Nicole Sunitsch, FPÖ
+ Ich bin Mitglied des Nationalrats, weil …“ich mich für die Anliegen der Bürger und Interessen der Menschen einsetzen möchte.“
+ Ein Thema, das Ihnen im Nationalrat besonders am Herzen liegt? „Es ist mir wichtig, dass wir in Sicherheit leben können, ohne Angst zu haben. Es ist mir wichtig, dass unsere Werte und Traditionen weitergelebt werden. Es ist mir wichtig, dass wir uns das Leben wieder leisten können. Und es ist mir wichtig, dass für alle Bürger die Gesundheitsversorgung gesichert ist.“
Berufliche Tätigkeit: Justizwachebeamtin + Bürgermeisterin + Nationalratsabgeordnete.
Urteil auf ethischer Grundlage mit einer Brise Zynismus:
Zur Bürgermeisterin von St. Michael wurde Sunitsch ein halbes Jahr nach dem Nationalrat gewählt. Bei aller Sympathie, die sie persönlich in ihrem Video ausstrahlt, sind drei Stellen im Staatsdienst zwei zu viel. „Es ist mir wichtig, dass ich mir mein Leben wieder leisten kann“, hat sie nicht gesagt, aber bei Multifunktionären muss man etwas genauer hinhören, was sie meinen.
Die Verfassungsprüfungsfrage „Was ist die parlamentarische Vertretung der Österreicher gemäß Artikel 56 B-VG?“ hat Nicole Sunitsch jedenfalls nicht bestanden. Ebenso wie die folgenden Hinterbänkler der FPÖ.
Insgesamt 73 neue Abgeordnete hat das Parlament nach der letzten Wahl aufgenommen. Das ist prinzipiell eine erfreuliche Erneuerung. Die mit Abstand meisten Neulinge weisen die Freiheitlichen mit 31 auf, sogar die Mehrheit unter ihren 57 Mandataren. Offenbar ist die Parteiführung nicht daran interessiert oder nicht imstande, diese Neulinge mit ordentlichen Aufgaben zu beschäftigen, so dass sich diese ihre Zeit bei anderen Beschäftigungen vertreiben.
ethos.at stellt die Neulinge nicht an den Pranger, sondern wiederholt hier nur, was auf der Seite parlament.gv.at jeder abrufen kann. ethos.at kritisiert aber vehement, dass solche Zustände möglich sind. Anscheinend findet sich niemand, der dagegen etwas einzuwenden hätte – abgesehen von allen Wählern und Wählerinnen. Aber diese haben ihre Stimmen bereits abgegeben, sodass sie naturgemäß bis zur nächsten Wahl keine Stimmen mehr haben. Und damit sie nicht auf die Idee kommen, direkt Kontakt mit ihren Repräsentanten im Parlament aufzunehmen, fehlen die amtlichen Mails der FPÖ Hinterbänkler unter deren Kontakt-Button.
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Mag. Harald Schuh, Berufliche Tätigkeit: Account Manager bei A1 Telekom Austria AG seit 2012, weiter Funktion: Mitglied des Stadtrates der Stadtgemeinde Freistadt seit 2020.
[Kann Schuh nicht auf A1 verzichten, oder A1 nicht auf Schuh?]
REPLY am 18.9.2026 Sehr geehrter Herr Thurnhofer,
danke, dass Ihnen der Parlamentarismus am Herzen liegt. Ich darf zu ein paar Schlagworten kurz Stellung nehmen.
Schlanker Staat: Diese Ansicht teile ich. Überbordende Bürokratie (auch komplexe Prozesse…), die vielen Gesetzen naturgemäß folgt, lähmt. Unsere Fraktion spricht sich immer wieder für Vereinfachung und gegen weitere Regelungen aus, wenn dafür nicht andere Regeln fallen.
Sitzordung: Nach irgendeinem Prinzip müssen die Sitze im Plenarsaal vergeben werden. Zugegeben, man könnte es theoretisch nach dem Alphabet machen. Dass sich neue Mandatare hinten einreihen müssen, ist aber auch eine nachvollziehbare Vorgehensweise. Ein Sitzplatz in der letzten Reihe hindert einen Abegordneten ja nicht daran, sein Mandat entsprechend auszuüben. Alles Andere fällt für mich unter „Befindlichkeiten“. Davon abgesehen, ohne hintere Reihen, gäbe es auch keine vorderen 😉
Nebenbeschäftigungen: Etliche neue Abgeordnete kommen zum Beispiel aus der Kommunalpolitik. Dass sie diese Tätigkeit, bei der es üblicherweise wirklich nicht um’s große Geld geht, auch nach dem Gewinn eines Mandats weiter ausüben, nicht zuletzt weil sie sich ihrer Gemeinde verpflichtet fühlen, begrüße ich und finde ich erdend.
