Öxit: CFU Vision für Österreich

Wäre der Öxit wie der Brexit? Nein, besser.

Gastkommentar von Christian Ebner, Parteiobmann CFU

Heute vor zehn Jahren, am 23. Juni 2016, haben die Briten für den EU-Austritt Großbritanniens (kurz „Brexit“) gestimmt. 10 Jahre danach stellen sich nun mehrere Fragen. 1. Warum wurde ein Großteil der Brexit-Versprechen gebrochen? 2. Könnten diese Versprechen doch noch eingelöst werden? 3. Wie könnte man im es im Falle eines Öxit besser machen?

Auf der Suche nach Antworten stößt man zunächst auf die Tatsache, dass der frühere konservative Premierminister David Cameron unter dessen Regierung die Brexit-Volksbefragung beschlossen wurde, ein Brexit-Gegner war. Die EU-Mitgliedschaft war im Vereinigten Königreich umstritten, die konservative Parteibasis war in der Frage gespalten, die Partei drohte massiv Stimmen an die Brexit-Befürworter-Partei UKIP zu verloren. Wohl aus diesen Gründen entschloss sich der Cameron im Vorfeld der Parlamentswahlen im 2015 zu einem Wahlversprechen: „wenn wir gewählt werden, dann werden wir eine Brexit-Volksbefragung abhalten“. Er rechnete wohl einerseits damit, dass ihm das die Stimmen der Brexit-Befürworter einbringen würde und andererseits damit, dass das Volk für den Verbleib in der EU stimmen würde, so wie die Schotten im Jahr 2014 mehrheitlich für den Verbleib im Vereinigten Königreich gestimmt haben.

Zunächst ging Camerons Rechnung auf: die Konservativen errangen bei der Parlamentswahl im Mai 2015 die absolute Mehrheit. Ab Sommer 2015 kam es aber in Mitteleuropa zu den unseligen Grenzöffnungen, die auch offenbart haben, dass in der EU das Asyl-Recht vor dem Grenzschutz kommt und zwar ohne Rücksicht auf die Folgen. Das war wohl entscheidend für den Erfolg der Brexit-Abstimmung, denn das zentrale Brexit-Versprechen war: „take back control“ – frei übersetzt: „wieder Herr im eigenen Haus werden“. Dieses Versprechen umfasste zu allererst die Freiheit wieder souverän entscheiden zu können, wer unter welchen Bedingungen nach Großbritannien zuwandern darf, so wie dies in Australien ab dem Jahr 2014 umgesetzt wurde: illegale Migranten werden am Meer abfangen und wieder zurückgeschickt bzw. auf unbeschränkte Zeit interniert. Australien toleriert auch keine Zuwanderung in den Sozialstaat und auch Personen die legal in den Arbeitsmarkt zuwandern und erwerben erst nach einer bestimmten Zeit der Erwerbstätigkeit volle Ansprüche auf Sozialleistungen. Weiters ist die Zuwanderung in den Arbeitsmarkt eingeschränkt: es darf nur eine bestimmte Anzahl von gut integrierbaren Personen zuwandern, deren Qualifikationen am australischen Arbeitsmarkt benötigt werden.

Ein weiterer Aspekt von „take back control“ war, dass man den immer dichteren Dschungel der EU-Vorschriften loswerden würde, der die demokratische Selbstbestimmung des Landes immer mehr eingeschränkt hat, ebenso die Freiheit der Bürger und der Unternehmen. Da die EU-Vorschriften auch die Unternehmen massiv belasten, konnte man daraus ableiten, dass der Wegfall des EU-Rechts zu einem Wirtschaftsboom führen würde.

Weder die Konservativen, noch die danach regierende Labour-Partei konnten sich zu einem entschlossenen Vorgehen gegen die illegale Migration durchringen und die Konservativen haben noch vor dem Vollzug des Brexits einen bewussten Verrat am Brexit vollzogen: sie haben das EU-Recht, das mit dem Brexit weggefallen wäre, im Bausch und Bogen in britisches Recht übergeführt. Damit entfiel der Bürokratie-Abbau und die britische Wirtschaft hat sich daher weiterhin ähnlich schlecht entwickelt wie jene in der EU.

D.h. der Brexit wurde zwar rechtlich vollzogen, aber keine der britischen Regierungen, die seit dem Brexit im Amt waren, hat den politischen Kurswechsel vollzogen, den die Wähler mit ihrer Brexit-Entscheidung bewirken wollten. Insofern ist nicht verwunderlich, dass die erst seit 2021 bestehende Partei Reform UK unter der Führung des Brexit-Vorkämpfers Nigel Farage bei den Kommunalwahlen im Mai deutlich mehr Mandate errungen hat als jede andere Partei. Wenn am nächsten Sonntag Parlamentswahlen wären, dann würde sie laut aktuellen Umfragen auch im Parlament zur mandatsstärksten Partei werden, d.h. die Brexit-Befürworter würden erstmals die Gelegenheit erhalten, ihre politischen Versprechen einzulösen.

Wir von der CFU (Christlich Freisinnige Union) befürworten den EU-Austritt Österreichs (kurz „Öxit“). Die heutige EU ist viel schlechter als jene, die man uns 1994 versprochen hat und deshalb ist es geboten, den Österreicher das Recht zu geben, darüber abstimmen, ob sie noch in dieser EU verbleiben wollen. Falls das Volk für einen Öxit stimmen würde, dann müsste die Bundesregierung die EU-Mitgliedschaft gem. Art. 50 der EU-Verträge aufkündigen. Die EU-Mitgliedschaft würde zwei Jahre nach deren Aufkündigung enden. Im Zuge dieser zwei Jahre würden mit der EU Verträge hinsichtlich der Details der Beendigung der Mitgliedschaft und der zukünftigen Beziehungen verhandelt werden.

Anders als die Briten würden wir im Falle eines Öxit das EU-Recht nicht in österreichisches Recht überführen, die Grundrechtecharta, die Sozialcharta und die derzeit ca. 7.000 – 8.000 EU-Verordnungen würden wegfallen, ebenso die ca. 2.000 – 2.500 EU-Richtlinien, wodurch die österreichischen Gesetze, die auf diese Richtlinien beruhen, verändert werden könnten. Der gesamte Rechtsbestand der EU umfasst derzeit insgesamt ca. 20 Millionen (!) Wörter, d.h. der Öxit wäre der größte Bürokratie-Abbau der österreichischen Geschichte, der das Leben aller leichter machen, die Energie billiger und einen gewaltigen Wirtschaftsboom zur Folge hätte.

Dank des Wegfalls des EU-Rechts könnte man auch die Asyl-Zuwanderung stoppen, die Sozialleistungen für Asyl-Migranten senken und ungleich leichter Abschiebungen durchführen und insgesamt eine Migrationspolitik nach australischer Art umsetzen. EU-Bürger hätten auch keinen Anspruch mehr auf Sozialleistungen in Österreich und Studenten aus der EU hätten kein Anrecht mehr auf ein Gratis-Studium in Österreich.

So wie Großbritannien würden wir einen Freihandelsvertrag mit der EU abschließen, aber anders als Großbritannien wieder der EFTA beitreten. Derzeit besteht die EFTA zwar nur aus vier Mitgliedern (die Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island), aber sie verfügt über Freihandelsverträge mit Staaten aus aller Welt. D.h. Österreichs Industrie könnte im Wesentlichen exportieren wie bisher. Für die Landwirtschaft würde sich aber vieles ändern, denn in der EFTA gibt es keine gemeinsame Agrarpolitik. In der EFTA ist die Landwirtschaft Angelegenheit der Mitgliedsstaaten, der die von der EU mit Vorschriften geknebelten Bauern würden wieder freie Bauern werden, so wie in der Schweiz. Generell ist die EFTA eine reine Wirtschaftsgemeinschaft ohne gemeinsame Politik.

