Das Kapitalismustribunal

Blüten des Kapitalismus

Ist der Kapitalismus ein Verbrechen?

Das Kapitalismustribunal verhandelt die mutmaßlichen Verbrechen des europäischen Kapitalismus.

Vom 1. bis 12. Mai 2016 wird brut Wien, Spielstätte für performative Künste am Karlsplatz, dazu in einen Gerichtshof umgewidmet.

Hier wird gegen die Gebaren und Produktionsweisen des europäischen Kapitalismus und ihre Auswirkungen auf Menschen, Gesellschaft und unseren Planeten Anklage erhoben. Die Urteilsfindung wird im November im WERK X stattfinden. Das Kapitalismustribunal konstituiert ein überpositives Gerichtsverfahren in Tradition der Nürnberger Prozesse, der Russell-Tribunale und der Wilhelmstraßen-Verfahren. Ziel ist es, das Versagen der alten Ordnung aufzuarbeiten und zu ermitteln, was in einer zukünftigen Ökonomie nie mehr geschehen darf.

Foto: Blüten des Kapitalismus

Jeder lebende Mensch ist anklageberechtigt. Seit Mai 2015 werden unter kapitalismustribunal.org Fälle gesammelt. Derzeit sind 223 Fälle eingegangen und online für jede/n einsehbar.

Für die Verfahrenseröffnung im Mai 2016 im brut Wien werden diese in sieben Themenfelder gegliedert und es wird in allen Fällen Anklage erhoben. Ihre Mitarbeit beim Tribunal im Mai haben bereits die New Yorker Ökonomin und Soziologin Saskia Sassen, der Philosoph Srecko Horvat, der liberale Systemtheoretiker Louis Klein, der Agrarökonom Fetewei Tarekegn, der Klimapolitologe Tadzio Müller sowie der Executive Director des Club of Rome, Alexander Stefes, zugesagt.

Das Kapitalismustribunal arbeitet mit neuen Formen und Mitteln des postdramatischen und postepischen Theaters. Der Text wird aus realen Anklagen, die auf kapitalismustribunal.org eingereicht wurden, und der realen Expertise der AnklägerInnen, VerteidigerInnen, RichterInnen und der Jury generiert. Es wird über die derzeitige ökonomische Wirklichkeit verhandelt und geurteilt. Da die Versammlung, also die Menschen aus Wien, Urteile über wirkliche Handlungen spricht, die jeder begangen haben könnte, werden die urteilenden ZuschauerInnen den Konflikt in sich selbst austragen.

Wie hätte ich gehandelt?

Wie wollen wir und wie will ich leben?

Ziel des Kapitalismustribunals ist eine faire Aufarbeitung der mutmaßlichen Verbrechen des Kapitalismus, um für die Zukunft zu lernen. Das Tribunal geht von der Tatsache aus, dass im mer mehr Menschen zunehmende Unfreiheit und Ungleichheit beobachten. Gleichzeitig zeigt sich ihnen das ökologische Desaster. Geltendes Recht und Rechtsempfinden klaffen auseinander. Das Kapitalismustribunal ist ein Projekt des Berliner Haus Bartleby e. V. – Zentrum für Karrie reverweigerung in Koproduktion mit brut Wien und Werk X und Unterstützung u. a. des Club of Rome, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Heinrich-Böll-Stiftung und der Friedrich-Ebert Stiftung.

brut Presseinformation

Kontakt für Rückfragen: Eva Ludwig-Glück, ludwig-glueck@brut-wien.at

Tel: +43 1 58 78 774-13, Mobil: +43 676 58 78 730

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Offener Brief an den Bildungsminister

Hallenbäder für Schulen

10. Mai 2026 – Bürgermeister Peter Teix (ÖVP, Neunkirchen /Foto rechts ) und Karl Rudischer (SPÖ, Mürzzuschlag) haben gemeinsam einen offenen Brief an Bildungsminister Christoph Wiederkehr geschrieben. Sie fordern darin eine finanzielle Unterstützung für die Gemeinden seitens des Ministeriums zur Erhaltung der Hallenbäder. Da der Betrieb mit erheblichen Kosten verbunden ist, die alleine von den Gemeinden zu tragen sind, wird jedes Jahr nur mit einem erheblichen Minus im Gemeindebudget abgeschlossen. In Neunkirchen sind es rund 453.000 Euro (2024), in Mürzzuschlag waren es zuletzt 680.000 Euro. (Quelle: meinbezirk.at)

Der offene Brief

Sehr geehrter Herr Bundesminister,

die Stadtgemeinden Neunkirchen und Mürzzuschlag ersuchen Sie, die Finanzierung öffentlicher Hallenbäder künftig stärker durch Bundesmittel zu unterstützen.

Unsere Hallenbäder erfüllen eine wichtige Aufgabe im Bildungsbereich: Mehr als 30.000 Kinder und Jugendliche aus unseren Städten und den umliegenden Regionen nutzen sie regelmäßig für Schwimmunterricht und Schwimmkurse. Schwimmen zu lernen, ist ein wesentlicher Beitrag zur Sicherheit und Gesundheit junger Menschen und zudem ausdrücklich im Lehrplan verankert. Gemeinden mit Hallenbädern leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Bildungsauftrag.

Gleichzeitig ist der Betrieb dieser Einrichtungen mit erheblichen Kosten verbunden. Steigende Ausgaben für Energie, Personal und Instandhaltung stellen die Gemeinden zunehmend vor große finanzielle Herausforderungen. Gleichzeitig wächst der Aufgabenbereich der Kommunen kontinuierlich, während die finanziellen Möglichkeiten vieler Gemeinden immer stärker eingeschränkt werden. Dennoch tragen die Kommunen die Finanzierung der Hallenbäder derzeit nahezu alleine, obwohl die Nutzung eng mit schulischen und bildungspolitischen Zielsetzungen verbunden ist.

Wir fordern Sie daher auf, Möglichkeiten für eine nachhaltige finanzielle Unterstützung zu prüfen.

Wir warten auf Ihre Terminvorschläge zur Abklärung der weiteren Vorgangsweise.

