Barmherzigkeit hat viele Gesichter

Barmherzige Brüder

Spenden-Aufruf des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder  (kostenlos auf ethos.at)

Spenden Sie medizinische Hilfe für Mitmenschen ohne Krankenversicherung

In Österreich sind alle Menschen krankenversichert? Das stimmt so leider nicht.

Tausende Frauen, Männer und Kinder haben hierzulande keinen oder einen erschwerten Zugang zum Gesundheitssystem. Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder hilft Menschen ohne Versicherung mit medizinischer Versorgung und Pflege – kostenlos, unbürokratisch und anonym.

Das schaffen wir nicht allein.

Unsere Arbeit wird von hunderten Schultern getragen, die unsere Mission teilen. Jeder Mensch kann in eine Notlage geraten. Sie sind menschlich – genau wie die Hilfe, die wir in solchen Situationen anbieten. Mit Ihrer Spende helfen Sie uns, diesen Menschen Sicherheit zurückzugeben und Hoffnung zu schenken.

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Warum Energiepreise 2025 steigen

Energiepreisentwicklung 2025

Von Christoph Weiß

Key Account Manager der OurPower Energiegenossenschaft SCE mbH

Zum Jahresende laufen verschiedene Unterstützungsmaßnahmen für Stromkund:innen aus, während die Netztarife gleichzeitig ansteigen. Für viele Kund:innen bedeutet dies einen Anstieg der Stromkosten. Warum die Kosten für Strom steigen und was man dagegen tun kann.

Preisschock! Kostenexplosion! Die Medien sind prall gefüllt mit Angstmachern und Expert:innen-Tipps. Nähern wir uns einem Desaster, mit dem wir schon vergangene Jahre konfrontiert waren: instabile Preise und unvorhersehbare Rechnungssummen? Was steckt hinter den Schlagzeilen? 

Zugegeben: Der Energiemarkt ist längst nicht mehr das, was er einmal war – und hinter dieser scheinbar mutlosen Floskel versteckt sich Positives: Denn wir als Bürger:innen haben mittlerweile mehr Möglichkeiten zur Unabhängigkeit und Regionalität, als Dir vielleicht bewusst ist.

Entwicklung von Energiekosten, Netzkosten und Energieabgaben

Unser gemeinsames Stromnetz erstreckt sich über ganz Europa. Trotzdem variieren die Strompreise von Staat zu Staat – und selbst innerhalb Österreichs gibt es ein deutliches Preis-Gefälle: im Osten sind die Stromkosten höher als im Westen.

Ganz ähnlich verhält es sich mit den zu erwartenden Kostenerhöhungen: östliche Bundesländer sind davon eher betroffen als westliche. Auf genau diese Kosten – Energiekosten, Netzkosten, Energieabgaben – werfen wir nun einen Blick:

Alle drei Teile Deiner Stromrechnung werden ab Jänner 2025 höher ausfallen.

Energiekosten

Die Marktlage bleibt nach heutigem Stand stabil. Gerade kannst Du zwar höhere Strompreise beobachten als noch vor wenigen Monaten, aber das ist eine typische saisonale Schwankung. – Richtung Sommer werden die Strompreise wieder sinken.

Das, was für Schlagzeilen sorgt, ist der Entfall der Strompreisbremse: Während der Energiekrise wurde damit Haushalten der Energiepreis auf 10 ct/kWh netto gedeckelt. Fast alles darüber war für uns im Börserl nicht spürbar.

Wenn die Strompreisbremse für 2025 nun nicht verlängert wird, bedeutet das, wieder den gesamten Energiepreis selbst zahlen zu müssen – und das kann bei bestehenden Verträgen von konventionellen Energielieferanten bis zu 18 ct/kWh netto (also bis zu 8 ct/kWh netto mehr) bedeuten.

Netzkosten

Energie allein reicht natürlich nicht. Es braucht ein starkes und zukunftsfähiges Stromnetz. Deshalb werden für 2025 auch die Netzkosten, die zum Ausbau und Erhalt des Stromnetzes benötigt werden, erhöht – im Osten Österreichs deutlicher als im Westen.

Beispielsweise beträgt die Steigerung der Netzkosten in Niederösterreich 32%, während sie in Vorarlberg bei 3% liegt. Wenn wir den österreichischen Schnitt betrachten, werden die Netzkosten um 23% erhöht, also um etwa 2 ct/kWh netto.

Energieabgaben

Zuletzt vervollständigen wir die Rechnung mit Energiesteuern und -abgaben, die auf der Abrechnung seit geraumer Zeit abgängig sind:

Die Elektrizitätsabgabe wird 2025 wieder in üblicher Höher mit 1,5 ct/kWh netto verrechnet werden. Bis Ende Dezember 2024 beträgt sie noch 0,1 ct/kWh netto.

Auch der Erneuerbaren-Förderbeitrag und die Erneuerbaren-Förderpauschale werden bald wieder beansprucht werden. Das letzte Mal waren sie im Jahr 2021 mit 47 EUR/Jahr netto und 1,32 ct/kWh netto auf Deiner Stromrechnung zu finden.

Unterm Strich: Wirft nun ein typischer Haushalt Ende 2025 einen Blick auf seine Stromrechnungen, bedeutet das ein Plus von

+ bis zu 280 EUR brutto durch den Wegfall der Strompreisbremse

+ durchschnittlich 70 EUR brutto höhere Netzkosten

+ und 180 EUR brutto höhere Energiesteuern und -abgaben

als noch im Jahr 2024 beobachtet werden konnte.

Ausblick

Wir befinden uns am Ende einer jahrelangen Energiekrise mit unerwarteten Wendungen. Viele Bürger:innen wurden mit hohen Nachzahlungen überrascht und hatten kaum Chancen darauf zu reagieren. Dabei bleibt nicht nur zu hoffen, dass es sich um ein Jahrhundertereignis handelte: Wir sollten die Gelegenheit nutzen, um uns abzusichern.

Wir möchten nochmal hervorheben: Ein Blick auf Deine aktuelle Stromrechnung lohnt sich – vor allem, wenn Du nicht weißt, von wem Du Deinen Strom beziehst.

Wenn der Energiemarkt wieder einmal verrücktspielen sollte, ist es umso wichtiger, dass wir als Bürger:innen unsere Möglichkeiten nutzen und gemeinsam für stabile und faire Strompreise sorgen – möglichst unabhängig von Gaslieferanten und Energiekonzernen.

Diese Möglichkeit gibt es: Der OurPower-Marktplatz setzt sich genau dafür ein. Wir alle kennen kleine Ökostrom-Erzeuger:innen in unserem Umfeld. Schließen wir uns noch heute zusammen und knüpfen wir langfristige Strombeziehungen ohne Preisschock und Kostenexplosion. 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. Wir haben es in der Hand:

Über OurPower

OurPower wurde 2018 von 19 Pionier:innen gegründet. Seitdem haben wir gemeinsam mit unseren Partner:innen und der Community eine einzigartige digitale Plattform, den OurPower-Marktplatz, aufgebaut. Der Marktplatz bietet Menschen seit mittlerweile vier Jahren die Möglichkeit, Strom selbstbestimmt miteinander zu teilen und ihre Energieversorgung in die eigenen Hände zu nehmen. Transparenz ist uns dabei besonders wichtig – bei OurPower weißt Du immer genau, von wem Dein Strom kommt und an wen Dein Geld fließt. Als Genossenschaft fördern wir dadurch die regionale Wirtschaft. In unserer Community schaffen wir langfristige, stabile Beziehungen, von denen alle profitieren. Und das Beste: Als Mitglied bestimmst Du demokratisch mit, wie OurPower sich entwickelt und hast die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung unseres Marktplatzes mitzuwirken.

Unser Ziel ist es, durch digitale und soziale Innovationen die Energiewende zu beschleunigen. Das Kapital unserer Mitglieder nutzen wir, um den OurPower-Marktplatz weiterzuentwickeln und unsere Community zu vergrößern – denn je mehr wir sind, desto wirksamer wird unsere Arbeit.

