Bruno Kreisky Neutralitäts-Volksbegehren

Anatolij Volk Mai800

Robert Misik, einer der „Paradeintellektuellen“ Österreichs, die Mitte Mai 2022 einen offenen Brief veröffentlicht haben, in dem sie die Abschaffung der Neutralität und einen Beitritt zur NATO gefordert haben, durfte am 29. Mai einen Gastkommentar in der ZEIT publizieren. Darin schreibt er: „Die Neutralität hat in den vergangenen Jahren zunehmend eine Schlagseite Richtung Selbstinfantilisierung. Wir sind klein und halten uns deswegen raus, erzählen uns aber gerne, das wäre moralisch lobenswerte Friedenspolitik. Dabei verstecken wir uns nur hinter dem Baum und hoffen, dass uns keiner sieht und der Unbill der Welt deswegen an uns vorbeirauscht. In den Siebziger- und Achtzigerjahren wurde die Neutralität als „aktive Neutralitätspolitik“ noch internationalistisch ausgelegt, aber in den vergangenen dreißig Jahren wurde sie mehr zu einer Spielart des Mir-san-mir-Provinzialismus. Hatten wir früher Neutralitätspolitik, sind wir heute neutral, aber ohne Politik. Die Verteidigungsministerin proklamiert, die Österreicher hätten die Neutralität eben ‚im Herzen*. Wer braucht da schon Hirn? Wahrscheinlich ist das heute die negativste Seite der Neutralität, nämlich, dass sie verdummt, dass sie zu angewandter Hinterwäldlerei führt. Die Österreicher sind bei den großen geopolitischen Fragen wie die Fußballfans mit Bierbauch, die vom Zuschauerplatz aufs Feld keppeln und glauben, sie wären die besseren Spielmacher.“

Es ist unnötig, diese Aussage zu kommentieren oder gar zu interpretieren, denn diese Aussage disqualifiziert sich selbst. Den erwähnten „offenen Brief“ hat unser Kandidat 2022 bereits am 19. Mai Satz für Satz analysiert und auf die Antiquiertheit der NATO hingewiesen. Als Vertreter einer Neutralität ohne Wenn und Aber ist es Hubert Thurnhofer ein persönliches Anliegen, auf das Bruno Kreisky Neutralitätsvolksbegehren zu verweisen und zu empfehlen, dieses zu unterschreiben.

Hier der Wortlaut des Volksbegehrens, das der Aktivist Anatolij Volk initiiert hat: „Der Bundesverfassungsgesetzgeber möge die immerwährende Neutralität Österreichs durch ein weiteres Verfassungsgesetz bekräftigen. ÖSTERREICH soll sich bei internationalen Konflikten ausschließlich als NEUTRALER VERMITTLER im Sinne Bruno Kreiskys für den FRIEDEN einsetzen. Diskriminierung von Menschen, die nichts mit der Politik ihres Landes zu tun haben (zB einfache RussInnen), ist zu verbieten.“

Unser Kandidat 2022 hat die Memoiren von Bruno Kreisky gelesen und einen Artikel darüber auf ethos.at publiziert. Siehe: Zwischen den Zeiten

Weiters laufen folgende Volksbegehren zum Thema Neutralität:

Frieden durch Neutralität ( 105,1 KB) (registriert seit 24. März 2022)

NEUTRALITÄT Österreichs JA ( 35,7 KB) (registriert seit 4. April 2022)

NEUTRALITÄT Österreichs NEIN ( 37,3 KB) (registriert seit 4. April 2022)

Siehe auch: Inflation der Volksbegehren

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WIR GEMEINSAM: Zeit- und Talentetausch

Screen Zeittausch

Bei WIR GEMEINSAM geht es um den Aufbau nachhaltiger und sozialer Wirtschaftskreisläufe durch „soziales Tauschen“. Dienstleistungen oder Waren werden ohne Geld ausgetauscht, bei WIR GEMEINSAM dient Zeit als Währung. Das Besondere an WIR GEMEINSAM ist die Abrechnung über die Zeitbank: Auf den Konten werden nicht Euro, sondern Zeit verbucht. Wer anderen 1 Stunde hilft, erhält eine Gutschrift von 1 Stunde auf seinem Zeitkonto und kann damit wieder 1 Stunde Hilfe beziehen. Um eine klare Trennung zwischen wirtschaftlichen und sozialen Zielen zu erreichen, gliedert sich WIR GEMEINSAM derzeit in die WIR GEMEINSAM Nachbarschaftshilfe sowie die WIR GEMEINSAM Regionalwirtschaft. Mittelfristig ist auch die WIR GEMEINSAM ZEITVORSORGE für das Alter angedacht.

