Hunger.Macht.Profite.

13. Filmtage zum Recht auf Nahrung

Österreichweit von 10. Oktober bis 28. November 2024

Bis zu 783 Millionen Menschen leiden weltweit an Hunger. Mehr als 2,3 Milliarden Menschen haben derzeit keinen Zugang zu gesunden Lebensmitteln. In Europa setzen Teuerungen die Bevölkerung weiter unter Druck. International wird Hunger immer häufiger als Kriegsmittel eingesetzt.

Die Filmtage zum Recht auf Nahrung – Hunger.Macht.Profite. – bringen zum 13. Mal österreichweit kritische Dokumentarfilme in die Kinos, die die Probleme unserer weltweiten Nahrungsmittelerzeugung aufzeigen – aber auch, was wir dagegen tun können. Von 10. Oktober bis 28. November 2024 (und damit rund um den Welternährungstag am 16. Oktober) sind die Filmtage in Wien, Niederösterreich, der Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Oberösterreich und erstmals in Salzburg.

„Dem Hunger.Macht.Profite.-Team ist es wieder gelungen, fünf international viel beachtete Dokumentarfilme nach Österreich zu holen, davon zwei Österreich-Premieren und alle in deutschsprachiger Fassung“, sagt Barbara Waschmann von normale.at.

Die gezeigten Themen sind vielfältig: Zu sehen sind Großkonzerne, die für ihre Profitinteressen die indigene Bevölkerung von ihrem Land vertreiben und durch patentiertes Hybrid-Saatgut die Ernährungslage verschlechtern. Die Alpen, deren Landschaft sich rapide verändert und Kleinbäuer*innen vor große Herausforderungen stellt. Aber die Filme zeigen auch Alternativen: Landwirt*innen, die solidarische Landwirtschaft betreiben sowie die unerschütterliche Stärke indigener Aktivist*innen und queerer Gärtner*innen, die das Verhältnis zwischen Mensch und Natur neu denken. In anschließenden Filmgesprächen können die Besucher*innen mit lokalen Initiativen, Bäuer*innen und Expert*innen über die Filme, Probleme und Lösungsmöglichkeiten diskutieren und sich informieren, was aktiv gegen die Zerstörung unser aller Lebensgrundlage getan werden kann.

Veranstaltet werden die Filmtage von FIAN Österreich, ÖBV – Via Campesina Austria, Attac und normale.at.

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Bargeldlose Gesellschaft: Vision oder Illusion?

Sichere Zahlungsmittel Bargeld

Ein europäisches Stimmungsbild zur Zukunft des Bezahlens

25. September 2024 (Pressemitteilung der Marketagent.com online reSEARCH GmbH) – Das kontroverse Konzept einer bargeldlosen Gesellschaft sorgt sowohl in den Medien als auch in der Bevölkerung immer wieder für Diskussionspotenzial. Eine groß angelegte Studie des digitalen Markt- und Meinungsforschungsinstituts Marketagent mit 26.584 Befragten aus 10 europäischen Ländern deckt nun auf, wie die Bürgerinnen und Bürger zu Bargeld stehen, ob sie sich ein Leben ohne Cash vorstellen könnten und wie sie auf einen Umstieg auf rein elektronische Zahlungsmethoden reagieren würden.

Fact Box

• Bargeld wird als sympathischstes und sicherstes Zahlungsmittel wahrgenommen – insbesondere von den Österreicher*innen.

• Im Schnitt werden 45% der üblichen Bezahlvorgänge mit Bargeld beglichen (AT: 51%).

• Barzahlung besticht vor allem durch weitreichende Akzeptanz, Anonymität und die Möglichkeit, unkompliziert Trinkgeld zu geben.

• 61% zahlen heute seltener bar als vor 10 Jahren, 75% würden Bargeld bei einem Umstieg auf rein digitale Zahlungen trotzdem vermissen (AT: 85%).

• Mehr als der Hälfte erscheint eine bargeldlose Gesellschaft in ihrem Land illusorisch, in Österreicher würden fast drei Viertel diese Entwicklung ablehnen.

• Dem Verschwinden von Falschgeld und einer Vereinfachung für das Kassenpersonal stehen die Gefahren technischer Defekte und eine Zunahme digitaler Kriminalität gegenüber.

Bargeld bleibt die Nummer 1 bei Sympathie und Sicherheit

Auch wenn moderne Zahlungsmöglichkeiten immer stärker Einzug in den Alltag halten, bleibt das altbewährte Bargeld in Sachen Beliebtheit die Nummer 1. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Marketagent unter mehr als 26.000 Personen aus 10 Ländern eines bunten Europa-Mixes (Österreich, Kroatien, Tschechien, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Italien, Polen, Spanien und Schweiz). 8 von 10 Umfrageteilnehmer*innen finden Bares sympathisch (82%) und 9 von 10 empfinden es als sicher (92%). Dicht dahinter im Ranking folgt die Kreditkarte, die von 81% als sympathisch und von 86% als sicher wahrgenommen wird. Der direkte Vergleich mit den europäischen Brüdern und Schwestern zeigt, dass die Österreicherinnen und Österreicher ganz besonders bargeldaffin sind. Der Sympathiewert von Münzen und Scheinen liegt hierzulande bei beeindruckenden 91%. Zum Vergleich: die Kreditkarte schafft es in der Alpenrepublik nur auf 75%.

