Die Technologien des Transhumanismus
Das kritische Medienkollektiv Pop Corn präsentiert am 20. März 2025 um 19:30 Uhr im Freien Wort, 9., Rögergasse 24-26 den dritten Vortrag des Omniwar-Symposiums mit Lissa Johnson:
„Transhumanism and Covid-19: Military Operations in Civilian Disguise?“
Deutsch synchronisierte Erstaufführung. Ziel des Symposiums ist es, die neuesten Entwicklungen im Bereich der Wissenschaft, der Technologie und des Militärs zu überblicken und in größere Zusammenhänge einzuordnen.
Vertiefende Lektüre: die vierteilige Transhumanismus-Artikelserie von Broudy, Hughes und Johnson und „Schlachtfeld Gehirn“, 3. Ausgabe der Zeitschrift „Gegendruck“. Zu beziehen unter anderem im faltershop;)
Der dritte Filmabend von Pop Corn zeigt Lissa Johnson: „Transhumanism and Covid-19: Military Operations in Civilian Disguise?“ in deutscher Synchronisation. Hier geht es um den Kern des Omniwar, um Beweismittel für einen alles durchwirkenden Krieg gegen die Menschheit.
Ihre Primärquellen sind 1. Dokumente strategischer Visionen der militärnahen Wissenschaft, 2. Maßnahmen und Programme der politischen Administration und 3. konkrete geförderte Forschungsprojekte zum ‚Transhumanismus‘, von denen die allgemeine Öffentlichkeit kaum etwas weiß, da sie von Forschern im militärischen Umfeld bzw. in einer verklausulierten Sprache veröffentlicht werden. Es geht um das „Eingemachte“: Wieviel Geld floss in den letzten Jahrzehnten und fließt weiterhin in den USA, Europa und in weiteren industrialisierten Ländern in die Entwicklung von steuerbaren Mensch-Maschinen? Was ist heute technologisch möglich und was ist schon im Einsatz?
Lissa Johnson interpretiert bereits die Verknüpfung von Transhumanismus mit Begriffen wie ‚Enhancement‘, ‚Transcendence‘ oder ‚Progress‘ und die ständige Wiederholung dieser selbstbeweihräuchernden, wertenden Begriffe als Werkzeuge der Propaganda. Transhumane würden durch genetische Verbesserung, neurochemische Modifikation und weitere kognitive Erweiterungen wie z.B. „neural-computer integration“ die Entwicklungsstufe des Menschen hinter sich lassen, wie es der Mensch gegenüber dem Menschenaffen getan hätte, so der transhumanistische Philosoph Max More 1993. Das bedeutet: Hinter dem Leitbild der Verbesserung des Menschen steht seine Ablöse durch den Übermenschen.
Zu den strategischen Zukunftsszenarien zählten etwa das „Cyborg-Programm“ der NASA ab den 1960er Jahren oder Veröffentlichungen des NASA Forschungszentrums in Langley. Damit eng verbunden sind politische Initiativen und Strategien, insbesondere jene während der Clinton-, Bush-, Obama-, Trump- und Biden-Administrationen. Dazu gehören die „National Nanotechnology Initiative“ (ab 1993), die „Defense Science and Technology Strategy 2000“ des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 2000, die „NBIC-Initiative“ ab 2001 – NBIC steht für Nano-, Bio- Informationstechnologie und Kognitionswissenschaft –, die BRAIN-Initiative ab 2009 oder der von der Trump-Administration 2019 eingerichtete Unterstaatssekretär mit dem Aufgabenbereich der Entwicklung von Cyborgs. Anschließend richtet sich Johnsons Fokus auf die hochdotierte Forschung im Bereich von Militär und Geheimdienst, die sowohl im Labor als auch in vivo – an Tieren und Menschen – stattfindet und sowohl für militärische Zwecke als auch für kommerzielle Produkte zum Einsatz kommt. Forscher zweier in vivo-Studien (Indiana, Miami & Florida Universities & DARPA) aus den Jahren 2018 und 2021 setzten beispielsweise Injektionen ein, um „magnetoelektrische Nanopartikel“ erfolgreich per Magnetfeld zu einer bestimmten Hirnregion zu leiten, wo sie Gehirnzellen anregten und steuerten.
Als Psychologin ist sich Lissa Johnson bewusst, welche Abwehrmechanismen Menschen daran hindern, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die große Verunsicherung auslösen können. Sie geht daher zu Beginn ihres Vortrages näher auf den psychologischen Mechanismus der „motivated cognition“ ein: In den Prozess des Verstehens fließen im Millisekundenbereich zuerst Gefühle ein, die uns im Falle von angsteinflößenden Inhalten zu Gedanken bewegen, welche uns helfen, uns sicher zu fühlen, das heißt, derartige Inhalte abzulehnen. Auch während ihres Vortrags hält Johnson immer wieder inne, um sich mit den mutmaßlichen Reaktionen der Zuhörerinnen und Zuhörer auf das soeben Gehörte auseinanderzusetzen. In der Neugier und dem Streben, Sachverhalte genau verstehen zu wollen, sieht sie Triebkräfte, um innere Widerstände gegenüber der Auseinandersetzung mit diesem Thema überwinden zu können. Ziel ihres Vortrages ist es, die These zu untermauern, dass der Transhumanismus eine militärische Geheimdienstoperation ist.