Kunst kommt von Können

(30.11.06) Das Bonmot "Kunst kommt von Können" wird von vielen Insidern der Kunstszene als antiquiert bezeichnet. Trotzdem arbeiten nach wie vor viele Künstler in einer Tradition, die auf handwerkliches Können nicht verzichten will. Dabei verlaufen die Grenzen zwischen Kunst und Handwerk oft fließend.

Die großen Herbstmessen der Kunst- und Antiquitätenhändler sind vorbei. Möbel, Schmuck, Silber und Keramik der Wiener Werkstätte zählen hier zum Standardangebot und werden neben Gemälden und Skulpturen angeboten. In zeitgenössischen Galerien und Kunstmessen ist das Spektrum meist nicht so breit, Installationen und Neue Medien haben hier traditionelle Techniken in den Hintergrund gedrängt. Doch langsam kommen sie wieder ans Licht, und sogar auf der führenden europäischen Messe für zeitgenössische Kunst, auf der Art Cologne 2006, waren Arbeiten aus Keramik, Glas, Stein und Edelstahl zu finden.

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Renaissance der Druckgraphik

(30.11.06) Ehemals Kunst für Einsteiger, findet die Druckgraphik heute wieder vermehrt Anhänger bei durchaus zahlungskräftigen Sammlern, die begeistert sind von den einmaligen technischen und gestalterischen Möglichkeiten dieses Mediums.

„Malen gegen die Zeit” ist der Titel der Picasso-Ausstellung in der Wiener Albertina, die noch bis Anfang Jänner läuft. Zur Überraschung mancher Kritiker verkündete Direktor Klaus Albrecht Schröder bei der Eröffnung den programmatischen Anspruch: „Wir wollen die Gleichwertigkeit der unterschiedlichen Medien – Druckgraphik und Malerei – zeigen.” Und das ist dem Kurator und intimen Picasso-Kenner, Werner Spies, hervorragend gelungen. Für Spies war diese Gegenüberstellung nicht nur Programm, sondern heilige Verpflichtung, denn mit 50.000 Zeichnungen und einer Million Druckgraphiken ist die Albertina „ein Haus, in dem die Zeichnung eine vatikanische Präsenz hat”, wie er ehrfurchtsvoll erklärte.

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Kunstszene und Um:Druck 2006

Nach Einstellung der „Wiener Kunsthefte“ hat ihr Chefredakteur Philipp Maurer mit der auf Druckgrafik spezialisierten Zeitung „Um:Druck“ begonnen. Hubert Thurnhofer als Präsident der IG-Galerien hat in jeder Ausgabe einen Kommentar über Kunst, Kunstpolitik oder die Kunstszene beigesteuert. Der erste Beitrag stammt vom September 2026.

Arbeitsunwillige Studenten - berufene Professoren?

Um:Druck, September 2006

Mit Erscheinen der ersten Ausgabe von UmDruck ist auch die zweite schwarz-blauorange Regierungsperiode schon wieder Geschichte - und es ist keineswegs voreilig, schon jetzt Geschichtsbücher mit dem Resümee zu verfassen, dass auch dieser Regierung die zeitgenössische bildende Kunst - mit Verlaub - scheißegal war. Fast nostalgisch erinnert man sich an den Kunst-ist-Chefsache-Kanzler Viktor Klima und seine an Platidüden unübertroffene Laudatio auf Alfred Hrdlicka anlässlich einer Ausstellungseröffnung im Wiener Künstlerhaus. Vom Schweigekanzler Wolfgang Schüssel bleiben jedoch nicht einmal Platidüden in Erinnerung. Über seinen Kunststaatssekretär wollen wir aber künftigen Generationen warnend ins Stammbuch schreiben: Traue keinem Politiker, der dir die Absetzbarkeit der Kunst verspricht.

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Wiener Kunsthefte 2005

Artikel von Hubert Thurnhofer, damals Vorsitzender der IG Galerien

Museumspolitik: Kassenschlager und Minenbomben

Wiener Kunsthefte, März 2005

Die Evaluierung der Bundesmuseen, fünf Jahre nach ihrer „Entlassung“ in die Vollrechtsfähigkeit, wurde von den Medien bereits ausreichend als Gefälligkeitsgutachten zum Preis von 100.000 Euro gewürdigt. Neben anonymen, aber den Häusern durchaus gewogenen Gutachtern hat das Marktforschungsinstitut FESSEL-GfK erhoben, wie bekannt und beliebt die Museen bei den Österreichern und Österreicherinnen sind. Schöne, rosarote Balkengrafiken dieser Umfrage bilden denn auch den Kern des vom bm:bwk publizierten Resümes: 27 von 47 Seiten klären uns auf über so wichtige Fragestellungen wie “Steht der heutige Museumsbesuch im Zusammenhang mit einem im Unterricht behandelten Thema?“, „Hat es dir hier im TMW / in der Albertina / im KHM gefallen?“, „Trifft die folgende Aussage zu: Die Leute, die hier im Museum arbeiten, sind freundlich und nett.“

