Private Medienförderung

MFF Jury

Vier Medien erhalten die ersten Förderungen des Media Forward Fund

6. Dezember 2024 (Pressemitteilung von Loebell Nordberg) – Je zwei Medien aus der Schweiz und Österreich erhalten jeweils bis zu 400.000 Euro – Fokus liegt auf neuen Methoden, gemeinwohlorientierte Vertriebskanäle zu vergrößern – neue Bewerbungen ab März 2025 möglich

Im Juli ist der Media Forward Fund (MFF) gestartet, um den gemeinwohlorientierten Journalismus und die Demokratie in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu stärken – nun stehen die ersten Förderpartner des ersten Calls aus dem DACH-Raum fest. Vier Medien, davon zwei aus der Schweiz und zwei aus Österreich, wurde von der unabhängigen Jury eine Förderung von jeweils bis zu 400.000 Euro zuerkannt. Die Medien wollen mit vier unterschiedlichen gemeinwohlorientierten Ansätzen neue Wege gehen, ihre Vertriebskanäle zu vergrößern, um mehr Nutzerinnen und Nutzer für ein Abo oder eine Mitgliedschaft zu gewinnen. Insgesamt wurden von der Jury im ersten Call Fördermittel von 1,5 Millionen Euro zuerkannt.

MFF_Jury (v.l.n.r.) Yves Daccord, Evelyn Hemmer, Eva Schulz, Maria Exner, Lucy Kueng

Unter den ersten vier Förderpartnern des MFF sind zwei investigative Redaktionen; bei einem Medium liegt der thematische Fokus auf der „underserved community“ von Menschen mit Behinderung:

Das Schweizer Investigativmedium Reflekt aus Bern, das seit mehr als fünf Jahren regelmäßig Missstände aufdeckt und damit gesellschaftlichen Impact erzielt, wird mit 300.000 Euro gefördert. Reflekt möchte seine Vertriebskanäle (Funnel) verbreitern, indem sie gemeinsam mit reichweitenstarken Hosts ihre investigativen Recherchen in Social Videos zugänglich machen. Die so gewonnenen Nutzerinnen und Nutzer sollen dann über ein Crowdfunding zu zahlenden Unterstützern werden.

Das österreichische werbefreie Investigativmedium Dossier aus Wien, das seit mehr als zwölf Jahren über Korruption, Ausbeutung und Machtmissbrauch berichtet, wird mit 390.000 Euro gefördert. Dossier möchte seinen Funnel zur Mitgliedschaft vergrößern, indem investigative Recherchen auf die Theaterbühne gebracht werden.

Das österreichische Medienhaus andererseits aus Wien, bei dem Menschen mit und ohne Behinderungen seit zwei Jahren in einer inklusiven und Community-basierten Redaktion für ein Print-Magazin, zwei Newsletter und investigative Recherchen schreiben, wird mit 400.000 Euro gefördert. Andererseits möchte seine Vertriebskanäle zum Abo durch einen themenspezifischen Newsletter für die „underserved community“ der Menschen mit Behinderung vergrößern.

Mit dem Schweizer Lokalmedium Tsüri aus Zürich, das seit zehn Jahren für eine überwiegend junge Zielgruppe berichtet, geht der MFF eine Kooperation mit einem finanziellen Beitrag von 400.000 Euro ein. Damit soll in Workshops und Prototypen herausgefunden werden, wie ein hyperlokales Nischenthema den Vertriebskanal zur Mitgliedschaft vergrößern kann.

„Aus 136 Bewerbungen unterstützt der Media Forward Fund vier vielversprechende Projekte, die allesamt wertvolle Erkenntnisse bringen werden, wie der gemeinwohlorientierte Journalismus durch zusätzliche Vertriebskanäle tragfähiger finanziert werden kann“, sagt Martin Kotynek, Gründungsgeschäftsführer des Media Forward Fund: „Mit unserem finanziellen Beitrag sowie zusätzlich mit Coaching, Capacity Building und Ausbildung können die vier Medien ihre Geschäftsmodelle zum Wachstum bringen, um so ihre finanzielle und damit ihre inhaltliche Unabhängigkeit zu stärken.“

Die nächste Förderrunde beginnt im März 2025. Die Ausschreibung wird von Info-Sessions und Schulungen begleitet. Bewerber:innen, die von der Jury keine Förderzusage erhalten haben, erhalten auf Wunsch die Möglichkeit eines Feedbackgesprächs. Eine erneute Bewerbung ist möglich.