UPDATE 16. Dezember 2024 – E-Control teilt mit: „Die Netzentgelte für Strom werden sich mit Jänner 2025 größtenteils erhöhen, was vor allem auf gestiegene Investitionen sowie reduzierte Abgabemengen zurückzuführen ist. Das hat die Regulierungskommission der E-Control entsprechend beschlossen. Im Österreichschnitt ergeben sich ab 2025 um etwa 19% höhere Stromnetzentgelte für Industrie, Haushalt und Gewerbe. Für Haushalte steigen die Entgelte mit im Schnitt 23% deutlicher an, da die Mengenrückgänge in diesem Segment stärker wirken. „Während im Vorjahr bundesweit in Summe noch Gesamtkosten in Höhe von rund 2,5 Mrd. Euro durch die Systemnutzungsentgelte aufgebracht werden mussten, so sind dies im laufenden Jahr bereits 3,0 Mrd. Euro, welche durch die Netzentgelte zu finanzieren sind. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh beträgt die Netzkostenerhöhung rund 73 Euro pro Jahr bzw. 6,10 Euro pro Monat.“, rechnet der Vorstand der E-Control, Alfons Haber, vor.“ Details siehe Pressemitteilung der E-Control

UPDATE 9. Jänner 2025 – EKBSG ist nicht verfassungswidrig. Der VfGH hat sowohl den Antrag der Burgenländischen Landesregierung als auch mehrere – die Beitragspflicht bis 30.6.2023 betreffende – Beschwerden von Stromerzeugern als unbegründet abgewiesen. Das Bundesgesetz über den Energiekrisenbeitrag-Strom (EKBSG) ist nicht verfassungswidrig. […] Es liegt, so der VfGH, im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers, als Reaktion auf eine massive Störung des Strommarktes für einen begrenzten Zeitraum eine Abgabe auf die Überschusserlöse von Stromerzeugern zu erheben. (Pessemitteilung vfgh.gv.at 9.1.2025)

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Gelenkte Demokratie

Die Klaviatur der Unterdrückung

Analyse des Vorgehens zur Entmachtung der politischen Opposition in gelenkten Demokratien

von zensurio.net (29. Oktober 2024)

und als Video auf youtube

Brutale Festnahmen, nächtliche Hausdurchsuchungen, gewaltsames Niederschlagen von Protesten, inhaftierte Journalisten und Oppositionelle, die plötzlich spurlos verschwinden. So oder so ähnlich mag man sich einen Unterdrückungsstaat vorstellen. Der Nachteil von direkter Gewalt ist jedoch, dass sie bei den meisten Menschen Ablehnungs- und Widerstandsgefühle auslöst. Zur Stabilisierung eines illegitimen Herrschaftssystems, das nicht nur langlebig, sondern vor allem auch kostengünstig sein soll, sind daher filigranere Methoden der Massenkontrolle vonnöten. Effizient ist illegitime Herrschaft dann, wenn sie Zustimmung für sich organisieren kann. Könnte genau das der Zweck von modernen repräsentativen Demokratien sein?

Rainer Mausfeld spricht von Herrschaftstechniken, die „seit dem Beginn des vergangenen Jahrhunderts unter wesentlicher Beteiligung der Sozialwissenschaften und der Psychologie entwickelt wurden [und] darauf angelegt [sind], dass sie unser psychisches Immunsystem gegen Manipulation unterlaufen, indem sie natürliche psychische Mechanismen ausnutzen, durch die Menschen zu einer freiwilligen Unterwerfung und stillschweigender Zustimmung gebracht werden können.“ Dabei fände eine „weitgehende Ersetzung traditioneller roher Gewaltformen durch Formen kaum noch bemerkbarer Gewalt [statt], wobei jedoch bei Bedarf jederzeit zu Repressionsmaßnahmen gegriffen werden kann.“

SIEHE AUCH: Prof. Rainer Mausfeld definiert Demokratie.

Bildung parasitärer Machteliten verhindern!

Umdeutung in „repräsentative Demokratie“.

Gesetzesattrappen bedrohen die Freiheit in Deutschland und Europa

Entspezifizierung des Rechts als Mittel zur Unterdrückung der politischen Opposition

Mehr dazu: zenurio.net (3. April 2025)

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Private Medienförderung

MFF Jury

Vier Medien erhalten die ersten Förderungen des Media Forward Fund

6. Dezember 2024 (Pressemitteilung von Loebell Nordberg) – Je zwei Medien aus der Schweiz und Österreich erhalten jeweils bis zu 400.000 Euro – Fokus liegt auf neuen Methoden, gemeinwohlorientierte Vertriebskanäle zu vergrößern – neue Bewerbungen ab März 2025 möglich

Im Juli ist der Media Forward Fund (MFF) gestartet, um den gemeinwohlorientierten Journalismus und die Demokratie in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu stärken – nun stehen die ersten Förderpartner des ersten Calls aus dem DACH-Raum fest. Vier Medien, davon zwei aus der Schweiz und zwei aus Österreich, wurde von der unabhängigen Jury eine Förderung von jeweils bis zu 400.000 Euro zuerkannt. Die Medien wollen mit vier unterschiedlichen gemeinwohlorientierten Ansätzen neue Wege gehen, ihre Vertriebskanäle zu vergrößern, um mehr Nutzerinnen und Nutzer für ein Abo oder eine Mitgliedschaft zu gewinnen. Insgesamt wurden von der Jury im ersten Call Fördermittel von 1,5 Millionen Euro zuerkannt.

MFF_Jury (v.l.n.r.) Yves Daccord, Evelyn Hemmer, Eva Schulz, Maria Exner, Lucy Kueng

Unter den ersten vier Förderpartnern des MFF sind zwei investigative Redaktionen; bei einem Medium liegt der thematische Fokus auf der „underserved community“ von Menschen mit Behinderung:

Das Schweizer Investigativmedium Reflekt aus Bern, das seit mehr als fünf Jahren regelmäßig Missstände aufdeckt und damit gesellschaftlichen Impact erzielt, wird mit 300.000 Euro gefördert. Reflekt möchte seine Vertriebskanäle (Funnel) verbreitern, indem sie gemeinsam mit reichweitenstarken Hosts ihre investigativen Recherchen in Social Videos zugänglich machen. Die so gewonnenen Nutzerinnen und Nutzer sollen dann über ein Crowdfunding zu zahlenden Unterstützern werden.

Das österreichische werbefreie Investigativmedium Dossier aus Wien, das seit mehr als zwölf Jahren über Korruption, Ausbeutung und Machtmissbrauch berichtet, wird mit 390.000 Euro gefördert. Dossier möchte seinen Funnel zur Mitgliedschaft vergrößern, indem investigative Recherchen auf die Theaterbühne gebracht werden.

Das österreichische Medienhaus andererseits aus Wien, bei dem Menschen mit und ohne Behinderungen seit zwei Jahren in einer inklusiven und Community-basierten Redaktion für ein Print-Magazin, zwei Newsletter und investigative Recherchen schreiben, wird mit 400.000 Euro gefördert. Andererseits möchte seine Vertriebskanäle zum Abo durch einen themenspezifischen Newsletter für die „underserved community“ der Menschen mit Behinderung vergrößern.

Mit dem Schweizer Lokalmedium Tsüri aus Zürich, das seit zehn Jahren für eine überwiegend junge Zielgruppe berichtet, geht der MFF eine Kooperation mit einem finanziellen Beitrag von 400.000 Euro ein. Damit soll in Workshops und Prototypen herausgefunden werden, wie ein hyperlokales Nischenthema den Vertriebskanal zur Mitgliedschaft vergrößern kann.

„Aus 136 Bewerbungen unterstützt der Media Forward Fund vier vielversprechende Projekte, die allesamt wertvolle Erkenntnisse bringen werden, wie der gemeinwohlorientierte Journalismus durch zusätzliche Vertriebskanäle tragfähiger finanziert werden kann“, sagt Martin Kotynek, Gründungsgeschäftsführer des Media Forward Fund: „Mit unserem finanziellen Beitrag sowie zusätzlich mit Coaching, Capacity Building und Ausbildung können die vier Medien ihre Geschäftsmodelle zum Wachstum bringen, um so ihre finanzielle und damit ihre inhaltliche Unabhängigkeit zu stärken.“

Die nächste Förderrunde beginnt im März 2025. Die Ausschreibung wird von Info-Sessions und Schulungen begleitet. Bewerber:innen, die von der Jury keine Förderzusage erhalten haben, erhalten auf Wunsch die Möglichkeit eines Feedbackgesprächs. Eine erneute Bewerbung ist möglich.