Österreich zahlt deutlich mehr in der EU-Kasse ein als es zurückbekommt, deshalb würde Österreich durch den Öxit auch finanziell profitieren. Durch den Öxit wäre Österreich auch nicht mehr in die gemeinsame Sicherheits- und Außenpolitik der EU eingebunden, d.h. Österreichs immerwährende Neutralität wäre wieder uneingeschränkt gültig, so wie jene der Schweiz.

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Rechnungshof: Bericht über Spionageprävention

pixabay Spion

05. Juni 2026 – (Presseinformation des Rechnungshofs ÖsterreichHochdynamische Veränderungen der Bedrohungs- und Sicherheitslage erhöhten Anforderungen

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Informationsabfluss, der Zutritt Unberechtigter oder Anwerbungsversuche des eigenen Personals sind konkrete Risiken, die das Innen-, das Verteidigungs- und das Außenministerium im Zusammenhang mit Spionage unter anderem identifizierten. Die Überprüfung von (potenziellen) Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aber auch von Dienstleistern oder der korrekte Umgang mit Informationen, die besondere Geheimhaltung erfordern („klassifizierte Informationen“), sind Beispiele für Elemente von Internen Kontrollsystemen (IKS), mit denen Risiken begegnet und Spionagevorfälle verhindert werden sollten. Auf Antrag des Abgeordneten Douglas Hoyos-Trauttmansdorff und weiterer Abgeordneter überprüfte der Rechnungshof den entsprechenden Präventionsmechanismus in den genannten Ministerien. Den Bericht „IKS-Elemente der Spionageprävention im Innenministerium, Verteidigungsministerium und Außenministerium (pdf)“ veröffentlichte er heute. Prüfungszeitraum sind im Wesentlichen die Jahre 2017 bis 2024.

Die drei Ministerien verfügten jeweils über ein IKS inklusive Elementen zur Spionageprävention. Regelungen waren in Dienstvorschriften dokumentiert. Bedienstete wurden darin unterwiesen und regelmäßig fortgebildet. Die Überwachung, ob die Regelungen eingehalten werden, ist eine Management- beziehungsweise Führungsaufgabe. Nur im Rahmen regelmäßiger Kontrollen kann das erwartete Schutzniveau aufrechterhalten werden. Dieser Führungsaufgabe sollte hohe Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Hochdynamische Veränderungen der Bedrohungs- und Sicherheitslage

Die Veränderungen der geopolitischen Lage haben Auswirkungen auf die Anforderungen an den Verfassungsschutz (Staatsschutz und Nachrichtendienst) insgesamt und auf die Spionageabwehr im Konkreten. Dies spiegelt sich auch in den benötigten Ressourcen – etwa für Personal – im Innenministerium, im Verteidigungsministerium aber auch im Außenministerium wider.

Das Innenministerium erhöhte die personellen Ressourcen für die Spionageabwehr im überprüften Zeitraum – vor allem ab Einrichtung der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) im Dezember 2021. Insbesondere im Bereich der Spionageabwehr stiegen die Anforderungen an die DSN. Zwischen 2017 und 2024 vervierfachten sich die Auszahlungen für Mehrdienstleistungen, also etwa für Überstunden. Im Abwehramt des Verteidigungsministeriums waren die Auszahlungen für Mehrdienstleistungen mehr als verdreifacht.

Der Rechnungshof empfiehlt den genannten Ministerien, die personellen und finanziellen Ressourcen zur Spionageprävention entsprechend den dynamischen Entwicklungen der Bedrohungslage bereitzustellen.

Vertrauenswürdigkeitsprüfung für Verwaltungspersonal mit sensiblem Einblick in der DSN

In den drei Ministerien waren personenbezogene Überprüfungen eine Aufnahmevoraussetzung und Voraussetzung für den Zugang zu Informationen. Sie können diese Überprüfungen je nach Erfordernis des Geheimschutzes für den Zugang zu Informationen abgestuft für den jeweiligen Einsatzbereich anwenden. Abhängig von der Verwendung der Bediensteten waren die personenbezogenen Überprüfungen in regelmäßigen Abständen (drei, fünf oder zehn Jahre) zu erneuern.

Der Rechnungshof merkt an, dass Verwaltungspersonal im Innenministerium, das durch seine Kontroll- und Dienstleistungsaufgaben insbesondere im Rahmen seiner Tätigkeit für die Dienstbehörde oder Personalstelle umfangreiche Einblicke in sensible Bereiche des Verfassungsschutzes erhielt, keine Vertrauenswürdigkeitsprüfung durchlaufen musste. Er empfiehlt dem Innenministerium, eine gesetzliche Regelung im Nationalrat zu initiieren, die Verwaltungspersonal mit Einblick in die sensible Tätigkeit des Verfassungsschutzes in die Vertrauenswürdigkeitsprüfung einbezieht.

Externe Dienstleister: Nachrichtendienstliche Informationen durften nicht herangezogen werden

Verbesserungsbedarf zeigt der Rechnungshof auch in Zusammenhang mit Beschaffungen, die wesentliche Sicherheitsinteressen des Bundes betreffen, anhand eines Beispiels auf: Das Innenministerium vergab im Oktober 2021 einen Auftrag für ein Hochsicherheitsnetzwerk. Die Gesamtkosten lagen bei 1,25 Millionen Euro. Im Juni 2022 berichtete eine deutsche Mediengesellschaft über Verbindungen des beauftragten Unternehmens zu einem ehemaligen Geschäftsführer eines deutschen Zahlungsdienstleisters sowie über mögliche, damit zusammenhängende Verbindungen zur Russischen Föderation. Die DSN nahm von der Umsetzung des Hochsicherheitsnetzwerks durch dieses externe Unternehmen schließlich Abstand. Sie gab an, über keine Möglichkeiten zur Überprüfung von Unternehmen zu verfügen. Das dafür zuständige Abwehramt stellte im Februar 2021 für dieses Unternehmen eine Sicherheitsunbedenklichkeitsbescheinigung aus. Die Überprüfung beruhte auf einer personenbezogenen Selbstauskunft, bei der spezifische Aspekte der Spionageprävention jedoch nicht vorgesehen waren.

Mangels gesetzlicher Grundlage war es nicht möglich, nachrichtendienstliche Informationen heranzuziehen sowie zivile und militärische Informationen zu Unternehmen auszutauschen. Der Rechnungshof empfiehlt daher, für Beschaffungen, die wesentliche Sicherheitsinteressen des Bundes betreffen, eine Überprüfung von Unternehmen in einem frühen Stadium der Vergabe unter Heranziehung nachrichtendienstlicher Erkenntnisse zu ermöglichen.

Unterschiedliche Rechtsgrundlagen für klassifizierte Informationen

Der Rechnungshof hält fest, dass die in seinem 2021 erschienenen Bericht „Management der IT-Sicherheit in der Verwaltung ausgewählter Bundesministerien (pdf)“ aufgezeigten Unterschiede in den rechtlichen Grundlagen für die elektronische Verarbeitung klassifizierter Informationen weiterhin bestanden und damit auch das von der Informationssicherheitskommission identifizierte Sicherheitsrisiko. Unterschieden wird zwischen Informationen, die Österreich im Einklang mit völkerrechtlichen Regelungen erhält – dem „internationalen Geheimschutz“ – und dem „nationalen Geheimschutz“. Die Sanktionierung von Verstößen war im internationalen und im nationalen Geheimschutz unterschiedlich geregelt: Im Gegensatz zum nationalen Geheimschutz sind für den internationalen Geheimschutz Tatbestände für Verwaltungsübertretungen und gerichtlich strafbare Handlungen festgelegt. Der Rechnungshof empfiehlt, die Harmonisierung der Rechtsgrundlagen für klassifizierte Informationen abzuschließen.