Projekte & Jurybegründung: Über die Förderpartner:innen

Reflekt

Um zukünftig vermehrt jüngere Zielgruppen mit den Ergebnissen ihrer Recherchen zu erreichen, möchte das Investigativmedium Reflekt mit der Förderung des MFF verstärkt auf die Produktion von investigativem Video-Content für Social Media in Kooperation mit reichweitenstarken Hosts setzen. Mit dem vielbeachteten „Kein Freund und Helfer“-Video hat Reflekt dafür bereits einen erfolgreichen Proof-of-Concept geliefert. Das übergeordnete Ziel des Investigativmediums ist es dabei, seine Community und damit auch seine zahlenden Mitglieder durch eine höhere Reichweite in den sozialen Medien und zusätzlich über ein Crowdfunding mindestens zu verdoppeln.

Die Jury war beeindruckt „von der Kombination aus investigativer Arbeit mit hoher Relevanz und der originellen Übersetzung von Recherchen in Social Videos“. Sie interessierte sich besonders dafür, „wie künftig Host-Strategien effektiv genutzt werden können, um auch ein jüngeres Publikum mit Investigativjournalismus zu erreichen.“

Dossier

Das Investigativmedium Dossier aus Österreich hat als erfolgreiches Proof-of-Concept das Theaterstück „Aufstieg und Fall des Herrn René Benko“ in Kooperation mit dem Wiener Volkstheater vorgelegt. Basierend darauf möchte Dossier die Vermittlung seiner investigativjournalistischen Arbeitsweise und einzelner Rechercheergebnisse auf der Theaterbühne im Sinne des Slow Journalism für ein vielfältiges Publikum ausweiten. Mit drei verschiedenen Live-Journalismus-Formaten sollen so zusätzliche zahlende Mitglieder gewonnen und auch weitere Einnahmequellen erschlossen werden.

„Indem Dossier seine journalistische Arbeit auf die Bühne und damit in die analoge Welt zurückbringt, geht es neue Wege, um mit seinem Publikum in direkten Kontakt zu treten und eine tiefere Auseinandersetzung mit den Ergebnissen seiner Recherchen und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft anzuregen“, urteilt die Jury: „Bewähren sich die Live-Journalismus-Formate, könnte ein völlig neues journalistisches Genre mit immersivem Charakter für die Branche entstehen und sich als neues, gemeinwohlorientiertes Erlösmodell etablieren“.

Medienhaus andererseits

Um die Perspektive von Menschen mit Behinderungen im Journalismus sichtbarer zu machen, recherchieren und schreiben Menschen mit Behinderungen in der Redaktion des inklusiven und Community-basierten Medienhauses andererseits. Neben einem Printmagazin und zwei Newslettern veröffentlicht Andererseits auch investigative Recherchen in Kooperation mit großen Partnermedien. Mit der Förderung des MFF will Andererseits die Zahl der zahlenden Abonnentinnen und Abonnenten verdreifachen. Dafür sind im Förderzeitraum Relaunches der Newsletter und die Entwicklung zusätzlicher Social-Media-Formate geplant. Mit Nutzendenbefragungen soll eine solide Datenbasis aufgebaut werden, um den allgemeinen Erkenntnisgewinn zur unabhängigen, Community-basierten Finanzierung für barrierefreien und diversen Journalismus voranzutreiben.

Die Jury bewertete vor allem „das eingereichte Vorhabendesign, das von einer hochprofessionellen Arbeitsweise der Organisation und stark ausgeprägten Nutzendenzentrierung zeugt“, besonders positiv: „Im Gegensatz zu vielen anderen Medien ist Andererseits erfolgreich darin, echten und glaubwürdigen inklusiven Journalismus unter qualitätsjournalistischen Ansprüchen zu machen, auch wenn dieser zeit- und damit kostenintensiver ist“, lautet die Begründung der Jury. „Damit erfüllt das Projekt nicht nur eine wichtige Vorreiterfunktion, sondern hat auch das Potenzial, Lösungen für eine inklusivere Weiterentwicklung des journalistischen Sektors zu bieten“.

Tsüri

Das digitale Stadtmagazin Tsüri bedient mit dem „Züri Briefing“, einem täglichen Newsletter mit wichtigen Nachrichten zur Stadt, eine überwiegend junge Zielgruppe in Zürich. In Zukunft wird Tsüri auch regelmäßig mit einem neuen hyperlokalen Newsletter über ein relevantes Nischenthema berichten, konkret über die Wohnkrise in der Stadt. Damit soll die Anzahl der zahlenden Mitglieder aufgrund der hohen lokalen Relevanz des Themas mehr als verdoppelt werden. Der MFF wird Tsüri bei diesem Vorhaben als Kooperationspartner im Rahmen von Aus- und Weiterbildungsworkshops zum Thema hyperlokaler Journalismus unterstützen. Insbesondere soll auch der Wissenstransfer der Erkenntnisse in die Community des gemeinwohlorientierten Journalismus rund um den Fund im DACH-Raum forciert werden.