Projekte & Jurybegründung: Über die Förderpartner:innen

Reflekt

Um zukünftig vermehrt jüngere Zielgruppen mit den Ergebnissen ihrer Recherchen zu erreichen, möchte das Investigativmedium Reflekt mit der Förderung des MFF verstärkt auf die Produktion von investigativem Video-Content für Social Media in Kooperation mit reichweitenstarken Hosts setzen. Mit dem vielbeachteten „Kein Freund und Helfer“-Video hat Reflekt dafür bereits einen erfolgreichen Proof-of-Concept geliefert. Das übergeordnete Ziel des Investigativmediums ist es dabei, seine Community und damit auch seine zahlenden Mitglieder durch eine höhere Reichweite in den sozialen Medien und zusätzlich über ein Crowdfunding mindestens zu verdoppeln.

Die Jury war beeindruckt „von der Kombination aus investigativer Arbeit mit hoher Relevanz und der originellen Übersetzung von Recherchen in Social Videos“. Sie interessierte sich besonders dafür, „wie künftig Host-Strategien effektiv genutzt werden können, um auch ein jüngeres Publikum mit Investigativjournalismus zu erreichen.“

Dossier

Das Investigativmedium Dossier aus Österreich hat als erfolgreiches Proof-of-Concept das Theaterstück „Aufstieg und Fall des Herrn René Benko“ in Kooperation mit dem Wiener Volkstheater vorgelegt. Basierend darauf möchte Dossier die Vermittlung seiner investigativjournalistischen Arbeitsweise und einzelner Rechercheergebnisse auf der Theaterbühne im Sinne des Slow Journalism für ein vielfältiges Publikum ausweiten. Mit drei verschiedenen Live-Journalismus-Formaten sollen so zusätzliche zahlende Mitglieder gewonnen und auch weitere Einnahmequellen erschlossen werden.

„Indem Dossier seine journalistische Arbeit auf die Bühne und damit in die analoge Welt zurückbringt, geht es neue Wege, um mit seinem Publikum in direkten Kontakt zu treten und eine tiefere Auseinandersetzung mit den Ergebnissen seiner Recherchen und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft anzuregen“, urteilt die Jury: „Bewähren sich die Live-Journalismus-Formate, könnte ein völlig neues journalistisches Genre mit immersivem Charakter für die Branche entstehen und sich als neues, gemeinwohlorientiertes Erlösmodell etablieren“.

Medienhaus andererseits

Um die Perspektive von Menschen mit Behinderungen im Journalismus sichtbarer zu machen, recherchieren und schreiben Menschen mit Behinderungen in der Redaktion des inklusiven und Community-basierten Medienhauses andererseits. Neben einem Printmagazin und zwei Newslettern veröffentlicht Andererseits auch investigative Recherchen in Kooperation mit großen Partnermedien. Mit der Förderung des MFF will Andererseits die Zahl der zahlenden Abonnentinnen und Abonnenten verdreifachen. Dafür sind im Förderzeitraum Relaunches der Newsletter und die Entwicklung zusätzlicher Social-Media-Formate geplant. Mit Nutzendenbefragungen soll eine solide Datenbasis aufgebaut werden, um den allgemeinen Erkenntnisgewinn zur unabhängigen, Community-basierten Finanzierung für barrierefreien und diversen Journalismus voranzutreiben.

Die Jury bewertete vor allem „das eingereichte Vorhabendesign, das von einer hochprofessionellen Arbeitsweise der Organisation und stark ausgeprägten Nutzendenzentrierung zeugt“, besonders positiv: „Im Gegensatz zu vielen anderen Medien ist Andererseits erfolgreich darin, echten und glaubwürdigen inklusiven Journalismus unter qualitätsjournalistischen Ansprüchen zu machen, auch wenn dieser zeit- und damit kostenintensiver ist“, lautet die Begründung der Jury. „Damit erfüllt das Projekt nicht nur eine wichtige Vorreiterfunktion, sondern hat auch das Potenzial, Lösungen für eine inklusivere Weiterentwicklung des journalistischen Sektors zu bieten“.

Tsüri

Das digitale Stadtmagazin Tsüri bedient mit dem „Züri Briefing“, einem täglichen Newsletter mit wichtigen Nachrichten zur Stadt, eine überwiegend junge Zielgruppe in Zürich. In Zukunft wird Tsüri auch regelmäßig mit einem neuen hyperlokalen Newsletter über ein relevantes Nischenthema berichten, konkret über die Wohnkrise in der Stadt. Damit soll die Anzahl der zahlenden Mitglieder aufgrund der hohen lokalen Relevanz des Themas mehr als verdoppelt werden. Der MFF wird Tsüri bei diesem Vorhaben als Kooperationspartner im Rahmen von Aus- und Weiterbildungsworkshops zum Thema hyperlokaler Journalismus unterstützen. Insbesondere soll auch der Wissenstransfer der Erkenntnisse in die Community des gemeinwohlorientierten Journalismus rund um den Fund im DACH-Raum forciert werden.

„Tsüri steht schon bisher beispiellos für finanziell nachhaltigen und profitablen Lokaljournalismus, der auf einem authentischen und glaubwürdigen Narrativ basiert“, heißt es in der Jury-Begründung. „Sich in Zukunft einem zusätzlichen hyperlokalen Thema zu widmen, um zusätzliche Mitglieder zu gewinnen, ist ein spannendes Experiment, das bisher nur wenige gewagt haben“.

So lief die erste Bewerbungsphase

Die Förderpartner:innen des ersten Calls wurden in einem fünfstufigen Prozess ermittelt: Von 136 Bewerber:innen mit einem Förderbedarf von 40 Millionen Euro waren 52 zu Einzelgesprächen eingeladen worden. Daraus wurden aufgrund der Eignungs- und Vergabekriterien, nach einer Prüfung der Förderfähigkeit und nach zahlreichen Erstgesprächen 26 Kandidat:innen mit einem Förderbedarf von neun Millionen Euro zur Antragstellung zugelassen. Die zehn Finalist:innen – drei aus Deutschland, zwei aus Österreich und fünf aus der Schweiz – präsentierten schließlich Ende November in Berlin ihre Konzepte vor der fünfköpfigen MFF-Jury. Auch ein Expert Council aus 14 Fachleuten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hatte im Vorfeld das Fund Management bei der Prüfung der Anträge für die Jury beraten.

So arbeitet der MFF

Der Media Forward Fund steht für gemeinwohlorientierte Medien und Projekte nach der Ideenphase offen, sobald ein Proof-of-Concept und ein erster Beleg für den Product-/Market-Fit vorhanden sind. Förderfähig sind insbesondere Medien, die Lücken in der lokalen und überregionalen Berichterstattung füllen. Besonderes Augenmerk liegt auf Zielgruppen, die bisher wenig Zugang zu Journalismus haben.

Bei gemeinnützigen Medien mit bis zu 30 Vollzeit-Mitarbeiter:innen im gesamten Unternehmen leistet der Fund Organisationsförderung in der Höhe von in der Regel bis zu 400.000 Euro pro Förderpartner. Gemeinwohlorientierte For-Profit-Medien können Projektförderung beantragen, die je nach Größe des Mediums im Verhältnis 50:50 co-finanziert wird. Zusätzlich zur finanziellen Förderung bietet der Fund organisatorische Begleitung und „Capacity Building“, etwa zu Medienrecht oder zur Geschäftsmodellentwicklung.

Für die Fördermittelvergabe wurden Kriterien in den Bereichen Transformation, Nutzerzentrierung, Vielfalt, Unabhängigkeit und Qualität definiert. Es sollen gemeinwohlorientierte Medien gefördert werden, welche die Medienlandschaft und deren Rolle in der Gesellschaft nachhaltig stärken. Zu den Anforderungen an die Förderberechtigten zählen unter anderem auch die Akzeptanz des Presserats und ein funktionierendes Fehlermanagement. Bestimmte Kriterien bringen Zusatzpunkte, wie beispielsweise die Berichterstattung für „underserved communities“, also etwa für migrantische Gruppen oder für ländliche Regionen.

Mit eigenen Repräsentantinnen in der Romandie und im Osten Deutschlands will der Fund den Besonderheiten dieser Regionen, wie zum Beispiel der Mehrsprachigkeit der Schweizer Medienlandschaft, stärker gerecht werden.