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Jugendstudie und Demokratiebildung

Copilot Schüler Demokratie

3. Mai 2026 – Die Jugendstudie „Lebenswelten 2025“ zeigt eine sinkende Zufriedenheit mit der Demokratie: Während 2020 noch 70 % zufrieden waren, sind es 2025 nur noch 42 %. Gleichzeitig steigt das politische Interesse leicht auf 49 %. Die Mehrheit der Jugendlichen bekennt sich klar zu demokratischen Grundwerten – etwa zur Bedeutung von Wahlen (82 %) und Kompromissfähigkeit (81 %). Gleichzeitig äußern 56 % Zustimmung zu der Aussage, dass „eine starke Hand“ Ordnung schaffen sollte, was auf ambivalente Haltungen hinweist. Das Vertrauen in Institutionen ist unterschiedlich ausgeprägt: Während Wissenschaft und Bundesheer hohes Vertrauen genießen (je 77 %), liegt dieses bei Bundesregierung und Parlament nur bei 52 %, bei politischen Parteien sogar nur bei 38 %. 

Foto: Die schöne neue Welt von Copilot

Die Pädagogische Hochschule Niederösterreich veranstaltete passend dazu Ende April die Veranstaltung „Demokratiebildung als Zukunftsaufgabe aller Bildungseinrichtungen“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie demokratische Kompetenzen nachhaltig gestärkt und im Bildungssystem verankert werden können.

Baden (pts032/30.04.2026) – Am 28. April 2026 war Bundesminister für Bildung Christoph Wiederkehr an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich (PH NÖ) in Baden zu Gast. Im Zentrum der Veranstaltung „Demokratiebildung als Zukunftsaufgabe aller Bildungseinrichtungen“ stand die Frage, wie demokratische Kompetenzen nachhaltig gestärkt und im Bildungssystem verankert werden können.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass Demokratie nicht erst in politischen Institutionen beginnt, sondern im täglichen Miteinander entsteht – im Zuhören, im respektvollen Dialog und in der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Gerade Bildungseinrichtungen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Sie sind Orte, an denen nicht nur Wissen vermittelt wird, sondern demokratisches Handeln erfahrbar wird und junge Menschen lernen, ihre Rolle in einer pluralistischen Gesellschaft aktiv zu gestalten.

Neben Bundesminister Christoph Wiederkehr nahmen auch Vertreter*innen der Stadtgemeinde Baden an der Veranstaltung teil. In Vertretung von Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli war Gemeinderätin Judith Händler anwesend. Ebenso nahm Otto Wolkerstorfer, Leiter der Geschäftsgruppe Bildung und Abteilungsleiter Kindergärten, Schulen und Bildung, an der Veranstaltung teil. Damit wurde sichtbar, wie eng Bildung, Politik und regionale Verantwortung miteinander verbunden sind, wenn es um die Weiterentwicklung demokratischer Strukturen und gesellschaftlicher Teilhabe geht.

Das Fundament entsteht im Verborgenen

Paul Tarmann, Hochschulprofessor für Menschenrechtspädagogik, eröffnete die Veranstaltung mit einleitenden Worten und richtete den Blick auf die grundlegende Bedeutung der täglichen Bildungsarbeit. Er betonte: „Ein Haus ohne stabiles Fundament wird über kurz oder lang in sich zusammenstürzen.“ Mit Nachdruck verwies er auf die oft unsichtbare Dimension pädagogischer Arbeit: „Das Fundament zu legen ist etwas, was im Verborgenen geschieht – Tag ein Tag aus, in der täglichen Arbeit als Pädagoginnen und Pädagogen …“ Damit rückte er die kontinuierliche Arbeit im Bildungsalltag ins Zentrum und machte klar, dass Demokratiebildung kein punktuelles Ereignis ist, sondern ein langfristiger Prozess, der im täglichen Handeln verankert ist.

Bildung als Motor der Demokratie

Vizerektorin Edda Polz knüpfte daran an und vertiefte die Perspektive auf die Rolle der Bildung. In ihrem Beitrag stellte sie klar: „Demokratiebildung … ist nicht etwas, das bezeugt, verankert wird, wie etwa in einem Reisepass.“ Mit einem prägnanten Leitsatz brachte sie die Bedeutung von Bildung auf den Punkt: „Education is the engine of democracy.“ Sie betonte, dass Bildungseinrichtungen Räume schaffen müssen, in denen demokratische Werte nicht nur vermittelt, sondern gelebt werden – als Teil der täglichen Praxis, als Haltung und als zentrale Aufgabe pädagogischer Arbeit.

Bildung als Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Keynote von Christoph Wiederkehr, der die Diskussion in einen größeren gesellschaftlichen Kontext stellte. Er machte deutlich, dass demokratische Systeme von aktiver Beteiligung leben und verwies auf aktuelle Entwicklungen im Bildungssystem. Besonders eindrücklich formulierte er die zentrale Chance, die in der jungen Generation liegt: „Schülerinnen und Schüler wollen mehr mitreden, sie wollen gehört werden, sie wollen sich einbringen, und das ist die wichtige Ressource, an der wir anknüpfen können …“ .

Er betonte, dass es Aufgabe des Bildungssystems sei, diese Bereitschaft aufzugreifen und jungen Menschen echte Beteiligungsmöglichkeiten zu eröffnen. Bildung müsse dabei weit über reine Wissensvermittlung hinausgehen und insbesondere kritisches Denken sowie die Fähigkeit zur gesellschaftlichen Mitgestaltung fördern. Mit Nachdruck formulierte der Minister seine zentrale bildungspolitische Botschaft: „Die beste Antwort darauf, auf diese Entwicklung, ist aus meiner Sicht Bildung, Bildung und noch mal Bildung.“ Seine Ausführungen machten deutlich, dass Demokratiebildung eine zentrale Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit demokratischer Gesellschaften darstellt.

Forschung und Praxis im Austausch

Im Anschluss präsentierten Lehrende und Forschende der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich ausgewählte Projekte und aktuelle Forschungsperspektiven zur Demokratiebildung. Die Beiträge zeigten eindrucksvoll die Bandbreite der Zugänge und machten sichtbar, wie Demokratiebildung in unterschiedlichen Bildungsbereichen konkret umgesetzt wird. Die anschließende Podiumsdiskussion sowie eine offene Fragerunde boten Raum für vertiefende Gespräche und fachlichen Austausch. Dabei wurde deutlich, wie wichtig der Dialog zwischen Wissenschaft, pädagogischer Praxis und Bildungspolitik für die Weiterentwicklung demokratischer Bildung ist.