Neuere Zahlungsmethoden schneiden europaweit von West nach Ost dagegen deutlich schlechter ab. Mobile Payment, bei dem mittels Smartphone oder Smartwatch gezahlt wird, finden immerhin noch 6 von 10 Befragten sympathisch (61%) bzw. sicher (63%), Krypto- und digitale Währung können dagegen nur rund ein Viertel in Sachen Sympathie (21%) und Sicherheit (25%) überzeugen. Es liegt somit nahe, dass ein bedeutender Teil aller Ausgaben auch heutzutage noch bar beglichen wird: Durchschnittlich 45% der alltäglichen Zahlungen werden mit einem Griff ins Börserl beglichen, die restlichen 55% entfallen auf elektronische Zahlungsmittel wie Kreditkarte, Onlineüberweisung und PayPal. Auch hier zeigen sich die heimischen Befragten wieder stärker mit dem Bargeld verbunden. Herr und Frau Österreicher bezahlen im Schnitt noch etwas mehr als die Hälfte (51%) ihrer Ausgaben in Cash.

Länderübergreifend ist man sich einig – Bargeld hat Tradition (56%). Neben pragmatischen Ansätzen, wie der dadurch gegebenen Anonymität (49%) und der praktischen, unkomplizierten Verfügbarkeit (44%), schwingt auch eine emotionale Komponente mit. 45% bekommen durch Bargeld das Gefühl vermittelt, etwas „Greifbares“ zu besitzen, für 41% vermittelt Cash „Unabhängigkeit“. Der Ländervergleich offenbart, dass der Faktor Anonymität für die Österreicher*innen (65%) deutlich stärker wiegt als für die europäischen Nachbarn (49%).

Bares verspricht Akzeptanz, Anonymität und Trinkgeld

Was hinter der Vorliebe der Österreicher*innen für ihre „Mäuse“ steckt, wird bei einem Blick auf die damit verbundenen Vorteile deutlich. Sowohl in der Alpenrepublik (68%) als auch in den übrigen europäischen Ländern (63%) schätzen die Menschen an Bargeld vor allem, dass es nahezu überall akzeptiert wird und dank fehlender elektronischer Aufzeichnung die eigene Anonymität gewahrt wird (Europa-Auswahl 55%; Österreich: 66%). Ein weiterer, wahrscheinlich oft unterschätzter Vorteil ist für die heimischen Befragten aber auch, dass es mit Bargeld ganz einfach ist, Trinkgeld zu geben. Mehr als zwei Drittel der Österreicher*innen (68%) heben diesen Faktor positiv hervor (Europa-Auswahl: 53%).

Komplett ohne Bargeld verlässt man nirgendwo gerne das Haus. Im Länder-Durchschnitt tragen nur 2% gar kein Bargeld bei sich, im Mittel (Median) befinden sich quer über Europa aktuell 50 Euro im Portemonnaie. Die bargeldaffinen Österreicher*innen haben mit im Mittel 80 Euro ein paar mehr Scheine im Börserl.

„Nur Bares bleibt Wahres“ – Skepsis gegenüber einer bargeldlosen Zukunft

Vor einigen Jahren waren die Geldtaschen wahrscheinlich noch praller gefüllt, schließlich geben 6 von 10 Befragten an, heute seltener bar zu zahlen als noch vor 10 Jahren. „Auch wenn der Trend im Allgemeinen hin zu elektronischen Zahlungsmethoden geht, gilt für viele weiterhin der Grundsatz ‚Nur Bares ist Wahres‘. Mehr als die Hälfte (56%) kann sich eine bargeldlose Gesellschaft in ihrem Land nicht vorstellen. In Österreich halten dies sogar fast zwei Drittel (64%) für ausgeschlossen“, erläutert Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent.

Als realistischer Zeithorizont für die Umsetzung einer völlig bargeldlosen Gesellschaft wird das Jahr 2040 (Mittelwert) genannt. Mit großer Begeisterung dürfte in diesem Fall jedoch vermutlich nicht zu rechnen sein: Europaweit würden 58% diese Entwicklung wenig bis gar nicht begrüßen, lediglich jede*r Vierte outet sich als Befürworter*in (25%). Im Einklang mit den bisherigen Ergebnissen steht man in Österreicher einer bargeldlosen Gesellschaft besonders kritisch gegenüber: Fast drei Viertel (73%) würden diese ablehnen.

Trotz der Skepsis gegenüber einer Abschaffung von Cash glauben europaweit 57%, dass ihnen der Umstieg auf bargeldlose Zahlungen kaum Schwierigkeiten bereiten würde. Die heimischen Befragten zeigen sich auch hier deutlich zögerlicher. 4 von 10 Österreicher*innen gehen davon aus, dass sie mit einem kompletten Verzicht auf Bargeld Probleme hätten. In Anbetracht dessen verwundert es kaum, dass Herr und Frau Österreicher ihren Scheinen und Münzen ganz besonders hinterhertrauern würden. 8 von 10 würden Bargeld vermissen (85%), davon 60% sogar stark. Im europäischen Ländermix hängt man zwar etwas weniger am Cash, doch auch hier würden 75% die Mäuse im Börserl fehlen.

Angst vor technischen Ausfällen, Kriminalität und Verlust der Anonymität

Abgesehen vom Trennungsschmerz wird der größte Nachteil einer bargeldlosen Gesellschaft darin gesehen, dass bei technischen Defekten der Zugriff auf das eigene Geld verwehrt wäre (60%, Österreich: 70%). 60% fürchten eine Zunahme von digitaler Kriminalität. Als kritisch wird zudem erachtet, dass die neuen Technologien speziell älteren Personen Schwierigkeiten bereiten können (55%). Auch die fehlende Anonymität (51%) sowie vollständige elektronische Erfassung (und mögliche Überwachung) aller Transaktionen (47%) tauchen hier wieder als Kritikpunkte auf. Jede*r zweite Österreicher*in würde es außerdem bedauern, wenn es nicht mehr möglich wäre, jemandem ein bisschen Geld zuzustecken (50%; Europa-Auswahl: 39%).