Über die Mitglieder der Jury

Yves Daccord, Schweizer Journalist und Fernsehproduzent, ehemaliger Generaldirektor des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, internationaler Stratege im Non-Profit-Bereich, Influencer und Changemaker. Yves Daccord gründete und leitet das Edgelands Institute, das erste Pop-Up-Institut der Harvard University. Der ausgebildete Journalist war bis vor kurzem Vorsitzender des Verwaltungsrats jener Mediengruppe, zu der die führende Lokalzeitung „Le Temps“ in der Romandie und das neu geschaffene lokale Digitalmedium „Heidi.News“ gehören.

Maria Exner leitet als Intendantin Publix, das neue Haus für Journalismus & Öffentlichkeit in Berlin, das vor wenigen Wochen eröffnet wurde. Die gebürtige Dresdnerin war zuvor Co-Chefredakteurin des „ZEIT-Magazins“ und Stellvertretende Chefredakteurin von „Zeit Online“, wo sie unter anderem journalistische Dialogformate wie „Deutschland spricht“ entwickelt hat.

Lucy Kueng, Professorin und Senior Visiting Research Associate am Reuters Institute for the Study of Journalism an der Oxford University und Verwaltungsratsmitglied der „Neuen Zürcher Zeitung“. Als Expertin für Strategie, Innovation und Führung berät sie führende Medienhäuser bei Strategie und Umsetzung der digitalen Transformation, darunter BBC, CNN, NPR, NRK, SVT und Schibsted.

Evelyn Hemmer, Innovationsmanagerin mit langjähriger Erfahrung in der Medienförderung. Derzeit setzt sie als Chief Operating Officer ihre Erfahrungen im Start-Up „Hashtag Media“ ein, das innovativen Digitaljournalismus vorrangig auf Social Media produziert. Zuvor hat die Österreicherin seit deren Gründung die „Wiener Medieninitiative“ der Wirtschaftsagentur der Stadt Wien aufgebaut und dort mehr als 200 Mediengründungen und -projekte begleitet.

Eva Schulz, Politikjournalistin mit umfangreicher Erfahrung im Bereich Bewegtbild- und Audiojournalismus, Gründerin des Videoformats „Deutschland3000“. Ihr Podcast „Deutschland3000 – ’ne gute Stunde mit Eva Schulz“ (NDR) ist mit mehr als 15 Millionen Abrufen einer der erfolgreichsten deutschen Interviewpodcasts. Als Reporterin war sie zuletzt in Thüringen, Sachsen und Brandenburg für die neue ZDF-Dokureihe „Deutschland, warum bist du so?“ unterwegs.

Über den Media Forward Fund

Der erste länderübergreifende Fund für Journalismusförderung in Deutschland, Österreich und der Schweiz setzt sich dafür ein, dass es mehr unabhängige Qualitätsmedien mit tragfähigen Geschäftsmodellen gibt, die starke, vertrauenswürdige Inhalte publizieren und sich langfristig nachhaltig finanzieren. Damit soll die Vielfalt im gemeinwohlorientierten Journalismus und damit die Demokratie gestärkt werden.

Der Media Forward Fund wurde auf Initiative der Schöpflin Stiftung, Stiftung Mercator Schweiz, Volkart Stiftung, Rudolf Augstein Stiftung, ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, Allianz Foundation, Stiftung für Medienvielfalt, ERSTE Stiftung, DATUM STIFTUNG für Journalismus und Demokratie, der MacArthur Foundation (USA) sowie des Impact Investors Karma Capital Group, und Publix – Haus für Journalismus & Öffentlichkeit im Juli 2024 als gemeinnütziger Fund gegründet und ist bis dato mit neun Millionen Euro dotiert. Die Entwicklung des Funds wurde von der Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien mit einer Projektförderung unterstützt. Der erste Fördercall startete im Juli 2024. In Zukunft sollen pro Jahr drei Calls umgesetzt werden. Die Förderungen belaufen sich auf in der Regel bis zu 400.000 Euro pro Medium.

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Brauchtum: Teifi’s Buam Radstadt

Krampus Radstadt

Am 28. November hat in Radstadt der Krampuslauf 2024 stattgefunden.

Besucher erhielten vorab den Rat-SCHLAG: warm anziehen! Und: ‼️ WICHTIGE REGELN ‼️

+ Der Krampus sieht durch die Maske relativ wenig bitte Vorsicht und defensives Verhalten zeigen!

+ Nicht an den Hörnern, Fellen, oder Haaren des Krampus Ziehen, Reissen oder Zupfen er hat auch Gefühle – vor allem können Ernsthafte Verletzungen entstehen!

+ Ein Krampuslauf ist geprägt von Rutenschlägen daher bitte nicht die neusten Hosen und Jacken anziehen. Wir können natürlich nicht für derart entdtande Schäden aufkommen.

+ Vorsicht mit Handys und Kameras in den ersten Reihen – bitte passt auf eure Sachen auf!

+ GANZ WICHTIG -> Kleinkinder bitte nicht ganz vorne hinstellen – dort sieht der Krampus nämlich gar nichts. -> SAFETY FIRST

+ NOCH VIEL WICHTIGER -> Gute Laune und Freunde mitnehmen denn wir freuen uns schon mega auf euch und dass wir euch wieder einen tollen Krampuslauf 2024 bieten können!

SINNESERFAHRUNGEN eines Besuchers zu Radstadt anno 2024

„Gutmütige, intelligente, hilfsbereite und friedfertige junge Menschen stülpen sich eine hornhafte Verzierung über das Gesicht, um – gemäß einem sehr alten Brauch – Dämonen zu vertreiben. Diese plötzlich wilden Gestalten lärmen, schlagen und gebärden sich selbst wie jene Dämonen, welche sie zu vertreiben wähnen. Es ist eine Form des Lustaktes im Rahmen eines Spieles, eines Krampus-Spiels. Ruten wirbeln durch die Luftkugel, gellende Frauenschreie durchdringen den nebelgedränkten Stadtplatz, Kinder erstarren zu Salzsäulen. Der Mangel an Reflexion – Lichtreflexion – verzehrt die sanftmütigen Wellen eines menschlichen Antlitzes zu bizarr anmutenden Formen von Naturgewalten. Aber dann ist er vertrieben, der Dämon, welcher gewalttätig sich der Freiheit ermächtigte und diese zu einer Abhängigkeit verkommen ließ. Jetzt legen sie ihre Masken ab, trotten als humane Wesen ihrem Ausgangspunkt zu und gemahnen ältere Leute zur Vorsicht: „Passt’s auf, es is heit ziemlich rutschig.“ Man wünscht sich in diesem Moment die Verkörperung eines anderen Brauchtums, die der Menschwerdung: „Mach es wie Gott, werde Mensch.“ (Immanuel Kant)

Ergänzung 5. Dezember 2024 – „Brauchtum wird Pflicht in Niederösterreich. Die ÖVP will Traditionen im Bildungsplan für Kindergärten verankern. Etwa den Nikolaus-Besuch oder das Martinsfest. An dem Brauchtum gab es zuletzt aber immer wieder Kritik, manche Kindergarten wollten den Besuch ganz abschaffen. Der ÖVP NÖ reißt nun der Geduldsfaden“, berichtet ServusTV (5.12.24)

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RTR wird Beschwerdestelle

28. November 2024 – Pressemitteilung des Fachbereich Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR Medien) – RTR Medien, ab sofort Schlichtungsstelle für Streitigkeiten zwischen Online-Plattformen und deren Nutzer:innen, verspricht Hilfe bei Auseinandersetzungen über die Bewertung illegaler Inhalte oder über AGB.

Die Streitbeilegungsstelle der RTR Medien ist unter beschwerde.rtr.at zu erreichen.

Der Fachbereich Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR Medien) ist künftig Anlaufstelle für Personen, deren Konto oder Beitrag auf einer Online-Plattform gesperrt bzw. entfernt wurde und die dagegen vorgehen wollen. Auch wenn Nutzer:innen die Plattformen auf illegale Inhalte hinweisen und darauf keine oder keine zufriedenstellende Reaktion erfolgt, können dies Fälle für ein außergerichtliches Schlichtungsverfahren vor der Streitbeilegungsstelle der RTR Medien sein.

„Die Streitbeilegungsstelle gewährleistet im Rahmen des EU-weit geltenden DSA, also des Gesetzes über digitale Dienste, den Nutzer:innen von Online-Plattformen im Bedarfsfall einen niederschwelligen Zugang zur Wahrung ihrer Rechte“, betont Wolfgang Struber, Geschäftsführer der RTR Medien, die Bedeutung der Einrichtung.