Vielfältige Perspektiven aus Forschung und Lehre

Ein zentrales Merkmal der Veranstaltung war die sichtbare Expertise der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich selbst. Lehrende und Forschende brachten ihre Perspektiven ein und zeigten, wie breit und fundiert Demokratiebildung in Forschung und Lehre verankert ist. Trotz unterschiedlicher Zugänge und Perspektiven wurde ein klarer roter Faden erkennbar: Demokratiebildung als verbindendes Element, das sich konsequent durch Forschung und Lehre der Institution zieht. Gerade diese Verbindung aus inhaltlicher Klarheit und Vielfalt prägte die Qualität der Veranstaltung.

Ein klares Signal für die Zukunft

Damit wurde sichtbar, dass die Pädagogische Hochschule Niederösterreich zentrale Zukunftsthemen aus Forschung und Lehre heraus in die Praxis überführt. Die Veranstaltung setzte ein klares Zeichen für die Bedeutung der Demokratiebildung und unterstrich die Rolle der PH NÖ als prägende Stimme im Bildungsbereich.

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Amnesty Report 2025/26

2026 www.amnesty.de

Zur Lage der Menschenrechte weltweit

20. April 2026 (Information von Amnesty International) – Wir erleben eine tiefgreifende globale Menschenrechtskrise. Maßgeblich verantwortlich dafür sind Regierungen weltweit, die zunehmend autoritär handeln und systematisch Menschenrechte und die internationale Rechtsordnung infrage stellen. Zu diesem Schluss kommt Amnesty International in dem aktuellen Amnesty Report 2025/26 für das Jahr 2025.

Folgende Menschenrechtsentwicklungen stehen im Fokus des Berichts:

Völkerrechtliche Verbrechen und Angriffe auf die Justiz

In vielen Teilen der Welt wurden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. Beispiele hierfür sind Israels Völkermord an den Palästinenser*innen im Gazastreifen, Russlands Verbrechen in der Ukraine sowie anhaltende Konflikte in Myanmar und im Sudan. Unverantwortliche Rüstungsexporte befeuerten diese Krisen. Gleichzeitig untergruben mächtige Staaten aktiv internationale Rechenschaftsmechanismen.

Autoritäre Praktiken: Einschränkung von Freiheiten und Unterdrückung von Protesten

Weltweit schränkten Regierungen grundlegende Freiheiten massiv ein und gingen mit rechtswidriger Gewalt gegen Proteste vor, etwa in Tansania, Nepal und dem Iran. Unter dem Deckmantel von Antiterror- und Sicherheitsgesetzen wurden Andersdenkende systematisch kriminalisiert.

US-Behörden nahmen ausländische Studierende, die sich für die Rechte der Palästinenser*innen einsetzten, gezielt mit Haft- und Abschiebebefehlen ins Visier. Studierende, die gegen das harte Vorgehen der US-Einwanderungsbehörden protestierten, wurden ebenfalls festgenommen.

Auch in Deutschland stehen die Meinungs-, Versammlungs- und Wissenschaftsfreiheit unter Druck. Dazu gehören das harte Vorgehen gegen palästinasolidarische Proteste ebenso wie die Streichung der staatlichen Förderung von Demokratieprojekten. [Anmerkung ethos.at: nicht zu vergessen die Inhaftierung von Corona-Kritikern wie Dr. Witzschel und die Sanktionierung von Kritikern der deutschen Kriegspropaganda wie Baud. Darüber steht im Abschnitt über Deutschland kein Wort. Wichtiger als die faktische Menschenrechtsverletzung erscheint den Amnesty-Reportern gefühlte Diskriminierung: „Auch im Jahr 2025 lösten Berichte über einen Anstieg rassistischer, antisemitischer und antimuslimischer Hassverbrechen sowie Hassverbrechen gegen Frauen und lesbische, schwule, bisexuelle, trans und intergeschlechtliche Menschen (LGBTI+) und andere marginalisierte Gruppen ernsthafte Besorgnis aus.“ (S. 84)]

Diskriminierung von vulnerablen Bevölkerungsgruppen

Flüchtlinge und Migrant*innen litten weltweit unter Massenabschiebungen und diskriminierender, oft rassistisch geprägter Grenzpolitik. Die Rechte von Frauen – besonders dramatisch in Afghanistan – sowie von LGBTI+ Personen gerieten stark unter Druck. Durch neue, restriktive Gesetze wurden insbesondere die Rechte von trans Menschen in vielen Ländern, darunter auch in den USA, systematisch angegriffen.

Klimakrise und wirtschaftliche Ungerechtigkeit

Trotz verheerender klimabedingter Katastrophen blockierten Regierungen den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Die USA trieben den Ausbau der fossilen Brennstoffe massiv voran. Durch massiven Druck multinationaler Konzerne und der USA wurde eine wegweisende EU-Lieferkettenrichtlinie aufgeweicht. [Anmerkung ethos.at: dieser Abschnitt ist typisch für den Zeitgeist 2026; das Glaubensbekenntnis zur Klima-Ideologie darf nicht fehlen. Sogar die skurrile Klage eines peruanischen Landwirts gegen den deutschen Energiekonzern RWE, die im Mai 2025 vom Oberlandesgericht Hamm abgewiesen wurde, findet explizit Erwähung im Bericht der größten Menschenrechtsverletzungen auf diesem Planeten. (S 86)]

Technologie und Menschenrechte: Digitale Repression

Regierungen nutzten digitale Tools zunehmend zur Unterdrückung: Die USA überwachten Demonstrierende, China verkaufte das Zensursystem „Great Firewall“ an Pakistan. In manchen Ländern wie Afghanistan, Pakistan, Tansania und dem Südsudan schränkten die Behörden den Internetzugang ein, um das Recht auf freie Meinungsäußerung zu beschneiden – meist im Zusammenhang mit Protesten. Der unregulierte KI-Boom birgt massive Risiken, da riesige Rechenzentren die Umwelt zerstören und die EU wichtige Schutzmechanismen aufweicht.

Der Widerstand wächst

Trotz dieser massiven Bedrohungen setzten sich 2025 unzählige Menschen und Institutionen gegen Unrecht zur Wehr:

Rüstungsexporte eingeschränkt: Gerichte in Ländern wie Belgien und die spanische Regierung verhängten per Gesetz Verbote oder Einschränkungen für Waffentransporte nach Israel.

Justiz greift durch: Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) erließ wichtige Haftbefehle, unter anderem gegen Taliban-Anführer. Auch Deutschland leistete einen Beitrag zur globalen Strafverfolgung, indem die Bundesregierung ein ranghohes Mitglied einer libyschen Miliz an den IStGH übergab.