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Grundlegende Anpassungen im Stromverteilernetz notwendig

Rechnungshof Stromnetze 2026

29.05.2026 (Bericht des Rechnungshofes Österreich– Grundsatz der Verursachergerechtigkeit sollte für alle Netzbenutzer gelten

Österreich strebt an, bis 2030 100 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien zu decken. Der Ausbau von Photovoltaik- und Windkraftanlagen schreitet in Österreich rascher voran als die dafür nötigen Anpassungen des Stromnetzes. Grundlegende Anpassungen sind notwendig, um die nachhaltige, sichere und leistbare Stromversorgung weiterhin zu gewährleisten. Die Kosten dafür tragen die Endkunden über verordnete Netzentgelte. Der Rechnungshof empfiehlt dem Wirtschaftsministerium im heute veröffentlichten Bericht „Transformation der Stromverteilernetze (pdf)“, beim Erneuerbaren-Ausbau gleichzeitig den daraus resultierenden Anpassungsbedarf im Stromnetz zu berücksichtigen. Die Transformation des Stromnetzes erfordert verstärkte Steuerung und Koordination. Geprüft wurden die Jahre 2019 bis 2024.

Kritische Infrastruktur

Wer in Österreich Strom bezieht, kann Stromlieferanten frei wählen und auch wechseln, nicht aber den Netzbetreiber. Das öffentliche Stromnetz zählt zur kritischen Infrastruktur. Es besteht aus dem überregionalen Übertragungsnetz und aus regionalen und lokalen Verteilernetzen mit über 100 Verteilernetzbetreibern. Da Stromnetze ein natürliches Monopol sind, unterliegen sie der Regulierung. Die Kosten der Netzbetreiber werden von der Energie-Control Austria (E-Control) bestimmt und über verordnete Netzentgelte eingehoben.

Veränderte Anforderungen an das Stromnetz

Mit der Energiewende veränderten sich die Anforderungen an die Stromnetze. In der Vergangenheit wurden sie als Einbahnstraßen betrieben. Strom floss von zentralen, größeren Kraftwerken zu den Betrieben und Haushalten. Mit dem starken Zuwachs dezentraler Erzeugungsanlagen wird Strom nun unregelmäßig produziert.

Aber: Eingespeiste Energie muss immer dem momentanen Verbrauch entsprechen. Ein Ungleichgewicht von Einspeisung und Entnahme gefährdet die Stabilität des Stromversorgungssystems. Nötig sind unter anderem entsprechende Speicher- und Transportkapazitäten.

Transformation der Stromnetze besser steuern und koordinieren

Bereits im 2020 erschienenen Bericht „Ökostromförderung am Beispiel Windkraft und Photovoltaik (pdf)“ hatte der Rechnungshof aufgezeigt, dass der Erneuerbaren-Ausbau rascher erfolgte als die notwendige, jedoch langwierige und kapitalintensive Anpassung der Netzinfrastruktur.

Er empfiehlt dem Wirtschaftsministerium: Beim Erneuerbaren-Ausbau soll stets gleichzeitig der daraus resultierende Anpassungsbedarf im Stromnetz berücksichtigt werden. Zudem soll in Zusammenarbeit mit der E-Control, den Ländern und den Netzbetreibern ein langfristiger Gesamtplan zur Transformation der Stromnetze erarbeitet werden. Eine übergeordnete Planung und strategische Koordination soll bestehende Instrumente, etwa den integrierten österreichischen Netzinfrastrukturplan, nutzen. Versorgungssicherheit, Dekarbonisierung und Leistbarkeit für Haushalte, Gewerbe und Industrie sowie für die öffentlichen Haushalte sollen gleichrangig verfolgt werden.

Stärkung des Verursacherprinzips

Für einen Muster-Haushaltskunden in Österreich mit einem Jahresstromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden machte das Netzentgelt rund 29 Prozent der gesamten Stromrechnung aus (Stand Mai 2025). Der Rechnungshof stellt dazu fest: Haushaltskunden werden in puncto Netzentgelt stärker belastet als Industriekunden. Einspeiser hatten im Gegensatz zu Entnehmern kein Netzbereitstellungs- beziehungsweise Netznutzungsentgelt zu tragen. Ab Jänner 2027 haben Einspeiser ab einer netzwirksamen Leistung von 20 Kilowatt einen Versorgungsinfrastrukturbeitrag zu entrichten.

In Österreich wurden Photovoltaik- und Windkraftanlagen dezentral und regional sehr ungleich verteilt errichtet. Obwohl dieser Erneuerbaren-Ausbau dazu dient, die österreichweiten Klimaziele – 2030 soll der gesamte Strombedarf aus erneuerbaren Energien gedeckt werden – zu erreichen, erfolgt keine regionale Umverteilung von Netzkosten.

Der Rechnungshof empfiehlt der E-Control, die Systematik der Netzentgelte und Kostenwälzung aufgrund des Erneuerbaren-Ausbaus anzupassen, sodass der Grundsatz der Verursachergerechtigkeit für alle Netzbenutzer gilt.

Volkswirtschaftliche Mehrkosten wegen später Umsetzung nicht auszuschließen

Der Rechnungshof weist außerdem darauf hin, dass die Umsetzung der Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie von 2019 mehr als sechs Jahre dauerte. Sie war erst im Dezember 2025 mit dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz (EIWG) abgeschlossen. Damit verzögerte sich auch eine flexible und damit optimierte Nutzung vorhandener Netzkapazitäten, die kapitalintensive Netzausbauten vermeiden oder zumindest verringern konnte. Die Folge: Gesamtwirtschaftliche Mehrkosten waren nicht auszuschließen, etwa höhere Stromkosten und Netzentgelte und verlangsamter Erneuerbaren-Ausbau.

Netzentgelte: Weitere Steigerungen wegen hoher Investitionen erwartet

Näher unter die Lupe nahmen die Prüferinnen und Prüfer des Rechnungshofes die Wiener Netze GmbH und die Netz Niederösterreich GmbH. Die Netznutzungsentgelte stiegen im Zeitraum 2015 bis 2025 stark an und werden bis 2030 aufgrund der anhaltend hohen Investitionen weiter steigen. Dabei erwartete die Netz NÖ einen deutlich stärkeren Anstieg als die Wiener Netze.

Die Prüferinnen und Prüfer des Rechnungshofes zeigen im Bericht unterschiedliche Möglichkeiten auf, diese Entwicklung zu dämpfen; etwa die Digitalisierung der Netze voranzutreiben. Zudem sollten die Netzbetreiber bei Beschaffungen enger kooperieren. Durch optimierte Nutzung des Netzes könnten zudem kapitalintensive Netzausbauten vermieden oder zumindest verringert werden.

Bericht: Transformation der Stromverteilernetze (pdf)

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Internationale Wärmepumpen-Konferenz

AIT Heat Pump Conference 2026

Das AIT Austrian Institute of Technology organisiert gemeinsam mit internationalen Partnern die

IEA Heat Pump Conference 2026

+ über 800 Teilnehmer:innen

+ 367 wissenschaftliche Beiträge zeigen aktuelle Entwicklungen von Forschung bis industrielle Anwendung

27. Mai 2026 – (Presseinformation AIT Austrian Institute of Technology) – Mit der heutigen Eröffnung der 15. IEA Heat Pump Conference 2026 in der Hofburg wird Wien für vier Tage zum internationalen Zentrum für Innovationen im Bereich der Wärmepumpentechnologien. Über 800 Teilnehmer:innen aus aller Welt kommen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen aus Forschung, Industrie und Energiepolitik auszutauschen. Die Konferenz gilt als führende internationale Plattform für den Austausch zu Wärmepumpentechnologien und deren Rolle bei der Dekarbonisierung von Energiesystemen.