Eine Sperrung kann aufgrund einer gesetzlichen Bestimmung oder aufgrund eines möglichen Verstoßes gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen bzw. gegen die Community Guidelines der jeweiligen Plattformen erfolgen. Für Betroffene, die eine solche Maßnahme für ungerechtfertigt halten und im direkten Kontakt zur Plattform keine Einigung erzielen können, steht die Streitbeilegungsstelle der RTR Medien zur Verfügung, um auf effizientem Wege eine für die Nutzer:innen kostenlose Schlichtung anzustreben.

Tätig wird die RTR Medien als Streitbeilegungsstelle auf Grundlage des Koordinator-für-digitale-Dienste-Gesetzes (KDD-G). Die Zertifizierung wurde der RTR Medien für die Dauer von fünf Jahren auf Basis des EU-weit geltenden Gesetzes über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) von der Kommunikationsbehörde Austria in ihrer Funktion als nationale Koordinatorin für digitale Dienste erteilt.

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Khalil Gibran

Gibran Prophet

In der Reihe: Ein Eichkätzchen lief in den Felsen, und ein Schmetterling kam heraus (Jack Kerouac) – Literat*innen mit spirituellen und ganzheitlichen Bezügen

von Manfred Stangl

Gibran ist unter den spirituell orientierten Schriftstellern sicher einer der edelsten.

Ich hörte von ihm, dem weltberühmten Schöpfer des „Propheten“, solange ich mit den Kollegen aus den Mainstream Literaturzeitschriften zusammenarbeitete, allerdings nichts. Erst nach der Gründung der eigenen Edition, nach dem Wechsel des Bekannten- und Freundeskreises, nach der eigenen Hinwendung zu spirituellen Gebieten, zu Autoren die ich zuvor gemieden hatte, wie der Teufel das Weihwasser, begegnete er mir auf Schritt und Tritt.

(c) Abbildungen: wikipedia

Gerade um das beginnende neue Jahrtausend, nach dem Fall der Mauer, der scheinbaren Überwindung der martialischen Fronten in Europa (und der materiellen Sorgen) setzte ein zweiter großer Boom ein, der Gibrans Werken ganze Bücherecken in den Abteilungen der Esoterischen und Spirituellen Literatur bescherte. Erste weltweite Bekanntheit erhielt er sicherlich während der 68-Bewegung, in der links und alternativ denkende junge Menschen nach Vorbildern in der spirituellen Literatur suchten. Zu Lebzeiten war der 1881 im Libanon als maronitischer Christ geborene Dichter dem amerikanischen Lesepublikum kein Unbekannter, auch in Großbritannien wurde er rezipiert, in der arabischen Welt galt er als Neuerer, der fortschrittliche Formen in die verstaubte orientalische Literatur einbrachte.

Dem heutigen (Mainstream-)Verständnis gilt als paradox, dass ein in Spiritualität so tief verwurzelter Autor bedeutender Neuerer war. Inhaltlich und auch in seinen Bildern – er war in Amerika als Maler ähnlich berühmt wie als Dichter – verabschiedete er sich nicht von einer klaren, die Schönheit feiernden Sprache. Die Formsprache seiner Bilder war im Symbolismus beheimatet; er liebte es, seine Bücher mit eigenen Illustrationen zu bereichern.

1895 emigrierte seine Mutter mit ihren Kindern in die USA. Dort wurde schnell sein zeichnerisches Talent erfasst. Mit 15 Jahren sah Gibran seine Arbeiten neben den Fotos eines der größten zeitgenössischen Meister dieser Zunft ausgestellt.

Bei einem erneuten Aufenthalt in seiner Heimat, gerade 18 geworden, lernt er Sultana Tabet kennen und lieben, deren Mann eben verstorben war. Im Roman „Die gebrochenen Flügel“ wird sie als Hauptfigur einziehen. Der Liebe ist nur kurze Dauer beschert, Sultana stirbt. Gibran hatte an einer Maronitischen Schule studiert, nun sah er seine Lehrzeit als beendet an und kehrte in die USA zurück.

In der Bostoner Gesellschaft waren mystizistische Bewegungen en vogue, es wimmelte geradezu von solchen, die sich gegen institutionalisierte Religionen abgrenzten und an die göttliche Essenz des Menschen sowie an Reinkarnation glaubten.

Bei einer erfolgreichen Ausstellung lernt er Mary Haskell kennen, die seine Gönnerin werden wird. 10 Jahre älter, wird sie, den damaligen Gepflogenheiten folgend, zwar nicht seine Geliebte, aber eine Muse, der er große Inspiration verdankt. Sie entstammt reichem Elternhaus und kann Gibran auch finanziell umfangreich fördern.

Sie ermöglicht ihm gar einen längeren Parisaufenthalt, den er im Sommer 1908 antritt. Er bezieht ein kleines Appartement im Montparnasse und schreibt sich an einer Privatakademie ein. Auch weitere Akademien sehen ihn als gelehrigen Schüler, der das Modellzeichnen von der Pike auf einübt.

Die vorherrschende Historienmalerei interessiert Gibran nicht, er findet als Lehrer einen mystischen Maler, Pierre Marcel-Beronneau, der eine Klasse mit etwa einem Dutzend Schülern unterrichtet.

Jeden Sonntag pilgern Khalil mit Youssef seinem Freund aus dem Libanon in den Louvre. Sie wandeln stundenlang in den Sälen, diskutieren im Jardin du Luxenbourg über Dante, Balzac, Voltaire. Im Pantheon staunt Gibran über ein Monumentalgemälde von Puvis de Chavannes, das die heilige Genovea darstellt und seine zukünftige Arbeit beeinflussen wird – tief bewegt von der Größe der Seelenruhe, die auf dem Gesicht der Heiligen zu sehen ist.

Zurück in Boston, beeinflusst von den Ideen der Unabhängigkeit, die er mit libanesischen Flüchtlingen in Paris teilte, gründet Gibran 1911 eine Vereinigung, die sich für die Sache der vom Osmanischen Reich unterjochten arabischen Länder einsetzen soll.

Sich an Rousseau anlehnend vertritt Gibran die Ansicht, dass der Mensch frei geboren von den Gesetzen der Väter und Vorväter unterdrückt werde – demgegenüber stellt er die Reinheit und Schönheit der Natur. Außergewöhnlich fließen seine poetische Sprache, seine Bilder und Metaphern derart dahin, dass man an Prosagedichte erinnert wird, eine Gattung, die Gibran später in die arabische Literatur einführen wird.

Eine weitere wichtige Frauenbekanntschaft verband Gibran mit der in Ägypten lebenden Libanesin May Ziadeh, die 1912 auf ihn durch einen Artikel in einer arabischen Zeitschrift aufmerksam wurde. Nach dem Erscheinen der „Gebrochenen Flügel“ richtete sie einen enthusiastischen Brief an ihn, der ja im Roman vehement für Frauenrechte eingetreten war. Der Briefverkehr der beiden, anfangs höflich, später inniglicher abgefasst, dauerte bis zum Tod Gibrans an. Persönlich traf er die lyrisch Angebetete nie, aber seine Liebesbriefe an sie zählen zum schönsten was es an Liebesliteratur zu lesen gibt. 1)

1916 traf er auf den Nobelpreisträger aus Indien, Rabindranath Tagore, dessen Werk er zwar schätzt, deren Gottesbilder sich aber wesentlich unterscheiden.

Im Oktober 1918 erscheint der „Narr“ als erstes von ihm in Englisch geschriebenes Buch, das außerdem einen Wendepunkt darstellt, an dem der grollende Autor zum kontemplativen Betrachter und spirituell Erhabenen reift.

Im Mai 1919 erscheint in Arabisch: „Die Umzüge“, ein langes Gedicht in 203 Versen, in dem er die Natur lobt und der verkopften Zivilisation einen einfachen Hirten, der ohne zu analysieren und debattieren das Leben genießt, entgegenstellt.

