Anm ethos.at: "der Fonds zur Förderung der digitalen Transformation (20 Mio Euro) wird auslaufen", so ORF.at (16.4.26) Das hängt wohl mit der intensiven und exklusiven Kritik von ethos.at zusammen: Jubelbericht digitale Transformation. Was ORF.at verschweigt: aus diesem Futtertrog wurden über fünf Jahre insgesamt 130 Millionen Euro ausgeschüttet! Wie ethos mehrfach belegt hat: nicht aus wirtschaftlicher Notwendigkeit, sondern allein zur Gleichschaltung der Hofberichterstatter! Gegen diese Aussage wurden bislang keine rechtlichen Schritte unternommen, und sie wurde auch nicht widerlegt. Daher müssen wir davon ausgehen, dass sie stimmt.
16. April 2026 - (Presseinformation des BMWKMS / Medienminister Babler via APA / OTS)
+ Studie „Journalismusförderung in Österreich“ fertiggestellt
+ Vizekanzler und Medienminister Babler und Studienautor Andy Kaltenbrunner präsentieren Ergebnisse der Studie

„Die Studie Journalismusförderung in Österreich liefert erstmals eine umfassende wissenschaftliche Grundlage für die Reform der Medienförderung. Mein Ziel ist es, das Fördersystem grundlegend neu auszurichten: weg von der Förderung bestehender Strukturen hin zu einer gezielten Unterstützung von qualitätsvollem Journalismus und Innovation“, erklärte Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler bei der heutigen Präsentation der Studie „Journalismusförderung in Österreich“ gemeinsam mit Studienautor Andy Kaltenbrunner.
Die Weiterentwicklung der Medienförderung mit Fokus auf Qualitätsjournalismus, Treffsicherheit, Zukunftssicherheit und Medienvielfalt wurde bereits im Regierungsprogramm vereinbart. Zudem hat der Rechnungshof 2025 empfohlen, die bestehenden Förderstrukturen zu harmonisieren, Qualitätskriterien zu implementieren und die Förderung für neue Marktteilnehmer:innen zu öffnen.
Die Analyse bestätigt außerdem einen traurigen Trend, der sich durch die unzähligen Kündigungen von Journalist:innen abgezeichnet hat : Der Medienstandort Österreich befindet sich in einer strukturellen Krise. Sinkende Werbeerlöse, der Rückgang journalistischer Beschäftigung und die zunehmende Konkurrenz durch globale Plattformen gefährden die wirtschaftliche Basis des Journalismus. Gleichzeitig hat das bestehende Fördersystem bisher kaum zur Stärkung von Qualität und Vielfalt beigetragen und vielfach bestehende Marktstrukturen stabilisiert
„Ich werde auch im Medienbereich für Ordnung und Überblick sorgen. Wir brauchen ein System, das nicht mehr vergangene Strukturen absichert, sondern die Zukunft des Journalismus gestaltet. Es geht darum, Qualität und Innovation zu fördern“, betonte Babler.
Journalismus im Mittelpunkt - mehr Chancen für Vielfalt und neue Akteur:innen
Alle journalistischen Medien – unabhängig davon, ob sie im Print, Online, Rundfunk oder in neuen digitalen Formaten erscheinen – können gleichermaßen profitieren. Ein zentrales Ziel der Reform ist es, die Medienvielfalt nachhaltig zu stärken und neue Akteurinnen und Akteure in den Markt zu bringen.
Die neue Förderarchitektur soll insbesondere kleinere, digitale und gemeinwohlorientierte Medienprojekte stärken. Durch die Kombination aus automatischer Basisförderung und gezielten Innovationsprogrammen werden neue Akteurinnen und Akteure erstmals realistische Wachstums- und Entwicklungsperspektiven erhalten.
Damit wird ein strukturelles Problem des bisherigen Systems korrigiert, das vor allem bestehende Marktstrukturen stabilisiert hat.