Österreich als Innovationsstandort

„Die Energiewende wird auch im Wärmesektor entschieden. Wärmepumpentechnologien spielen dabei eine Schlüsselrolle. Österreich hat sich hier zu einem wichtigen Innovationsstandort entwickelt“, betont Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, in seiner Eröffnungsrede. „Rund 537.000 installierte Anlagen sparen bereits heute jährlich etwa 1,26 Millionen Tonnen CO₂ ein und schaffen gleichzeitig Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Wärmepumpen zeigen, dass Klimaschutz und wirtschaftlicher Erfolg kein Widerspruch sind – im Gegenteil: Wer heute in grüne Technologien investiert, sichert die Arbeitsplätze und Märkte von morgen.“

AIT treibt den Transfer von Forschung in die Anwendung

„Wärmepumpen entwickeln sich rasant von einer Gebäudetechnologie zu einer zentralen Systemlösung – für Industrieprozesse, urbane Räume und integrierte Energiesysteme“, sagt Andreas Kugi, Scientific Director des AIT Austrian Institute of Technology. „Als AIT treiben wir diesen Wandel mit exzellenter Forschung und angewandter Entwicklung voran: von energieeffizienten Hochtemperatur-Wärmepumpen über die Integration in industrielle Prozesse bis hin zur Kopplung mit intelligenten Energie- und Wärmenetzen. Unser Ziel ist klar: Innovationen zu entwickeln, die wettbewerbsfähig und skalierbar sind und einen messbaren Beitrag zu Energieeffizienz und Versorgungssicherheit leisten.“

„Die Heat Pump Conference bringt die internationale Community entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammen – Wissenschaft, Industrie, Energieversorger und Politik“, unterstreicht Thomas Fleckl, Chair des National Organising Committee und Leiter der Abteilung für nachhaltige thermische Energiesysteme am AIT Austrian Institute of Technology. „Dieser fokussierte Austausch beschleunigt den Transfer von Innovationen in den Markt. Genau das braucht es, um die Wärmewende in Industrie und Städten spürbar voranzubringen.“

Von Forschung bis Anwendung: Innovationen für Industrie und Städte

Rund die Hälfte des weltweiten Energieverbrauchs entfällt auf Wärme und Kühlung. Gleichzeitig ist dieser Bereich noch stark von fossilen Energieträgern abhängig – entsprechend groß ist das Potenzial für klimafreundliche Lösungen.

Im Fokus der Konferenz stehen insbesondere:

+ Hochtemperatur Wärmepumpen für industrielle Prozesse

+ Lösungen für den Einsatz in urbanen Räumen und Fernwärmesystemen

+ Integration in Energiesysteme und Netze

+ Neue Ansätze in Digitalisierung und Systemsteuerung

Das wissenschaftliche Programm der Konferenz unterstreicht die internationale Dynamik im Bereich der Wärmepumpentechnologien.

+ 367 Einreichungen aus Forschung und Industrie

davon 261 Scientific Papers und 106 Applied Research Papers

Beiträge aus Europa (263), Asien (53), Amerika (24) und weiteren Regionen (27)

Die Bandbreite reicht von Grundlagenforschung bis zu konkreten Anwendungen in Industrie, Gebäuden und Energiesystemen.

Internationale Zusammenarbeit als Schlüssel

Neben der wissenschaftlichen Exzellenz steht der internationale Austausch im Mittelpunkt der Veranstaltung. Die Konferenz ist Teil des Technology Collaboration Programme on Heat Pumping Technologies der Internationalen Energieagentur (IEA), dass die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und Politik stärkt.

„Innovation gelingt nur im internationalen Austausch. Die Heat Pump Conference bietet die Möglichkeit, Wissen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen der Energiewende zu entwickeln“, so Fleckl.

Kunst als Teil des Konferenzgeschehens

Im Rahmen der Heat Pump Conference bringt AIT auch seine Expertise an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft, Technologie und Innovation ein. Die Künstlerin Chiara de Eccher, die zuletzt im Rahmen von artloop by AIT eine großformatige Wandzeichnung im Foyer des AIT-Standorts Wien Giefinggasse realisiert hat, begleitet die Policy Forums der Konferenz mit Live-Zeichnungen. Ihre Arbeiten reagieren auf Diskussionen zu globalen Lieferketten, Energiemärkten und Innovationspolitik und machen zentrale Fragen der Wärmepumpen-Transformation künstlerisch sichtbar. Die entstandenen Zeichnungen werden nach der Konferenz über artloop by AIT und im Rahmen der Kommunikation zur Konferenz präsentiert.

SIEHE AUCH: AIT startet mit „artloop“ ein Programm, das Kunst stärker in Forschungsprozesse integriert und neue Perspektiven für Innovation schaffen soll. (Austria Innovativ 21.4.2026)

Pressefotos: https://www.apa-fotoservice.at/galerie/39914

Über die IEA Heat Pump Conference

Die internationale Wärmepumpenkonferenz findet seit 1984 alle drei Jahre statt und gilt als wichtigste wissenschaftliche Veranstaltung in diesem Bereich. 2026 wird sie vom AIT Austrian Institute of Technology in Kooperation mit dem Technology Collaboration Programme on Heat Pumping Technologies der International Energy Agency (IEA HPT TCP) organisiert. Die Konferenz wird vom österreichischen Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BM IMI) als Partner unterstützt. Weitere Informationen: https://hpc2026.org

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Revolution: sanft aber radikal

Pavel Kohout Konterrevolutionär

Reflexionen über Pavel Kohout zu seinem 98er, 20. Juli 2026

Aus dem Tagebuch eines Konter-Revolutionärs

Erschienen im Verlag C.J. Bucher AG, Luzern, 1969

Der Dichter Pavel Kohout, geboren 1928 in Prag, stand seit Ende des Zweiten Weltkriegs im Zentrum des historischen Geschehens seines Landes. Er folgte den Spuren seines kommunistischen Vaters. Tagebucheintrag vom 14.2.45: „Vater ist der gescheiteste Mensch, den ich kenne. Er spricht sieben Sprachen. Ich werde nie begreifen, wie man ihn zwei Jahre ohne Arbeit lassen konnte. Als ich ihn einmal danach fragte, lächelte er: Man hat entweder Geld oder Überzeugung.“ (12) Kohout „outet sich“, wie man heute sagen würde, ohne moralinsaure Entschuldigungen. Er macht plausibel, warum er als junger Mann nach den Abgründen der Nazidiktatur der KPČ beitrat und sogar Hommagen auf den damaligen Partei- und Regierungsführer Klement Gottwald verfasste, getragen von der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Die Umsetzung des Kommunismus führte natürlich zu Reibungen, insbesondere zwischen Parteispitzen und Mitgliedern des populären Schriftstellerverbandes. So wurde Kohout zu einem Vorkämpfer des Prager Frühlings 1968 – nachträglich kann man diesen als ersten Versuch einer „Perestrojka“ betrachten. So wie 20 Jahre später Gorbatschow, waren auch viele Kommunisten der ČSSR der Überzeugung, das System sei von innen reformierbar. Erste Erfolge (Absetzung des unbeliebten Staats- und Parteichefs Antonín Novotný) gaben den Kritikern recht.