„Tsüri steht schon bisher beispiellos für finanziell nachhaltigen und profitablen Lokaljournalismus, der auf einem authentischen und glaubwürdigen Narrativ basiert“, heißt es in der Jury-Begründung. „Sich in Zukunft einem zusätzlichen hyperlokalen Thema zu widmen, um zusätzliche Mitglieder zu gewinnen, ist ein spannendes Experiment, das bisher nur wenige gewagt haben“.

So lief die erste Bewerbungsphase

Die Förderpartner:innen des ersten Calls wurden in einem fünfstufigen Prozess ermittelt: Von 136 Bewerber:innen mit einem Förderbedarf von 40 Millionen Euro waren 52 zu Einzelgesprächen eingeladen worden. Daraus wurden aufgrund der Eignungs- und Vergabekriterien, nach einer Prüfung der Förderfähigkeit und nach zahlreichen Erstgesprächen 26 Kandidat:innen mit einem Förderbedarf von neun Millionen Euro zur Antragstellung zugelassen. Die zehn Finalist:innen – drei aus Deutschland, zwei aus Österreich und fünf aus der Schweiz – präsentierten schließlich Ende November in Berlin ihre Konzepte vor der fünfköpfigen MFF-Jury. Auch ein Expert Council aus 14 Fachleuten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hatte im Vorfeld das Fund Management bei der Prüfung der Anträge für die Jury beraten.

So arbeitet der MFF

Der Media Forward Fund steht für gemeinwohlorientierte Medien und Projekte nach der Ideenphase offen, sobald ein Proof-of-Concept und ein erster Beleg für den Product-/Market-Fit vorhanden sind. Förderfähig sind insbesondere Medien, die Lücken in der lokalen und überregionalen Berichterstattung füllen. Besonderes Augenmerk liegt auf Zielgruppen, die bisher wenig Zugang zu Journalismus haben.

Bei gemeinnützigen Medien mit bis zu 30 Vollzeit-Mitarbeiter:innen im gesamten Unternehmen leistet der Fund Organisationsförderung in der Höhe von in der Regel bis zu 400.000 Euro pro Förderpartner. Gemeinwohlorientierte For-Profit-Medien können Projektförderung beantragen, die je nach Größe des Mediums im Verhältnis 50:50 co-finanziert wird. Zusätzlich zur finanziellen Förderung bietet der Fund organisatorische Begleitung und „Capacity Building“, etwa zu Medienrecht oder zur Geschäftsmodellentwicklung.

Für die Fördermittelvergabe wurden Kriterien in den Bereichen Transformation, Nutzerzentrierung, Vielfalt, Unabhängigkeit und Qualität definiert. Es sollen gemeinwohlorientierte Medien gefördert werden, welche die Medienlandschaft und deren Rolle in der Gesellschaft nachhaltig stärken. Zu den Anforderungen an die Förderberechtigten zählen unter anderem auch die Akzeptanz des Presserats und ein funktionierendes Fehlermanagement. Bestimmte Kriterien bringen Zusatzpunkte, wie beispielsweise die Berichterstattung für „underserved communities“, also etwa für migrantische Gruppen oder für ländliche Regionen.

Mit eigenen Repräsentantinnen in der Romandie und im Osten Deutschlands will der Fund den Besonderheiten dieser Regionen, wie zum Beispiel der Mehrsprachigkeit der Schweizer Medienlandschaft, stärker gerecht werden.

Über die Mitglieder der Jury

Yves Daccord, Schweizer Journalist und Fernsehproduzent, ehemaliger Generaldirektor des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, internationaler Stratege im Non-Profit-Bereich, Influencer und Changemaker. Yves Daccord gründete und leitet das Edgelands Institute, das erste Pop-Up-Institut der Harvard University. Der ausgebildete Journalist war bis vor kurzem Vorsitzender des Verwaltungsrats jener Mediengruppe, zu der die führende Lokalzeitung „Le Temps“ in der Romandie und das neu geschaffene lokale Digitalmedium „Heidi.News“ gehören.

Maria Exner leitet als Intendantin Publix, das neue Haus für Journalismus & Öffentlichkeit in Berlin, das vor wenigen Wochen eröffnet wurde. Die gebürtige Dresdnerin war zuvor Co-Chefredakteurin des „ZEIT-Magazins“ und Stellvertretende Chefredakteurin von „Zeit Online“, wo sie unter anderem journalistische Dialogformate wie „Deutschland spricht“ entwickelt hat.

Lucy Kueng, Professorin und Senior Visiting Research Associate am Reuters Institute for the Study of Journalism an der Oxford University und Verwaltungsratsmitglied der „Neuen Zürcher Zeitung“. Als Expertin für Strategie, Innovation und Führung berät sie führende Medienhäuser bei Strategie und Umsetzung der digitalen Transformation, darunter BBC, CNN, NPR, NRK, SVT und Schibsted.

