Musikverstehen leicht gemacht

Duncan Gerd und Gaby

Österreich ist weltberühmt als Land der Musik. Nicht nur wegen der Neujahrskonzerte! Viele Menschen spielen in einer Band, einem Orchester, oder singen in einem Chor. Manche können aber gar keine Noten lesen. Der Musiker Duncan Lorien hat eine Methode entwickelt, die Grundlagen der Musik einfach zu erklären. Gerd Pölzl und Gaby Strasky bringen diesen originellen Pädagogen (Bild Mitte) seit vielen Jahren nach Österreich zu Vorträgen und Seminaren

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Lorien ist ein bekannter Komponist, Studiomusiker und Ausbilder. Er erforschte, wie man die Kunst der Musik rasch und effektiv erlernen kann und hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, andere von den Früchten seiner Forschungsarbeit profitieren zu lassen.

Duncan wurde 1954 in London geboren. Bereits im Alter von 4 Jahren nahm er klassischen Klavierunterricht. Er war stellvertretender Kirchenchorleiter an der Königlichen Schule für Chormusik am Addington Palace in London. Er verfügt über eine College-Ausbildung in Drama und Musik und studierte drei Jahre Oper und Theater.

Während seiner Ausbildung am St. Lukas Lehrer-College in Exeter begegnete er zum ersten Mal der unnötigen Ernstheit und Komplexität, die seiner Auffassung zufolge heute fester Bestandteil der modernen Musikausbildung geworden ist. Im Jahre 1971 begann er seine über dreißigjährige Forschung in die Musikgeschichte, um herauszufinden, wo die Unmenge an Falschinformation in der Musikausbildung herstammt.

Duncan entschied sich, das konventionelle Lehrerausbildungssystem zu verlassen, um sich auf eine lebenslange Mission zu begeben, die Kunst der Musik für jedermann zugänglich zu machen.

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Was ist Aufklärung?

Kant gemaelde 1

Die Jugendlichen unserer Zeit denken bei dem Wort „Aufklärung“ wohl an Sexualkunde. Geschichtlich hat die Aufklärung im 18. Jahrhundert ihre Blütezeit erlebt, als in Europa Monarchen „von Gottes Gnaden“ herrschten. In Deutschland hat Kant die geistigen Grundlagen der Aufklärung mit seinem Monumentalwerk „Kritik der reinen Vernunft“ gelegt – eine Abrechnung mit der mittelalterlichen spekulativen Philosophie und die Begründung einer „Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können“.

Foto gemeinfrei: Immanuel Kant, 1791 (Gemälde von Gottlieb Doebler. Zweite Ausführung für Johann Gottfried Kiesewetter, 1795)

In Frankreich hat Diderot versucht, mit der Encyclopédie (1747-1766) das Wissen seiner Zeit vollständig zu dokumentieren und die Bedeutung der Wissenschafter damit befördert. Rousseau hat mit „Du contract social“ (Der Gesellschaftsvertrag) 1762 das Volk zum Souverän erklärt und damit die absolutistisch-souveränen Monarchen ebenso wie die Kirchenfürsten brüskiert. Voltaire hat nur ein Jahr später den weltlichen und klerikalen Fürsten mit seiner Schrift „Traité sur la tolérance“ (Über die Toleranz) die Leviten gelesen.

Die Ideale der Aufklärung sind heute, im 21. Jahrhundert, weitgehend vergessen. Deshalb will unser Kandidat 2022 an die Programmschrift von Immanuel Kant erinnern: Was ist Aufklärung?

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es Anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt, u.s.w., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen.“

Der gesamte Text aus dem Jahr 1784 (in Buchform lediglich neun Seiten) ist dank Projekt Gutenberg online jederzeit abrufbar. Dessen Lektüre ist ein Muss für alle selbstbewussten, souveränen Menschen dieses Landes! 

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Wissen und Schaffen

Knolmayer Gerhard Science 4.0 Networking Computergrafik

Viele Jahrhunderte lang war wahr, dass Wissenschaft Wissen schafft. Nun jedoch wurde die Suche nach Wahrheit zur Vertiefung und Erweiterung unseres Wissens abgeschafft. Die Deutungshoheit von Politikern und Lobbyisten ersetzt die wissenschaftliche Erkenntnis.