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Im Privatbereich der Nachbarschaftshilfe ist jede Arbeit gleichwertig, in der Regionalwirtschaft werden Euro-Preise in Sozialzeit umgerechnet (vorerst 10 € pro Stunde), da wir uns ins bestehende System integrieren. Dieser Umrechnungskurs wird regelmäßig angepasst, damit der Wert einer Stunde nicht abnimmt (Inflationsausgleich).

WIR GEMEINSAM Stunden sind also eine „Währung“ im eigentlichen Sinn: Zeit währt dauerhaft. Wer heute 100 Stunden anspart, hat auch in 30 Jahren einen Anspruch auf 100 Stunden bzw. Waren und Leistungen mit konstantem Gegenwert.

Internationaler Trend

„Social Barter“ ist eine Bewegung aus dem englischsprachigen Raum und bedeutet „SozialesTauschen“. Bei dieser Form des Tauschhandels werden Dienstleistungen oder Waren ohne Geld ausgetauscht. Stattdessen werden Gutschriften auf Konten mit virtuellen Verrechnungseinheiten verbucht, die wieder zur Bezahlung von Dienstleistungen oder Waren berechtigen.

Der Schwerpunkt liegt auf sozialen Zwecken und der Nachhaltigkeit (z.B. Aufbau regionaler Wirtschaftsnetzwerke). Es handelt sich um sog. komplementäre Währungssysteme, also neue Währungen, die von Menschen oder Unternehmen als Tauschmittel akzeptiert werden und die offizielle Währung um soziale Funktionen ergänzen, die diese nicht unterstützt.

Weltweit gibt es mittlerweile über 4.000 komplementärer Währungen, teils mit mehreren Millionen Mitgliedern (z.B. in Japan). Der Vorteil dieser Systeme ist, dass sich die Mitglieder gegenseitig zinsfreie Kredite gewähren können. Man kann damit Leistungen finanzieren, die mit Euro nicht finanzierbar wären, da entweder das Geld fehlt, niemand bereit wären, dafür Geld zu bezahlen, oder es sich um langfristige Investitionen handelt, die durch enorme Zinsen belastet wären. Komplementäre Währungen ermöglichen hingegen die zinsfreie Finanzierung nachhaltiger sozialer, ökologischer und ökonomischer Aufgaben.

Das 3 Säulen-Modell + Zeit als Währung

Um eine klare Trennung zwischen wirtschaftlichen, sozialen und Vorsorgezielen zu erreichen, verfolgt WIR GEMEINSAM als Ziel die funktionelle Dreigliederung: Nachbarschaftshilfe, Regionalwirtschaft und Zeitvorsorge. Diese Dreigliederung entspricht auch der gewohnten Trennung im Geldbereich

WIR GEMEINSAM Nachbarschaftshilfe = Privatkonto

WIR GEMEINSAM Regionalwirtschaft = Geschäftskonto

WIR GEMEINSAM Zeitvorsorge = Sparbuch

Das Besondere an WIR GEMEINSAM ist die Abrechnung über eine Zeitbank: Auf den Konten werden nicht Euro, sondern Zeit verbucht. Wer anderen 1 Stunde hilft, erhält eine Gutschrift von 1 h auf seinem Zeitkonto und kann damit wieder 1 Stunde Hilfe beziehen.

Dabei ist im Privatbereich jede Arbeit gleichwertig. Im Wirtschaftsnetz muss man hingegen Euro-Preise in Sozialzeit umrechnen (vorerst 10 € pro Stunde). Dieser Umrechnungskurs wird regelmäßig angepasst, damit der Wert einer Stunde nicht abnimmt (Inflationsausgleich).

WIR GEMEINSAM Stunden sind also eine „Währung“ im eigentlichen Sinn: Zeit währt dauerhaft. Wer heute 100 Stunden anspart, hat auch in 30 Jahren einen Anspruch auf 100 Stunden bzw. Waren und Leistungen mit konstantem Gegenwert. Zeit-Guthaben sind somit besonders inflations- und krisensicher.