Seine Kunstauffassung

Diese umreißt er in einem Brief an Mary Haskell: „Manche meinen, Kunst sei Nachahmung der Natur; aber die Natur ist so erhaben, dass sie gar nicht nachgeahmt werden kann. So edel die Kunst auch sein mag, sie vermag kein einziges der Wunder der Natur zu vollbringen. Und im übrigen, wozu die Natur nachahmen, da sie doch von allen, die Sinne besitzen, empfunden werden kann? Kunst besteht vielmehr darin, die Natur zu begreifen und dieses Begreifen an diejenigen weiterzugeben, die davon nichts wissen. Aufgabe der Kunst ist es, den Geist des Baums herauszuarbeiten, und nicht, einen Stamm, Äste und Blätter zu zeichnen, die einem Baum ähneln. Ziel der Kunst ist es, das Bewusstsein dessen zu offenbaren, was das Meer ist, und nicht, schaumbedeckte Wellen oder azurblaues Wasser zu malen. Kunst ist ein Schritt, der vom sichtbaren Bekannten zum verborgenen Unbekannten, von der Natur zum Unendlichen führt.“ 2)

„Der Vorbote“, stellt als sein zweites englischsprachiges Buch den Vorläufer des „Propheten“ dar. In gleichnishaften Erzählungen, in Parabeln und Metaphern wird die Seele beschworen, die sich von irdischen Begierden befreien muss, um zur Vollendung zu gelangen: „Wir sind das Feld und die der Pflüger, der Schnitter und die Ernte.“ 3)

Gibran schreibt unermüdlich für ein Magazin und speziell am Manuskript des Propheten. Er trinkt und raucht zu viel. Hält sich oft mit Kaffee wach. In einem Brief an May gestand er, dass er male, solange das Tageslicht es ermöglichte, während in der Nacht er über seinen Manuskripten brüte.

Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich. Herzrhythmusstörungen treten verstärkt ein, denn es hat „der Takt dieses Herzens nie mit dem Takt und dem Rhythmus der anderen übereingestimmt.“ 4)

Lyrische Liebesbezeugungen

Etwa zu jener Zeit erhält Mary einen Heiratsantrag eines Witwers, den sie annimmt. Zu ihrem Entsetzen erweist der Ehegatte sich als überaus eifersüchtig, was den Briefverkehr zwischen ihr und Gibran wesentlich reduziert. Khalil wendet sich in seinen lyrischen Liebesbezeugungen nun May Ziadeh in Kairo zu.

Im Brief vom 1. auf den 2. Dezember 1923 schreibt er: „In dieser Stunde bist Du bei mir, May. Du bist bei mir. Hier bist Du bei mir und ich spreche mit Dir mit anderen, weit besseren Worten als diesen; ich spreche zu Deinem großen Herzen in einer Sprache der Herzen, und ich weiß, daß Du mich hörst; ich weiß, daß wir beide uns unmißverständlich verstehen, und ich weiß, daß wir in dieser Nacht dem Throne Gottes näher sind als jemals zuvor. ( … ) Von allen Menschen bist Du es, die meiner Seele und meinem Herzen am nächsten steht, und unsere Seelen und unsere Herzen haben sich nie gestritten. Es waren unsere Gedanken, die miteinander stritten, und die Gedanken sind unserer Umwelt entlehnt; sie setzen sich zusammen aus dem was wir sehen und hören und was jeder Tag bringt. Seele und Herzen aber sind das ewig Göttliche in uns; sie sind wesentlicher und ursprünglicher als unsere Gedanken.

Die Funktion des Denkens ist es zu ordnen und zu organisieren. Es ist eine gute Funktion, die wichtig und notwendig ist für unser Gemeinwesen und das gesellschaftliche Leben.

Doch im Leben unserer Seelen und Herzen hat es keinen Platz. Wenn wir in Zukunft streiten sollten, so sollen wir danach keine getrennten Wege gehen! Der Verstand kann uns dies sagen, wenn er auch bisher immer der Anlaß unserer Auseinandersetzungen war; aber der Verstand kann weder ein Wort über die Liebe sagen, noch kann er die Tiefe der Seele erfassen oder das Herz mit dem Maß seiner Logik messen. (…)“ 5)

„Der Prophet“, eines der bemerkenswertesten Bücher der Literaturgeschichte erscheint im September 1923.

Almustafa, der Erzähler der Gleichnisse wartet nach 12 Jahren in Orphalese auf das Schiff, das ihn in die Heimat bringen soll. Vor der Abreise strömen Menschen der Stadt zu ihm und stellen verschiedene, ihnen wichtige Fragen.

Das Kapitel: „Von der Liebe“ – Dort etwa heißt es:

„Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr,

Sind ihre Wege auch schwer und steil.

Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin,

Auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann.

Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie,

Auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettern kann, wie der Nordwind den Garten verwüstet.

Denn so, wie die Liebe dich krönt, kreuzigt sie dich.

So wie sie dich wachsen lässt, beschneidet sie dich.

So wie sie emporsteigt zu deinen Höhen und die zartesten Zweige liebkost

die in der Sonne zittern, steigt sie hinab zu deinen Wurzeln und erschüttert sie in ihrer Erdgebundenheit.

Wie Korngaben sammelt sie dich um sich.

Sie drischt dich, um dich nackt zu machen.

Sie siebt dich, um dich von deiner Spreu zu befreien.

Sie mahlt dich, bis du weiß bist.

Sie knetet dich, bis du geschmeidig bist;

Und dann weiht sie dich ihrem Heiligen Feuer, damit du Heiliges Brot wirst für Gottes Heiliges Mahl.“

Diese an die Sufi-Metaphorik angelehnte Sprache zählt zum Wunderschönsten, das die Literatur uns bieten kann und ist von all dem, was die Moderne Literatur hervorbrachte und speziell aktuell hervorbringt so weit entfernt, wie ein neidvoller Gedanke von der All-Liebe des Göttlichen.

Manchesmal wird Gibran mit Nietzsche zusammen erwähnt, der ja im „Zarathustra“ ebenfalls einen Propheten zu Wort kommen lässt. Bei Gibran aber findet sich kein Jota an Nihilismus. Er spricht von Hoffnung und Optimismus, auch wenn er persönlich von Geld- und Gesundheitsproblemen geplagt ist.

„Der Wanderer“ – Auch das Nachfolgewerk ist von mystischer Tiefe beseelt.

„Eure Freude ist euer Leid, das keine Maske mehr trägt-

Und der selbe Brunnen, aus dem euer Lachen klingt, war oft mit Tränen angefüllt-

Wie könnte es auch anders sein?

Je tiefer das Leid euer Wesen aushöhlt, desto mehr Freude könnt ihr darin aufnehmen.“

Die Presse nimmt Gibrans Werk begeistert auf, da der sich „nicht scheut, in der Zeit des Zynismus ein Idealist zu sein.“ 6)

1931 verstirbt Khalil Gibran mit nur 48 Jahren.

Wer war dieser außergewöhnliche Schriftsteller?

Ein hoffnungsloser Optimist? Ein naiver Idealist, der seine Träume für die Realität hielt, aber kaum was vom Leben hatte? Ein rückständiger Schwärmer, Schwurbler, wie man ihn heute nennen würde, interessierte sich der modernistische Literaturbetrieb überhaupt für ihn…

Nun – Gibran war sicherlich ein Gottsucher; als Rüstzeug dazu dienten ihm die Sufi-Schriften seiner Heimat, die reinen Quellen arabischer mystischer Literatur, die er mit den Evangelien verquickt, aber vor allem mit seinem reichen Herzen. Selbstportraits, zeigen ihn mit traurigem Ausdruck, ernst, nach innen gekehrt. Die Beschreibung vieler Freunde verstärkt den Eindruck. War er ein glücklicher Mensch? Er war ein Gottesvertrauter, auch in unglücklichen Zeiten von der Gewissheit geschützt, dass letztlich alles seinen Sinn, seine (göttliche) Ordnung haben würde. In den Sprachbildern seiner Werke lebt er inmitten der blühenden Hügel des Libanons, an den Quellen sprudelnder Bäche, am reinen Gipfel des Gebirges. Seinen Körper bedachte er wenig. Zerrüttete ihn mit zu wenig Schlaf, mit Alkohol, Kaffee, oftmals unzureichender Nahrung. Er arbeitete unablässig, gerade den Freunden gelang es, ihn manches Mal aus dem Atelier in die Natur zu entführen, wo er in den Bergen, am Meer unterm Sternenhimmel Frieden und Ruhe fand. Er liebte die Stille, die Einsamkeit, die ihn tief blicken ließ in die ewigen Geheimnisse des Göttlichen, ihn aber auch verwirrt und allein zurückließ. Als „Nebel“ beschreibt er sich oftmals, den die Morgensonne zerstreut, der anderntags neugeboren wiedererscheint. War er ein Workaholic? Ein Getriebener vielleicht, allerdings einer, den es den Pfad zu Gott entlangtrieb; der mit dem „Propheten“ ein Meisterwerk vollbrachte, wie es schöner und besser niemals zu schreiben gelingen kann. Höchstens ähnlich in anderer Form. So war er selbst dieser Prophet, der die Menschen den Weg zum Göttlichen wies, von Wiedergeburt zu Wiedergeburt auf ihn hin reifend, weswegen er ja zu einer der Leitfiguren der Hippiebewegung avancierte. Sein Gottesbild wies Lücken auf – er verstand nicht die Weisheit der Veden, die ihm Rabindranath Tagore verkündete – für Gibran war Gott ein sich entwickelnder, wachsender. Der indische Meister kannte Gottes Vollkommenheit, Ewigkeit und Unendlichkeit. Von den Einblicken, die Gibran aber in Gottes Wesen erhielt – gerade durch die Schönheit der Natur hindurch – können die meisten Menschen heutzutage und die modernen und postmodernen Autoren und Künstler überhaupt nur träumen.