Bild: Prof. Gerhard Knolmayer – Science 4.0 – Networking, Computergrafik (Beitrag zur Themenausstellung „Wissen & Schaffen„)

So wird per Dekret von Regierungen verordnet, dass ein Virus gefährlicher ist als alle anderen, per Dekret darf man Influenza und Covid nicht vergleichen, per Dekret muss die „Triage“ verhindert werden.

Kurz: die Lösungskompetenz des besten wissenschaftlich-medizinischen Systems, das die Menschheit je hatte, wird durch politische Dekrete untergraben und ausgehebelt. Per Dekret werden Probleme geschaffen, die die Politik vorgibt zu lösen.

Das österreichische Grundgesetz sieht Freiheit der Wissenschaft und Freiheit der Kunst vor, doch was ist daraus geworden? Auch die Kultur hat ihre Autonomie verloren, denn sie ist entweder dem Kommerz verfallen oder von Subventionen der Politik abhängig. Kunst an sich – egal ob Komposition, Dichtung oder bildende Kunst – ist im Idealfall reines schöpferisches Schaffen ohne Zwang und ohne exakt definierten Zweck. Diese Form des Schaffens – Ideen für neue Entwicklungen schöpfen ohne politischen und wirtschaftlichen Zwang – sollte man auch als Ideal der Wissenschaften voraussetzen, denn Forschen erfordert genauso viel Kreativität im Umgang mit dem jeweiligen Gegenstand, wie der Schaffensprozess von Komponisten, Dichtern und bildenden Künstlern. Die Realität der akademischen Forschung jedoch ist geprägt von Bürokratie und Beschränkung auf den anerkannten Kanon. Die Realität der Wissenschaft zeigt sich in ihrer Abhängigkeit von Forschungsgeldern.

„Die Zeit“, die deutsche Wochenzeitung mit den meisten akademischen Lesern, schrieb angesichts erster kritischer Einwände gegen die Corona-Theorien der politisch akkreditierten Experten: „Immer wieder heißt es in diesen Tagen: Forscher seien sich uneins und änderten ständig ihre Meinung. Das stimmt nicht, und es zu behaupten, ist gefährlich.“ Mit dieser Aussage wird die freie Wissenschaft zu einer gleichgeschalteten Ideologie degradiert und wer die Forscher als zerstritten hinstellt habe keine Ahnung von Wissenschaft. Dazu kann man nur sagen: wer das Wesen der Forschung nicht in den vielfältigen Disziplinen sucht, sondern in ihrer einfältigen Disziplinierung findet, der hat keine Ahnung von Wissenschaftstheorie. Darüber hinaus ist die Feststellung, etwas zu behaupten sei „gefährlich“ mehr als abwegig; sie ist nicht wissenschaftlich, sondern nur ideologisch begründbar!

Zur Erinnerung: nach Karl Popper ist wissenschaftlich eine These, die falsifizierbar ist. Unwissenschaftlich ist nicht die Gegenthese zu einer vorherrschenden These, sondern die Behauptung, man dürfe keine Gegenthesen aufstellen oder gar ernsthaft untersuchen. Heute kämpfen nicht die Wissenschafter mit Argumenten und Gegenargumenten, sondern Politiker – und die von ihnen mit Werbung angefütterten Medien – mit Propagandabegriffen. Die zwei wichtigsten sind „Coronaleugner“ und „Verschwörungstheoretiker“.

„Coronaleugner“ steht semantisch auf der gleichen Ebene wie „Gottesleugner“. Wenn dies ein Argument gegen Kritiker sein soll, so sind die Repräsentanten der absoluten Corona-Wahrheit demnach nicht die Immunologen, Virologen oder Epidemiologen, sondern die „Coronagläubigen“, so wie im Mittelalter die „Gottesgläubigen“ und ihre letzte Instanz: die Inquisition. Zur Verschwörungstheorie ist zu sagen, dass es zunächst eine Theorie ist wie jede andere. Doch die Mehrheit der Politiker hat offenbar Angst vor Menschen, die imstande sind, aufgrund eigenständiger Forschungen und Überlegungen Theorien zu bilden und muss daher jeden, der dazu imstande ist, als „Verschwörungstheoretiker“ diffamieren. „Besser Verschwörungstheoretiker als Verschwörungspraktiker“, sagt dazu der Kritiker der Corona-Politik, Christian Zeitz.

