NEIN zur Beteiligung Österreichs am NATO-Krieg

SeBÖ Nein zu Panzern

Selbstbestimmtes Österreich hat folgenden AUFRUF publiziert, den ethos.at unterstützt:

NEIN zur Ausbildung ukrainischer Panzersoldaten in Österreich!

27. Februar 2023 – Österreichs Regierende sind gerade dabei, die Neutralität völlig zu demontieren. Österreich ist bereits am Ukraine-Krieg beteiligt. Durch Österreich wird schweres NATO-Kriegsgerät transportiert, das österreichische Bundesheer bildet NATO-Soldaten aus, und auch finanziell ist Österreich durch seine Mitgliedschaft in der EU Unterstützer von Waffenlieferungen und damit Kriegspartei.

Grundlage dafür sind die EU-Beistandspflicht und die Einführung einer sogenannten „Sicherheitsdoktrin“. Überdies machen unsere Politiker kein Geheimnis aus ihrer Parteinahme für die NATO.

Nun sollen auch ukrainische Panzerschützen und Panzerfahrer in Österreich ausgebildet werden. Damit wäre eine neue Qualität erreicht. Die bisher nur indirekte Teilnahme Österreichs droht immer konkreter zu werden. Österreich macht sich am Ukraine-Krieg mitschuldig. Durch das Agieren unserer Politiker wird Kriegsleid verlängert und eine friedliche Lösung des Konflikts weiterhin verhindert. Und die österreichische Neutralität steht vor ihrem endgültigen Aus.

Die Neutralität Österreichs darf nicht bloß auf dem Papier existieren. Wir verlangen eine effektive Durchsetzung der Neutralität in ihrem vollen Umfang. Wir verlangen eine Rückkehr an den Verhandlungstisch und eine österreichische Politik, die ehrlich den Frieden unterstützt, anstatt Partei für eine Seite zu nehmen.

Ich sage „NEIN“ zur Beteiligung Österreichs am NATO-Krieg. Ich sage „NEIN“ zur Ausbildung ukrainischer Panzersoldaten in Österreich. Ich sage „NEIN“ zur Demontage der Neutralität durch die EU-Beistandspflicht, und ich unterzeichne hier dagegen, dass Österreich zur Kriegspartei wird:

AUFRUF

Ein Tagebuch der EU-Militarisierung schreibt die Solidarwerkstatt.at seit Jänner 2023

Weiterlesen

UNESCO in der Bürokratiekrise

sRADJ unantastbar 800

Orientierung in der heutigen Welt – die UNESCO in der Bürokratiekrise

von Dr. Nadim Sradj, Repräsentant der Union Arabischer Medizinern Europa (ARABMED), bei der UNO in New York

Regensburg, Februar 2023 – Etablierte Institutionen haben viele Vorteile, nämlich langwierige Erfahrungen und Erlebnisse, aber auch Nachteile, wie die Versteifung und Alterung der ausführenden Organe, die sich im Laufe der Zeit zur Gerontokratie (Herrschaft der Alten) entwickeln. Wir beobachten zurzeit eine Kluft zwischen dem Bewusstseinswandel der Menschen und einem Bewusstseinsstillstand der Institutionen, vergleichbar mit der geistigen Situation der Kurie in der katholischen Kirche, die Papst Franciscus als „spirituelle Alzheimer“ bezeichnet hat.

Diese Diskrepanz in der geistigen und moralischen Entwicklung birgt die Gefahr der Isolation solcher Institutionen weg von der Gesellschaft. Im Laufe der Zeit entwickelt sich daraus eine Art institutionelles Eigenleben, das mit dem Leben von Soldaten in den Kasernen vergleichbar ist. Im weiteren Verlauf kann dieser Vorgang zur Entfremdung und auch zu anachronistischen (unzeitgemäßen) Verhaltensweisen führen.

Um aus dieser Krise wieder herauszukommen, bietet sich die Ästhetik auf sinnesphysiologischer und sinnespathologischer Grundlage an. Durch sie ist man in der Lage, die Signale der Zeit und des Zeitgeistes wahrzunehmen und darauf adäquat im Sinne einer rationalen Reiz-Reaktions-Beziehung zu reagieren. Des Weiteren öffnet uns die Ästhetik die Augen für die kreative Wahrnehmung des Schönen und für seine Bedeutung im menschlichen Zusammenleben.

Die Ästhetik ist das Instrument der aufmerksamen Empfindung und der kritischen Beurteilung von Handlungen und ihren Ergebnissen. Dabei steht nicht das partikulare Interesse, das Profitdenken, sondern die Erkenntnis von Werten und von der Nachhaltigkeit menschlicher Entscheidungen auch in Bezug auf die Umwelt im Mittelpunkt. Das bedeutet: Erhalt sowohl der Güter des Weltkulturerbes, als Symbol der nationalen Identität eines Volkes, als auch die Verantwortung für Tiere und Pflanzen, d.h. für die Natur als unteilbare lebendige Einheit zu übernehmen. Denn auch Tiere und Pflanzen und die intakte Natur haben eine Würde, die vom Menschen und seinen Institutionen respektiert und verteidigt werden muss.