Kampf gegen Tech-Giganten: In Kenia feierten Aktivist*innen einen wichtigen juristischen Etappensieg gegen den Konzern Meta, bei dem es um die Verbreitung gefährlicher Inhalte auf Facebook ging.

Wiedergutmachung erkämpft: Indigene Völker in Brasilien erstritten nach über 40 Jahren historische Entschädigungen in Form von Landrückgaben.

Die Menschenrechte stehen unter massivem Beschuss, doch die große Mehrheit der Menschen will keine Welt, in der nur das Recht des Stärkeren zählt. Es gilt jetzt, unsere Menschenrechte zu verteidigen, Straflosigkeit zu beenden und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen.

Der Amnesty International Report 2025/26 dokumentiert die weltweite Lage der Menschenrechte in 144 Staaten.

Auf dieser Seite findest du unter anderem das Vorwort, die globale Analyse, die fünf Regionalkapitel und ausgewählte Länderkapitel auf Deutsch. Alle Länderkapitel auf Englisch findest du auf amnesty.org

Hier kannst du die übersetzten Inhalte des Amnesty International Report 2025/26 als PDF-Datei herunterladen.

ethos.at bringt die Amnesty-Berichte über Deutschland + Österreich + Schweiz im Wortlaut:

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Bundesschatz für „öffentliche Einheiten“

Bundesschatz 2026 04

+ Innovationen für Bundesländer und Gemeinden

+ Deutliche Erleichterungen für öffentliche Einheiten

23. April 2026 (Presseinformation des BMF) Seit Juni 2025 haben über 5.000 öffentlichen Einheiten die Möglichkeit, ihre liquiden Mittel in www.bundesschatz.at, dem Geldanlageprodukt des Bundes, zu veranlagen. Immer mehr Unternehmen des Bundes, Bundesländer, Gemeinden und Sozialversicherungen nehmen dieses Angebot an. Über drei Milliarden Euro sind von Seiten dieser Einheiten in den ersten zehn Monaten investiert worden. Mit zahlreichen Innovationen soll es den öffentlichen Einheiten nun noch leichter gemacht werden, in Wertpapiere der Republik Österreich zu investieren.

Mit der kürzlich umgesetzten technischen Umsetzung eines Vier-Augen-Prinzips bei Bundesschatz können vor allem Gemeinden ihre Transaktionen harmonisch in die eigenen Veranlagungsprozesse integrieren. Eine Novellierung der Rechnungslegungsverordnung ermöglicht es Gemeinden nun, Bundesschatz bei der Rechnungslegung als eigenständiges Anlageprodukt zu verbuchen. Somit wurden bisher bestehende Hürden für Veranlagungen durch österreichische Gemeinden beseitigt.

Eine weitere Innovation betrifft die Bundesländer: Seit dem 20. April 2026 können sie sich die Ertragsanteile, welche sie monatlich vom Bund erhalten, direkt auf ihr Bundesschatz-Konto überweisen lassen.

Der positive Nebeneffekt: Die Veranlagungen aller öffentlicher Einheiten werden auf den gesamtstaatlichen Schuldenstand angerechnet und reduzieren so die Schuldenquote der Republik. Die im Sektor Staat verfügbare Liquidität liegt gemäß Statistik Austria per Ende 2025 bei rund 27 Milliarden Euro. Dies bietet das Potenzial, die gesamtstaatliche Schuldenquote um mehr als 5 Prozent des BIP zu senken. Aufgrund der zentralen Bedeutung dieser Kennzahl bei der Beurteilung der österreichischen Kreditwürdigkeit, unter anderem durch Ratingagenturen und Investoren, wird eine markante Verbesserung der Schuldenquote am internationalen Geld- und Kapitalmarkt positiv aufgenommen. Die Republik Österreich und der öffentliche Sektor profitieren so von günstigeren Finanzierungskonditionen.

Finanzminister Markus Marterbauer: „Mit den Neuerungen beim Bundesschatz können öffentliche Einheiten noch einfacher und sicherer die Vorteile nutzen und gleichzeitig die Schuldenquote Österreichs senken. Das BMF unterstützt darüber hinaus mit einer Klarstellung in einer neuen Veranlagungsstrategie, dass Bundesschatz die Kriterien der risikoaversen Finanzgebarung automatisch erfüllt.“

„Bundesschatz vereint moderne Verwaltung mit Finanzpolitik: Die Gebietskörperschaften profitieren von einer besseren Liquiditätssteuerung und zugleich ergeben sich positive Effekte für den Gesamtstaat, indem die Schuldenquote sinkt. Dies stärkt Österreichs Position auf dem internationalen Geld- und Kapitalmarkt“, so Finanz-Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl.

Markus Stix, Sprecher der Geschäftsführung der Bundesfinanzierungsagentur, ergänzt: „Wir freuen uns neben dem Zuspruch von privaten Anleger:innen mit technischen und rechtlichen Neuerungen nun immer mehr öffentliche Einheiten für den Bundesschatz gewinnen zu können. Das lohnt sich für alle öffentliche Einheiten, da Bundesschatz ihnen die Zinsveränderungen am Markt schnell und fair weiterreicht. Die damit verbundene Verbreiterung der inländischen Investorenbasis wird am Geld- und Kapitalmarkt positiv aufgenommen und unterstützt somit die Finanzierung des gesamten Staates.“

Über Bundesschatz

Bundesschätze sind fixverzinste Wertpapiere der Republik Österreich, die direkt bei der Republik Österreich erworben werden können. Sie sind in verschiedenen Laufzeiten von einem Monat bis zu zehn Jahren bereits ab 100 Euro verfügbar. Sie eignen sich damit für alle Bedürfnisse einer sicheren Geldanlage und sind insbesondere für kostenbewusste Privatanlegerinnen und Privatanleger interessant, da seitens der Republik Österreich keinerlei Spesen oder Gebühren verrechnet werden. Für alle, die ihr Geld besonders nachhaltig veranlagen möchten, werden Bundesschätze auch im grünen Format angeboten. Der Erwerb von Bundesschätzen erfolgt über die Webseite www.bundesschatz.at, ist aber auch in analoger Form möglich. Öffentliche Einheiten finden alle Details unter www.bundesschatz.at/oeffentliche-einheiten

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Attac kritisiert neues EU-Rüstungspaket

ChatGPT Raketen Kiew Moskau

+ Weltweite Militärausgaben auf Rekordhoch 

+ Weniger EU-Rüstungskontrollen bringen noch mehr Waffen in Krisengebiete

2027. April 2026 (Pressinformation von ATTAC) – Laut den heute publizierten Daten des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) sind die weltweiten Militärausgaben 2025 um 2,9 Prozent auf das neue Rekordhoch von 2887 Milliarden US-Dollar gestiegen. Insbesondere die EU-Staaten verzeichneten massive Steigerungen, im Durchschnitt um 14 Prozent. (1) “Auch die EU setzt weiter auf ein gefährliches Wettrüsten, das die globale Instabilität weiter anheizen könnte”, kritisiert Max Hollweg von Attac Österrreich.