Wenn die Behauptung „Es gibt keine Pandemie“ eine Verschwörungstheorie ist, so sollte nach den Regeln der Wissenschaft diese Aussage jederzeit falsifizierbar sein. Doch niemand bemüht sich, diese einfache These zu falsifizieren. Statt dessen werden die Vertreter dieser These diffamiert. So werden die Regeln der Wissenschaft – wiederum per Dekret – außer Kraft gesetzt. Das sind, wie wir aus der Geschichte wissen, Methoden von Diktaturen. Das ist Polit-Propaganda.

Seit Ausrufung der Pandemie am 11. März 2020 durch die WHO hat es die herrschende Wissenschaft nicht geschafft, die wichtigsten Fragen in Bezug auf das Corona-Virus zu beantworten. Was ist der Unterschied zwischen Corona und Influenza? Warum kann man Corona nur mit Lockdown und Impfung behandeln? Wie stärkt man die Immunkräfte der Menschen?

Es ist von zwingender Logik, dass die Wissenschaft diese Fragen nicht beantworten kann, solange sie diese Fragen nicht stellt. Es ist unlogisch, aber wahr, dass die Politik vollendete Tatsachen geschaffen hat, die mit Demokratie nichts mehr zu tun haben. Kann die Kunst zu einem Paradigmenwechsel beitragen und einen Neubeginn schaffen?

Laut Joseph Beuys ist „die Kunst die einzige revolutionäre Kraft. Nur aus der Kreativität des Menschen heraus können sich die Verhältnisse ändern.“ Und Oskar Kokoschka hat gesagt: „Wer sieht, sieht ein.“ (Quelle: Otto Hans Ressler, Dort endet unsere Kunst, Wien 2021)

Physikerin Sabine Hossenfelder

ERGÄNZUNG: Es ist eine weit verbreitete Meinung unter Physikern, dass physikalische Theorien „schön“ sind bzw sein sollen (sie sollen einfach, natürlich und elegant sein). Die Physikerin Dr. Sabine Hossenfelder kritisiert dieses Konzept: „In der Vergangenheit machten Physiker Fortschritt durch das Lösen von internen Widersprüchen. Daher schlage ich vor: bevor Physiker versuchen ein ‚Problem‘ zu lösen, sollten sie sicherstellen, dass es auch wirklich ein Problem ist. Ein empfundener Mangel an Schönheit ist kein Widerspruch und daher kein echtes Problem. … Schönheitskriterien sind nicht objektiv, sondern subjektiv. Natürlich ist den Physikern das auch durchaus bewusst. … Wenn Schönheitsargumente so schlecht funktionieren, warum benutzen Sie Physiker dann dennoch? Es funktioniert nun schon seit 40 Jahren nicht, aber man macht immer noch dasselbe. Ein plausibler Grund dafür ist: sie machen es einfach, weil alle anderen es auch machen. Dazu kommt: die derzeitige Organisation akademischer Forschung belohnt Wissenschafter, wenn sie an Themen arbeiten, die produktiv und beliebt sind. Sorgfältige Methoden und vorsichtige Schlussfolgerungen sind weder produktiv noch beliebt. … Das passiert nicht nur in der Physik. … Wir müssen die Krankheit kurieren. Die Begutachtung wissenschaftlicher Hypothesen braucht Objektivität. Dazu müssen Wissenschafter berücksichtigen, wie ihre Mitgliedschaft in einer Gruppe die Objektivität beeinträchtigen kann. Das ist im Moment einfach nicht der Fall. Resümee: die Verwendung von Schönheitskriterien zur Auswahl von wissenschaftlichen Hypothesen ist schlechte Methodik. Die schlechte Methodik kann akzeptierte Norm werden, wenn viele Wissenschafter sich gegenseitig versichern, das sie das Richtige tun.“

Der Vortrag in voller Länge auf youtube (Zitate ab Minute 52)

Siehe auch: Wissen & Schaffen + Das sagen die KünstlerInnen + Kunst als politisches Statement + Paradigmenwechsel

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