Charim Isolde: Die Qualen des Narzissmus

"Die österreichische Philosophin Isolde Charim wird mit dem diesjährigen Essay-Preis 'Tractatus' des Philosophicums Lech ausgezeichnet. Sie erhält den mit 25.000 Euro dotierten Preis exemplarisch für ihr Werk 'Die Qualen des Narzissmus', mit dem sie unter anderem die Mechanismen der freiwilligen Unterwerfung in der Gesellschaft entlarvt. Die Verleihung erfolgt am 22. September im Rahmen des Philosophicums, das sich heuer mit dem Thema 'Alles wird gut' auseinandersetzt", berichtet DiePresse.com (6.9.23)

Der Verlag Zsonlay (Hanser) schreibt über das Buch, das im September 2022 erschienen ist: Nach „Ich und die Anderen“ geht die Philosophin Isolde Charim in ihrem neuen Buch der Spaltung der Gesellschaft auf den Grund. Wie kommt es, dass wir uns den Verhältnissen unterordnen? Oder mit Spinoza gefragt: Wie kommt es, dass „die Menschen für ihre Knechtschaft kämpfen, als sei es für ihr Heil“? Diese Frage gilt es zu allen Zeiten neu zu stellen, erst recht jedoch in Zeiten von Krisen und Verunsicherungen. Die Antwort heute muss lauten: Es ist der Narzissmus, der Narzissmus als gesellschaftliche Forderung an jeden Einzelnen: Du musst mehr werden, als du bist, du musst zu deinem Ideal werden. Was aber bedeutet es für die Gesellschaft, wenn dieses antigesellschaftliche Prinzip zur herrschenden Ideologie wird? Mit beeindruckender Klarheit erklärt die Philosophin Isolde Charim, was uns dazu bringt, uns freiwillig den „Qualen des Narzissmus“ zu unterwerfen.

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Chodorkowski Michail: Wie man einen Drachen tötet

Chodorkowski Drachen

Handbuch für angehende Revolutionäre. Aus dem russischen von Olaf Kühl.

Erschienen im Europa-Verlag, Februar 2023

- Auch wenn die Revolution nicht notwendiger Weise gewaltsam verlaufen muss, so müssen die Revolutionäre bereit zur Gewaltanwendung sein.

- Auch wenn die Revolutionäre die "Musterschüler" des alten Regimes beseitigen müssen (Lustration), so werden die neuen Herrscher mit großen Teilen des bestehenden Apparates weiter arbeiten müssen.

- Auch wenn die Revolutionäre die Macht in der Zentrale übernehmen und absichern müssen, so kann die Revolution nur durch konsequente Dezentralisierung und Einführung des Föderalismus gelingen.

Das sind die wichtigsten Grundthesen von Chodorkowski, der Putin und das System des Putinismus besser kennt, als alle Russlandexperten des Westens zusammen genommen. Chodorkowski, geboren 1963, hat als junger Komsomolze (Nachwuchskader der KPSdU) Persestrojka nicht nur mit erlebt sondern als einer der ersten Privatunternehmer mit gestaltet. Bereits 1990 gründete er seine Privatbank, gelangte bald in den Beraterstab von Jelzin wurde Vizeminister für Energie und konnte sich aus dieser Gemengelage 1995/96 über 45 Prozent des Mineralölkonzerns Jukos sichern, der ihn - lange vor Putin - zu einem der reichsten Männer Russlands machte.

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Courtois/Ackerman: Schwarzbuch Putin

Putin FAZ

9. Juni 2024 - Es gibt Weißbücher, die bestenfalls dazu da sind, das Wissen über einen Bereich zu erweitern und zu vertiefen; sie können aber auch dazu dienen, dunkle Machenschaften weißzuwaschen. Und es gibt Schwarzbücher, die dazu da sind, Phänomene oder Personen anzuschwärzen; insbesondere die Person, die man für die Ursache eines Phänomens hält. Zu dieser Textgattung gehört das „Schwarzbuch Putin“, laut Untertitel „mit Beiträgen internationaler Experten.“ Herausgeber: Stéphane Courtois und Galia Ackerman. Erschienen im französischen Original bereits 2022, wenige Monate nach dem Ausbruch des Russland-Ukraine-Krieges. Die deutsche Übersetzung liegt seit Jänner 2023 vor und ist seit April 2024 als Taschenbuch verfügbar.

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