Foto: ChatGPT: Raketen über Kiew und Moskau

EU will Rüstungskontrollen schwächen

Attac kritisiert in diesem Zusammenhang insbesondere das aktuelle EU-Rüstungspaket – den „Defence Readiness Omnibus”. Es schwächt die europäische Rüstungskontrolle massiv. Regierungen, Kommission und EU-Parlament wollen schon diese Woche eine Einigung darüber erzielen.

Mit dem Paket sollen pauschale, mehrjährige Exportgenehmigungen den innereuropäischen Waffenhandel beschleunigen (2). Die bisherige Einzelfallprüfung wird zunehmend ausgehebelt. Zusätzlich könnten „zertifizierte Unternehmen“ ihre Waffenlieferungen sogar selbst regulieren. Die Einhaltung von Exportbeschränkungen liegt damit in der Verantwortung der Rüstungsunternehmen. “Das neue EU-Rüstungspaket liest sich wie die Wunschliste der Rüstungslobby”, kritisiert Hollweg.

Auch Nicht-EU-Länder könnten leichteren Zugang zu europäischen Rüstungsgütern bekommen. Durch sogenannte Partnerschaften mit Ländern wie beispielsweise der Türkei oder Israel würde die Kontrolle über die weitere Verwendung oder Verkäufe von Waffen in Krisenregionen völlig verloren gehen.

Mehr statt weniger Kontrollen nötig

Bereits heute tauchen europäische Rüstungsgüter in zahlreichen Konflikten mit Menschenrechtsverletzungen auf – etwa in Ägypten oder im Sudan. Attac fordert daher stärkere statt schwächere Export-Kontrollen, ein striktes Verbot von Waffenexporten in Krisen- und Konfliktgebiete sowie vollständige Transparenz über europäische Rüstungstransfers. Auch eine Stärkung österreichischer Exportkontrollen im Sinne der Neutralität ist dringend nötig.

“Die Angriffe auf den Iran zeigen: Wer auf Krisen ausschließlich mit militärischen Mitteln antwortet, riskiert neben Leid, Zerstörung auch globale Energie- und Hungerkrisen. Aktive Friedenspolitik lässt sich nicht mit Wettrüsten und mehr Waffenhandel verbinden”, erklärt Hollweg.

(1) Die Militärbudgets von Spanien und Belgien sind um 50 bzw. 59 Prozent gestiegen. Deutschland überschreitet mit einem Anstieg von 24 Prozent erstmals die Marke von 100 Milliarden Euro. Asien verzeichnete Zuwächse um 8,4 Prozent, Afrika um 8,5 Prozent. Lediglich in Nord- und Südamerika sind die Ausgaben gesunken. Die USA verzeichneten einen Rückgang um 7,5 Prozent, verzeichnen aber dennoch ein Drittel der weltweiten Militärausgaben. Bereits im Jahr davor verzeichneten die weltweiten Militärausgaben einen Rekordzuwachs von 9,4 Prozent.

(2) Sogenannte allgemeine Transfergenehmigungen (General Transfers Licences, GTL) ermöglichen den uneingeschränkten Transfer von Militärgütern über mehrere Jahre hinweg. Dadurch verlieren die Mitgliedstaaten den Überblick über den endgültigen Bestimmungsort der Waffen. Dies betrifft insbesondere Ersatzteile, Komponenten und immaterielle Technologien. Mehr Informationen.

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Solschenizyn, Dugin und der Westen

Alexandr Dugin FB

Dr. Everett Piper April 14 at 2:50 PM via FB ad Alexander Solschenizyn

Alexander Solzhenitsyn gave the most controversial speech *against* Western Civilization at Harvard in 1978.

As a survivor of the Russian Gulags, they expected him to praise the West. Instead, he made a jarring accusation:

The West is a dying civilization. If it doesn’t change its ways, it is doomed to collapse.

In fact, he said this has been the case for 500 years, when the West made a crucial mistake:

„How did the West decline from its triumphal march to its present debility?

…the mistake must be at the root, at the very foundation of thought in modern times. I refer to the prevailing Western view of the world which was born in the Renaissance…

SIEHE AUCH: Dugin vs Schwab

I refer to humanism — the proclaimed autonomy of man from any higher force above him.“

Solzhenitsyn said humanism made man autonomous from God, Truth, and objective morality.

If all morality is subjective, then man has nothing to live nor die for. Naturally, he loses his courage, embraces materialism, and grows effeminate to modern evils.

So, what is the solution?

A return to belief in a transcendental morality under God:

„If, as claimed by humanism, man were born only to be happy, he would not be born to die. Since his body is doomed to death, his task on earth evidently must be more spiritual…

The fulfillment of a permanent, earnest duty so that one’s life journey may become above all an experience of moral growth: to leave life a better human being than one started it.“

All cultures live, or die, based on their respect of the True, Good, and Beautiful.

To save the West, Solzhenitsyn says start with beautifying your soul, for that is both how you live well, and begin to make civilization itself beautiful again.

Source: Athenaeum Book Club

Herbert Friesacher via FB ad Alexander Solschenizyn & Alexandr Dugin

Ich möchte hier zwei Alexander gegenüberstellen. Einer, der schon lange gestorben ist, der andere der lebt und wirkt: Solschenizyn und Dugin. Es erfordert Mut, diese beiden Denker nebeneinander zu stellen, da sie in der öffentlichen Wahrnehmung oft völlig unterschiedlich bewertet werden: Solschenizyn als der moralische Kompass gegen den Totalitarismus und Dugin als der strategische Vordenker einer neuen russischen Welt.