Trotz allem können der Vorstellung einer bargeldlosen Gesellschaft auch positive Seiten abgewonnen werden. Den größten Vorteil sehen 43% darin, dass sie nicht mehr in Gefahr laufen würden, Falschgeld zu erhalten. Für das Kassenpersonal würde die Umstellung auf rein elektronische Zahlungen eine Vereinfachung bedeuten (42%) und ebenso könnten Fehler beim Herausgeben von Wechselgeld vermieden werden (36%). Zudem finden 39% bargeldlose Bezahlung praktisch, einfach und schnell. Rund jede*r Sechste (16%) kann dem Verzicht auf Bares keinerlei Vorteile abgewinnen.

Werden die antizipierten Vor- und Nachteile einer bargeldlosen Gesellschaft gegeneinander aufgewogen, zeichnet sich ein klares Bild. In den befragten europäischen Ländern denkt fast die Hälfte (47%), dass die Nachteile überwiegen würden. In Österreich ist das Ergebnis noch deutlicher: hier rechnen 6 von 10 mit mehr Mängeln als Nutzeffekten. Die Bevölkerung scheint also nicht bereit, sich in naher Zukunft vollständig vom Bargeld zu verabschieden. Wer das Gegenteil fordert, sollte sich auf Widerstand und den berühmtberüchtigten „österreichischen Grant“ gefasst machen.

SIEHE AUCH: Endlosschleife Bargeld

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LMP-Konzept zu Migration und Asyl

20. September 2024 – Die Liste Madeleine Petrovic präsentierte ein umfassendes Konzept zur Neuausrichtung der Migrations- und Asylpolitik. Ziel des Konzepts ist es, Migration wieder in geordnete Bahnen zu lenken und eine Überforderung des Systems zu vermeiden. Die Asylzahlen sollen durch eine Umstellung auf ein Botschaftsantragssystem massiv gesenkt werden. Die Liste fordert zudem umfassende Maßnahmen für die bereits im Land befindlichen Flüchtlinge, um den Problemen in den Schulen zu begegnen und den aktuellen negativen Entwicklungen entgegenzuwirken.

https://www.youtube.com/watch?v=-986ltCBlcE

Wichtige Eckpunkte des Konzepts:

• Klare Trennung von Asyl und regulärer Migration: Einführung eines Botschaftsasylsystems, bei dem Asylanträge in oder nahe der Herkunftsländer bearbeitet werden. Dies entlastet das österreichische Asylsystem erheblich, Asylberechtigte können sicher einreisen und ab Tag 1 arbeiten, während andere gar nicht erst über einen Asyl-Titel nach Österreich gelangen.

• Reform des regulären Migrationssystems: Verbesserung der Rot-Weiß-Rot-Karte und Einführung eines niederschwelligen Arbeitsvisums auf Zeit. Dadurch erhalten Arbeitsmigranten, die früher den Asylweg gewählt hätten, eine reguläre Alternative, die auch auf die Bedürfnisse Österreichs zugeschnitten ist.

• Bekämpfung von Fluchtursachen: Anpassung von EU-Wirtschaftsverträgen und Überprüfung von Sanktionen, die Fluchtbewegungen auslösen. Österreich und die EU müssen die Vermeidung von Fluchtursachen zur Priorität erklären, denn hier bestehen viele Gestaltungsmöglichkeiten.

• Bessere Integration der bereits im Land befindlichen Menschen: Abschaffung der destruktiven Praxis, die Asylwerber durch Arbeitsverbote und Isolation demotiviert. Dies verhindert eine erfolgreiche Integration und fördert Radikalisierungstendenzen. Zudem werden Spracherwerb und Beschäftigung (Lehre für Asylwerber) als Schlüssel zur gelungenen Integration ins Zentrum gerückt. Gefordert wird auch die verstärkte Zusammenarbeit mit migrantischen Communitys bei Problemfällen, sowie umfassende Investitionen an den Schulen.

Madeleine Petrovic betont, dass Migration und Integration praxisnah, menschenwürdig und realistisch gestaltet werden müssen, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen, langfristige Lösungen zu schaffen und die positiven Seiten der Migration wieder in den Vordergrund zu rücken.

Update 25. September 2024 – Epoch Times berichtet über „UN-Zukunftspakts: Migration, Gesundheit und Frauen als Friedensstifter: 2018 hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt: „Nationalstaaten sollten heute bereit sein, Souveränität abzugeben.“ Wenige Tage später unterschrieb sie den UN-Flucht- und Migrationspakt. Österreich beispielsweise verzichtete. Bundeskanzler Kurz sorgte sich um den Souveränitätsverlust in der Migrationspolitik und ein Verwischen von legaler und illegaler Migration. Über den Anteil der deutschen Autorenschaft am UN-Flucht- und Migrationspakt wurde seinerzeit kaum berichtet.

Dieser Tage reiste Bundeskanzler Scholz mit Außenministerin Baerbock zur UN-Generalversammlung nach New York. Hier wurde auf einem Zukunftsgipfel der „pact for the future“ verabschiedet. Zwei Jahre lang hatten Deutschland und Namibia diesen Zukunftspakt als Verhandlungsführer vorbereitet. In dem umfangreichen Maßnahmenwerk wird erklärt, dass man damit die Welt „sicherer, friedlicher, gerechter, gleichberechtigter, inklusiver, nachhaltiger und wohlhabender“ machen wolle.“

SIEHE AUCH: LMP Motivation fürs Hohe Haus

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Aufklärung über „Volkskanzler“

Luschnik Laudon

Update 21. Jänner 2025 – „FPÖ-Obmann Herbert Kickl hat ein medienrechtliches Verfahren gegen die Plattform Demokratie Österreich gewonnen. Das Wiener Landesgericht gab seiner Privatanklage wegen übler Nachrede statt … Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Verteidigerin der Plattform hat Berufung angemeldet“, berichtet ORF.at (21.1.25)