Evelyn Hemmer, Innovationsmanagerin mit langjähriger Erfahrung in der Medienförderung. Derzeit setzt sie als Chief Operating Officer ihre Erfahrungen im Start-Up „Hashtag Media“ ein, das innovativen Digitaljournalismus vorrangig auf Social Media produziert. Zuvor hat die Österreicherin seit deren Gründung die „Wiener Medieninitiative“ der Wirtschaftsagentur der Stadt Wien aufgebaut und dort mehr als 200 Mediengründungen und -projekte begleitet.

Eva Schulz, Politikjournalistin mit umfangreicher Erfahrung im Bereich Bewegtbild- und Audiojournalismus, Gründerin des Videoformats „Deutschland3000“. Ihr Podcast „Deutschland3000 – ’ne gute Stunde mit Eva Schulz“ (NDR) ist mit mehr als 15 Millionen Abrufen einer der erfolgreichsten deutschen Interviewpodcasts. Als Reporterin war sie zuletzt in Thüringen, Sachsen und Brandenburg für die neue ZDF-Dokureihe „Deutschland, warum bist du so?“ unterwegs.

Über den Media Forward Fund

Der erste länderübergreifende Fund für Journalismusförderung in Deutschland, Österreich und der Schweiz setzt sich dafür ein, dass es mehr unabhängige Qualitätsmedien mit tragfähigen Geschäftsmodellen gibt, die starke, vertrauenswürdige Inhalte publizieren und sich langfristig nachhaltig finanzieren. Damit soll die Vielfalt im gemeinwohlorientierten Journalismus und damit die Demokratie gestärkt werden.

Der Media Forward Fund wurde auf Initiative der Schöpflin Stiftung, Stiftung Mercator Schweiz, Volkart Stiftung, Rudolf Augstein Stiftung, ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, Allianz Foundation, Stiftung für Medienvielfalt, ERSTE Stiftung, DATUM STIFTUNG für Journalismus und Demokratie, der MacArthur Foundation (USA) sowie des Impact Investors Karma Capital Group, und Publix – Haus für Journalismus & Öffentlichkeit im Juli 2024 als gemeinnütziger Fund gegründet und ist bis dato mit neun Millionen Euro dotiert. Die Entwicklung des Funds wurde von der Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien mit einer Projektförderung unterstützt. Der erste Fördercall startete im Juli 2024. In Zukunft sollen pro Jahr drei Calls umgesetzt werden. Die Förderungen belaufen sich auf in der Regel bis zu 400.000 Euro pro Medium.

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Khalil Gibran

Gibran Prophet

In der Reihe: Ein Eichkätzchen lief in den Felsen, und ein Schmetterling kam heraus (Jack Kerouac) – Literat*innen mit spirituellen und ganzheitlichen Bezügen

von Manfred Stangl

Gibran ist unter den spirituell orientierten Schriftstellern sicher einer der edelsten.

Ich hörte von ihm, dem weltberühmten Schöpfer des „Propheten“, solange ich mit den Kollegen aus den Mainstream Literaturzeitschriften zusammenarbeitete, allerdings nichts. Erst nach der Gründung der eigenen Edition, nach dem Wechsel des Bekannten- und Freundeskreises, nach der eigenen Hinwendung zu spirituellen Gebieten, zu Autoren die ich zuvor gemieden hatte, wie der Teufel das Weihwasser, begegnete er mir auf Schritt und Tritt.

(c) Abbildungen: wikipedia

Gerade um das beginnende neue Jahrtausend, nach dem Fall der Mauer, der scheinbaren Überwindung der martialischen Fronten in Europa (und der materiellen Sorgen) setzte ein zweiter großer Boom ein, der Gibrans Werken ganze Bücherecken in den Abteilungen der Esoterischen und Spirituellen Literatur bescherte. Erste weltweite Bekanntheit erhielt er sicherlich während der 68-Bewegung, in der links und alternativ denkende junge Menschen nach Vorbildern in der spirituellen Literatur suchten. Zu Lebzeiten war der 1881 im Libanon als maronitischer Christ geborene Dichter dem amerikanischen Lesepublikum kein Unbekannter, auch in Großbritannien wurde er rezipiert, in der arabischen Welt galt er als Neuerer, der fortschrittliche Formen in die verstaubte orientalische Literatur einbrachte.

Dem heutigen (Mainstream-)Verständnis gilt als paradox, dass ein in Spiritualität so tief verwurzelter Autor bedeutender Neuerer war. Inhaltlich und auch in seinen Bildern – er war in Amerika als Maler ähnlich berühmt wie als Dichter – verabschiedete er sich nicht von einer klaren, die Schönheit feiernden Sprache. Die Formsprache seiner Bilder war im Symbolismus beheimatet; er liebte es, seine Bücher mit eigenen Illustrationen zu bereichern.