​Unter der Oberfläche gibt es jedoch tiefe philosophische und spirituelle Schnittmengen, die sie als „Brüder im Geiste“ erscheinen lassen.

Foto: Alexandr Dugin via facebook

​Welche sind die Ähnlichkeiten in ihrem Denken:

1. Die Kritik am „gottlosen Westen“

​Beide Autoren sehen den Westen nicht nur als politischen Gegner, sondern als ein spirituelles Vakuum.

​Solschenizyn: In seiner berühmten Harvard-Rede (1978) schockierte er seine Gastgeber, indem er nicht den Kommunismus, sondern den westlichen Materialismus angriff. Er prangerte den „anthropozentrischen Humanismus“ an – die Idee, dass der Mensch das Maß aller Dinge sei und kein Gott über ihm stehe.

​Dugin: Er führt diesen Gedanken radikal weiter. Für ihn ist der heutige Westen die Endstufe des Liberalismus, die er als „Satanismus“ oder puren Nihilismus bezeichnet. Er sieht im Westen eine Kraft, die alle traditionellen Identitäten (Gott, Nation, Familie, Geschlecht) auflöst.

2. Die Ablehnung des linearen Fortschrittsglaubens:

​Sowohl Solschenizyn als auch Dugin lehnen die westliche Vorstellung ab, dass sich die Menschheit linear zu einer globalen, einheitlichen Zivilisation hinentwickeln müsse.

​Beide betonen, dass Russland kein Teil der westlichen Zivilisation ist, sondern ein eigener Kulturkreis (Eurasien bei Dugin, das „Heilige Russland“ bei Solschenizyn).

​Sie lehnen den Gedanken ab, dass westliche Werte wie die parlamentarische Demokratie universell gültig seien. Solschenizyn forderte für Russland eine organische Entwicklung aus der eigenen Tradition heraus, nicht den Import westlicher Institutionen.

3. Die Rolle der Orthodoxie und des Leidens:

​Das Christentum ist bei beiden kein bloßes Hobby, sondern das Fundament ihrer Ontologie.

​Solschenizyn glaubte, dass Russland nur durch Reue und innere moralische Erneuerung gerettet werden kann. Sein Werk ist durchdrungen von der Idee, dass das Leiden die Seele reinigt.

Obwohl sie in der Diagnose des „westlichen Verfalls“ übereinstimmen, unterscheiden sie sich in der Methode:

​Solschenizyn war ein Skeptiker gegenüber Macht. Er warnte davor, dass Russland den gleichen imperialen Fehlern verfällt wie die Sowjetunion. Er wollte ein „Einsammeln“ der russischen Kräfte im Inneren.

​Dugin hingegen denkt expansiv. Seine Philosophie ist untrennbar mit Geopolitik verknüpft. Während Solschenizyn den Fokus auf die individuelle moralische Entscheidung legte, denkt Dugin in großen historischen Blöcken und Machtkämpfen.

In ihrer Rolle als „Warner“ sprechen sie dieselbe Sprache. Sie sehen sich beide als Verteidiger einer vertikalen Weltordnung (Gott – Mensch – Natur) gegen eine horizontale Welt (Konsum – Individualismus – Beliebigkeit).

​Solschenizyn lieferte das moralische Fundament für die Kritik an der Moderne; Dugin hat daraus eine politische Ideologie geformt, die heute die russische Staatshaltung massiv beeinflusst. Dass Dugin heute oft als „unbequemer“ oder gar „gefährlicher“ (antirussische Ansicht) gilt, liegt wohl daran, dass er die christliche Ethik Solschenizyns mit politischen Zielen des heutigen Russlands in Verbindung bringt.

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Start ins neue EAG-Förderjahr

Strom Solar Hochspannung

23. April 2026 – (Presseinformation des Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus via APA OTS) – Das Energieministerium (BMWET) stellt im Förderjahr 2026 die maximale Wirkung des Fördereuros in den Fokus. Denn auch in Zeiten notwendiger Budgetkonsolidierung ist der Ausbau der Erneuerbaren ein wichtiges Ziel, das für Preisstabilität sorgt. Mit der Fortsetzung des „Made-in-Europe“-Bonus stärkt das Ministerium die europäische Wertschöpfung im Photovoltaik-Produktionssektor.

SIEHE AUCH: Minima Energetica von Hans Saenger

„2026 stehen Erneuerbare weiter hoch im Kurs. Wir möchten den Anteil von Photovoltaik, Wasserkraft, Windkraft und Biomasse am Strommix weiter heben, schließlich sind sie eine der zentralsten Hebel für mehr Energieunabhängigkeit und stabile Preise in Österreich und kurbeln gleichzeitig die Wirtschaft an. Die EAG-Fördersätze sind daher an die aktuellen Marktentwicklungen angepasst sowie nachvollziehbar und zielgerichtet gestaltet“, erklärt Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner.

Seit der neuen EAG-Investitionszuschüsseverordnung-Strom und EAG-Marktprämienverordnung werden die Eckpfeiler für die Förderung von erneuerbaren Energien (Photovoltaik, Wind, Wasserkraft, Biomasse) festgelegt. Für die Festlegung von Fördersätzen wurde im Vorfeld von Experten der Österreichischen Energieagentur ein Gutachten erstellt. Die Ergebnisse daraus sind in die neue Investitionszuschüsseverordnung-Strom und Marktprämienverordnung nach Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz eingeflossen. Das Gutachten umfasst Neuerungen aus dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG): so werden die Auswirkungen des Versorgungsinfrastrukturbeitrages, der Spitzenkappung und der Ansteuerbarkeit in der Berechnung der Fördersätze berücksichtigt.

EAG-Investitionszuschüsseverordnung-Strom 2026

Im Jahr 2026 stehen insgesamt 70 Millionen Euro für die Förderung von Photovoltaik-, Wasserkraft-, Windkraft- und Biomasseanlagen über EAG-Investitionszuschüsse zur Verfügung. Investitionszuschüsse können während eines laufenden Fördercalls auf der Website der EAG-Förderabwicklungsstelle beantragt werden.