Immerhin konnten in der Tschechoslowakei Konflikte öffentlich ausgetragen werden, die Opposition fand immer Medien, die ihre Positionen publizierten. Das Manifest der 2000 Worte verbreitete sich Ende Juni 1968 wie ein Lauffeuer. Verfasst von Ludvík Vaculík, über den Kohout schreibt: „ein Mann, der offen nicht das sagt, was er denken sollte, sondern das, was er wirklich denkt. … Das [Manifest] fasziniert mich! Es ist ein politischer Text, der uns wie aus einer zukünftigen Zeit zufliegt, in der ich leben möchte. Im Gegensatz zu den Sammlern der immer gleichen Sätze, die mit einem Schlag alle ABER, OBZWAR und WENN töten wollen und die vor allem ängstlich jeden Gedanken meiden, der von oben her noch nicht gutgeheißen wurde, nennt er kurz und menschlich die Dinge mit ihrem richtigen Namen.“ (161)

Trotzdem diffamierten die Moskautreuen die Unterzeichner des Manifests als „Konterrevolutionäre“, was Kohout damals aus innerster Überzeugung als absurd zurückwies: „Die Tschechoslowakei gehört in Europa zu den Ländern mit der ältesten Tradition sozialer Volksbewegungen. Der hussitische Kommunismus wurde deshalb hauptsächlich von den reaktionären Feudalen Deutschlands und Ungarns angegriffen. Die Tschechoslowakei ist ein Land auf dem Kreuzweg Europas. Alle mächtigen Nachbarn, vor allem Deutschland, Ungarn und Polen, haben während Jahrhunderten darauf Anspruch erhoben. Zur nationalen Aufgabe wurde es also, nur uns selbst zu gehören; die Souveränität zu erreichen und zu erhalten.“ (163)

„Die Tschechoslowakei wurde deshalb ein Land mit der Erbbotschaft der Demokratie und Humanität, die auch während der zwanzig Jahre des bourgeoisen Parlamentarismus da war. Man lehrte uns in den Schulen, daß DIE WAHRHEIT SIEGT“. (163) Im Jahrhundert der hohlen Phrasen unfähiger Politikdarsteller wird so eine Einschätzung kaum noch ernst genommen; Diskurs 2026 ist weitgehend Diskursverweigerung. Andeinanderreihung von Schlagworten, um den Gegner zu erschlagen. Aufeinandereingehen existiert nur noch als theoretisches Diskursmodell, nicht in der politischen Praxis. „Wahrheit gibt’s keine“, wird als einzige Wahrheit vorausgesetzt.

Ein typisches Beispiel für das Diskursniveau des 21. Jahrhunderts: Einen Tag vor der Gemeinderatswahl in Salzburg im März 2024, bei der KPÖplus antritt, kriegt Franz Schellhorn einen Anfall: „Damit die 100 Millionen Menschen, die im Kommunismus getötet wurden, im Jahr 2024 noch einmal richtig verhöhnt werden können – morgen in #Salzburg #Kommunismus wählen.“ Der Leiter der neoliberalen „Denkfrabrik Agenda Austria“ fürchtet wohl die Enteignung, wenn nicht gar ein Erschießungskommando vor den Türen seiner Denkfabrik. Die Bewohner der großbürgerlichen Festspielstadt sahen das entspannter: die KPÖ kam mit 13.920 Stimmen auf Platz zwei hinter des SPÖ (15..410). Die ÖVP fiel auf den dritten Platz zurück.

Nach dem Einmarsch der Sowjets im August 1968 hat Prag der Welt gezeigt, dass Widerstand auch gewaltlos möglich ist. Mit der Charta77 hat die Zivilgesellschaft ein starkes Lebenszeichen gegeben. Für das Bekenntnis zur Charta77 haben viele Freiheitskämpfer Unterdrückung oder Ausweisung in Kauf genommen.

Bekenntnis setzt Gewissen voraus. Fünfzig Jahre später zählt Gewissenlosigkeit zur Voraussetzung der politischen Kaste, egal in welcher etablierten Partei, egal in welchem Land der EU. Für Österreich stellt sich 50 Jahren nach Beschluss des Artikel 9a B-VG (umfassende Landesverteidigung) die Frage, ob angesichts der grassierenden Gewissenlosigkeit eine Umsetzung dieses Artikels überhaupt möglich ist; insbesondere geistige und zivile Landesverteidigung in Form von passivem Widerstand, nicht gegen fiktive Feindbilder aus dem Ausland, sondern gegen reale Feinde der offenen Gesellschaft in unserem eigenen Land!

Die Invasion der Sowjets überraschte Kohout im August 68 auf einer Urlaubsreise in Italien – er war damals immer noch Kommunist. Er zitiert lange Gespräche mit dem Tschechischen Botschafter in Rom, erhält zahlreiche Warnungen aus Prag, entscheidet sich aber trotzdem zur Rückkehr. Der zivile Widerstand in der Tschechoslowakei blieb bestehen. Auch wenn die sowjetischen Panzer das Land bedrohten, so ließen sich die Menschen nicht unterbringen. Der Widerstand hat letztlich den längeren Atem bewiesen. 68 hat 89 seinen Abschluss gefunden.

Bis 1990 herrschte zwischen West und Ost das Gleichgewicht des Schreckens. Links und rechts konnten nicht mit lechts und rinks velwechsert werden: hier demokratischer Kapitalismus, dort diktatorischer Kommunismus. Nach dem Ende dieser Geschichte blieb das Ungleichgewicht des Schreckens: der Kapitalismus enthüllte mehr und mehr sein wahres Gesicht. Es ist das Gesicht von Egoismus und Gier, in der die Bedürfnisse der Gemeinschaft (das Gemeinwohl, das Volk) keine Rolle mehr spielen. Die Akkumulation von Geld durch Geld (verschleiert mit schönen Namen wie Hedgefonds, Zertifikate, Securities, Optionen, Futures) als endgültige „Wahrheit des Kapitalismus“ wurde zur Realität. Zumindest mit dieser Prophezeiung hat Karl Marx Recht behalten: am Ende des Kapitalismus wird Geld die Welt regieren. Eine Welt, in der Milliardäre die Armen unter den Plutokraten der Multimilliardäre sind.

Denkfabrikanten der „Agenda Austria“ halten diese Welt von Blackrock, Bill Gates, Elon Musk & Co immer noch als höchstmögliches Glück der „freien Marktwirtschaft“ und ignorieren völlig, wie die Klein- und Mittelbetriebe von diesen Monopolkonzernen zerdrückt werden. Während Neoliberale die Innovationskraft des US-Kapitalismus loben und die EU-Bürokratie tadeln, werden sie vom kommunistischen Kapitalismus Chinas links und rechts gleichzeitig überholt.

Die Wahrheit des Kapitalismus ist keine Ideologie mehr, sondern ein Narrativ. Narrative sind nicht bloß ein neumodischer Begriff für Ideologien. Das zeigt das Beispiel Corona-Pandemie: diesem Narrativ folgten Linke ebenso blind wie Rechte, die Unternehmer (vertreten von Wirtschaftskammer) ebenso wie die Arbeitnehmer (vertreten von Gewerkschaften). Linke ließen sich von der Idee der Solidarität ködern, Rechte von der Idee der Sicherheit. Solidarität und Sicherheit waren die letzten Funken einst großer politischer Ideen, die im Corona-Narrativ verglühten.

Narrative sind die geistigen Tiefebenen des 21. Jahrhunderts; bewachsen vorwiegend von intellektuellen Flachwurzlern. Als ein Teil der Gesellschaft aus dem kollektiven Corona-Alptraum erwachte, entwickelten sich neue Fronten, aber keine neue Ideologien. Dann bemerkten die herrschenden Politiker plötzlich die „Spaltung der Gesellschaft“. Die Wahrheit jedoch lautet anders: es gibt keine Spaltung der Gesellschaft, sondern eine Spaltung zwischen Staat und Gesellschaft.