Siehe auch: Gott und Geld

Siehe auch: Zeitgeldmanifest

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100.000 Euro für 5 Integrationsprojekte

dm Miteinander

dm fördert Menschen mit Migrationshintergrund

21. Mai 2022 – dm drogerie markt unterstützt heuer fünf österreichische Projekte, die sich den Themen Integration, Gewaltprävention und Empowerment verschrieben haben. Das Unternehmen will Menschen mit Migrationshintergrund oder Fluchterfahrung dabei fördern, in ihrer neuen Heimat nachhaltig Fuß zu fassen.

Am heutigen UNESCO Welttag der kulturellen Vielfalt wird die Diversität in einer Gesellschaft gefeiert. „Für uns ist Diversität eine Bereicherung. In einem neuen Land zu leben, ob freiwillig oder unfreiwillig, ist für die Betroffenen eine Herausforderung auf allen Ebenen. Wir möchten diese Menschen dabei unterstützen, bestmöglich anzukommen und sich langfristig wohlzufühlen“, so Harald Bauer, dm Geschäftsführer. Deshalb fördert das Unternehmen dieses Jahr fünf Integrationsprojekte in Österreich mit je 20.000 Euro.

„WEGweiser“-Workshops für Frauen

Wie wichtig Bildung ist und wie man Selbstbewusstsein stärken kann, lernen Bewohnerinnen aus Quartieren für Asylwerbende im Bundesland Salzburg im Rahmen von Workshops des Caritas-Projekts „WEG – Werte, Empowerment, Gleichberechtigung„. Expertinnen erarbeiten gemeinsam mit ihnen Themen wie Rollenbilder, Beziehungen, Gewalt, Rechte und Pflichten. Außerdem bekommen die Teilnehmerinnen Einblick in das österreichische Bildungssystem und den Arbeitsmarkt. Diese Basis soll sie bei einer nachhaltigen und sozialen Integration unterstützen, nachdem sie durch Asylanerkennung oder subsidiärer Schutzberechtigung ein neues Lebenskapitel in Österreich aufschlagen können.

Psychologische Begleitung von Kindern

Bärenstark in die Zukunft blicken: Das psychologische Projekt „Bärenstark“ des Integrationshauses Wien begleitet und unterstützt Kinder, die sich aufgrund traumatischer Erlebnisse in ihrem Herkunftsland oder auf der Flucht hilflos, ängstlich und entmutigt fühlen. Mit gezielten Übungen, Gruppenaktivitäten und durch spielerische Methoden hilft eine Kinderpsychologin den kleinen Bewohnern des Integrationshauses, ihre eigenen Stärken wahrzunehmen und wieder Vertrauen in ihre Umwelt zu erlangen.

Workshops für Jugendliche gegen genderbasierte Gewalt

Das Caritas-Projekt „STAR*K“ in Wien und Niederösterreich klärt junge Menschen in einem spannenden Lehrgang zum Thema Gleichberechtigung auf und schult sie, entschieden gegen Gewalt aufzutreten. Nach dem Peer-to-Peer-Ansatz sollen die Mädchen und Jungen in Projekttagen mit selbst ausgearbeiteten Methoden Gleichaltrige zum Thema sensibilisieren. Diese kommen etwa in Workshops mit Schulklassen zur Anwendung.

Sport für gesellschaftliche Teilhabe

In Vereinen und beim Sport werden häufig wertvolle Freundschaften geschlossen. Das Caritas-Projekt SIQ+ in Graz-Seckau hat das erkannt und setzt sich zum Ziel, das sozialintegrative Potenzial von Sport zu nützen und so das Integrationsangebot für Menschen mit Migrationshintergrund von sechs bis 21 Jahren zu erweitern: Denn Bewegung kann als Motivator, Katalysator und Vehikel für gesellschaftliche Teilnahme und Teilhabe dienen.

Schutz vor Zwangsheirat und Gewalt im Namen der Ehre

Das Projekt „DIVAN“ der Caritas Diözese Graz-Seckau ist eine Anlaufstelle für Frauen, die von „Gewalt im Namen der Ehre“, insbesondere von Zwangsheirat, bedroht sind. Ein interdisziplinäres und interkulturelles Team unterstützt und bietet soziale, psychologische und juristische Beratung an. Ziel ist es, die Frauen zu stärken und gemeinsam eine gewaltfreie und geschlechtergerechte Gesellschaft aufzubauen.

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