Der Auto-Kanzler und sein Presse-Konvoi

Bundskanzler bei BMW

So geht Gleichschaltung / Pressearbeit / Regierungspropaganda / Politische Ästhetik

18. April 2023 – Folgende APA-OTS-Aussendung ist eine von hunderten täglich und fällt insofern nicht besonders auf. ethos.at bringt diese Pressemitteilung als LEHR-BEISPIEL, wie die Medien auf Kosten der Steuerzahler gleichgeschaltet werden.

OTS0052, 17. April 2023, 10:30

ACHTUNG TERMINKORREKTUR: Bundeskanzler Nehammer besucht BMW Group Werk Steyr – geänderter Zeitplan
Medientermine am 18. April 2023
Wien (OTS) – Am Dienstag, den 18. April, besucht Bundeskanzler Karl Nehammer das BMW Group Werk Steyr. Am oberösterreichischen Standort entstehen E-Antriebe der nächsten Generationen, die sowohl die Transformation der Mobilität sowie Arbeitsplätze am Standort auch in Zukunft garantieren.
Bei einer Werksführung besichtigt der Bundeskanzler das Ausbildungszentrum, die Motorenmontage und die Baustelle des Neubaus für die E-Antriebsproduktion. Im Anschluss finden Pressestatements des Bundeskanzlers, des Landeshauptmanns Thomas Stelzer sowie des Produktionsvorstands der BMW AG Milan Nedeljković statt.

(c) Fotoservice BKA

Die Medientermine werden später als ursprünglich angekündigt beginnen (siehe unten).Von Wien nach Steyr und zurück bieten wir gerne einen Transfer an. Der Bus wird um 13.00 Uhr vom Ballhausplatz abfahren und gegen 19.45 Uhr dort wieder eintreffen.

Interessierte Medienschaffende bitten wir um vorherige Anmeldung bis spätestens Montag, 17. April um 15.00 Uhr unter federalpressservice@bka.gv.at. Geben Sie dabei bitte die Namen aller Teilnehmer, Ihr Medium sowie Ihre Tätigkeit an und, ob Sie den Bus-Transfer in Anspruch nehmen möchten. Sollten Sie mit dem PKW anreisen, bitte wir um Bekanntgabe Ihres KFZ-Kennzeichens.

Termine für Medien:

13.00 Uhr
Abfahrt Shuttlebus vom Bundeskanzleramt zum BMW Group Werk Steyr (Ankunft um ca. 15.15 Uhr).

15.45 Uhr
Gemeinsame Werksbesichtigung (Eintreffen bis 15.20 Uhr; bei einem verspäteten Eintreffen ist eine Teilnahme aus organisatorischen Gründen nicht mehr möglich. Wir empfehlen das Tragen von festem Schuhwerk.)

FOTO- und FILMTERMIN

anschl. gemeinsame PRESSESTATEMENTS

Ort: BMW Group Werk Steyr, Tor 1, Hinterbergerstraße 2, 4400 Steyr (Einlass ab 15.20 Uhr)

Ca. 17.30 Uhr Abfahrt Shuttlebus vom BMW Group Werk Steyr zurück zum Bundeskanzleramt (Ankunft um ca. 19.45 Uhr)

Wie üblich wird das Bundeskanzleramt Bilder über seinen Fotoservice unter fotoservice.bundeskanzleramt.at anbieten sowie via Livestream unter www.bundeskanzleramt.gv.at/live übertragen.

Bitte weisen Sie am Eingang Ihre Zutrittsberechtigung (Dauerzutrittskarte Bundeskanzleramt, gültiger Presseausweis oder aktuelles Akkreditiv der Redaktion) vor.

Rückfragen & Kontakt:
Bundespressedienst
Tel: +43 1 53 115 – 204282

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ORF. Landkrimi. Bildungsauftrag?

ORF Landkrimi 2023 04 18

18. April 2023 – Wer nach „ORF-Bildungsauftrag“ sucht, wird fündig: beim ORF. Am 28.11. 2017 wurde die Public-Value-Jahresstudie 2016 „Der Auftrag: Bildung im digitalen Zeitalter„, die der ORF gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk beauftragte, vorgestellt. Als „Labor der Demokratie“ bezeichnet sich der ORF in dem Kontext. Understatement für diese Behörde sui generis, die demokratische Entwicklungen durch ihre Berichterstattung oder Nicht-Berichterstattung massiv beeinflusst, wie die letzte Bundespräsidentenwahl gezeigt hat.