Ein Grüner und ein ÖVPler haben eine außerparlamentarische Koalition gegründet: die Plattform Demokratie Österreich. Robert Luschnik ist Chef seiner eigenen PR-Agentur und war 2016/17 Bundesgeschäftsführer der Grünen. Ernst Gideon Loudon (vor seiner Pensionierung im Kurier-Verlag aktiv) hat schon im März der ÖVP ein „Nein zur Zusammenarbeit mit der Kickl-FPÖ“ empfohlen (22.3.24 Gastkommenar in derStandard.at)

Am 5. September 2024 haben sie via APA / OTS kundgetan:

Trotz Kickl-Klage: Plattform Demokratie Österreich verstärkt Aufklärungsarbeit über den Begriff „Volkskanzler“

„Drei Fragen an Kickl“ auf mobiler Videowand: Plattform fordert Aufklärung über rechtsextreme Tendenzen der Kickl-FPÖ

Die Plattform Demokratie Österreich, eine überparteiliche zivilgesellschaftliche Initiative, stellte heute im Rahmen eines Medientermins ihre jüngste Aktion zur Nationalratswahl vor. Vertreten durch ihre beiden Vorstände Mag. Robert Luschnik und Dr. Ernst Gideon Loudon betonte die Plattform zuvor einleitend, durch ihre „aktive Aufklärungsarbeit“ den „problematischen Hintergrund des Begriffs Volkskanzlers“ aufzeigen zu wollen.

„Eine Normalisierung rechtsextremer und antidemokratischer Begriffe ist eine höchst bedenkliche Vorstufe für rechtsextreme und antidemokratische Taten“, so Luschnik. Er verwies in diesem Zusammenhang auf ein Dossier „zum Begriff Volkskanzler und der dahinterstehenden Ideologie“, das unter https://www.demokratie-oesterreich.at/ öffentlich abrufbar sei.

Mobile Videowand mit „Drei Fragen an Kickl“

Der Hinweis auf die belastete Geschichte dieses Begriffs sei dabei keinesfalls als Gleichsetzung von Kickl mit Hitler zu verstehen, betonte Luschnik, sondern die Wählerinnen und Wähler hätten „schlicht das Recht darauf, noch vor der Wahl zu erfahren, warum Herbert Kickl diesen Begriff verwendet.“ Diese Diskussion sei „wenige Wochen vor der Nationalratswahl mehr als überfällig“, ergänzte dazu Loudon.

Um diese Debatte einzumahnen und in Erweiterung ihrer bisherigen Aktivitäten stellte die Plattform in Folge „drei Fragen an Herbert Kickl“ vor, die sie „ab sofort“ online und mit Hilfe einer – vor Ort präsentierten – mobilen Videowand in Umlauf bringen werde. Die mobile Videowand werde an den unterschiedlichsten Orten in Österreich auftauchen, „bis Herbert Kickl diese Fragen beantwortet“, so Loudon. Die drei Fragen im Wortlaut:

– Was soll diese Sprache, Herr Kickl? Warum verwenden Sie in Ihrer Wahlkampagne bewusst einen historisch belasteten Begriff wie „Volkskanzler“, der unweigerlich Assoziationen mit der NS-Zeit weckt?

– Wo bleibt Ihre Abgrenzung von den Identitären, Herr Kickl? Wieso haben Sie eine rechtsextreme Gruppe wie die Identitären, deren Symbol in Österreich verboten ist, als „unterstützenswert“ bezeichnet und sich nie von deren Gedankengut distanziert?

– Warum die Bibel, Herr Kickl? Wann werden Sie damit aufhören, Bibelzitate für Ihren Wahlkampf zu missbrauchen?

„Lassen uns nicht mundtot machen“

Diese Aktion sei „unsere klare Antwort auf die Einschüchterungsversuche der FPÖ“, so Luschnik und Loudon unisono: „Wir lassen uns durch Klagen und Falschbehauptungen nicht mundtot machen.“ Der rechtlichen Auseinandersetzung mit der FPÖ sehe man sehr gelassen entgegen: „Auch ein Herr Kickl kann die historischen Fakten nicht wegklagen. Seine Verzögerungstaktik zeigt, dass er eine gerichtliche Entscheidung vor der Wahl fürchtet“, erklärte Luschnik mit Verweis darauf, dass die FPÖ keine einstweilige Verfügung gegen die Aufklärungsarbeit der Plattform Demokratie Österreich beantragt habe.

(Ende APA / OTS)

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Über das Teilen

(13.9.24) Es ist kein Unterschied, ob man eine Torte teilt, um mit Freunden seinen Geburtstag zu feiern, oder ein Stück Brennholz, um einzuheizen. Beides dient einem guten Zweck. Es ist aber ein Unterschied, ob man Torte oder Brennholz nur deshalb teilt, weil man sie spalten will. Wenn der einzige Zweck in der Spaltung liegt, dann sind wir mitten im Wahlkampf und in den Wahlkampfduellen.

Das Duell hat grundsätzlich den Zweck, einen Sieger in einem Wettkampf zu finden. Das basiert bei sportlichen Wettkämpfen auf Fairness. Fairness im Wahlkampf existiert nicht. Das Wahlkampfduell ist daher ein Scheingefecht; ein Ritual zur Simulation von Demokratie, ein Ritual von Simulanten, die sich als Repräsentanten des Volkes im Parlament ausgeben.