1895 emigrierte seine Mutter mit ihren Kindern in die USA. Dort wurde schnell sein zeichnerisches Talent erfasst. Mit 15 Jahren sah Gibran seine Arbeiten neben den Fotos eines der größten zeitgenössischen Meister dieser Zunft ausgestellt.

Bei einem erneuten Aufenthalt in seiner Heimat, gerade 18 geworden, lernt er Sultana Tabet kennen und lieben, deren Mann eben verstorben war. Im Roman „Die gebrochenen Flügel“ wird sie als Hauptfigur einziehen. Der Liebe ist nur kurze Dauer beschert, Sultana stirbt. Gibran hatte an einer Maronitischen Schule studiert, nun sah er seine Lehrzeit als beendet an und kehrte in die USA zurück.

In der Bostoner Gesellschaft waren mystizistische Bewegungen en vogue, es wimmelte geradezu von solchen, die sich gegen institutionalisierte Religionen abgrenzten und an die göttliche Essenz des Menschen sowie an Reinkarnation glaubten.

Bei einer erfolgreichen Ausstellung lernt er Mary Haskell kennen, die seine Gönnerin werden wird. 10 Jahre älter, wird sie, den damaligen Gepflogenheiten folgend, zwar nicht seine Geliebte, aber eine Muse, der er große Inspiration verdankt. Sie entstammt reichem Elternhaus und kann Gibran auch finanziell umfangreich fördern.

Sie ermöglicht ihm gar einen längeren Parisaufenthalt, den er im Sommer 1908 antritt. Er bezieht ein kleines Appartement im Montparnasse und schreibt sich an einer Privatakademie ein. Auch weitere Akademien sehen ihn als gelehrigen Schüler, der das Modellzeichnen von der Pike auf einübt.

Die vorherrschende Historienmalerei interessiert Gibran nicht, er findet als Lehrer einen mystischen Maler, Pierre Marcel-Beronneau, der eine Klasse mit etwa einem Dutzend Schülern unterrichtet.

Jeden Sonntag pilgern Khalil mit Youssef seinem Freund aus dem Libanon in den Louvre. Sie wandeln stundenlang in den Sälen, diskutieren im Jardin du Luxenbourg über Dante, Balzac, Voltaire. Im Pantheon staunt Gibran über ein Monumentalgemälde von Puvis de Chavannes, das die heilige Genovea darstellt und seine zukünftige Arbeit beeinflussen wird – tief bewegt von der Größe der Seelenruhe, die auf dem Gesicht der Heiligen zu sehen ist.

Zurück in Boston, beeinflusst von den Ideen der Unabhängigkeit, die er mit libanesischen Flüchtlingen in Paris teilte, gründet Gibran 1911 eine Vereinigung, die sich für die Sache der vom Osmanischen Reich unterjochten arabischen Länder einsetzen soll.

Sich an Rousseau anlehnend vertritt Gibran die Ansicht, dass der Mensch frei geboren von den Gesetzen der Väter und Vorväter unterdrückt werde – demgegenüber stellt er die Reinheit und Schönheit der Natur. Außergewöhnlich fließen seine poetische Sprache, seine Bilder und Metaphern derart dahin, dass man an Prosagedichte erinnert wird, eine Gattung, die Gibran später in die arabische Literatur einführen wird.

Eine weitere wichtige Frauenbekanntschaft verband Gibran mit der in Ägypten lebenden Libanesin May Ziadeh, die 1912 auf ihn durch einen Artikel in einer arabischen Zeitschrift aufmerksam wurde. Nach dem Erscheinen der „Gebrochenen Flügel“ richtete sie einen enthusiastischen Brief an ihn, der ja im Roman vehement für Frauenrechte eingetreten war. Der Briefverkehr der beiden, anfangs höflich, später inniglicher abgefasst, dauerte bis zum Tod Gibrans an. Persönlich traf er die lyrisch Angebetete nie, aber seine Liebesbriefe an sie zählen zum schönsten was es an Liebesliteratur zu lesen gibt. 1)

1916 traf er auf den Nobelpreisträger aus Indien, Rabindranath Tagore, dessen Werk er zwar schätzt, deren Gottesbilder sich aber wesentlich unterscheiden.

Im Oktober 1918 erscheint der „Narr“ als erstes von ihm in Englisch geschriebenes Buch, das außerdem einen Wendepunkt darstellt, an dem der grollende Autor zum kontemplativen Betrachter und spirituell Erhabenen reift.

Im Mai 1919 erscheint in Arabisch: „Die Umzüge“, ein langes Gedicht in 203 Versen, in dem er die Natur lobt und der verkopften Zivilisation einen einfachen Hirten, der ohne zu analysieren und debattieren das Leben genießt, entgegenstellt.

