Schulak/Unterköfler: Die Wiener Schule der Nationalökonomie

Wiener Schule Economy

Eine Geschichte ihrer Ideen, Vertreter und Institutionen

Enzyklopädie des Wiener Wissens, Band VII Nationalökonomie, Wien, 2009

Eugen Maria Schulak und Herbert Unterköfler bringen schon in der Einleitung ihres Buches die Quintessenz der Wiener Schule auf den Punkt: "Die Wiener Schule, die vom Individuum als dem maßgebenden wirtschaftlichen Akteur ausging und in der Folge individuelle Präferenzen und den im Rahmen von Märkten erfolgenden intersubjektiven Abgleich [Anm HTH: d.h. Wettbewerb] dieser Präferenzen ins Zentrum ihrer Forschung stellte, wies immer wieder darauf hin, dass Institutionen [Anm HTH: Systeme, "Socialgebilde"] wie Geld, Staat oder Markt ohne planerisches Tun oder ohne zentrale Absicht oder Gewalt entstanden waren, allein auf Grund menschlicher Interaktionen, in einer dem Menschen und der menschlichen Logik angemessenen und so gleichsam natürlichen [Anm HTH: und vernünftigen] Weise." (16)

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Scianna Bastian Matteo: Sonderzug nach Moskau

Geschichte der deutschen Russlandpolitik seit 1990

(C.H. Beck Verlagsinformation) - Seit dem 24. Februar 2022 steht die deutsche Russlandpolitik vor einem Scherbenhaufen. Ihre Strategien sind gescheitert. Ihre Grundüberzeugungen erschüttert. In Deutschland und international wird heftig über sie gestritten. War sie von Anfang an verfehlt? Wie weit reichte der Einfluss Russlands und seiner Netzwerke? Befand sich die Bundesrepublik auf einem Sonderweg? Bastian Matteo Scianna hat bislang unzugängliche Archivbestände ausgewertet und legt die erste wissenschaftlich fundierte Aufarbeitung zu einem der umstrittensten Themen der deutschen Zeitgeschichte vor.

Bastian Matteo Scianna hatte Zugang zu unbekanntem Archivmaterial aus dem In- und Ausland, unter anderem zu den Akten des Kanzleramts unter Helmut Kohl, zu den Protokollen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion oder Gesprächsmitschriften aus britischen und amerikanischen Quellen. Seine grundlegende Analyse zeigt, dass die Geschichte viel komplexer ist als manchmal dargestellt. Die deutsch-russischen Beziehungen waren besonders und genossen einen hohen Stellenwert. Es fuhr daher ein Sonderzug nach Moskau. Doch stand die Bundesrepublik in Europa keineswegs allein und war nicht nur "blind und naiv", wie manche Kritiker behaupten. Andere Länder glaubten ebenfalls an «Wandel durch Handel» und wollten mit Russland zusammenarbeiten: Die "Utopie der Verflechtung" war keinesfalls ausschließlich Made in Germany. Auch andernorts folgte man internationalen Interessen und erkannte zugleich die Grenzen des eigenen Einflusses auf die Entscheidungen des Kremls. Dass Deutschland heute so stark in der Kritik steht, ist trotzdem teilweise gerechtfertigt: Denn man hatte keinen Plan B und keine Strategie für den Ernstfall. Die Bundeswehr verkümmerte. Die Ukraine wurde nicht aufgerüstet. Dialog, Entspannung und Einbindung waren noble Versuche, die aber ohne eine glaubwürdige Abschreckungspolitik in der Luft hingen und am Ende zusammen mit energiepolitischen Irrwegen die Sicherheit Europas gefährdeten.

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Seipel Hubert: Putins Macht

Seipel u Putin 2016

Es ist charakteristisch für den Zeitgeist dieses Jahrhunderts, dass sogar Sachbücher nur noch mit einem reißerischen Titel erscheinen, bzw. dass die Marketingabteilungen der Verlage der Überzeugung sind, nur so ihre "Ware" verkaufen zu können. Kurz und prägnant gilt dabei als alternativlos. Wenn allerdings die Kürze den Inhalt derart verkürzt, dass der Titel das Gegenteil dessen ankündigt, was der Autor dann über 300 Seiten ausführt, dann sind wir mitten im Informationskrieg. Das Buch "Putins Macht" ist Teil dieses Krieges.

Foto: Seipel und Wladimir Putin bei Rossija Sewodnja mit der russischen Übersetzung seines Buchs "Putin. Innenansichten der Macht" (2016)

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