Solange jedoch Tiere juristisch gesehen als „Sachen“ betrachtet und entsprechend behandelt werden und solange der Raubbau an den natürlichen Ressourcen (Regenwald, Fracking usw.) fortgesetzt wird, ist dies nicht der Fall. Hier ist ein Umdenken weg von der Anthropo-Zentrik hin zum Bio-zentrischen zwingend erforderlich. Das große Erdbeben von 2023 in Syrien und der Türkei ist ein Signal der ungeheuerlichen Naturgewalt, das den Satz Kants „Der menschliche Verstand schreibt der Natur ihre Gesetze vor“ eindeutig widerlegt.

Sradj Menschliche Trennung

Menschliche Trennung des natürlich Untrennbaren (Himmel und Erde in den drei Religionen)

Weiterlesen

Grenzenloses Wachstum?

Screen Fresach

Wien (pte029/23.02.2023) – 50 Jahre nach dem „Club of Rome“-Report „Die Grenzen des Wachstums“ befassen sich die Europäischen Toleranzgespräche 2023 in Fresach mit dem Thema. Anlässlich der Programmvorstellung im Club Carinthia Wien standen die unterschiedlichen Definitionen für den Begriff Wachstum im Mittelpunkt.

Autor und Blogger Dietmar Krug verglich die Wachstumsthematik mit der immer wieder aufflammenden Debatte über ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Jedes kritische Hinterfragen eines solchen Dogmas stößt auf taube Ohren. „Tabu-Themen gab es aber schon immer. Jahrhunderte lang war es der Gottesbegriff“, erklärte Krug. Nach 1945 waren es Begriffe wie Demokratie und Wirtschaftswunder – und das aus gutem Grund: „Das Wunder beruhte auf Wachstum.“

Zur Frage, ob es gutes oder schlechtes Wachstum gäbe, meinte die evangelische Theologin Barbara Rauchwarter: „Ich fand Wachstum bei Pflanzen immer wunderbar, auch zum Zuschauen. Die Bindung an Materielles habe ich aber nie nachvollziehen können.“ Rauchwarter berichtete von ihrer Kindheit im kriegszerstörten Hamburg der vierziger Jahre. „Wenn plötzlich alles weg sein kann, verstehe ich nicht, das man so an diesen Dingen hängt. Dann wird alles relativ“, so die Autorin des Büchleins „Genug für alle – Biblische Ökonomie“ (Wieser-Verlag).

Hannes Swoboda, Präsident des Kuratoriums der Europäischen Toleranzgespräche und des Club Of Rome Austria, versteht Wachstum hingegen als einfachen Begriff: Etwas wird mehr. „Das Problem, vor dem wir stehen ist jedoch, dass nicht nur jene mehr haben wollen, die wenig haben, sondern auch die, die bereits viel haben. Darum pochen wir immer wieder auf die Frage einer gerechten Verteilung. Ohne Umverteilung, global gesehen, wird es nicht gehen“, erklärte Swoboda.

Der frühere SPÖ-Politiker verwies dabei auch auf die externen Effekte, die als Resultat ständigen Wachstums Probleme verursachten, etwa zunehmende Abgase und Verschmutzung von Böden und Flüssen. „Das Wohlbefinden bestimmter Leute muss wachsen. Anders kommen wir nicht zu einer anderen Ökonomie. In dieser neuen Ökonomie kann aber nicht jeder in dem Ausmaß wachsen wie bisher. Das würde eine Explosion bedeuten und die Welt könnte, so wie sie ist, nicht mehr existieren.“

Eine interessante Perspektive brachte Klimaschutz-Ökonomin Angela Köppl vom WIFO ein. Sie meinte, dass die Lösung von Verteilungskonflikten auch ohne Wachstum möglich sei, sofern alternative Wege zur Finanzierung von bestehenden Sozialsystemen gefunden werden. „Wachstum wird grundsätzlich mit Wohlstand gleichgesetzt. Aufgabe der Wirtschaft sei es, den langfristigen Wohlstand zu sichern und das Wohl der Menschen im Auge zu haben. Langfristiger Wohlstand ist allerdings nur mit einer intakten Umwelt möglich“, erinnerte Köppl.

Aus Sicht von Barbara Rauchwarter spielt die Gier des Menschen eine zentrale Rolle. Die biblische Wirtschaft versuche Armut von Grund auf zu vermeiden, in dem sie etwa Schulden verpönt und Zinsen verbietet. Bis in die Neuzeit herauf hätten sich die Menschen daran gehalten. Das heutige Geldsystem habe hingegen schon fast religiösen Charakter. Auf dem Dollarschein ist „In God We Trust“ zu lesen. Auf der Rückseite stehe „one“ – was impliziert, dass es mehr davon gibt. „Inwieweit steuert also die Gier das Wachstum?“ so die rhetorische Frage.

Das Europaforum „Wachstum Für und Wider“ – eine Vorschau auf die Europäischen Toleranzgespräche vom 24. bis 27. Mai 2023 im Kärntner Bergdorf Fresach – kann im Livestream nachgeschaut werden.

Wenn Dir ethos.at wertvolle Informationen liefert, bitte um deine Bewertung via Spende!

Die Diskussion auf YouTube.

Weiterlesen