Termine und Fördersätze für PV-Anlagen und Stromspeicher

Für kleinere PV-Anlagen werden in der EAG-Investitionszuschüsseverordnung-Strom fixe Förderbeträge pro kWp festgelegt. Für Anlagen bis 10 kWp sind das 150 Euro/kWpeak, für Anlagen zwischen 10-20 KWp 140 Euro/kWpeak. Für Anlagen über 20 kWp wird die Förderung nach einem Bieterverfahren vergeben. Das bedeutet: Die Förderung ist besonders zielgerichtet und zum Zug kommen jene Anlagen, die den geringsten Förderbedarf haben. 2026 wird es drei Calls für die PV-Förderung geben: Von 23. April bis 11. Mai, von 16. bis 30. Juni und von 8. bis 22. Oktober.

Zudem wird der „Made-in-Europe“-Bonus fortgesetzt. Damit können Photovoltaikanlagen und Stromspeicher, die mittels EAG-Investitionszuschuss gefördert und mit technischen Komponenten mit europäischer (EWR und Schweiz) Wertschöpfung errichtet werden, einen Zuschlag auf die gewährte Förderung erhalten. Die Höhe des Zuschlags wird nach den folgenden relevanten technischen Komponenten differenziert und beträgt je Komponente:

10 Prozent für Photovoltaikmodule

10 Prozent für Wechselrichter

10 Prozent Zuschlag auf die Speicherförderung für Speicher

Mit der EAG-Marktprämienverordnung wird der Ausbau von Windkraft, Photovoltaik, Biomasse, Wasserkraft und Biogasanlagen unterstützt. Für die Jahre 2026 und 2027 stehen jeweils Ausschreibungsvolumina für wettbewerbliche Marktprämien von 700 MWp für PV, 390 MW für Windkraft, 7,5 MW für Biomasse und 20 MW für eine gemeinsame Ausschreibung für Wind- und Wasserkraftanlagen zur Verfügung. Bei der wettbewerblichen Marktprämie wird im Fall niedriger Marktpreise die Differenz zum per Ausschreibung ermittelten Höchstpreis ausgeglichen. Dies gewährleistet den Unternehmen langfristig einen stabilen Investitionsrahmen. Die Höchstpreise für die Ausschreibungen in den Jahren 2026 und 2027 sind:

Höchstwerte für 2026-2027 (Ꞓ/MWh)

Windkraft (Normstandort): 99,2

PV: 77,70

Biomasse (Neu / Repowering): 184,10 / 166,30

Wasser & Wind gemeinsam: 101,70

Zudem können für neu errichtete, erweiterte und revitalisierte Wasserkraftanlagen sowie für Anlagen auf Basis von Biomasse und Biogas auch laufend administrative Marktprämien beantragt werden.

Nähere Informationen zu den Fördersätzen und Terminen für Fördercalls und Ausschreibungen sind in der EAG-Investitionszuschüsseverordnung-Strom, der EAG-Marktprämienverordnung sowie am Förderinfoportal der EAG-Förderabwicklungsstelle eag-abwicklungsstelle.at zu finden.

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Neusiedlersee wird entschlammt

Rust Goldenes Tor

20. April 2026 (Information des Landes Burgendland) – Die Seemanagement Burgenland GmbH hat von Oktober 2025 bis April 2026 die dritte Saison im Bereich der Schlammentfernung und der Schilfpflege in den Seegemeinden rund um den Neusiedler See mit sehr guten Ergebnissen abgeschlossen. Die wichtigsten Kennzahlen: Rund 60.000 m³ Weichschlamm wurden abgepumpt und über zehn Kilometer Schilfkanäle rund um den See ertüchtigt. Zirka 10.000 m³ Altschilf konnten bereits in einem Testbetrieb entfernt werden. Insgesamt wurden 25 Maßnahmen in zwölf der 14 Seeanrainergemeinden umgesetzt.

Schwerpunkte in der abgelaufenen Saison 2025/2026 waren klassische Entschlammungsmaßnahmen von Hafenanlagen und -einfahrten wie auch von Dalbenstraßen. Weiters wurden Schilf- und Bootskanalertüchtigungen umgesetzt und erstmalig wurden Testversuche für großflächige Schilfpflegemaßnahmen rund um den See mit neuen Gerätschaften durchgeführt. Das Seesediment, das bei der Abpumparbeit vom Grund des Neusiedler Sees geholt wird, wurde eingehend untersucht und wird nunmehr als Bodenhilfsstoff zertifiziert. Dies erlaubt, das Material nunmehr auch auf biologisch bewirtschaftete landwirtschaftlich genutzte Flächen auszubringen.

Wesentlicher Teil der Tätigkeit der Seemanagement war die Ankurbelung der Wasserzirkulation im Neusiedler See, berichtete Gebhardt. Voraussetzung dafür sei die Ertüchtigung der Schilfkanäle. Begleitet werde diese durch Tests und Strömungsanalysen. Schilfflächen können nun mit neu angeschafften Maschinen bewirtschaftet werden. Im Bereich der Infrastruktur ist es in den vergangenen drei Jahren gelungen, die Zahl der Absetzbecken, die für die Zwischenlagerung des abgepumpten Schlamms benötigt werden, auf fünf zu erhöhen. Aktuell werden Gespräche geführt, damit weitere fünf Absetzbecken hinzukommen. Investitionen, die in der abgelaufenen Saison getätigt wurden, waren der Ankauf von modernen Vermessungs- und Steuerungstechnologien oder die Erweiterung des Maschinenfuhrparks, berichtete Gebhardt. Parallel zum Abschluss der laufenden Saison werde bereits an den Vorbereitungen für 2026 und 2027 gearbeitet. Gespräche mit allen Stakeholdern wie den Gemeinden am Neusiedler See laufen aktuell, so der Seemanagement-Geschäftsführer.

Für die Gemeinde Purbach haben die Arbeiten der Seemanagement Burgenland eine große Bedeutung, betonte Bürgermeister Neumayer. Die Gemeinde profitiere von der verbesserten Einfahrt vom Hafen in den See. Im Jahr 2022 wurden durch den niedrigen Wasserpegel rund 50 Prozent der Mieter von Bootsanlegeplätzen verloren, was auch Auswirkungen auf den Tourismus und die Betriebe in Purbach hatte. Die Auslastung im Hafen betrage nun wieder fast 100 Prozent, erklärte der Bürgermeister.