Seine Kunstauffassung

Diese umreißt er in einem Brief an Mary Haskell: „Manche meinen, Kunst sei Nachahmung der Natur; aber die Natur ist so erhaben, dass sie gar nicht nachgeahmt werden kann. So edel die Kunst auch sein mag, sie vermag kein einziges der Wunder der Natur zu vollbringen. Und im übrigen, wozu die Natur nachahmen, da sie doch von allen, die Sinne besitzen, empfunden werden kann? Kunst besteht vielmehr darin, die Natur zu begreifen und dieses Begreifen an diejenigen weiterzugeben, die davon nichts wissen. Aufgabe der Kunst ist es, den Geist des Baums herauszuarbeiten, und nicht, einen Stamm, Äste und Blätter zu zeichnen, die einem Baum ähneln. Ziel der Kunst ist es, das Bewusstsein dessen zu offenbaren, was das Meer ist, und nicht, schaumbedeckte Wellen oder azurblaues Wasser zu malen. Kunst ist ein Schritt, der vom sichtbaren Bekannten zum verborgenen Unbekannten, von der Natur zum Unendlichen führt.“ 2)

„Der Vorbote“, stellt als sein zweites englischsprachiges Buch den Vorläufer des „Propheten“ dar. In gleichnishaften Erzählungen, in Parabeln und Metaphern wird die Seele beschworen, die sich von irdischen Begierden befreien muss, um zur Vollendung zu gelangen: „Wir sind das Feld und die der Pflüger, der Schnitter und die Ernte.“ 3)

Gibran schreibt unermüdlich für ein Magazin und speziell am Manuskript des Propheten. Er trinkt und raucht zu viel. Hält sich oft mit Kaffee wach. In einem Brief an May gestand er, dass er male, solange das Tageslicht es ermöglichte, während in der Nacht er über seinen Manuskripten brüte.

Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich. Herzrhythmusstörungen treten verstärkt ein, denn es hat „der Takt dieses Herzens nie mit dem Takt und dem Rhythmus der anderen übereingestimmt.“ 4)

Lyrische Liebesbezeugungen

Etwa zu jener Zeit erhält Mary einen Heiratsantrag eines Witwers, den sie annimmt. Zu ihrem Entsetzen erweist der Ehegatte sich als überaus eifersüchtig, was den Briefverkehr zwischen ihr und Gibran wesentlich reduziert. Khalil wendet sich in seinen lyrischen Liebesbezeugungen nun May Ziadeh in Kairo zu.

Im Brief vom 1. auf den 2. Dezember 1923 schreibt er: „In dieser Stunde bist Du bei mir, May. Du bist bei mir. Hier bist Du bei mir und ich spreche mit Dir mit anderen, weit besseren Worten als diesen; ich spreche zu Deinem großen Herzen in einer Sprache der Herzen, und ich weiß, daß Du mich hörst; ich weiß, daß wir beide uns unmißverständlich verstehen, und ich weiß, daß wir in dieser Nacht dem Throne Gottes näher sind als jemals zuvor. ( … ) Von allen Menschen bist Du es, die meiner Seele und meinem Herzen am nächsten steht, und unsere Seelen und unsere Herzen haben sich nie gestritten. Es waren unsere Gedanken, die miteinander stritten, und die Gedanken sind unserer Umwelt entlehnt; sie setzen sich zusammen aus dem was wir sehen und hören und was jeder Tag bringt. Seele und Herzen aber sind das ewig Göttliche in uns; sie sind wesentlicher und ursprünglicher als unsere Gedanken.

Die Funktion des Denkens ist es zu ordnen und zu organisieren. Es ist eine gute Funktion, die wichtig und notwendig ist für unser Gemeinwesen und das gesellschaftliche Leben.

Doch im Leben unserer Seelen und Herzen hat es keinen Platz. Wenn wir in Zukunft streiten sollten, so sollen wir danach keine getrennten Wege gehen! Der Verstand kann uns dies sagen, wenn er auch bisher immer der Anlaß unserer Auseinandersetzungen war; aber der Verstand kann weder ein Wort über die Liebe sagen, noch kann er die Tiefe der Seele erfassen oder das Herz mit dem Maß seiner Logik messen. (…)“ 5)

„Der Prophet“, eines der bemerkenswertesten Bücher der Literaturgeschichte erscheint im September 1923.

Almustafa, der Erzähler der Gleichnisse wartet nach 12 Jahren in Orphalese auf das Schiff, das ihn in die Heimat bringen soll. Vor der Abreise strömen Menschen der Stadt zu ihm und stellen verschiedene, ihnen wichtige Fragen.

Das Kapitel: „Von der Liebe“ – Dort etwa heißt es:

„Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr,

Sind ihre Wege auch schwer und steil.

Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin,

Auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann.

Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie,

Auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettern kann, wie der Nordwind den Garten verwüstet.

Denn so, wie die Liebe dich krönt, kreuzigt sie dich.