Manfred Stangl

Anm. 1: „Gibran – Liebesbriefe an May Ziadeh“. Hrsg. und übersetzt aus dem Arabischen v. Ursula und S. Yussuf Assaf; Walter / Patmos Verlag, 2000

Anm. 2: Zitiert nach Alexandre Najjar: Khalil Gibran und die Vision der Moderne – eine literarische Biographie, S 111; Verlag Hans Schiler, 2oo8,

Anm. 3: ebd. S 118

Anm. 4: ebd. S 120

Anm. 5: Gibran – Liebesbriefe an May Ziadeh“ S 89 ff

Anm. 6: Zitiert nach Alexandre Najjar: Khalil Gibran und die Vision der Moderne – eine literarische Biographie, S 141; Verlag Hans Schiler, 2oo8,

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Vielfalt macht glücklich

Barfuss Matto und Erdmännchen

Premiere des Trailers der Multivision für Vielfalt

(pts 11.11.2024) „AFRIKA – 30 wilde Jahre für die Vielfalt“ heißt die multimediale Großproduktion aus dem Hause Matto Barfuss, die im nächsten Jahr an den Start geht. Diese Multivision soll seine Besucher glücklich und zuversichtlich machen. Gerade wurde der Trailer fertig gestellt und Termine können nun gebucht werden.

Wir befinden uns in der größten Biodiversitätskrise, die unser Planet je erlebte. Täglich gehen uns rund 150 Arten verloren. Mit jeder verlorenen Art steigt das Risiko für Pandemien mit weitreichenden Folgen. Zunehmend weiß man, dass der Verlust der Vielfalt durch teilweise komplexe Zusammenhänge auch zur Klimaerwärmung beitragen. Gleichzeitig ist die Klimaerwärmung bereits jetzt für 11 bis 16 Prozent des Artenschwunds verantwortlich. Es scheint, als wären wir in einer Abwärtsspirale, aus der es kein Entrinnen gibt. Kann man angesichts dessen positiv sein?

„Gerade deshalb eine positive Multivision!“ ist das Motto des Künstlers und Artenschutzaktivisten Matto Barfuss.

„Mich hat das Thema inspiriert und treibt mich seit 31 Jahren nun durch Afrika“, sagt Matto. „Unser Planet ist so schön, dass es mich einfach unendlich motiviert hat, es wenigstens zu versuchen, den Trend umzukehren.“

Gerade in der Umsetzung des spannenden Themas „Biodiversity Credits“ sieht der Aktivist eine große Chance und wirbt in zahlreichen Interviews und Beiträgen dafür.

„Noch wagt man zu wenig und versucht, an alte ökonomische Strukturen festzuhalten“, mahnt Matto Barfuss. Er ist jedoch zuversichtlich, dass in absehbarer Zukunft leider durch den Druck von Katastrophen ein globales Umdenken immer wahrscheinlicher wird.

30 wilde Jahre für die Vielfalt in Afrika war letztlich auch auf weiten Teilen der Wegstrecke eine Art „Versuchs- und Irrtums-Weg“.

„Wir haben zum Beispiel vor 25 Jahren versucht, den enormen Rückgang der Gepardenbestände entgegen zu wirken, indem wir Auswilderungen vornahmen“, erzählt Matto. „Es hat sicher nichts signifikant bewirkt, außer dass wir viele spannende Erkenntnisse sammeln konnten und großartige Zeiten in den Auswilderungsgebieten hatten.“

Bewusst berichtet Matto in seiner neuen Show über Emotion, das Scheitern, das Verändern von persönlichen Strategien und das Vorankommen. Er lebte mit wilden Geparden, mit Gorillas und kennt viele Löwenrudel hautnah ihr ganz es Leben lang. Das allein hat ihm beigebracht, dass Flexibilität und genaues Hinschauen wichtig sind, um zu überleben.

„Die Emotionen sind ein unaufhaltbarer Motor, trotz vieler Widerstände mit der Arbeit weiter zu machen“, gibt Matto zum Besten. „Manchmal hatte ich Phasen, da wollte ich einfach alles hinschmeißen, aber dann kamen mir im Sinn, wie ich in der unendlichen Steppe lag und Gepardenkinder um meinen Kopf schnurrten. Kein Wildtier würde aufgeben. Da draußen in der Natur gibt es unglaubliche Energie. Es geht immer weiter.“

Diese positive Energie wirkt in der neuen Show. Sie zieht den Betrachter in den Bann.

„Diese Show wird die Besucher glücklich machen“, ist sich Matto sicher. Er muss es wissen, denn über die Jahre sind viele tausend Bilder und hunderte von Stunden Filmmaterial zusammen gekommen, die nun bereits in einer rohen Form zusammengetragen wurden, so dass die Postproduktion für die Multivision nun auf die Zielgerade einbiegt.

Ab sofort kann die Show gebucht werden. Sie wird für die jeweilige Zielgruppe in der Live-Kommentierung leicht adaptiert. Es gibt sozusagen eine fachlich sehr umfassende Show mit einer Flut an Fakten oder die etwas leichtere Variante für das Firmenincentive oder die abendfüllende Show zum zwanglosen Genießen. Parallel erscheint eine 60-Minuten-Fassung für Kinder und Schulen.

„Ich möchte, dass alle inspiriert und mit einer positiven Haltung aus der Show gehen!“, sagt Matto.

Buchungen: www.matto-barfuss.com, E-Mail: mail@matto-barfuss.de, Tel.: +49 7844 911456

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Transgeometrien – ein Weg zur freien Kreativität

Sradj Transgemetrie

von Nadim Sradj

Die Geschichte der optischen Wahrnehmung und der mathematischen Geometrie, ist die Geschichte der Bewusstseinserweiterung, der Öffnung und damit der Grenzüberschreitung in Richtung absoluter Gestaltungsfreiheit. Der Blick in das Grenzenlose und Unendliche ist die Quelle unserer Phantasie.

Bild: Ableitungen der Transgeometrien vom gegenständlich Konkreten zum abstrakt Symbolischen. Entstehung neuer Strukturen.

Wenn die Zeit das System des Nacheinanders, sozusagen das innere Bewusstsein ist, so ist der Raum das System des Nebeneinanders, das äußere Bewusstsein. Raum und Zeit sind demzufolge die Grundlagen unseres Allgemeinbewusstseins und unserer Orientierung. Die jeweilige Raumtheorie konzipiert und gestaltet unsere Sichtweise und Konfigurationen.

In der Raumwahrnehmung sehen wir nicht nur eine Momentaufnahme der Realität, sondern vielmehr einen dynamischen Prozess zur Orientierung in der Welt. Jeder Mensch entwickelt ein individuelles Koordinatensystem als Maßstab, mit dessen Hilfe er Richtungen und Veränderungen des Geschehens beurteilt.

Die mathematische Grundlage unseres konventionellen und allgemeinen Raumdenkens ist die euklidische Geometrie (300 v. Chr.). Erst durch die Sinnesphysiologie (Helmholtz) und die mathematische Grundlagenforschung entstanden 1826 nichteuklidische Geometrien. Bolyai, Lobaschevski und Gauß entdeckten die hyperbolische Geometrie und Riemann (1860) die sphärische Geometrie.

