Chodorkowski Michail: Wie man einen Drachen tötet
Handbuch für angehende Revolutionäre. Aus dem russischen von Olaf Kühl.
Erschienen im Europa-Verlag, Februar 2023
- Auch wenn die Revolution nicht notwendiger Weise gewaltsam verlaufen muss, so müssen die Revolutionäre bereit zur Gewaltanwendung sein.
- Auch wenn die Revolutionäre die "Musterschüler" des alten Regimes beseitigen müssen (Lustration), so werden die neuen Herrscher mit großen Teilen des bestehenden Apparates weiter arbeiten müssen.
- Auch wenn die Revolutionäre die Macht in der Zentrale übernehmen und absichern müssen, so kann die Revolution nur durch konsequente Dezentralisierung und Einführung des Föderalismus gelingen.
Das sind die wichtigsten Grundthesen von Chodorkowski, der Putin und das System des Putinismus besser kennt, als alle Russlandexperten des Westens zusammen genommen. Chodorkowski, geboren 1963, hat als junger Komsomolze (Nachwuchskader der KPSdU) Persestrojka nicht nur mit erlebt sondern als einer der ersten Privatunternehmer mit gestaltet. Bereits 1990 gründete er seine Privatbank, gelangte bald in den Beraterstab von Jelzin wurde Vizeminister für Energie und konnte sich aus dieser Gemengelage 1995/96 über 45 Prozent des Mineralölkonzerns Jukos sichern, der ihn - lange vor Putin - zu einem der reichsten Männer Russlands machte.