Herbst Poesie
Ilse Aichinger (1921-2016)
Am 1. November hätte die Schriftstellerin ihren 100. Geburtstag gefeiert, am 11. November ist ihr fünfter Todestag. „Es gibt, gerade im frühen Herbst, Tage, an denen die Grenzen im Hinüberwechseln noch einmal sehr scharf werden“, schreibt sie in ihrer Novelle „Seegeister„, die auf hr2.de als Podcast abrufbar ist. Der Blogger Pirandello schreibt auf fischundfleisch: „Sie schrieb so, dass ihre eigene Sprache für sich eine höchste Intensität bekam und die Präzision des Instruments der Sprache allein durch Wortsetzung, durch Rythmik, durch Melodie und sorgfältige Auswahl erreicht wurde. Das ist ihr ‚Geheimnis‘ bzw. ihr Können und ihre Meisterschaft, die nie davon abhängig war, verbrecherische Ideologien auch nur beim Namen zu nennen, um sie dadurch deutlich zu machen. ILSE AICHINGER war für sich und durch sich deutlich genug. Sie erkannte auch mit den Jahren, dass die VERKNAPPUNG der Wortmengen als dringlichstes Gebot vor ihrer Schriftstellerklause standen, dass WAHRHEITEN darauf warteten, mit den knappsten zur Verfügung stehenden Wörtern beschrieben zu werden und sie erkannte zunehmend die Gefahr des KONFORMISMUS in der Tätigkeit des Schreibens selbst, als auch in der Objektivierung des Stilmittels SPRACHE AN SICH.“