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Wiener Kunsthefte 2004

Artikel von Hubert Thurnhofer, damals Vorsitzender der IG Galerien

Entweder Kult oder -ur

Wiener Kunsthefte, März 2004

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, hier mal über den österreichischen Tellerrand hinaus zu blicken und über meinen jüngsten Besuch der Finanzmetropole Frankfurt zu berichten. Dort nämlich hatte ich die Gelegenheit, das von Hollein dem Älteren geplante Museum Moderner Kunst (MMK) sowie die von Hollein dem Jüngeren geleitetete Schirn-Kunsthalle zu besuchen. Während im Schirn derzeit monumentale Arbeiten von Julian Schnabel hängen, hat das MMK einige von Warhols „Time Capsules“ – Reliquien aus den Umzugskartons des Künstlers – vor dem Publikum ausgebreitet.

Eigentlich wollte ich hier Zusammenhänge zwischen Finanzmetropolen und Kunstmetropolen herstellen, die kultischen Aspekte moderner Museumsarchitektur beleuchten, sowie die auf  Superstars reduzierte Museumspolitik hinterfragen, um schließlich vor dem Leser das brisante Resümee auszubreiten, dass zeitgenössische Museen in Wahrheit als architektonische Kultstätten den Sakralbau abgelöst haben, und die in diesen Sakralbauten ausgestellten Werke dementsprechend ausschließlich kanonisierte Reliquien des Kunstolymps sein müssen und somit diese Inszenierungen der Moderne absolut keinen Raum für einen Dialog mit der zeitgenössischen Kunst in ihrer Gesamtheit mehr übrig lassen

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Wiener Kunsthefte 2003

Artikel von Hubert Thurnhofer, damals Vorsitzender der IG Galerien

Über die Kunstförderung - Ein Glaubensbekenntnis

Wiener Kunsthefte, März 2003

Das Thema Kunstförderung wurde durch die Budget-Streichung für das Depot neu angefacht. „JA zum Depot, NEIN zur Arbeitsplatzvernichtung“, proklamierte jüngst die IG Bildende Kunst in einem Brief an Mailath-Pokorny und an Franz Morak. Auf der Website des Depots findet der Leser das resignierte Bekenntnis der geschlagenen Depoten: „Ja irgendwie haben wir sogar Verständnis dafür, dass die öffentliche Hand entscheidet, wo das Geld notwendiger gebraucht wird. Der Ankauf von Abfangjägern ist noch lange nicht finanziert und mit dem Geld, das beim Depot gespart werden kann, ist schon wieder ein Zehntausendstel der notwendigen Ankaufssumme zugeschossen.“

Als ehemaligem Zivildiener würde mir zum Thema Landesverteidigung auch mehr einfallen als der Ankauf von Abfangjägern. Trotzdem muss ich das Argument der dupierten Depoten als Rohrkrepierer bezeichnen. Es ist nämlich genauso irrig, das Kultur-Budget gegen das Budget für Landesverteidigung auszuspielen, wie es absurd wäre, das Gesundheitsbudget gegen das Budget für Straßenbau aufzurechnen. Der Umkehrschluss der Depot-Mitarbeiter, „wir könnten zehntausend Jahre lang weiter machen, wenn Österreich auf eine Generation Flieger verzichtete“ kann da wohl nur als kabarettistische Zugabe verstanden werden.

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Wiener Kunsthefte 2002

Artikel von Hubert Thurnhofer, damals Vorsitzender der IG Galerien

Beiräte sind ein Auslaufmodell

Wiener Kunsthefte, Juni 2002

Die Kunst bedarf der Förderung – dieses politische Bekenntnis wird von allen Parteien einhellig gepredigt und in zahlreichen Fördermaßnahmen von den jeweiligen Regierungen auch umgesetzt. Dass auf die bildende Kunst gerade mal ein Zehntel der gesamten Fördermittel des Kunst-Staatssekretariats entfällt, damit müssen wir uns als IG Galerien im Land der Musik wohl abfinden. Nicht abfinden wollen wir uns aber mit einer Förderpolitik, deren Transparenz generell zu wünschen übrig lässt.