Beim Wahlkampfduell geht’s darum auszuteilen. Das ist das Gegenteil von verschenken. Beim Schenken geht’s darum etwas zu geben, etwas mitzuteilen: Vertrauen, Respekt, Liebe. Beim Wahlkampf geht’s um die Fähigkeit einzustecken: Verachtung, Lügen, Hass. Das ist auch das Einzige, was im Wahlkampf ausgeteilt wird: Verachtung, Lügen, Hass.

Wahlkampfduelle sind so oberflächlich wie Wahlplakate. Es geht immer nur um die Schlagzeile, niemals um interessante, wichtige oder tiefsinnige Inhalte. Wahlkampfduelle sind kein Spiegel der Realpolitik, sie sind Realpolitik. Die Realpolitik ist oberflächlich. Zweidimensionale Politik in einer dreidimensionalen Welt geht an der Realität, an den Bedürfnissen der Menschen vorbei.

Politiker, die hemmungslos unser Geld verschwenden (Parteiförderung, Subventionen, Beraterhonorare, Politpropaganda aller Ministerien), haben nichts mehr zu verteilen, wenn es um die elementaren Bedürfnisse der Menschen geht. Sogar der Begriff „Umverteilung“ wird als kommunistisch diffamiert, statt als Ausdruck der Solidarität gewertet.

Politiker aller Altparteien kapitulieren vor der Aufgabe des Teilens, insbesondere gerechter Umverteilung. Sie sind nur noch Instrumente der Spaltung; der Spaltung zwischen Gesellschaft und Staat. Der Staat ist der Teil, wo der Selbstbedienungsladen Österreich voller Torten ist. Die Gesellschaft ist der Teil, wo die Torten gebacken werden. Der Staat ist der Teil, wo sich die Altparteien warm einheizen und die Stimmung draußen aufheizen. Trotzdem stehen immer mehr Menschen immer öfter mit kalten Füßen vor verschlossenen Türen.

Viel wird von der Spaltung der Gesellschaft geredet, niemals aber von der Spaltung zwischen Staat und Gesellschaft. Viel wird von der Machtkonzentration im Staat geredet, niemals aber von der Gewalten-Teilung. Die Gewalten (Ministerien, staatsnahe Betriebe und Organe) sind durchsetzt von Mitgliedern aller Altparteien. Hier gibt es keine Gewaltenteilung, auch keine Spaltung, sondern nur Verfilzung, mehr noch: den totalen Filz.

Es ist kein Wunder, sondern eine logische Entwicklung, dass immer weniger Menschen an diesem Staat teilnehmen wollen, dass bei Wahlen immer weniger Menschen ihre Stimme abgeben, sondern behalten. Wenn DU solche Menschen kennst, dann teile bitte folgendes Video:

https://www.youtube.com/watch?v=NiOcB_1dht8

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Vorzugsstimme für Thurnhofer LMP

Vorzugsstimme Thurnhofer

12. September 2024 – „Unser Kandidat 2022“ (bei der Wahl des BP) ist 2024 Kandidat der Liste Madeleine Petrrovic LMP, und zwar Nummer 1 im Wahlkreis Obersteiermark. Das Direktmandat auf Regionalebene ist ohne Werbebudget kaum zu erreichen. Aber es gibt eine zweite Chance: die Vorreihung auf der Bundesliste durch Vorzugsstimme. Damit kann „Unser Kandidat“ von allen Österreichern und Österreicherinnen gewählt werden. Einfach im Feld „Vorzugsstimme – Bundeswahlvorschlag“ direkt unter „LMP“ den Namen „THURNHOFER“ eintragen!

WARUM HUBERT THURNHOFER?

Als Chefredakteur von ethos.at hat er seit Jahren die mangelnde Qualität unserer Gesetzgebung analysiert und kritisiert. Als Nationalratsabgeordneter kann er direkt mitwirken und versuchen, Gesetze zu verhindern, die nur zur Absicherung der Pfründe der Altparteien dienen. So ein Gesetz ist u.a. das „Krisensicherheitsgesetz“, das noch kurz vor Torschluss von Kogler & Nehammer durchgeboxt wurde.

Österreich hat sich eine bessere Politik verdient. Und bessere Politiker!

SIEHE AUCH:

+ Manifest für einen neuen Parlamentarismus (ethos.at)

+ BVG und Nationalrat in Theorie und Praxis (ethos.at)

+ Thurnhofer Hubert: Baustelle Parlament (ethos.at)

+ „Vorwahl“ zum Nationalrat. Wozu?

+ Essay: Über das Teilen

KURZVIDEO: BITTE TEILEN: https://www.youtube.com/watch?v=NiOcB_1dht8

GOOD NEWS + GOOD MUSIC + GOOD LIFE

auf PLANET SOL / Radio SOL

(Live am 9.9.2024) Moderator Gerhard Pellegrini spricht mit Gottfried Hermann und Hubert Thurnhofer (Kandidat der Liste Madeleine Petrovic bei der NR-Wahl 2024). Das Gegenkonzept zu den „Wahl-Duellen“, die nur darauf ausgerichtet sind, dass sich jeder am Ende als „Sieger“ geriert. Verlierer dabei ist immer unsere Demokratie. Auf Radio SOL finden noch echte Gespräche mit Substanz statt. Denn wir haben uns eine bessere Politik verdient. Und bessere Politiker!

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Forderungen des Bündnis für Gemeinnützigkeit

Gemeinnützige at

9. September 2024 – Das Bündnis für Gemeinnützigkeit hat gemeinsam mit BAG, IAFW, ÖKOBÜRO und Sozialwirtschaft Österreich 12 Forderungen an die Parteien erarbeitet und auf gemeinnuetzing.at publiziert. Sprecher:innen der der fünf beteiligten Dachverbände, die gemeinsam mehr als 3000 gemeinnützige Organisationen vertreten, sind (Annemarie Schlack/Bündnis für Gemeinnützigkeit, Peter Kaiser/IAFW, Maria Moser/BAG, Yvonne Hochsteiner/Sozialwirtschaft Österreich, Volker Hollenstein/ÖKOBÜRO).