Der Graben verläuft nicht zwischen Links und Rechts, sondern zwischen Systemerhaltern und Systemkritikern. Systemerhalter sind die Funktionäre der herrschenden Parteien auf allen politischen Ebene, sowie ihre Kofferträger (das Heer der Beamten, Subventionsempfänger, Politberater und Hofberichterstatter). Systemkritiker sind tausende Menschen mit guten Ideen, die sich in tausenden Kleingruppen organisieren, aber zu keiner gemeinsamen Kraft zusammenfinden.

2026 ist das Jahr, in dem die Herrschaften Europas offen, nein, hemmungslos zum Krieg rüsten. Wie immer gegen einen erfundenen Feind im Ausland, um von den eigenen Verbrechen abzulenken. Milliarden für Waffen mit dem Geld des Volkes, Demontage von Demokratie und Neutralität – das sind Verbrechen! Gegen diese Verbrechen müssen wir Widerstand leisten. Solche Verbrechen sind nicht reformierbar, dagegen hilft nur eine Revolution. Die Tschechoslowakei 1945 bis 1989 hat bewiesen, dass so eine „samtene Revolution“ möglich ist. 

Die Revolution im 21. Jahrhundert muss sanft, aber radikal sein. Radikal ist kein Synonym von „extrem“ oder gar „extremistisch“, sondern ein Antonym. Radikal ist eine Revolution, die die Wurzeln der Probleme behebt, extrem ist eine Revolution die die Köpfe aller Gegner rollen lässt. Österreich 2026 wird keine vier Jahrzehnte Zeit haben, so eine Revolution umzusetzen. Das Gleiche gilt für alle EU-Staaten und die EU als Ganzes.

SIEHE AUCH:

+ Pavel Kohout, Ende der Großen Ferien

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Europa-Forum Wachau 2026

Meinl via Xcom Euroforum

21. Mai 2026 – (Presseaussendung Europa-Forum Wachau via APA / OTS) – Das diesjährige Europa-Forum Wachau 2026, veranstaltet vom Verein Europa-Forum Wachau, beleuchtete zentrale Themen wie die Notwendigkeit neuer internationaler Allianzen, die umfassende Reform der europäischen Migrations- und Sicherheitspolitik sowie die Dringlichkeit eines Paradigmenwechsels in der europäischen Wirtschaftsstrategie.

Der Tag startete mit der Session „New Alliances in a Fragmented World“, die sich der entscheidenden Rolle neuer Partnerschaften jenseits traditioneller Pfade widmete. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger und ihr Amtskollege Dato Erywan Pehin Yusof aus Brunei unterstrichen die Bedeutung von Kooperation und der Stärkung multilateraler Strukturen in einer zunehmend multipolaren Welt. Es wurde betont, dass Europa sich in einer neuen geopolitischen Ära befindet, die eine Neudefinition europäischer Souveränität und die Stärkung der Verteidigungsbereitschaft erfordert. „Strategische Autonomie bedeutet nicht, alleine zu handeln. Sie bedeutet, ein stärkerer und glaubwürdigerer Partner zu werden.“, so Meinl-Reisinger. „Die Partnerschaften, die gestärkt werden sollten, sind jene, die auf gemeinsamen Prinzipien, gegenseitigem Respekt und dem Bekenntnis zur internationalen Ordnung beruhen.“, so Dato Erywan Pehin Yusof. Die Erweiterung der EU, insbesondere um die Ukraine, Moldawien und die Staaten des Westbalkans, wurde als geopolitische Investition in Europas Stabilität und Zukunft hervorgehoben.

Ein zentraler Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der europäischen Migrationspolitik und inneren Sicherheit. In einem „Deep Dive“ erörterte Innenminister Gerhard Karner gemeinsam mit Christian Ultsch den neuen EU-Asylpakt. Der Pakt wird als notwendiger Schritt zur Sicherung der Außengrenzen und zur Reduktion des Migrationsdrucks betrachtet, dessen Implementierung, inklusive der Einrichtung von Verfahrenszentren an den EU-Außengrenzen, ab dem 13. Juni erfolgen wird. „Wir haben in den letzten Jahren die illegale Migration gegen null gedrängt. Diese Entwicklung wird durch die Umsetzung des Asylpakts nachhaltig abgesichert“, so Innenminister Gerhard Karner. Österreich sieht seine Vorleistungen in diesem Solidaritätsmechanismus aufgrund der hohen Pro-Kopf-Belastung der letzten Jahre bereits erbracht.

Die Session „Europe’s Turning Point: Managing Migration, Ensuring Security“ vertiefte diese Themen mit einem hochkarätigen Panel, bestehend aus EU-Kommissar Magnus Brunner, Innenminister Gerhard Karner, dem Migrationsforscher Gerald Knaus, Vít Rakušan, dem ehemaligen stellvertretenden Ministerpräsidenten und Innenminister der Tschechischen Republik, und dem Innenminister Albaniens Besfort Lamallari. Die Diskussion unterstrich die Notwendigkeit, die Kontrolle über die Migration zurückzugewinnen, den Asylpakt konsequent umzusetzen und die Zusammenarbeit mit Drittstaaten zu intensivieren. „Wir müssen verhindern, dass Menschen sich überhaupt auf diese gefährliche Reise machen. Wir müssen die gesamte Route betrachten und frühzeitig mit Drittstaaten zusammenarbeiten. Unser Ziel muss sein, dass niemand mehr im Mittelmeer oder Atlantik sein Leben verliert“, meinte EU-Kommissar Brunner. „Europa sollte zeigen, dass Menschenrechte und Kontrolle gemeinsam möglich sind. Europa sollte das Gegenmodell zu Angst, Einschüchterung und Rechtsbruch sein“, so Knaus. Albanien wurde als verlässlicher Partner in der externen Grenzverwaltung hervorgehoben. Gleichzeitig wurde auch Skepsis gegenüber dem reinen Asylpakt thematisiert und die entscheidende Rolle von sicheren Drittstaatsabkommen zur effektiven Reduzierung irregulärer Migration betont.

Ein weiterer „Deep Dive“ mit EU-Kommissar Magnus Brunner und Anna Gabriel (Die Presse) lieferte detaillierte Einblicke in den Asyl- und Migrationspakt als umfassendste Reform der EU-Einwanderungspolitik der letzten Jahrzehnte. Der Pakt basiert auf vier Säulen: sichere Außengrenzen, einheitliche Asylverfahren, Partnerschaften mit Drittländern und ein Solidaritätsmechanismus unter den Mitgliedstaaten. Es wurde ein Rückgang der Asylzahlen in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 um 40 % vermeldet, was auf eine Kombination aus europäischen Reformen, effektiverem Außengrenzschutz und Abkommen mit Drittstaaten zurückzuführen ist.

Die Panel-Diskussion „Standortwettbewerb, Freihandel, Resilienz – Time for Change?“ beleuchtete die dringende Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels in der europäischen Wirtschafts- und Handelspolitik. Tobias Thomas (Österreichischer Produktivitätsrat), Sabine Herlitschka (CEO Infineon Austria), Eva-Maria Liebmann (Generalsekretärin Wirtschaftskammer Österreich) und Chris Thomale (Universität Wien) diskutierten die stagnierende wirtschaftliche Entwicklung in Europa im Vergleich zu den USA. Es wurde ein dringender Reformbedarf auf nationaler und europäischer Ebene gefordert, insbesondere ein Bürokratieabbau, schnellere Entscheidungsfindung und eine stärkere Nutzung der europäischen Stärken. „Wenn wir den Unternehmen wieder Freiräume schaffen, schaffen wir auch die Grundlage für Wohlstand“, so Liebmann. Der „Schulterschluss“ zwischen Politik, Wirtschaft und Bürgern wurde als unerlässlich erachtet, um eine substanzierte Aufbruchstimmung zu erzeugen und Europas wirtschaftliche Leistungsfähigkeit als Grundlage für alle weiteren Ziele zu begreifen.

