichend und ohne Blutvergießen von statten zu gehen, vielfach durch Maßnahmen der der formaldemokratischen Institutionen entzogenen EU: Kontrolle über die Medien, das Internet und den digitalen Raum. Einschränkung der Meinungsfreiheit unter dem Anti-Terror-Deckmantel. Erhöhung der Exekutive über Judikative und Legislative. Corona-Regime. Verfolgung der Bewegungen gegen den Völkermord in Palästina und gegen die Kriegsmobilisierung der EU gegen Russland. (Eklektisch finden zur Rechtfertigung gleichzeitig Ideologiebausteine des Regime-Antifa sowie offener Revisionismus Verwendung.) Druck auf das Bargeld. Kampagne des politisch-medialen Komplexes gegen Musliminnen und Muslime, etc.

Ist aufgrund der Willfährigkeit des politisch-medialen Systems ein Staatstreich gar nicht mehr nötig? Welche Rolle hat dabei das alte System der „extremen Mitte“? Dienst es tatsächlich als „Brandmauer“ oder nicht doch eher als „Steigbügelhalter“? Befinden wir uns gar schon in einem (Techno)-Faschismus, sind wir noch auf dem Weg dahin oder bedürfen die Eliten eines (gewaltsamen) Putsches um dort hinzukommen?

Die Debatte soll uns orientieren helfen, wie und mit wem die demokratischen Grundrechte verteidigt werden können.

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