Annemarie Schlack betont die Relevanz gemeinnütziger Organisationen als wichtige Partner der öffentlichen Hand, vor allem in Bereichen wie Rettungs- und Katastrophenhilfe, Pflege, Sozialarbeit, Umwelt- und Naturschutz sowie in Bildung, Kultur und Sport. Unter den Gemeinnützigen herrscht Einigkeit darüber, dass es für mehr Wirksamkeit folgende Maßnahmen braucht:

+ Mehr systematische Einbindung in politische Verhandlungen. Wir wissen aus der täglichen Arbeit, wo der Schuh drückt und ob politische Lösungen in der Praxis funktionieren.

+ Eine gesicherte Finanzierung, weniger Bürokratie und mehr Wirksamkeit in Förderungen und Verträgen.

+ Eine entschlossene, parteiübergreifende Politik zur sozialen Absicherung in Zeiten der Teuerung und zum Klimaschutz gerade nach diesem Hitzesommer

Anne Schlack war am 9.9.24 im Ö1-Morgenjournal zu Gast, um über die Forderungen zu sprechen.

Das Bündnis will sich aktiv in die Regierungsverhandlungen einbringen, denn „wir Gemeinnützige wissen aus der Erfahrung unserer vielfältigen, täglichen Arbeit, was es braucht, damit in Zukunft alle Menschen in Österreich ein gutes Leben führen können. Wir sind für konstruktiven Austausch und auch notwendige Auseinandersetzungen bereit und freuen uns auf eine konstruktiv, kritische Zusammenarbeit auch nach den Wahlen“, so Anne Schlack.

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Planet SOL: Autarkie & Me

Interview mit Gottfried Herrmann über Ökonomie & Finanzsystem

Basics, Spielregeln, Kennzahlen – wie Wirtschaft, Geld & Recht in der Zeit des Wandels funktionieren – oder eher nicht mehr funktionieren – erfahren wir von Gottfried Herrmann hier in dieser Talk & Music Show mit Gerhard Pellegrini. Vorweg: Im Sinne der sozialen Gerechtigkeit, Souveränität und Autarkie wird es eine Neugestaltung des Geld- & Rechtssystems brauchen und die Menschen sind jetzt aufgerufen, dafür gemeinsam aktiv zu werden…

Serie: Autarkie & Me, Ep.4

Sendungsdatum: 2024-08-15

Sendungsdauer: 47:40 Minuten

GAIA – Gesellschaft für Autarkie mit „Autarkie & Me“ jeden 2. Mittwoch um 17 Uhr auf Radio SOL international!

Die Gesellschaft für Autarkie GAIA und Radio SOL verbindet seit Jahren ein gemeinsames Engagement für Nachhaltigkeit, Selbstversorgung und das Bewusstsein für eine umweltfreundliche Lebensweise.

In dieser 14-tägigen Sendereihe “Autarkie & Me” beleuchten Experten und Partner von GAIA – Gesellschaft für Autarkie auf Radio SOL international gemeinsam Wege zur Selbstversorgung und Unabhängigkeit in verschiedenen Lebensbereichen, wie wir unser Leben mit innovative Technologien und nachhaltigen Praktiken selbstbestimmter und umweltbewusst gestalten können.

Tune in: GOOD NEWS – GOOD MUSIC – GOOD LIFE

So kannst du das 24/7 Programm von Radio SOL international genießen:

Terrestrisches Radio: UKW 105.1 MHz (Wien-Süd) | DAB+ (Österreich + Bodenseeraum)

Online-Radiostream: https://www.radiosol.at/radio-sol-aud… + div. Radio-APPS

SIEHE AUCH: Zeitenwende des Geldsystems von Joseph Huber

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Zeitenwende mit dem Pari~Archat

Anna Ravliuc PariArchat 800

Pari~Archat: Entscheidungsraum für Zeitenwende

von Anton Edler

Mein Grundanliegen ist das Prinzipien-Pari~Archat: Mann*Frau. In der bekannten Menschheitsgeschichte gab es entweder ein Matriarchat oder ein Patriarchat, niemals aber ein Pari~Archat. Auch demokratische Strukturen haben entweder eine Frau oder einen Mann als obersten Entscheidungsträger. Jede Über- bzw. Unterordnung erzeugt Disziplin, aus der sich unterschiedliche Formen der Gewalt ausbilden. Die gemeinsame Entscheidung von Mann und Frau zu gleichen Teilen ist in der Lage, jenen Entfaltungsprozess zu gewährleisten, der im Stande ist, das zu tun, was dem Menschen im Grunde seines Wesens als universelle Interaktion innewohnt: Frieden zu stiften

 Foto © Anna Ravliuc

.„Die Revolution ist tot, es lebe das Pari~Archat“ (frei nach F. Nietzsche). Ich meine, dass die Zeit der Revolution zu Ende gegangen ist, weil jede Revolution aus der Gewalt geboren wurde. Der Paradigmenwechsel vor allem im systemischen Bereich sollte das Pari~Archat sein. Jeder Mensch möge die Freiheit besitzen, zwischen verschiedenen Gesellschaftsstrukturen entscheiden zu können. Meine Vision dabei ist, dass die Menschen diese Freiheit dazu nützen, jenes Kollektiv zu wählen, welches für den Einzelnen UND für die Gesellschaft einen Vorteil bringt.