In aufgeblasenem Akademikerstil deklamieren die Studienautoren: „Erkenntnisinteresse des Studienprojektes ist es, Grundlagen für eine Neubewertung des bestehenden Bildungsauftrags des ORF und des BR unter Berücksichtigung neuer Herausforderungen zu liefern, diese im Kontext der digitalen Welt zeitgerecht zu definieren sowie neue Perspektiven und Zielorientierungen zu entwickeln.“

Seither sind mehr als sechs Jahre verstrichen und hier und heute bekommen wir eines der Entwicklungs-Ergebnisse serviert. In einem ganzseitigen Inserat in der Kronenzeitung (andere Zeitungen wie die „Kleine Zeitung“ müssen sich mit kleineren und somit billigeren Anzeigen zufrieden geben) scheut der ORF keine Mühen und Mittel, um UNS folgendes Bildungsprogramm schmackhaft zu machen. „ORF1, ORF.WIE.WIR, LandKrimi Steiermark Streirerangst, Premiere heute 20:15, echt.fesselnd.

Auf welcher Rechtsgrundlage verwendet der ORF das Geld von GIS-Gebührenzahlern, um Sendungen, die nicht den geringsten Bildungs-Anforderungen und -Ansprüchen gerecht werden, zu bewerben? Und: In welchen Medien (bitte um vollständige Aufzählung) hat ORF den heutigen LANDKRIMI beworben und wie hoch waren die Gesamtkosten für diese Werbemaßnahmen?

ethos.at hat am 18. April nachgefragt und wartet auf die Antwort! Am 4. Mai 2023 erhielten wir folgende „Antwort“:

Sehr geehrter Herr Mag. Thurnhofer,

vielen Dank für Ihr E-Mail. Zu Ihrem Anliegen haben wir bei den entsprechenden Stellen für Sie angefragt. Wenn uns konkrete Informationen erreichen, werden wir uns selbstverständlich erneut bei Ihnen melden. Bis dahin müssen wir Sie noch um etwas Geduld bitten.

Freundliche Grüße, Stefan Kranzer

ERGÄNZUNG 18. Mai 2023: Antwort des ORF

„Landkrimis“ werden übrigens auch massiv auf youtube beworben! So bekommen beispielsweise Seher eines Historienfilms, der nichts mit Österreich und nichts mit Krimis zu tun hat, ungefähr zehn mal einen Trailer des Landkrimi Steirerangst eingeblendet. Am Ende wird damit das Angebot von Filmmit beworben. Abgesehen davon, dass 10x das gleich Werbe-Sujet innerhalb von eineinhalb Stunden keine Werbewirkung erzeugt, sondern das Gegenteil, ist die Frage zu stellen, ob Werbung für eine selbstständige GmbH direkt mit Geldern des ORF finanziert werden darf!

Es braucht eine ganze Kompanie von Universitätsprofessoren, um uns zu erklären, dass der ORF mit seinem Bildungsauftrag unersetzlich ist: Hartmut Rosa von der Universität Jena: „Bildung ist gerade im digitalen Zeitalter ein Demokratieauftrag. Öffentlich-rechtliche Medien müssen allen Schichten ein Angebot machen, miteinander zu kommunizieren. Das können private Medien nicht leisten.

Anmerkung ethos.at: Was genau angeblich „private Medien nicht leisten können“, das erfährt man am besten in der ORF-Jubelmeldung über die ORF-Marktanteile. vom 2.1.2023.

Konrad Paul Liessmann: „Facebook und andere soziale Medien können im Internet nicht ausreichend bereitstellen, was es für eine Demokratie braucht.“

Katharine Sarikakis von der Universität Wien: „Den Bildungsauftrag zu erfüllen, bedeutet auch unbequem zu sein. Öffentlich-rechtliche Medien haben die Chance, Demokratie als Lernprozess zu etablieren.“

Der Berliner Mediensoziologe Volker Grassmuck: „Die europäische Jugend US-Konzernen auszuliefern, ist politisch fahrlässig. Es braucht Medien, die weder kommerzielle noch parteipolitische Interessen verfolgen.“

„Weder kommerzielle noch parteipolitische Interessen“ – das trifft natürlich auf jede/n einzelne/n ORF-Mitarbeiter/in zu, bis hinunter zu den Portier/innen. Ende der Ironie. Der Österreichische Regierungs Funk ist derartig parteipolitisch, dass man – in Analogie zu einem aktuellen Volksbegehren – nur noch fordern kann: ORF muss weg!