Automatische Basisförderung schafft mehr Freiheit für journalistisches Arbeiten
Die Förderung soll deutlich vereinfacht werden. Statt komplexer Einzelanträge und der Trennung nach Mediengattung entsteht ein System mit klaren, nachvollziehbaren Regeln und automatischen Anreizen. Medien, die Journalist:innen beschäftigen und redaktionelle Leistungen erbringen, erhalten automatisch Fördermittel.
Dabei wird auch die digitale Vermarktung in den Fokus genommen. Ein weiterer zentraler Automatismus ist die Förderung von Digitalabos. Medien erhalten einen prozentuellen Zuschlag auf ihre Erlöse aus digitalen Abonnements. Damit wird erstmals gezielt jener Journalismus gestärkt, der sich auf den digitalen Markt konzentriert und eine direkte Beziehung zum Publikum aufbaut.
Der Effekt: weniger administrativer Aufwand, mehr Planungssicherheit, stärkere Anreize für den Aufbau journalistischer Strukturen und Investitionen in die Zukunft. So entsteht ein Fördersystem, das nicht kurzfristig absichert, sondern nachhaltige Entwicklung ermöglicht.
„Wer Journalismus macht, bekommt Unterstützung – einfach, transparent und ohne unnötige Bürokratie. Das gibt den Redaktionen wieder mehr Freiheit für ihre eigentliche Arbeit und belohnt Investitionen in die Zukunft“, so Babler.
Zukunftsfit durch Innovation und Kooperation
Neben der Basisförderung setzt das neue System gezielt auf Zukunftsinvestitionen. Ein wesentlicher Teil der Mittel soll in innovative Projekte und journalistische Neugründungen sowie in Kooperationen zwischen Medien und ihren Partnern fließen. Auch thematische Schwerpunkte zum Beispiel im Bereich KI oder Lokaljournalismus sollen gesetzt werden. Dadurch kann die neue Medienförderung nicht nur stabilisierend, sondern aktiv transformativ und zukunftsgerichtet wirken. Diese Förderungen sollen in einem Wettbewerbsverfahren vergeben werden. „Wir investieren gezielt in die Zukunft des Journalismus – in Innovation, in Kooperation und in neue Ideen. Nur so bleibt der Medienstandort Österreich langfristig stark“, betont der Medienminister.
Unabhängige Förderkommission als zentrales Entscheidungsorgan
Ein zentrales Element der Reform ist die Einrichtung einer neuen, dauerhaft bestehenden Journalismusförderkommission. Diese besteht aus unabhängigen, politikfernen Expert:innen und entscheidet eigenständig über die Vergabe der Fördermittel. Ihre Entscheidungen müssen begründet, dokumentiert und evaluiert werden.
Die Kommission übernimmt folgende zentrale Aufgaben: Prüfung der Förderwürdigkeit anhand klar definierter Kriterien; Entscheidung über die Vergabe und Höhe der Fördermittel; Entwicklung von Förderschwerpunkten und Richtlinien; transparente Begründung und Dokumentation aller Entscheidungen
Die Kommission wird durch einen vorgelagerten Senat bestellt, dessen Zusammensetzung ebenfalls strengen Unabhängigkeitsregeln unterliegt. Ziel ist eine klare institutionelle Trennung zwischen Politik und Förderentscheidung.
Legitimation durch Verfahren – die Qualitätsprüfung
Journalistische Qualität ist nicht objektiv messbar. Deshalb erfolgt die Bewertung über ein transparentes, regelgebundenes Verfahren. Das bedeutet klare Kriterien, strukturierte Prüfprozesse, dokumentierte Entscheidungen und laufende Evaluierung.
Im Zentrum der Reform steht die Einführung verbindlicher Qualitätskriterien als Fördervoraussetzung. Zu den zentralen Qualitätskriterien zählen: Unabhängigkeit, ethische Richtlinien, redaktionelle Strukturen und journalistischer Hauptzweck. Um die Kriterien messbar zu machen, wurde ein detailliertes Indikatorensystem entworfen.