Der Mensch ist ein individualisiertes Wesen (DNA, Fingerabdruck, Herzrhythmus, Iris etc.), welches ohne Gemeinschaft nicht leben kann. Das Verbindungsglied zwischen Individualität und Gemeinschaft ist Vertrauen. Der Vertrauensgrundsatz lautet: Kein Mensch hat das Recht, auch nur einem Menschen Leid zuzufügen. Wird dieser Grundsatz eingehalten, benötigt die menschliche Kommunikation keinerlei Regeln. Regeln sind dann auf die Benützung von Technik beschränkt. Die neue Zeit wird das Entweder-Oder-Schema verlassen – welches immer ein Gegeneinander anstatt ein Miteinander schafft – und das Trennende durch das Verbindende ersetzen. Es wird nicht mehr heißen:

Entweder Individualität oder Gemeinschaft, sondern: Individualität und Gemeinschaft.

Entweder Staat oder Privat, sondern: Staat und Privat.

Entweder Mann oder Frau, sondern: Mann und Frau.

Männer und Frauen gemeinsam werden Städte, Länder und Welten leiten, neue Räume kreieren, Frieden stiften und giftige Gewächse zu Blumen des Lebens wandeln. Respekt ersetzt Disziplin, Wohlstand beseitigt Armut und Freude bändigt Kampf. Eine neue Zeit ist geboren für alles Sein der Erde. Ab jetzt beginnt sich Frieden zu regen. Dort, wo diese Gedanken geboren wurden, steht auch ihre Wiege.

Pari~Archat-Verfassung: „A new time is born.“

(Eine Vision von antone nobile)

Der Staat Österreich ist eine souveräne, neutrale, Pari~Archat-demokratische Republik mit der Hauptstadt Wien, Deutsch als Amtssprache und dem Vertrauensgrundsatz: Niemand hat das Recht, Gewalt anzuwenden.

Das Recht geht vom Volk aus und wird von diesem durch Wahlen und verbindlichen Volksabstimmungen, wenn mindestens 15% der Wahlberechtigten ein Volksbegehren unterzeichnen, wahrgenommen. Volksentscheide sind für die Dauer von 10 Jahren bindend. Jede Legislaturperiode ist auf eine Zeitspanne von 5 Jahren ausgelegt und wird mittels Verhältniswahlrecht wahrgenommen.

Alle Leitungsfunktionen der Verwaltungsebenen sind nach dem Persönlichkeitswahlrecht und dem Pari~Archat-Modell zu bestimmen. Verstößt ein Gesetz oder eine im Namen des Staates erlassene Regelung gegen die Verfassung, so haften alle Personen, welche an der Entstehung und Umsetzung desselben verantwortlich zeichnen. Alle Übereinkünfte, welche im Namen des Staates abgeschlossen wurden, sind zu veröffentlichen. Sämtliche Gesetze und Verordnungen sind innerhalb jeder Legislaturperiode zu evaluieren. Nur ein Volksentscheid kann eine Änderung der Verfassung herbeiführen.

Der unabhängige Rechnungshof kontrolliert die gesamte Staatsverwaltung und besitzt ein Durchgriffsrecht auf alle steuerfinanzierten MitarbeiterInnen. Das Parlament kontrolliert den Rechnungshof. Beim Rechnungshof wird eine Bürgeranlaufstelle eingerichtet für alle Belange der öffentlichen Verwaltung. Jeder Eintrag ist gemäß dem jeweiligen Stand der Technik sowie den Datenschutzrichtlinien vom Eintrag bis zur Lösung dokumentarisch zu veröffentlichen. Jede Amtshandlung hat nach dem Vieraugenprinzip zu erfolgen und kann von den BürgerInnen dokumentiert werden.

Niemand darf wegen einer anonymen Anzeige belangt oder verfolgt werden. Bei allen Entscheidungen der Gerichte muss die Verhältnismäßigkeit beachtet werden.

Alle steuerfinanzierten MitarbeiterInnen haften für Fehler und müssen diese unverzüglich korrigieren. Es besteht eine strikte Trennung von Staat und Religion. Alle Belange religiöser Vereinigungen sind von diesen selbst zu organisieren und finanzieren. Sämtliche Religionsgemeinschaften unterliegen dem staatlichen Steuersystem und haben sich am geltenden Recht zu orientieren.

Die UN-Menschenrechte in der Deklaration vom 10.12.1948, dienen als Basis der gesellschaftlichen Übereinkunft und sind Teil der Verfassung. Sie werden mit dem Grundsatz der körperlichen Unversehrtheit (‚Jeder Mensch hat ein Recht auf körperliche Unversehrtheit. Ein Verstoß tritt auch dann ein, wenn die Körperschädigung außerhalb Österreichs erfolgt.‘), des Freiheitsentzuges nur bei Vergehen gegen Leib und Leben ohne Verjährung (‚Jeder Mensch hat das Recht, Fehlentscheidungen in Freiheit zu korrigieren, außer bei nachgewiesenen Taten gegen Leib und Leben ohne Verjährungsfrist. Täter und Opfer erhalten denselben Schutz durch den Staat.  Nicht-österreichische Bewohner werden bei nachgewiesenen Delikten gegen Leib und Leben rückgeführt und erhalten ein lebenslanges Aufenthaltsverbot.‘), sowie der Kinderrechte samt Paritätsanspruch (‚Jedes Kind hat ein Recht auf beide Eltern zu gleichen Teilen‘) bzw. der Tierrechte (Jedes Tier hat ein Recht auf ein artgerechtes und qualfreies Leben‘) und der Naturrechte (Die Natur hat ein Recht auf sorgsamen Umgang durch den Menschen) ausgestattet.

Keine staatliche Verfügung darf gegen diese Rechte verstoßen.