Die Entwicklung des Raumdenkens vom Einfachen zum Komplexen, vom Teil zum Ganzen und vom Statischen zum Dynamischen wird an einem Dreieck demonstriert. Die einfachste Form der Geometrie ist die euklidische. Als Beispiel hierfür dienen die Pyramiden in Ägypten oder die griechischen Tempel sowie die meisten Gebäude um uns herum. Die systematische Ableitung von euklidischen über hyperbolische, sphärische bis hin zu fraktalen Raumformen vollzieht einen qualitativen Sprung. Es entstehen Formen, die nicht auf ihren Ursprung rückführbar sind. Dies ist das Neue, das Kreative, das sich durch kategoriale Grenzüberschreitung von einer Raumform in eine andere ergibt. Die architektonischen, transgeometrischen Ableitungen des Regensburger Domes, der Zitadelle von Aleppo und einer Moschee sind die Beispiele dafür, wie ein derartiger Prozess verlaufen kann.

Es ist Aufgabe der Architekten, den Raum so zu gestalten, dass eine positive Atmosphäre entsteht, in der sich der Mensch wohl und geborgen fühlt.

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Für ein friedenschaffendes Geldsystem

GSeitenstetten

Oktober 2024

SIEHE AUCH: Joseph Huber, Zeitenwende des Geldsystems

Sehr geehrter Herr Generalsekretär, António Guterres
sehr geehrte Damen und Herren an den Schalthebeln der Weltwirtschaft.

Wir sind ein Forum und eine Gruppe von erfahrenen Bürgern und Bürgerinnen, manche von uns beschäftigen sich schon seit drei Jahrzehnten und länger mit der Frage einer friedenschaffenden Geldwirtschaft.
Dies veranlasst uns, Ihnen diese Bitte zu unterbreiten.
Die gegenwärtige, 1944 in Bretton Woods geschaffene, internationale Währungsordnung mit dem US-Dollar (USD) als Ankerwährung hat schrittweise ihre Legitimation verloren.
1971 wurde die Deckung mit Gold von den USA einseitig aufgehoben.


Um den USD als Leitwährung zu erhalten, wurde 1974 das in ‚Eisen gekleidete‘ Abkommen zwischen den USA und Saudi-Arabien geschlossen.
Die USA übernahmen die Verteidigung des Regimes und des Landes und
Saudi-Arabien als der Größte Erdölexporteur verpflichtete sich Erdölprodukte nur in USD zu fakturieren und dies auch in der OPEC (Organisation Erdöl exportierender Länder) durchzusetzen. Der ‘Petrodollar‘ wurde geschaffen.
Dieses Abkommen wurde jedoch am 9. Juni 2024 von Saudi-Arabien
– also heuer – gekündigt. Damit ist der USD nur mehr mit Sanktionen und Androhung von Gewalt als Leitwährung aufrecht zu erhalten.
Dies überfordert auch das Budget der USA. Sie sind mit beinahe 35 Billionen
(US-Trillionen) verschuldet. Außerdem wachsen die inneren Spannungen.
Während die Ausgaben für den militärisch-industriellen Komplex laufend erhöht werden, nimmt die Armut zu.
In dieser Not werden die USA immer gewaltbereiter.
Gleichzeitig formieren sich die BRICS-Staaten, die die Mehrheit der Weltbevölkerung umfassen. Diese bekommen gegenwärtig regen Zulauf und forcieren Alternativen zum USD und zu den von den USA kontrollierten Institutionen, wie den Internationale Währungsfonds und der Weltbank.
Weiters wird der Handel in Eigenwährungen – also nicht in USD – forciert, und
eine Neue Entwicklungsbank und ein neues Clearingsystem aufgebaut.
Wir stehen also vor einer gewaltigen Auseinandersetzung, die zu sinnlosen nicht wohlstandsmehrenden und im Endeffekt kriegerischen Handlungen zu führen droht.
Wir sollten daher nach dem Muster der Welthandels- und Entwicklungskonferenz, UNCTAD, eine zusammenführende Weltwährungskonferenz (World Monetary Conference – WMC) einberufen.
Bei den SDG-Zielen der UNCTAD wurden im Finanzbereich nur mildernde Maßnahmen vorgeschlagen, aber das Weltwährungssystem ausgeklammert, daher ist diese Konferenz notwendig.
Die notwendende Weltwährungskonferenz müsste den USA den ehrenvollen Ausstieg aus der bisherigen Leitwährungsposition ermöglichen.
Nach dem Vorbild einer ICU, international Clearing Union, wie sie John Maynard Keynes 1944 vorgeschlagen hat, sollte ein Uniondollar, der auch von den BRICS-Staaten anerkannt wird, als Verrechnungseinheit in Kraft treten.
Der Sitz der der WMC sollte – wie bei der UNCTAD – in Genf, also in der neutralen Schweiz sein, um Ressentiments vorn vornherein auszuschalten, und den BRICS-Staaten den Zutritt zu erleichtern.
Um diesen Brief nicht zu lange werden zu lassen, verweisen wir auf die ausformulierten Vorschläge zur ICU als Diskussionsgrundlage.

Mit freundlichen und besorgten Grüßen
das Team des Forums Seitenstetten
Gezeichnet von
Hon. Univ. Prof. Dipl. in Law Heinrich Wohlmeyer und Josefa Maurer

P. S.: Eine Liste der Unterstützer legen wir bei.

Ergeht auch an: Politiker, Medien, NGOs und Universitäten, die Verantwortung für die Zukunft tragen.

For a peace creating Monetary System

His Excellency Secretary General of the United Nations
Antonio Guterres and
Ladies and Gentlemen, who work at the shift levers of the World Economy

We are a forum and a group of experienced citizens.
Some of us have been concerned with the question of a peace creating monetary order since more than three decades.
This induces us to submit to you this urgent proposal.

The present international monetary order, which has been created in Bretton Wood in 1944 with the US-Dollar (USD) as anchor currency has lost its legitimation step by step.
In 1971 the gold backing was unilaterally cancelled by the USA.
In order to preserve the USD as leading currency in 1974 the ‘iron clad‘ agreement between the USA and Saudi-Arabia was concluded.
The USA overtook the defence of the country and the regime and Saudi-Arabia as the largest exporter of mineral oil products commited itself to sell these products only in USD and to promote this also in the OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries). The ‘Petrodollar‘ has been created.
But this agreement has been canceled by Saudi-Arabia on the 9th of June 2024.
Therefore the position 0f the USD as anchor currency is presently only backed under threat of economic (called ‘sanctions‘) and military force.
This is overtaxing the budget of the USA, since the volume of debts amounts to nearly 35 trillion USD. This enduces rising internal social tensions because poverty increases whereas the expenditures for the military-industrial complex rise continuously.
In this emergency the USA are increasingly prepared to use violence.
At the same time the BRICS-States, who cover the majority of the world population, form up.
They experience presently a high influx and plan alternatives to the USD and to the international institutions, wich are presently controlled by the USA – especially the International Monetary Fund and the World Bank.
In addition the trade in national currencies – i. e. not in UDS – is pushed
ana New Development Bank and a New Clearingsystem are in the state of being put up.
We are therefore confronted with a tremendous confrontation, which threatens to lead to pointless actions, which counteract common welfare and may also induce destructive wars.

As a way out a World Monetary Conference (WMC) by type UNCTAD – the United Nations Conference on Trade and Development – has to be convened.
In the SDG-Goals of UNCTAD the world financial system has been excluded.
Only some mitigating measures are proposed.
Therefore a World Monetary Conference is urgently needed.
This indispensable conference has to provide to the USA a honourable exit from its present defended position as a master of the world anchor currency.
It should follow the example of the ICU-International Clearing Union, as propsed by John Maynard Keynes in 1944. A ‘Union-Dollar‘ (DU) – a denomination, which gives the exit of the USA a honourable attribute – should also accepted by the BRICS-States as accounting unit.
The WMC should have its seat in Geneva – like UNCTAD – in neutral Switzerland in order to exclude resentments from the start and to facilitate the membership of the BRICS-States.
In order to not to lengthen this letter, we refer to the well formulated proposals concerning the ICU as a basis for the work of the conference.

With hopeful regrards
the team of the Forum Seitenstetten
signed by
Hon.Univ.Prof. Dipl.in Law Heinrich Wohlmeyer and Josefa Maurer

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