Babler betont: „Wir beurteilen keine Inhalte, sondern schaffen nachvollziehbare Verfahren zur Beurteilung von Qualität. Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige Kommission. Das garantiert Fairness und verhindert Einflussnahme.“
Stärkung von Medienkompetenz und qualitätssichernden Strukturen
In der Studie werden auch jene Bereiche berücksichtigt, die für die demokratische Öffentlichkeit eine besondere Rolle spielen.
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Förderung von Medienkompetenz. In einer zunehmend digitalen und von Desinformation geprägten Medienumgebung ist die Fähigkeit, Informationen einzuordnen, Quellen zu bewerten und journalistische Inhalte kritisch zu nutzen, eine zentrale Voraussetzung für demokratische Teilhabe.
Ergänzend werden auch zukünftig Maßnahmen zur Qualitätssicherung im Journalismus unterstützt – etwa Einrichtungen der Selbstregulierung, Presseräte und Presseclubs, die zur Sicherung professioneller Standards und zur Weiterentwicklung journalistischer Praxis beitragen. Auch die Publizistikförderung sowie nicht kommerzielle Medienangebote bleiben integraler Bestandteil des Systems.
Schrittweise Umsetzung bis 2028
Die Umsetzung erfolgt schrittweise, um bestehende Strukturen geordnet in das neue System zu überführen und Brüche zu vermeiden. Zwischenzeitliche Verbesserungen im bestehenden System, wie die Zeitungszustellungsförderung oder die Stärkung von Medienkompetenz von Jugendlichen werden nicht bis zum Start aufgeschoben.
Aus heutiger Sicht ist vorgesehen, dass die neue Journalismusförderkommission Anfang 2028 ihre Arbeit aufnehmen kann.
Link zur Studie:
https://www.bmwkms.gv.at/studie-journalismusfoerderung.html
Website: https://bmwkms.gv.at
Im ORF.at (16.4.2026) weiß man mehr: "insgesamt kosten die aktuellen Fördermaßnahmen für Medien den Staat kumuliert zwischen 89 und 90 Mio. Euro pro Jahr. Der ORF hat mit der Haushaltsabgabe ein davon losgelöstes Finanzierungsmodell für bis zu 710 Mio. Euro. Der neue entlang der Studie vorgestellte Plan für eine Medienförderung schlägt 110 Mio. Euro pro Jahr vor. Der Kern des neuen Systems laute: „Wer Journalismus macht, bekommt Unterstützung“, so Babler. ...
Abseits dieser Überlegungen für die Zukunft sind derzeit noch zwei weitere Fördertöpfe geplant: Eine Vertriebsförderung (25 Mio. Euro) soll die Zustellung von Zeitungen stützen, und ein Projekt mit dem Arbeitstitel „Meine-Zeitung-Abo“ (30 Mio. Euro) soll eigens von Medienhäusern für junge Menschen geschürte Inhaltspakete fördern. Gleichzeitig würde bald der Fonds zur Förderung der digitalen Transformation (20 Mio. Euro) auslaufen."
Anm ethos.at: Letzteres hängt wohl mit der intensiven und exklusiven Kritik von ethos.at zusammen: Jubelbericht digitale Transformation. Was ORF.at verschweigt: aus diesem Futtertrog wurden über fünf Jahre insgesamt 130 Millionen Euro ausgeschüttet! Wie ethos mehrfach belegt hat: nicht aus wirtschaftlicher Notwendigkeit, sondern allein zur Gleichschaltung der Medien. Gegen diese Aussage wurden bislang keine rechtlichen Schritte unternommen, und sie wurde auch nicht widerlegt. Daher müssen wir davon ausgehen, dass sie stimmt.
SIEHE AUCH
15.2.2026 - oe24 schießt sich auf Babler ein
