Frey/Zimmer: Mehr Demokratie wagen

Aufbau Verlag mehr demokratie

Für eine Teilhabe aller

Berlin 2023, Aufbau-Verlag

Der Titel des Buches des Historikers Oliver Zimmer und des Ökonomen Bruno S. Frey ist ein Zitat aus der Regierungserklärung des deutschen Kanzlers Willy Brand des Jahres 1969. „Brand argumentierte, dass die deutsche Demokratie nur durch erhöhte bürgerliche Partizipation zu sichern sei. […] Der Sozialdemokrat forderte eine deutsche Gesellschaft, die sich durch mehr ‚Mitbestimmung‘ und ‚Mitverantwortung‘ auszeichnen und dadurch ‚mehr Freiheit gewähren sollte.“ (10f) Angesichts dieser 55 Jahre alten Forderung kann man die Demokratien des Jahres 2024 (die österreichische genauso wie die deutsche, und umso mehr die europäische) nur als Rückschritt betrachten – als Rückschritt in das 19. Jahrhundert.

Die Anfänge der Demokratie und die im 18. und 19. Jahrhundert entwickelten Demokratie-Konzepte und -Theorien hat der Historiker Oliver Zimmer im vorliegenden Band auf 80 Seiten kompakt aufbereitet. Ein wichtiger Beitrag für das „Superwahljahr 2024“ (ORF.at 2.1.24). Schon einleitend nehmen die Autoren vorweg, dass „die herkömmliche Gleichsetzung von Repräsentation und Demokratie – konzeptuell wie historisch – unhaltbar ist.“ (12)

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Friedell Egon: Kulturgeschiche der Neuzeit

Egon Friedell

"Die ganze Geistesgeschichte der Menschheit ist eine Geschichte von Diebstählen. [...] Alexander bestiehlt Philipp, Augustinus bestiehlt Paulus, Giotto bestiehlt Cimabue, Schiller bestiehlt Shakespeare, Schopenhauer bestiehlt Kant. Und wenn einmal eine Stagnation eintritt, so liegt der Grund immer darin, daß zu wenig gestohlen wird. Im Mittelalter wurden nur die Kirchenväter und Aristoteles bestohlen: das war zu wenig. In der Renaissance wurde alles zusammengestohlen, was an Literaturresten vorhanden war: daher der ungeheure geistige Auftrieb, der damals die europäische Menschheit erfaßte. Und wenn ein großer Künstler oder Denker sich nicht durchsetzen kann, so liegt das immer daran, daß er zu wenig Diebe findet. Sokrates hatte das seltene Glück, in Plato einen ganz skrupellosen Dieb zu finden, der sein Handwerk von Grund aus verstand: ohne Plato wäre er unbekannt.“

Heute ein Plagiat von Friedells epochaler Kulturgeschichte zu fabrizieren, wäre so leicht wie nie zu vor. Denn sein Werk ist vollständig im Internet auf dem Projekt Gutenberg abrufbar.

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Fugléwicz-Bren Marion: Die Philosophen kommen

Screen MFB Marion

Buchpräsentation: am 18. November 2023, um 19:00

im Café Moccati, 1090 Wien, Porzellangasse 37

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Webseite die-philosophe-kommen.at und der Buchreihe veröffentlicht die Autorin Marion Fugléwicz-Bren ein Tagebuch. Es enthält Erinnerungen an philosophische Interviews, Festivals und auch kleine biographische Gedanken, Blogbeiträge, Ideen oder Erinnerungsfetzen an unzählige Gespräche und Überlegungen. Manche Ereignisse der letzten zehn Jahre sind erstaunlich aktuell und erscheinen heute zuweilen in einem neuen Licht.

"Mein erstes Buch 'Die Philosophen kommen' erschien 2013. Die gleichnamige Online-Plattform dazu gab es damals schon. Dass daraus eine ganze Reihe weiterer Bücher entstehen sollte, war mir damals noch nicht so klar; wohl aber, dass das Buch mit der Erscheinung in Printform kein abgeschlossenes Projekt sein würde. Es schrie geradezu nach einer Weiterführung – gedruckt und online“".

Illustriert wurden die Texte von einer Kunst- und Literatur-Studentin, die ihren jungen, graphischen Blick einbringt, manches hervorhebt und die Tagebuch-Gestaltung dadurch noch authentischer macht.

Marion Fugléwicz-Bren (MFB) lebt in Wien und hat sich (u.a.) den Philosophen verschrieben, die sie in unzähligen Gesprächen interviewt und zurate gezogen hat. Zur heutigen Situation der Philosophie, zu ihrer gegenwärtigen und zukünftigen Bedeutung im Lichte der derzeitigen Veränderungen unserer Welt.

MFB ist freie Autorin, Publizistin und Communications Consultant in Wien. Schon während des Studiums der Philosophie, Psychologie und Werbung vor über 30 Jahren begann sie als Journalistin zu arbeiten und zwar an der spannenden Schnittstelle der damals neu entstehenden so genannten Neuen Medien, den daraus resultierenden Trends und Veränderungen in der Wirtschaft und den Cognitive Sciences. "Immer hat mich die Philosophie dabei begleitet, was mir erst heute so richtig bewusst wird."