Ein politisches Mandat ist außerdem kein unbefristeter Dienstvertrag. So gesehen finde ich es gescheit, wenn sich ein Mandatar nicht zu 100% von der Politik abhängig macht, sondern (wie in meinem Fall) eine nebenberufliche Teitzeitbeschäftigung aufrecht erhält, solange sie mit der Ausübung des Mandats zeitlich und inhaltlich vereinbar ist.
Schönen Tag und beste Grüße, NAbg. StR. Mag. Harald Schuh
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Manuel Litzke, BSc (WU), Berufliche Tätigkeit: Student
[Das Studierpult steht also noch über seinem Stuhl im Parlament. Gaudeamus igitur!]
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Michael Fürtbauer, Berufliche Tätigkeit: Geschäftsführer Gasthaus Kirchenwirt seit 1995, weitere Funktion: Mitglied des Gemeinderates der Gemeinde Ohlsdorf seit 1991 u.a.
[Immerhin ein Wirt, der mit beiden Beinen im Leben steht.]
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Michael Oberlechner, MA, Berufliche Tätigkeit: Landesgeschäftsführer Stv. FPÖ Wien.
[Den MA hat er sich beim „Masterlehrgang Führung, Politik und Management“ geholt, von dem nicht bekannt ist, wie lange er gedauert hat. Ansonsten hat er in seinem Leben laut eigenen Angaben nichts anderes gelernt und ausgeübt als FPÖ.]
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Christofer Ranzmaier, Berufliche Tätigkeit: Online Marketing Manager, Funktion: u.a. Mitglied des Gemeinderates der Stadtgemeinde Kufstein seit 2022
[Außerhalb der FPÖ hat er vom Leben nicht viel gesehen. Aber er will dem Volk dienen und sogar das Thema „direkte Demokratie“ ist für ihn ein wertvolles. Welche Probleme er damit auslösen könnte (siehe „repräsentativ-demokratische Republik“ laut VfGH) hat ihm vermutlich noch niemand innerhalb und außerhalb der FPÖ erklärt.]
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Tina Angela Berger, Geb.: 07.09.1981, Klagenfurt am Wörthersee (Kärnten), Bildungsweg: Berufsbildende höhere Schule (BHS) Spittal an der Drau.
[BERUF? KEINER. Nicht einmal Nationalrätin. War da noch was? + Ich bin Mitglied des Nationalrats, weil …“ich gestalten will, was verändern möchte, und das Leben der Österreicher lebenswerter machen möchte.“ NEIN, da war nichts mehr und wird, so wie’s ausschaut, auch nichts mehr kommen.]
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Irene Eisenhut, Berufliche Tätigkeit: AUF Personalvertretung Polizei Niederösterreich
[Wenn die Personalvertretung, also ein Gewerkschaftsjob, zum eigentlichen Beruf wird, dann läuten bei wirklich arbeitenden Menschen die Alarmglocken. Wenn die Vertreterin von Partikularinteressen der Exekutive gleichzeitig eine Vertreterin der Gesamtinteressen der Legislative ist, dann muss man sich wundern, wenn innerhalb der FPÖ bei niemandem die Alarmglocken läuten. Stichwort: Unvereinbarkeit.]
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Ing. Harald Thau, Berufliche Tätigkeit: Abgeordneter zum Nationalrat
+ Ich bin Mitglied des Nationalrats, weil … „ich mich aktiv für die Sorgen und Bedürfnisse der Österreicher und Österreicherinnen einsetzen möchte.“
+ Ein Thema, das Ihnen im Nationalrat besonders am Herzen liegt? „Ich möchte wieder ehrliche Politik für die Österreicher und für Österreich machen.“
[Als Mitglied der freiwilligen Feuerwehr der Stadt Mödling und viele Jahre tätig bei der Betriebsfeuerwehr Industriepark Schwechat hat Harald Thau vielleicht schon Leben gerettet, aber sicher schon sehr viel Gutes getan. Als einziger in dieser Reihe ist er ohne Wenn und Aber Nationalrat. Dafür verdient er einen Orden. Man wird sehen, ob er künftig für seine Kameraden – die Nationalrats-Nebenerwebsabgeordneten – noch öfter die Kartoffel aus dem Feuer holen wird müssen.]
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Die Verfassungsprüfungsfrage „Was ist die parlamentarische Vertretung der Österreicher gemäß Artikel 56 B-VG?“ wird auch in weiterer Zukunft kaum ein Mitglied dieses FPÖ-Klubs bestehen, schon allein deshalb, weil im FPÖ-Klub dafür gar keine Prüfungen vorgesehen sind. Und in den Bildungsorganen der FPÖ wird es weiterhin keine substanziellen Verfassungs-Schulungen geben. Und im Vorsitz des Unvereinbarkeitsausschusses sitzt FPÖ-Dinosaurier Martin Graf, der eine Zeitreise unternehmen müsste, um in der letzten Reihe der FPÖ-Parlamentarier anzukommen, um dort mal nach dem Rechten zu schauen! Bleiben 99 Luftballons und kein Kriegsminister, der eine Strategie hätte.