Spinney Laura: 1918 Die Welt im Fieber

Hubert 1918 Spanische Grippe

2. 12.2021 - Im Jahr 2017, rechtzeitig vor dem 100-Jahr-Jubiläum der Spanischen Grippe, erschien das Buch "1918 Die Welt im Fieber" von Laura Spinney. Im Sommer dieses Jahres ist die Taschenbuch-Ausgabe erschienen und es ist sicher kein Zufall, dass diese auf der "Spiegel Bestsellerliste" gelandet ist. Ziemlich genau zwei Jahre nach Ausbruch von Covid-19 in China stellt sich die Frage, was können wir heute von der "Spanischen Grippe" lernen? Das vorliegende Buch gibt darauf keine Antwort. Aber es liefert immerhin genug Fakten, um Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen 1918/19 und 2020/21 zu erkennen.

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Sradj Nadim: Politische Ästhetik

Sradj Pappelblatt

Ein Kanzler, der seine besten Freunde in Regierungspositionen hievt und jenen, für die kein Ministeramt mehr übrig ist, Führungspositionen in Staatsbetrieben zuschanzt, ein Finanzminister, der in der schwierigsten Krise der Nachkriegszeit noch Zeit findet, nebenbei für das Amt des Wiener Bürgermeisters zu kandidieren und gleichzeitig dreistellige Millionenbeträge für Regierungspropaganda verschleudert. Das ist nicht schön!

Freunderlwirtschaft, geschmacklose SMS am laufenden Band, Hochmut gegenüber dem Volk, Verlust aller Hemmschwellen, Ignoranz aller Unvereinbarkeitsregeln, Ende aller Tabus - das gehört zum Wesen Österreichs Politiker 2022 und ist damit zum Wesen der Politik 2022 geworden. So ist es kein Wunder, wenn unsere Demokratie 2022 in einem desaströsen Zustand ist. Das ist nicht schön!

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Stangl Manfred: Ästhetik der Ganzheit

Stangl Ästhetik falter.shop

Es ist unmöglich in die Fußstapfen von Egon Friedell zu treten, der mit seiner "Kulturgeschichte der Neuzeit" ein epochales Werk geschaffen hat. Diese Intention hatte Manfred Stangl nie, das Unmögliche ist ihm trotzdem gelungen. Sein Buch "Ästhetik der Ganzheit" könnte auch den Titel "Kulturgeschichte der Moderne" tragen.

Moderne / Postmoderne / Hochpostmoderne charakterisiert Stangl schon in der Einleitung: "Die Regel herrscht derzeit, keine zu befolgen - Neuheit, Originalität, Außerodentliches und artifizielle Form gelten als Kunst. ... Harmonie, Schönheit, Ordnung gelten als erzkonservative Werte, Fortschritt heißt das Gute, selbst wenn er Mensch und Natur zerstört." (25) Unter "Hochpostmoderne" versteht Stangl den "ziemlich weit verbreiteten Stand der Anti-Ästhetik, die sich schon im Unwillen zeigt, den Begriff 'Ästhetik' gelten lassen zu wollen (wozu auch, wenn nichts Verbindliches existiert außer das 'stets neue Schaffen' der KünstlerInnen und das persönliche Geschmacksurteil?)". (197)

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