Mit vier weiteren Salons rückte das Europa-Forum Wachau 2026 zentrale Zukunftsfragen Europas in den Mittelpunkt. Die Diskussionen spannten dabei den Bogen von demografischem Wandel über digitale Demokratie bis hin zu geopolitischer Selbstbehauptung und strategischem Networking.

Im Salon „Wohlstand unter Druck: Europas demografische Herausforderung“ wurden die wirtschaftlichen Folgen einer alternden Gesellschaft analysiert. Diskutiert wurden unter anderem Arbeitskräftemangel, die Belastbarkeit der Sozialsysteme sowie die Rolle von Migration, Automatisierung und Reformen zur Sicherung des europäischen Wohlstandsmodells.

Der „Future Politics Salon“ widmete sich der Transformation politischer Kommunikation im Zeitalter sozialer Medien. Dabei diskutierten Jugendliche bis 25 Jahre über die wachsende Macht digitaler Plattformen, die Rolle von Influencern in politischen Debatten sowie die Auswirkungen von Polarisierung, Hass und Deepfakes auf demokratische Prozesse.

Im Salon „Europa im Kreuzfeuer der Machtpolitik“ diskutierten Experten über Europas Position zwischen den geopolitischen Interessen der USA, Chinas und Russlands. Thematisiert wurden strategische Souveränität, Verteidigungspolitik und die Frage, wie Europa seine eigenen Interessen in einer zunehmend konfliktreichen Weltordnung behaupten kann.

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Gmeiner vs Grosz

Grosz vs Gmeiner

21. Mai 2026 – Alois Gmeiner, der sich selbst als „Werbetherapeut“ tituliert, hat wieder mal ein Buch geschrieben: „Die Brot & Spiele Generation“. In seiner bescheidenen Selbsteinschätzung ist es „die schonungsloseste Gesellschaftsdiagnose des Jahres.“ (Details: pressetext.com) Mit diesem Anspruch steigt der Kärntner gegen einen Steirer in die Arena. Ein Steirer, der offenbar eine Lizenz auf den „Spiegel Bestseller“ hat: Gerald Grosz.

 

Nach dem groszen VorjahresSpiegelBestseller „Merkls Werk. Unser Untergang“ folgt nun im Mai 2026 „Ab nach Hause“. Grosz serviert in seinen Bestsellnern aufgewärmte Sazarzin-Suppe gewürzt mit scharfer Merkl-Kritik und einer Brise Martin Sellner („Remigration“).

Aufgrund des Horizonts des Groszmauls ist anzunehmen, dass er „seine“ Kritik für originär hält: „Angela Merkel ist – nach Adolf Hitler – die größte Rechtsbrecherin der neueren deutschen Geschichte“. Das Zitat stammt von von Michael Ley, publiziert in „Die letzten Europäer. Das neue Europa, 2017“. Fundierte Kritik von Leys Positionen siehe: Europas Apokalypse und viele offene Fragen.

+ Michael Ley: „Der Selbstmord des Abendlandes / Die Islamisierung Europas, 2016“,

Zitat von Ley, mit dem sich Grosz im Vorjahr in Deutschland wichtig gemacht hat: „Angela Merkel ist – nach Adolf Hitler – die größte Rechtsbrecherin der neueren deutschen Geschichte. Als mächtigste Politikerin Europas öffnete sie alle Tore für die Islamisierung des Kontinents und gefährdet dadurch den Bestand der europäischen Zivilisation. Die Konsequenzen ihrer Bevölkerungspolitik (…) werden für Deutschland und für Teile Europas katastrophal sein.“ Vor diesem Hintergrund sieht Michael Ley die Zeit einer neuen Reconquista anbrechen: „Der Krieg zwischen einem re-christianisierten Europa und einem islamisierten, multikulturellen Eurabia wird das europäische Armageddon sein. Mit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten hat die Reconquista offensichtlich ihren Anfang genommen.“ Abrufbar auf amazon.de. 

+ Michael Ley hat sich am 23. Oktober 2023 das Leben genommen. Nachruf von Martin Lichtmesz auf sezession.de

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Gerechtes Budget statt Aufrüstung

Petition Attac 2026

+ 26 Organisationen fordern gerechtes Budget statt Aufrüstung

+ Start der gemeinsamen Petition: Friedensförderung und Sicherheit statt Aufrüstung

14. Mai 2026 (Presseinformation von Attac Österreich) Mit dem neuen Doppelbudget 2027/28 will die Regierung Militärausgaben auf ein Rekordniveau anheben. Bis 2032 sollen sie sogar auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Das wären aktuellen Prognosen zufolge über 12 Milliarden Euro pro Jahr. Gleichzeitig drohen Kürzungen bei Sozialleistungen und Klimaschutz.

Anlässlich der Budgetverhandlungen starten daher 26 Organisationen eine gemeinsame Petition für ein gerechtes Budget. Die Forderungen an die Regierung: keine Erhöhung der Militärausgaben sowie deutlich mehr Mittel für Frieden, Soziales und Umwelt. „Mehr Waffen bedeuten nicht mehr Sicherheit. Im Gegenteil: Das globale Wettrüsten verschärft internationale Spannungen und heizt Kriege weiter an“, warnen die Organisationen – darunter Attac Österreich.

Konkret fordert die Petition die Stärkung ziviler Friedensförderung und Konfliktprävention – inklusive eines eigenen Ministeriums –, mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit sowie den Ausbau von Sozialleistungen, Kinderbetreuung, Bildung, Gesundheit, Pflege und leistbarem Wohnen. Auch mehr Mittel für Umweltschutz, Klimagerechtigkeit sowie die Förderung von Geschlechtergerechtigkeit und Kultur stehen auf der Forderungsliste.

„Diese Investitionen schaffen langfristige Perspektiven – auch für jene, die bereits heute vor Kriegen fliehen oder sich dem Militär verweigern“, erklärt Max Hollweg von Attac Österreich. Voraussetzung dafür ist eine gerechte Besteuerung der Reichsten und großer Konzerne.

+ Am 9. Juni 2026 findet um 10 Uhr vor dem Parlament die alternative Budgetrede für ein gerechtes Budget mit dem Bündnis FAIRsorgen! statt.

+ Anlässlich der Budgetrede am 10. Juni 2026 rufen die Initiator*innen der Petition gemeinsam mit dem Bündnis „Solidarischer Widerstand gegen Sozialabbau“ in Wien zur Demonstration gegen den Budgetvorschlag der Regierung auf.

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Kriminelle inszenieren Weltliteratur

Buchnonsense

14. Mai 2026 (Christi Himmelfahrt) – Häufig kommt es vor, dass Schriftsteller Ereignisse der realen Welt mehr oder weniger verfremdet in ihren Romanen verarbeiten. In der Schweiz häufen sich Kriminalfälle, die scheinbar nach Vorlagen der Weltliteratur inszeniert wurden.

Am 13.5.26 berichtet NZZ.ch:

Ein Pöstler wirft Briefe einfach in den Wald, statt sie zuzustellen

„Der 20-Jährige wurde wegen mehrfacher Verletzung des Post- oder Fernmeldegeheimnisses bestraft“.