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Kleine Geschichte Israels

HAGIT GAL Israeli Art

von Hans Saenger

Vorwort

Den Alten galt die Geschichtsschreibung als musische Tätigkeit. Die Quellen, aus denen ein antiker Geschichtsschreiber schöpfte, waren in erster Linie sein Gedächtnis und seine Intuition, sein Beistand aber Clio. Als eine von den neun Musen war sie die Schutzgöttin der Geschichtsschreibung, welche den Alten als Kunst galt, nicht aber wie uns Heutigen als Wissenschaft. Nahm ein alter Geschichtsschreiber ein geschichtliches Werk in Angriff, so war es seine erste und wichtigste Aufgabe, den Beistand der Clio zu erflehen, denn ohne diesen konnte nichts Rechtes gelingen.

Die neun Musen hatte Zeus, selbst ein Titanenspross, mit der Titanin Mnemosyne gezeugt. Mnemosyne ist aber nicht nur die Mutter der Musen, sie ist auch die Namensgeberin eines Flusses in der Unterwelt. Im Gegensatz zu Lethe, dem Unterweltfluss des Vergessens, ist Mnemosyne der Fluss des Erinnerns.

SIEHE AUCH: ISRAELI ART in VIENNA 2025

Materie und Geist / Tradition und Innovation

17. bis 29. März 2025 in der Galerie Contemplor, 1170 Wien

Den vorliegenden Text habe ich im Herbst 2023, wenige Wochen nach den Ereignissen vom 7. Oktober begonnen. Da ich das unabweisbare Gefühl hatte, dass sich die Welt auf einen entscheidenden Punkt zubewegt, wollte ich etwas schreiben, so wie ich bereits die beiden anderen Megaereignisse der letzten Jahre, die Coronakrise und die Ereignisse in der Ukraine, gedanklich und mit der Feder in der Hand begleitet habe. Freilich wollte ich mich nicht der Gefahr aussetzen, dass ich etwas zu Papier bringe, was von den Ereignissen überholt sein könnte, noch ehe gleichsam meine Tinte trocken sein würde. Ich widerstand also der Versuchung, den Propheten zu spielen ― das möge die Sache von Berufeneren bleiben. So verfiel ich auf den Gedanken, mich mit der israelischen Geschichte zu beschäftigen, meine punktuellen Erinnerungen an diese aufzufrischen und meine Wissenslücken, so gut als es mir möglich war, zu schließen.

Der israelische Staat, der 2023 das Jubiläum seines 75-jährigen Bestehens gefeiert hat, ist nur ein Jahr älter als ich selbst. In den Fokus meines damals noch sehr naiven Interesses geriet er das erste Mal im Jahr 1967, anlässlich des Siebentagekrieges; beinahe alles, was sich vor diesem Zeitpunkt ereignet hatte, war mir damals unbekannt; geläufig waren mir allenfalls die Namen Ben Gurion oder Weizmann, freilich, ohne dass ich genau gewusst hätte, welche Rolle die beiden Männer bei der Gründung des Staates Israel und in den ersten Jahren seiner Geschichte gespielt hatten. Wohl lernte ich seit diesen fernen Jugendtagen einiges über Israel dazu, doch blieb mein Wissen lückenhaft, fragmentarisch, punktuell, bis ich vor wenigen Wochen begann, mich mit der Geschichte des Landes zu beschäftigen. Noch schlechter freilich war es um meine Kenntnisse dessen bestellt, was sich vor dem Jahr 1948, also gleichsam im Embrionalstadium des Staates Israel, zugetragen hatte. Und diese Geschichte zu kennen, wäre wohl das Allerwichtigste, wie es das Allerwichtigste wäre, von unserer individuellen Biographie dasjenige zu kennen, was sich zugetragen hat, als wir im Leib unserer Mutter saßen, in unserem eigenen Embrionalstadium also.

Der entstandene Text ist daher, wie viele andere aus meiner Feder, in erster Linie ein Versuch der Selbstbelehrung und ein Dokument dieses Versuches. Darüber hinaus ist es auch ein Versuch, einer verhängnisvollen Tendenz unserer konfliktreichen Zeit entgegenzuwirken, nämlich der Ausblendung der Vorgeschichte eines Konfliktes. Man könnte das Geschichtsvergessenheit nennen. Als Beispiel dafür kann der Ukrainekrieg gelten, wo man uns unablässig einzureden versucht, er hätte begonnen durch den unprovozierten Überfall Russlands auf die Ukraine. Doch jeder Konflikt, zumal einer von der Schwere des Ukrainekrieges, hat seine Vorgeschichte, und Gerechtigkeit ist nur möglich, wenn man auch diese kennt und in sein Urteil einbezieht. Ihre Vorgeschichte hat auch die Attacke der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 ― sie ist bereits mehr als hundert Jahre lang. Die Attacke zu verurteilen ist leicht, wenn man ihre Vorgeschichte ausblendet, wenn man so tut, als wäre sie ein Blitz aus wolkenlosem Himmel gewesen. Ich will niemanden tadeln, wenn er es vorzieht, zu vergessen, statt sich zu erinnern; wenn er, um im Bild zu bleiben, es also vorzieht, Lethe statt Mnemosyne zu trinken. Nur möge er dann schweigen und sich des Urteils enthalten. Man tadle aber auch mich nicht, wenn ich es selbst umgekehrt halte.

Wenn einer wie ich seit nunmehr fünfundfünfzig Jahren in Wien lebt, hat er nur zwei Möglichkeiten: entweder der Ignorant zu bleiben, der er war, als es ihn in diese Stadt verschlagen hat, oder nach und nach zum Historiker zu werden, freilich zu keinem professionellen, sondern zu einem höchst amateurhaften. Der nachstehende Text ist das Werk eines solchen, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Er ist aber auch die Basis für weitere Tauchgänge in die Tiefen der Zeit.

Wien, im Mai 2024

Hans Saenger

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