Kundera Milan: Unsterblichkeit

Der Roman Nesmrtelnost erschien 1990 in Paris unter dem Titel L’Immoralité und in Wien (Kremayr & Scheriau) unter dem Titel „Die Unsterblichkeit“, übersetzt aus dem Tschechischen von Susanna Roth.

7. Oktober 2026 (Beginn der Frankfurter Buchmesse mit Tschechien als Gastland) - „Die“ Unsterblichkeit braucht keinen Artikel; nicht weil das tschechische Original Nesmrtelnost so wie Tschechisch prinzipiell ohne Artikel auskommt, sondern weil „die“ Unsterblichkeit „von“ jemandem Bestimmten nahelegt. Geradezu brüskiert, glaube ich, hätte Kundera den Gedanken von sich gewiesen, dass diese Übersetzung die Deutung „meine Unsterblichkeit“ zulassen würde; sogar die Andeutung davon hätte er abgelehnt (aber vorausgesetzt).

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Küng Hans: Projekt Weltethos

WeltethosAT

6. April 2024 (dritter Todestag von Hans Küng) - Getragen vom Geist der Ökumene und der inneren Reform der Katholischen Kirche (deren Priester Hans Küng bis zu seinem Tod 2021 war, obwohl ihm 1979 aufgrund kritischer Schriften die Lehrbefugnis an der katholischen Fakultät entzogen wurde) schrieb der Theologe 1990 das Buch „Projekt Weltethos“. Zusätzlich zu den Mitteln seines Lehrstuhls in Tübingen, den er als fakultätsunabhängiger Professor weiterführen konnte, unterstützte die Robert-Bosch Jubiläumsstiftung das Projekt fünf Jahre lang. Danach wurde die Stiftung Weltethos gegründet, die der Unternehmer Karl Konrad von der Groeben mit fünf Millionen DM dotierte. Die Schweizer Millionenerbin Martita Jöhr-Rohr finanzierte eine weitere Stiftung Weltethos in der Schweiz. Auch in Österreich gibt es einen eigene Initiative Weltethos.

Heute, drei Jahre nach dem Tod von Hans Küng stellt sich die Frage, ob das Projekt Weltethos noch lebt. Die Antwort ist ernüchternd: Küngs Ethos hat „die Welt“ nie erreicht. Das liegt daran, dass Küng von Anfang an ein Forschungsprojekt geplant hat. Von der Forschung zur Umsetzung ist ein weiter Weg. Vielleicht müsste man genauer sagen: Forschung und Umsetzung sind zwei unterschiedliche Wege. Hier geht es um den Weg der Erkenntnis auf akademischer Ebene, dort geht es um den Weg des Konzipierens, Entscheidens, Handelns, Umsetzens, Improvisierens, Revidierens und Verbesserns auf politischer Ebene. Und auf religiöser Ebene, sofern die Religionen das soziale Leben mitbestimmen und mitgestalten.

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Leitl Christoph: Europa und ich

Leutl Europa Ziegel

Eine politische und persönliche Zeitreise

Ecowing Verlag, Erscheinungstermin: 21.3.2024

Leitls Glaubensbekenntnis heißt Europa: „Ich bin im Sternzeichen Europas geboren.“ Das wichtigste Datum der jüngeren Geschichte ist für ihn der 5. Mai 1949, als sich „in London zehn Staaten unseres Kontinents im Europarat zusammenschlossen.“ Damit wurde eine Vision wahr, „die der französische Schriftsteller, Politiker und Humanist Victor Hugo bereits hundert Jahre davor zu entwerfen wagte. Im Sommer 1849 hielt Hugo am Pariser Weltfriedenskongress eine Rede, in der er eine Zeit beschwor, in der die Staaten Europas sich ‚zu einer höheren Gemeinschaft zusammenschließen und die große europäische Bruderschaft begründen werden’. Zu Hugos Lebzeiten, während und nach den napoleonischen Umwälzungen des Kontinents, setzte der Nationalismus gerade an, um Europa immer wieder in Krieg und Elend zu stürzen. Umso mehr imponieren mir Victor Hugos Mut und seine Zuversicht, eine Zeit vorauszusagen, ‚wo es keine anderen Schlachtfelder mehr geben wird als die Märkte, die sich dem Handel öffnen, und die Geister, die für die Ideen geöffnet sind. Ein Tag wird kommen, wo die Kugeln und Granaten von dem Stimmrecht ersetzt werden...‘Der 5. Mai 1949 war dieser Tag. … . Der Zufall, ich sage ‚gutes Schicksal’ dazu, wollte es, dass ich im Jahr der Gründung des Europarats auf die Welt gekommen bin. Auf das dadurch gelegte Fundament konnte ich mein privates, berufliches und politisches Leben bauen.“

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