 

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Schon 1974 publizierte der österreichische Autor Alois Brandstetter seinen satirischen Roman „Zu Lasten der Briefträger“ mit folgenden signifikanten Zitaten:

“Das Postlesen, lieber Postmeister, hält auch auf, mit dem Postlesen habt ihr immer so lange zu tun, daß ihr oft kaum noch zum Zustellen kommt. Deine Post, lieber Postmeister, ist ein Lektorat, deine Post ist das reinste Lektorat. Mit dem Sortieren hättet ihr nie so lange zu tun, das Lesen der Post braucht seine Zeit.“

„Die Briefträger von heute sind ja keine Briefträger mehr, sondern größtenteils Prospektträger und Altpapierlieferanten im Vorhinein.“

„Postwurfsendungen sind Postwurfsendungen, sagt der Postmeister und schmeißt sie in den Mühlbach.“

“Ich bin keine wichtige Person, Postmeister, aber wenn ich telephoniere, begrüße ich sicherheitshalber immer auch die Mithörer von Post und Verfassungsschutz. Grüß Gott, sage ich, meine Herren. Wenn es plötzlich ein wenig knackt, dann weiß ich, daß schon wieder der Wurm in der Leitung ist, der Gewissenswurm, der Ohrwurm der Obrigkeit.“

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Am 11.5.2026 berichtet NZZ.ch:

Ein Arzt zersticht Heiligabend die Pneus von elf Autos

„Das Parkhaus Irchel, das sich auf Zürcher Stadtgebiet direkt an der Autobahn 1L befindet, war lange Zeit bekannt dafür, dass man es gratis durchfahren konnte, um bestimmten Staulagen auszuweichen. Ein heute 40-jähriger Arzt wollte diesen Umstand an Heiligabend 2024 ausnützen. Dabei musste er aber feststellen, dass inzwischen eine Gebühr von 3 Franken 50 für die blosse Durchfahrt eingeführt worden war. Seine Tat kommt ihn teuer zu stehen.“

Der tschechisch-französische Autor Milan Kundera publizierte 1990 den Roman „Die Unsterblichkeit“. Eine der Hauptfiguren ist Avenarius. Literaturwissenschaftler meinen, der Autor wurde inspiriert vom Philosophen Richard Avenarius (geboren 1843 in Paris, folgte 1877 einem Ruf als Professor für Philosophie, Psychologie und Pädagogik an die Universität Zürich, wo er 1896 gestorben ist). Avena ist Latein und bedeutet „Haver / Haber“; so könnte man bei dem Darsteller von Kunderas Roman auch an Jürgen Habermas (geboren 1929, im gleichen Jahr wie Kundera, gestorben am 14.3.2026) denken, der in der Frankfurter Studentenrevolte eine exponierte Rolle spielte. Diese Interpretation legt folgender Ausschnitt nahe, der den Irchel-Täter inspiriert haben könnte.

S 297f: Avenarius fuhr fort: „Ich habe einen Plan für die Kommandos ausgearbeitet, die nachts Autoreifen durchstechen sollten. Wäre der Plan in die Tat umgesetzt worden, hätten die Autos garantiert zu existieren aufgehört. Fünf Kommandos à drei Mann hätten im Lauf eines Monats die Benutzung sämtlicher Autos in einer Stadt mittlerer Größe unmöglich gemacht. Ich habe ihnen meinen Plan bis in alle Einzelheiten erläutert, alle hätten von mir lernen können, wie eine perfekte subversive Aktion durchgführt wird, die wirksam und zugleich für die Polizei nicht eruierbar ist. Aber diese Idioten haben mich für einen Provokateur gehalten. … Heute benutze ich die alten revolutionären Praktiken nur noch zum eigenen, ganz egoistischen Vergnügen. Nachts durch die Straßen zu laufen und Autoreifen zu durchstechen, ist eine wunderbare Freude für die Seele und ein ausgezeichnetes Training für den Körper.“

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Petition: E-Dienstwagen

Petition E Dienstwagen

Vertrauen schützen statt bestrafen: Kein Sachbezug für bestehende E-Dienstwagen!

Petition von Albert Schmidbauer auf openpetitioin.eu

Die österreichische Bundesregierung plant, die bisherige Sachbezugsbefreiung für Elektrofahrzeuge abzuschaffen und künftig einen geldwerten Vorteil zu besteuern. Diese Maßnahme betrifft insbesondere Unternehmen und Arbeitnehmer, die in den vergangenen Jahren bewusst auf Elektromobilität umgestellt haben – im Vertrauen auf eine klare und stabile steuerliche Regelung. Die Sachbezugsbefreiung für emissionsfreie Fahrzeuge war rechtlich eindeutig und ohne zeitliche Befristung in der Sachbezugswerteverordnung verankert. Sie wurde weder als temporäre Maßnahme noch als auslaufende Förderung kommuniziert.

 

Auf dieser Grundlage wurden langfristige Entscheidungen getroffen:

+ Umstellung von Fuhrparks und Investitionen in PV-Anlagen und Lade-Infrastruktur

+ Abschluss mehrjähriger Leasingverträge

+ Integration in Vergütungsmodelle

Eine nachträgliche Einführung des Sachbezugs für bestehende Fahrzeuge würde diese Entscheidungen im Nachhinein entwerten und das Vertrauen in stabile wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen nachhaltig beeinträchtigen.

Gleichzeitig ist der budgetäre Effekt dieser Maßnahme im Verhältnis zum Gesamtvolumen des Sparpakets begrenzt. Es handelt sich primär um eine zeitliche Vorziehung von Einnahmen, nicht um eine strukturelle Verbesserung der öffentlichen Finanzen.

Demgegenüber stehen erhebliche negative Effekte:

+ Verlust von Vertrauen in politische Verlässlichkeit

+ Verunsicherung von Unternehmen und Investoren

+ Abschwächung der Elektromobilität im Unternehmensbereich

Wir fordern daher:

+ Einen klaren Bestandsschutz für alle bis 31.12.2026 abgeschlossenen Verträge über Elektro-Dienstfahrzeuge

+ Planungssicherheit für Unternehmen und Arbeitnehmer

+ Eine konsistente und verlässliche Steuerpolitik ohne rückwirkende Verschlechterungen

Elektromobilität ist ein zentraler Bestandteil der Transformation unseres Wirtschaftsstandorts. Diese Transformation braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Vertrauen entsteht durch Stabilität – und geht durch rückwirkende Änderungen verloren.

Begründung

Diese Entscheidung betrifft rund 100.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich – und ganz, ganz viele Unternehmen, die bewusst auf nachhaltige Mobilität gesetzt haben. Viele haben sich für ein E-Dienstauto entschieden – als Teil ihres Gehalts und aus Überzeugung für eine umweltfreundlichere Zukunft.

Jetzt bedeutet das für viele: 100 bis über 200 Euro weniger pro Monat im Börserl. Für die Betroffenen ist das spürbar im Alltag – für die Unternehmen ein Signal, das verunsichert: Wer in Nachhaltigkeit investiert, kann sich offenbar nicht darauf verlassen, dass die Rahmenbedingungen stabil bleiben.

Besonders kritisch: Diese Entscheidungen wurden in gutem Glauben getroffen – auf Basis klarer, nicht befristeter Regeln. Wenn solche Spielregeln im Nachhinein geändert werden, entsteht ein Gefühl, das weit über dieses Thema hinausgeht: Vertrauen geht verloren.

Es geht nicht nur um E-Mobilität. Es geht um Verlässlichkeit, Fairness und die Glaubwürdigkeit von nachhaltiger Politik. Wer ökologisch handelt und Verantwortung übernimmt, muss sich darauf verlassen können, dass die Spielregeln nicht rückwirkend geändert werden.

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