Auch zwei Jahre Kunstpolitik unter Franz Morak haben nichts am Status quo geändert, denn das Problem ist system-bedingt: Laut Kunstförderungsgesetz § 2, Abs. 2 dürfen nur Leistungen gefördert werden, "die von überregionalem Interesse oder geeignet sind, beispielgebend zu wirken, innovatorischen Charakter haben oder im Rahmen eines einheitlichen Förderungsprogramms gefördert werden". Es wird sich in Österreich keine professionelle Galerie finden, die diesen Paragraphen nicht auf die Werke ihrer Künstler anwenden würde. Abschlägige Bescheide, die sich auf den Schreibtischen zahlreicher Galerien häufen, heißen demnach, dass diese Galerien Kunstströmungen und Künstler vertreten, die NICHT von überregionalem Interesse sind, die NICHT geeignet sind, beispielgebend zu wirken und die KEINEN innovatorischen Charakter haben.

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HTH Gastkommentare History

Immerwährender Wahlkampfmodus

20. Mai 2026 – Dieser Kommentar wurde vor genau 6 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht.

Strache? Erledigt! Was bleibt? Ein bisher unbekannter Regisseur eines Schmierentheaters ist imstande, eine europäische Regierung zu stürzen.

Dass alle Oppositionsparteien sich auf den neuerlichen Wahlkampf freuen, ist demokratiepolitische Normalität, denn sie müssen jede Chance nutzen, sich zu verbessern. Dass die Medien so eine Wendung willkommen heißen, ist zwingend logisch, denn sie sind die Gewinner jeder Wahl, dank erhöhtem Werbeaufkommen und garantiert skandalträchtigen Schlagzeilen.

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Corona-Tagebuch eines Querdenkers 2020/21

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29. November 2025 - HTH, Chefredakteur von ethos.at, ist Philosoph und als solcher "bekennender" Querdenker. Vor 2020 hätten viele zugestimmt, dass Querdenker die Definition für Philosophen schlechthin ist, denn wer im Mainstream schwimmt und denkt, nie gelernt hat gegen oder quer zum Strom zu schwimmen und zu denken, der kann kein Philosoph sein. In Zeiten, in denen dieser Begriff von den Regierenden und ihren Hofberichterstattern diffamiert wurde und wird, kann das nur ein Bekenntnis sein. Selbstverständlich ein radikales Bekenntnis. Radikal im ursprünglichen Sinne bedeutet: an die Wurzeln der Probleme gehen, um sie besser zu verstehen; Bekenntnis bedeutet, dass wir in einem Glaubenskrieg leben - inklusive dem Vokabular der Glaubenskrieger und Inquisitoren aus der Zeit Luthers.

HTH ist buchstäblich Corona-Kritiker der 1. Stunde. Sein erster Beitrag zum Thema ist am 12.03.2020, auf fischundfleisch erschienen. Im Unterschied dazu hat die FPÖ ein halbes Jahr gebraucht, um zu verstehen, woher der Wind weht. Das Corona-kritische Portal report24.news wurde überhaupt erst ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Diktatur (Copyright Monika Donner) aus der Taufe gehoben. In der gleichen Zeit haben die ersten Grünen begonnen, die Kritiklosigkeit ihrer eigenen Partei zu kritisieren und haben den Verein „Grüne für Grundrechte und Informationsfreiheit“ (GGI) gegründet und später "Die große Aufarbeitung" in zwei Bänden publiziert.

Das Corona-Tagebuch eines Querdenkers ist 2020 und 2021 auf der Homepage thurnhofer.cc erschienen. Am 26. Oktober 2021 wurde ethos.at gelauncht und steht seither im Zentrum der Aufmerksamkeit und der Publikationen von HTH. Da thurnhofer.cc nur noch selten aktualisiert wird, hat ethos.at eine Sicherheitskopie dieser Aufzeichungen eingespielt.

SIEHE AUCH: Ein Jahr COVID-19: Phänomenologie der Corona-Herrschaft

Nobody fordert Kickl zum Demokratie-Diskurs

exxpress Kickl vs HTH 800

27. August 2024 - Gehässige Kommentare von FPÖ-Wählern muss ich mir als Kandidat der LMP auf der Straße häufig anhören. Schon im Juli habe ich kommentiert: „Es liegt mir fern, die FPÖ dafür schuldig zu sprechen, dass es solche Auswüchse der Gesellschaft gibt. Aber es ist die Verantwortung der FPÖ, dass sie solche Auswüchse befördert.“ Nun heizt Kickl die Stimmung mit der Diffamierung der Salzburger Kultur-Eliten als „Inzuchtpartie“ auf. Mehr noch: Kickl hetzt die Massen auf.

Exxpress.at (27.8.24) weiß, „was er wirklich sagte“, während salzburg24.at und alle anderen Massenmedien die empörten Erwiderungen aller anderen Fraktionen zitieren.

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