So wie sie dich wachsen lässt, beschneidet sie dich.

So wie sie emporsteigt zu deinen Höhen und die zartesten Zweige liebkost

die in der Sonne zittern, steigt sie hinab zu deinen Wurzeln und erschüttert sie in ihrer Erdgebundenheit.

Wie Korngaben sammelt sie dich um sich.

Sie drischt dich, um dich nackt zu machen.

Sie siebt dich, um dich von deiner Spreu zu befreien.

Sie mahlt dich, bis du weiß bist.

Sie knetet dich, bis du geschmeidig bist;

Und dann weiht sie dich ihrem Heiligen Feuer, damit du Heiliges Brot wirst für Gottes Heiliges Mahl.“

Diese an die Sufi-Metaphorik angelehnte Sprache zählt zum Wunderschönsten, das die Literatur uns bieten kann und ist von all dem, was die Moderne Literatur hervorbrachte und speziell aktuell hervorbringt so weit entfernt, wie ein neidvoller Gedanke von der All-Liebe des Göttlichen.

Manchesmal wird Gibran mit Nietzsche zusammen erwähnt, der ja im „Zarathustra“ ebenfalls einen Propheten zu Wort kommen lässt. Bei Gibran aber findet sich kein Jota an Nihilismus. Er spricht von Hoffnung und Optimismus, auch wenn er persönlich von Geld- und Gesundheitsproblemen geplagt ist.

„Der Wanderer“ – Auch das Nachfolgewerk ist von mystischer Tiefe beseelt.

„Eure Freude ist euer Leid, das keine Maske mehr trägt-

Und der selbe Brunnen, aus dem euer Lachen klingt, war oft mit Tränen angefüllt-

Wie könnte es auch anders sein?

Je tiefer das Leid euer Wesen aushöhlt, desto mehr Freude könnt ihr darin aufnehmen.“

Die Presse nimmt Gibrans Werk begeistert auf, da der sich „nicht scheut, in der Zeit des Zynismus ein Idealist zu sein.“ 6)

1931 verstirbt Khalil Gibran mit nur 48 Jahren.

Wer war dieser außergewöhnliche Schriftsteller?

Ein hoffnungsloser Optimist? Ein naiver Idealist, der seine Träume für die Realität hielt, aber kaum was vom Leben hatte? Ein rückständiger Schwärmer, Schwurbler, wie man ihn heute nennen würde, interessierte sich der modernistische Literaturbetrieb überhaupt für ihn…

Nun – Gibran war sicherlich ein Gottsucher; als Rüstzeug dazu dienten ihm die Sufi-Schriften seiner Heimat, die reinen Quellen arabischer mystischer Literatur, die er mit den Evangelien verquickt, aber vor allem mit seinem reichen Herzen. Selbstportraits, zeigen ihn mit traurigem Ausdruck, ernst, nach innen gekehrt. Die Beschreibung vieler Freunde verstärkt den Eindruck. War er ein glücklicher Mensch? Er war ein Gottesvertrauter, auch in unglücklichen Zeiten von der Gewissheit geschützt, dass letztlich alles seinen Sinn, seine (göttliche) Ordnung haben würde. In den Sprachbildern seiner Werke lebt er inmitten der blühenden Hügel des Libanons, an den Quellen sprudelnder Bäche, am reinen Gipfel des Gebirges. Seinen Körper bedachte er wenig. Zerrüttete ihn mit zu wenig Schlaf, mit Alkohol, Kaffee, oftmals unzureichender Nahrung. Er arbeitete unablässig, gerade den Freunden gelang es, ihn manches Mal aus dem Atelier in die Natur zu entführen, wo er in den Bergen, am Meer unterm Sternenhimmel Frieden und Ruhe fand. Er liebte die Stille, die Einsamkeit, die ihn tief blicken ließ in die ewigen Geheimnisse des Göttlichen, ihn aber auch verwirrt und allein zurückließ. Als „Nebel“ beschreibt er sich oftmals, den die Morgensonne zerstreut, der anderntags neugeboren wiedererscheint. War er ein Workaholic? Ein Getriebener vielleicht, allerdings einer, den es den Pfad zu Gott entlangtrieb; der mit dem „Propheten“ ein Meisterwerk vollbrachte, wie es schöner und besser niemals zu schreiben gelingen kann. Höchstens ähnlich in anderer Form. So war er selbst dieser Prophet, der die Menschen den Weg zum Göttlichen wies, von Wiedergeburt zu Wiedergeburt auf ihn hin reifend, weswegen er ja zu einer der Leitfiguren der Hippiebewegung avancierte. Sein Gottesbild wies Lücken auf – er verstand nicht die Weisheit der Veden, die ihm Rabindranath Tagore verkündete – für Gibran war Gott ein sich entwickelnder, wachsender. Der indische Meister kannte Gottes Vollkommenheit, Ewigkeit und Unendlichkeit. Von den Einblicken, die Gibran aber in Gottes Wesen erhielt – gerade durch die Schönheit der Natur hindurch – können die meisten Menschen heutzutage und die modernen und postmodernen Autoren und Künstler überhaupt nur träumen.