Ergänzung 29.4.23 – Erst diese Woche hat ethos.at einen Bericht der OÖN über die gesamten Werbeausgaben der „öffentlichen Hände“ Österreichs gefunden. Der ORF scheint auf der Liste, die quaralsweise von RTR publiziert wird, sowohl als  Nehmer, als auch Geber von Werbemillionen auf. Laut OÖN hat er 14,6 Millionen Euro für Werbung ausgegeben und 25.5 Millionen eingenommen – nur von „öffentlichen Händen“ wohlgemerkt, zusätzlich zu rund 600 Millionen Gebührenfinanzierung.

Empfänger der ORF-Werbeausgabe sind österreichs Tageszeitungen aber auch Youtube! So bekommen beispielsweise Seher eines Historienfilms, der nichts mit Österreich und nichts mit Krimis zu tun hat, ungefähr zehn mal einen Trailer des Landkrimi Steirerangst eingeblendet. Am Ende wird damit das Angebot von Filmmit beworben. Abgesehen davon, dass 10x das gleich Werbe-Sujet innerhalb von eineinhalb Studnen keine Werbewirkung erzeugt, sondern das Gegenteil, ist die Frage zu stellen, ob Werbung für eine selbstständige GmbH, auch wenn diese eine 100-prozentige ORF-Tochter ist, direkt mit GIS-Geldern des ORF finanziert werden darf!

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Basti, der China-Experte

Harari Mahrer Kurz

Politische Ästhetik / Bildungsfernsehen / ORF / Hofberichterstattung

15. April 2023 – Wer, wo, warum im ORF präsent ist, das hängt von seiner „Öffentlichkeitswirksamkeit“ und von seiner „politischen Relevanz“ ab, wie ethos.at bereits am 22.7.22 zur Kenntnis nehmen musste. So, und nur so, lässt sich erklären, dass der ORF in seiner kommende Diskussionssendung „Im Zentrum“ (16.4.23 um 22:10 Uhr) Sebastian Kurz zum Thema „Wie groß ist Chinas Macht?“ einlädt.

Die Expertise von Kurz zu dem Thema: 1. Kurz war als Klassenprimus bei der Maturareise mit Herrn Professor Van der Bellen dabei. Über den „Historischen Chinabesuch“ hat nicht nur der ORF (19.3.2018) berichtet, sondern naturgemäß auch andere Hofberichterstatter, wie die Tiroler Tageszeitung (20.3.2018).

Ein Jahr später (im Mai 2019) war der Kurzzeitkanzler, damals noch Reservemessias der ÖVP, beim Gipfeltreffen der Geistesgrößen als Keynotespeaker und „im Gespräch“ mit Yuval Noah Harari und mit WKÖ-Präsident Harald Mahrer als Moderator.

https://www.youtube.com/watch?v=lzbAOE4qfDw

Gründe genug, den abgehalfterten Kanzler, nach langer Absenz wieder einmal in ein ORF-Studio einzuladen. Denn der Exkanzler hat bekanntnlich nix mit dem Schmid-Skandal zu tun Und somit auch nix mit dem Dichand-Skandal, über den der ORF ohne jegliche Nennung von Kurz zu berichten pflegt. Dagegen ist es Teil des Bildungsauftrags des ORF und natürlich auch die einzig mögliche Auslegung aller Objektivitätsgesetze und journalistischen Grundsätze, Basti als China-Experten ins richtige Licht, nämlich ins Licht der ORF-Scheinwerfer zu rücken!

Basti, der gelbe Engel

Über ein „diskretes Hintergrundgespräch“ des Ex-Kanzlers berichtet Christian Nusser in derStandard.at –  eine Realsatire. ZITAT: 

Der Erfolg berauschte, er machte übermütig, der Börserlcrash folgte. Der schwarze Freitag fiel auf einen Donnerstag, es war der 2. Dezember 2021, Kurz, der knapp zwei Monate davor zur Seite getreten war, ging nach hinten ab. … Die ÖVP teilte das in zwei Rudel und tut es heute noch. Die Frage „wie hältst du es mit Sebastian?“ sortiert die Partei. … In der ÖVP fand sich schnell eine abschätzige Bezeichnung für die neue Wirkungsstätte des früheren Leitwolfs: „Mini-BKA“.

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