Frey Eric, Schwarzbuch USA

CIA Frey Eric

erschienen 2004, Eichborn Verlag (seit 2011 Bastei Lübbe AG)

März 2025 - Nach 9/11 beschäftigten sich nur wenige Autoren mit den tieferen Hintergründen der Anschläge. „Versäumnisse aus der Vergangenheit, welche die Terroranschläge erst möglich gemacht hatten, kamen nicht zur Sprache. Dabei musste man nur in den Zeitungsarchiven nachschlagen, um zu sehen, wie sehr Osama bin Laden ein Produkt amerikanischer Politik war. Es war der von der CIA unterstützte Guerillakrieg gegen die sowjetischen Besatzer in Afghanistan, der bin Laden sowie Zehntausende junger Muslime in den achtziger-Jahren zu Gotteskriegern gemacht hatte. […] der erfolgreiche CIA-Krieg in Afghanistan war einer der Gründe für den Kollaps des Kommunismus, aber er hatte einen hohen Preis: die Radikalisierung einer ganzen Generation von Muslimen, die ihren Zorn nach dem Ende der Sowjetunion gegen Amerika richteten.“ (S 482 und Grafik: Intervention der US-Streitkräfte und der CIA 1984-2003)

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Frey/Zimmer: Mehr Demokratie wagen

Aufbau Verlag mehr demokratie

Für eine Teilhabe aller

Berlin 2023, Aufbau-Verlag

Der Titel des Buches des Historikers Oliver Zimmer und des Ökonomen Bruno S. Frey ist ein Zitat aus der Regierungserklärung des deutschen Kanzlers Willy Brand des Jahres 1969. „Brand argumentierte, dass die deutsche Demokratie nur durch erhöhte bürgerliche Partizipation zu sichern sei. […] Der Sozialdemokrat forderte eine deutsche Gesellschaft, die sich durch mehr ‚Mitbestimmung‘ und ‚Mitverantwortung‘ auszeichnen und dadurch ‚mehr Freiheit gewähren sollte.“ (10f) Angesichts dieser 55 Jahre alten Forderung kann man die Demokratien des Jahres 2024 (die österreichische genauso wie die deutsche, und umso mehr die europäische) nur als Rückschritt betrachten – als Rückschritt in das 19. Jahrhundert.

Die Anfänge der Demokratie und die im 18. und 19. Jahrhundert entwickelten Demokratie-Konzepte und -Theorien hat der Historiker Oliver Zimmer im vorliegenden Band auf 80 Seiten kompakt aufbereitet. Ein wichtiger Beitrag für das „Superwahljahr 2024“ (ORF.at 2.1.24). Schon einleitend nehmen die Autoren vorweg, dass „die herkömmliche Gleichsetzung von Repräsentation und Demokratie – konzeptuell wie historisch – unhaltbar ist.“ (12)

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Friedell Egon: Kulturgeschiche der Neuzeit

Egon Friedell

"Die ganze Geistesgeschichte der Menschheit ist eine Geschichte von Diebstählen. [...] Alexander bestiehlt Philipp, Augustinus bestiehlt Paulus, Giotto bestiehlt Cimabue, Schiller bestiehlt Shakespeare, Schopenhauer bestiehlt Kant. Und wenn einmal eine Stagnation eintritt, so liegt der Grund immer darin, daß zu wenig gestohlen wird. Im Mittelalter wurden nur die Kirchenväter und Aristoteles bestohlen: das war zu wenig. In der Renaissance wurde alles zusammengestohlen, was an Literaturresten vorhanden war: daher der ungeheure geistige Auftrieb, der damals die europäische Menschheit erfaßte. Und wenn ein großer Künstler oder Denker sich nicht durchsetzen kann, so liegt das immer daran, daß er zu wenig Diebe findet. Sokrates hatte das seltene Glück, in Plato einen ganz skrupellosen Dieb zu finden, der sein Handwerk von Grund aus verstand: ohne Plato wäre er unbekannt.“

Heute ein Plagiat von Friedells epochaler Kulturgeschichte zu fabrizieren, wäre so leicht wie nie zu vor. Denn sein Werk ist vollständig im Internet auf dem Projekt Gutenberg abrufbar.

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