Freud Sigmund: Massenpsychologie und Ich-Analyse

Sigmund Freud 800 Max Halberstadt Gemeinfrei

Einleitend zitiert Sigmund Freud die Positionen des Buches "Psychologie der Massen"von Gustave Le Bon, das 1895 in Paris erschienen ist: "Es gibt Ideen und Gefühle, die nur bei den zu Massen verbundenen Individuen auftreten oder sich in Handlungen umsetzen. Die psychologische Masse ist ein provisorisches Wesen, das aus heterogenen Elementen besteht, die für einen Augenblick sich miteinander verbunden haben, genauso wie die Zellen des Organismus durch ihre Vereinigung ein neues Wesen mit ganz anderen Eigenschaften als denen der einzelnen Zellen bilden". Dieser "Organismus" hat auch "eine Kollektivseele", deren Eigenschaften jedoch "denen des isolierten Individuums völlig entgegengesetzt sind." Diese Eigenschaft nennt Le Bon "Suggestibilität", die dazu führt, dass Gefühle in der Menge ansteckend wirken und die Masse in einen Zustand der Hypnose versetzen.

Foto: Sigmund Freud (Fotografie von Freuds Schwiegersohn Max Halberstadt, 1921, dem Erscheinungsjahr von "Massenpsychologie und Ich-Analyse)

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Frey Eric, Schwarzbuch USA

CIA Frey Eric

erschienen 2004, Eichborn Verlag (seit 2011 Bastei Lübbe AG)

März 2025 - Nach 9/11 beschäftigten sich nur wenige Autoren mit den tieferen Hintergründen der Anschläge. „Versäumnisse aus der Vergangenheit, welche die Terroranschläge erst möglich gemacht hatten, kamen nicht zur Sprache. Dabei musste man nur in den Zeitungsarchiven nachschlagen, um zu sehen, wie sehr Osama bin Laden ein Produkt amerikanischer Politik war. Es war der von der CIA unterstützte Guerillakrieg gegen die sowjetischen Besatzer in Afghanistan, der bin Laden sowie Zehntausende junger Muslime in den achtziger-Jahren zu Gotteskriegern gemacht hatte. […] der erfolgreiche CIA-Krieg in Afghanistan war einer der Gründe für den Kollaps des Kommunismus, aber er hatte einen hohen Preis: die Radikalisierung einer ganzen Generation von Muslimen, die ihren Zorn nach dem Ende der Sowjetunion gegen Amerika richteten.“ (S 482 und Grafik: Intervention der US-Streitkräfte und der CIA 1984-2003)

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Frey/Zimmer: Mehr Demokratie wagen

Aufbau Verlag mehr demokratie

Für eine Teilhabe aller

Berlin 2023, Aufbau-Verlag

Der Titel des Buches des Historikers Oliver Zimmer und des Ökonomen Bruno S. Frey ist ein Zitat aus der Regierungserklärung des deutschen Kanzlers Willy Brand des Jahres 1969. „Brand argumentierte, dass die deutsche Demokratie nur durch erhöhte bürgerliche Partizipation zu sichern sei. […] Der Sozialdemokrat forderte eine deutsche Gesellschaft, die sich durch mehr ‚Mitbestimmung‘ und ‚Mitverantwortung‘ auszeichnen und dadurch ‚mehr Freiheit gewähren sollte.“ (10f) Angesichts dieser 55 Jahre alten Forderung kann man die Demokratien des Jahres 2024 (die österreichische genauso wie die deutsche, und umso mehr die europäische) nur als Rückschritt betrachten – als Rückschritt in das 19. Jahrhundert.

Die Anfänge der Demokratie und die im 18. und 19. Jahrhundert entwickelten Demokratie-Konzepte und -Theorien hat der Historiker Oliver Zimmer im vorliegenden Band auf 80 Seiten kompakt aufbereitet. Ein wichtiger Beitrag für das „Superwahljahr 2024“ (ORF.at 2.1.24). Schon einleitend nehmen die Autoren vorweg, dass „die herkömmliche Gleichsetzung von Repräsentation und Demokratie – konzeptuell wie historisch – unhaltbar ist.“ (12)

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