„Die Seemanagement Burgenland hat sich seit ihrer Gründung hervorragend entwickelt und wurde zu einem wesentlichen Player bei der nachhaltigen Absicherung des Neusiedler Sees“, sagte Landesrat Heinrich Dorner bei der Präsentation der Bilanz der Seemanagement Burgenland GmbH für die Saison gemeinsam mit dem Purbacher Bürgermeister Harald Neumayer und Erich Gebhardt, dem Geschäftsführer der Seemanagement Burgenland GmbH. „Wichtig bei allen Maßnahmen ist: Es herrscht eine gute Symbiose zwischen den Betreibern und dem Tourismus, und die Zusammenarbeit mit den Gemeinden funktioniert sehr gut. Insgesamt gibt es ein sehr gutes Feedback für die Arbeit der Seemanagement Burgenland“, betonte der Landesrat. An der Ausarbeitung des Bauprogramms für die Saison 2026/2027 wird bereits gearbeitet.

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Ungarn ist demokratischer als Österreich

Christian Ebener 2026

von Christian Ebner (Obmann CFU)

Als Obmann einer jungen österreichischen Partei habe ich mich gefragt: „Wie ist es möglich, dass eine junge Partei in Ungarn beim ersten Antritt bei der Parlamentswahl die absolute Mehrheit erzielt?“

Natürlich muss man als neue Partei die Wähler davon überzeugen, dass man eine bessere Politik machen würde als die etablierten Parteien. Um eine Chance zu haben, die Wähler zu überzeugen, muss man diese erst einmal erreichen. Ein bereits bekannter Spitzenkandidat ist dabei von Vorteil, erhebliche finanzielle Mittel und Zugang zu Medien sind unerlässlich.

Der Tisza-Spitzenkandidat Péter Magyar war zwar in der Orbán-Partei Fidesz engagiert und mit der Justizministerin Judit Varga verheiratet, doch er war der breiten Öffentlichkeit nicht bekannt. Plötzlich bekannt wurde er im Zuge seines Austritts aus der Fidesz-Partei, weil er dem unabhängigen YouTube-Kanal Partizán ein langes, explosives Interview zur Begnadigung eines Kindesmissbrauchs-Kriminellen durch Ungarns Präsidenten gab.

An diesem Punkt zeigen sich wesentliche Unterschiede zwischen Österreich und Ungarn. In Ungarn haben alternative Medien eine deutlich höhere Reichweite als in Österreich. Das liegt auch daran, dass sie leichter an finanzielle Mittel kommen können, da es in Ungarn möglich ist, Spenden an Medien ebenso wie Spenden an gemeinnützige Organisationen steuerlich abzusetzen. Diese Möglichkeit der Spendenabsetzbarkeit fördert die für eine Demokratie so wichtige Medienvielfalt.

Die Existenz eines staatlichen Rundfunks ist für die Demokratie hingegen nicht förderlich. In Ungarn hat dieser vorwiegend über die Regierungspartei Fidesz berichtet. In Österreich berichtet der ORF nur über die etablierten Parlamentsparteien, die im Stiftungsrat vertreten sind. Über neue Parteien wird hingegen nicht berichtet. Selbst wenn es einer neuen Partei trotz aller Widrigkeiten gelingt, auf den Stimmzettel zu kommen, erfolgt unmittelbar vor der Wahl lediglich eine stark eingeschränkte Berichterstattung über diese Partei. Das ist jedenfalls zu spät und zu wenig, um die Bekanntheit einer neuen Partei wesentlich zu steigern, geschweige denn ihr eine ausreichende Chance zu geben, eine relevante Zahl von Wählern zu überzeugen. Den Großteil seiner Wahlberichterstattung widmet der ORF den bereits bekannten und im Stiftungsrat vertretenen Parlamentsparteien. Der ORF ist Teil des Machtkartells der Parlamentsparteien.

Sowie in Österreich kommen auch in Ungarn viele etablierte Privatmedien in den Genuss massiver Regierungswerbung. Hinzu kommt, dass die etablierten Parteien dank öffentlicher Parteienförderung die Möglichkeit haben, erhebliche Mittel in Kommunikation zu investieren. Im Jahr 2024 erhielten die ungarischen Parteien immerhin 23 Millionen Euro an staatlicher Förderung, in Österreich waren es gewaltige 273 Millionen Euro (Ungarn hat etwa so viele Einwohner wie Österreich). Angesichts dieser finanziellen Rahmenbedingungen ist es nicht verwunderlich, dass in Österreich wie in Ungarn in den etablierten Privatmedien vor allem die etablierten Parteien zu Wort kommen, während die neuen kaum Gehör finden.

Da Tisza in allen Wahlkreisen antreten konnte, kam die Partei vor der Wahl in den Genuss eines Kampagnengeldes in Höhe von drei Millionen Euro. Eine derartige Förderung für neue Parteien gibt es in Österreich nicht. Hier gibt es bei bestimmten Wahlen lediglich moderate Wahlkampfkosten-Rückerstattungen für Parteien, die gewisse Mindeststimmenanteile erreicht haben. Diese fließen aber erst nach der Wahl und kommen jungen Parteien folglich im Wahlkampf nicht zu gute.

Neue Parteien sind vor allem auf Spenden angewiesen. In Ungarn können Inländer unbeschränkt für Parteien spenden. In Österreich hingegen dürfen Parteien seit dem Parteiengesetz von 2019 nur noch sehr begrenzt, Spenden annehmen. Beginnend mit dem Jahr des ersten Wahlantritts dürfen Parteien maximal 7.500 Euro pro Jahr und Person an Spenden annehmen. Hätten diese Spendenbeschränkungen bereits 2013 gegolten, hätten weder die NEOS noch das Team Stronach den Einzug in den Nationalrat geschafft. Das Team Stronach gab im Nationalratswahlkampf 2013 10,7 Millionen Euro aus, die NEOS 942.000 Euro. Ein Großteil dieser finanziellen Mittel stammte von je einem Hauptspender: Frank Stronach (Team Stronach) und Hans-Peter Haselsteiner (NEOS).

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Existenz eines staatlichen Rundfunks, Regierungswerbung sowie eine massive öffentliche Parteienfinanzierung für etablierte Parteien der Demokratie schaden. Eine öffentliche Kampagnenfinanzierung für alle antretenden Parteien ist für die Demokratie ebenso förderlich wie die Abwesenheit von Beschränkungen für private Parteispenden und die Möglichkeit, Spenden an Medien von der Steuer abzusetzen. Deshalb ist Ungarn deutlich demokratischer als Österreich. Da einige dieser Punkte in Ungarn demokratiefördernder geregelt sind als in Österreich, ist Ungarn insgesamt deutlich demokratischer als Österreich.

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