Manfred Stangl

Anm. 1: „Gibran – Liebesbriefe an May Ziadeh“. Hrsg. und übersetzt aus dem Arabischen v. Ursula und S. Yussuf Assaf; Walter / Patmos Verlag, 2000

Anm. 2: Zitiert nach Alexandre Najjar: Khalil Gibran und die Vision der Moderne – eine literarische Biographie, S 111; Verlag Hans Schiler, 2oo8,

Anm. 3: ebd. S 118

Anm. 4: ebd. S 120

Anm. 5: Gibran – Liebesbriefe an May Ziadeh“ S 89 ff

Anm. 6: Zitiert nach Alexandre Najjar: Khalil Gibran und die Vision der Moderne – eine literarische Biographie, S 141; Verlag Hans Schiler, 2oo8,

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(13.9.24) Es ist kein Unterschied, ob man eine Torte teilt, um mit Freunden seinen Geburtstag zu feiern, oder ein Stück Brennholz, um einzuheizen. Beides dient einem guten Zweck. Es ist aber ein Unterschied, ob man Torte oder Brennholz nur deshalb teilt, weil man sie spalten will. Wenn der einzige Zweck in der Spaltung liegt, dann sind wir mitten im Wahlkampf und in den Wahlkampfduellen.

Das Duell hat grundsätzlich den Zweck, einen Sieger in einem Wettkampf zu finden. Das basiert bei sportlichen Wettkämpfen auf Fairness. Fairness im Wahlkampf existiert nicht. Das Wahlkampfduell ist daher ein Scheingefecht; ein Ritual zur Simulation von Demokratie, ein Ritual von Simulanten, die sich als Repräsentanten des Volkes im Parlament ausgeben.

Beim Wahlkampfduell geht’s darum auszuteilen. Das ist das Gegenteil von verschenken. Beim Schenken geht’s darum etwas zu geben, etwas mitzuteilen: Vertrauen, Respekt, Liebe. Beim Wahlkampf geht’s um die Fähigkeit einzustecken: Verachtung, Lügen, Hass. Das ist auch das Einzige, was im Wahlkampf ausgeteilt wird: Verachtung, Lügen, Hass.

Wahlkampfduelle sind so oberflächlich wie Wahlplakate. Es geht immer nur um die Schlagzeile, niemals um interessante, wichtige oder tiefsinnige Inhalte. Wahlkampfduelle sind kein Spiegel der Realpolitik, sie sind Realpolitik. Die Realpolitik ist oberflächlich. Zweidimensionale Politik in einer dreidimensionalen Welt geht an der Realität, an den Bedürfnissen der Menschen vorbei.

Politiker, die hemmungslos unser Geld verschwenden (Parteiförderung, Subventionen, Beraterhonorare, Politpropaganda aller Ministerien), haben nichts mehr zu verteilen, wenn es um die elementaren Bedürfnisse der Menschen geht. Sogar der Begriff „Umverteilung“ wird als kommunistisch diffamiert, statt als Ausdruck der Solidarität gewertet.

Politiker aller Altparteien kapitulieren vor der Aufgabe des Teilens, insbesondere gerechter Umverteilung. Sie sind nur noch Instrumente der Spaltung; der Spaltung zwischen Gesellschaft und Staat. Der Staat ist der Teil, wo der Selbstbedienungsladen Österreich voller Torten ist. Die Gesellschaft ist der Teil, wo die Torten gebacken werden. Der Staat ist der Teil, wo sich die Altparteien warm einheizen und die Stimmung draußen aufheizen. Trotzdem stehen immer mehr Menschen immer öfter mit kalten Füßen vor verschlossenen Türen.

Viel wird von der Spaltung der Gesellschaft geredet, niemals aber von der Spaltung zwischen Staat und Gesellschaft. Viel wird von der Machtkonzentration im Staat geredet, niemals aber von der Gewalten-Teilung. Die Gewalten (Ministerien, staatsnahe Betriebe und Organe) sind durchsetzt von Mitgliedern aller Altparteien. Hier gibt es keine Gewaltenteilung, auch keine Spaltung, sondern nur Verfilzung, mehr noch: den totalen Filz.

Es ist kein Wunder, sondern eine logische Entwicklung, dass immer weniger Menschen an diesem Staat teilnehmen wollen, dass bei Wahlen immer weniger Menschen ihre Stimme abgeben, sondern behalten. Wenn DU solche Menschen kennst, dann teile bitte folgendes Video:

https://www.youtube.com/watch?v=NiOcB_1dht8

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