Pfabigan Alfred: Jeder mordet, was er liebt.

Pfabigan Oscar Wilde

Oscar Wilde und Alfred Douglas. Eine Liebesgeschichte in Zeiten des Verbotes

Wien, Promedia 2025

19. Februar 2025 - (Verlagsinformation) Am 30. November 1900 starb Oscar Wilde 46-jährig in einem billigen Pariser Hotel – verarmt, geschwächt und moralisch heruntergekommen. Noch sechs Jahre zuvor hatte die Londoner Gesellschaft dem Salonlöwen gehuldigt – als brillantem Erzähler und Verfasser des skandalisierten Romans „Das Bildnis des Dorian Gray“. Doch 1895 verurteilte ihn ein Gericht wegen gleichgeschlechtlicher Unzucht zu zwei Jahren Kerker und Zwangsarbeit. Daran zerbrach Wilde.

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Pfabigan Alfred: Philosophie hilft!

Pfabigan Alfred

Theorie und Alltag in der Philosophischen Praxis zwischen Sokrates und Freud. Altes Wissen - neue Methoden

Verlag Vitolibro, 2021

Der 68er Alfred Pfabigan (geb. 1947) hat eine unkonventionelle akademische Karriere hinter sich. Er studierte zunächst Jus, machte sein Praktikum am Jugendgericht, absolvierte danach im "Institut für Höhere Studien" eine postgraduale Ausbildung in Politikwissenschaften und habilitierte an der Uni Salzburg über den "Linksaußen des Austromarxismus", Max Adler. " So kam er als Außenseiter zur Philosophie: "Der Dekan der Fakultät suchte mich auf und klagte über die Versuche der Philosophen, die Vorlesungen aus Rechtsphilosophie zu okkupieren. Und hatte gleich eine Lösung für dieses Problem parat: Dieser Max Adler sei schließlich auch ein bedeutender Philosoph gewesen, ich möge mich doch um eine zweite Lehrbefugnis in Philosophie bemühen. Eine Kommission unter dem Vorsitz eines renommierten Philosophen hätte er schon zusammengetrommelt." (221f)

Später wechselte Pfabigan an des Philosophische Institut in Wien, "damals kein angenehmer Arbeitsplatz und die intellektuelle Inspiration war gering." (223) Trotz langjähriger Konflikte, die man später Mobbing nannte, hielt er als Professor bis zu seiner Pensionierung 2013 durch. Seither ist er weiter als philosophischer Praktiker tätig.

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Piper Ernst: Nacht über Europa

Käthe Kolwitz Soldatenfriedhof

Ernst Piper bezeichnet sein Buch, das 2013 erschienen ist, im Untertitel als "Kulturgeschichte des Ersten Weltkriegs". Das Buch setzt somit dort an, wo Egon Friedell seine "Kulturgeschichte der Neuzeit" beendet hat, kann aber nicht als Fortsetzung von Friedells epochalem Werk gelesen werden. Die methodischen Ansätze der beiden Autoren weichen nämlich stark voneinander ab.

Der Dichter Friedell kann als Begründer einer neuen Geschichtsphilosophie betrachtet werden: "Alle Dinge haben ihre Philosophie: Der erste dieser Grundpfeiler besteht in unserer Auffassung vom Wesen der Geschichtschreibung. Wir gehen von der Überzeugung aus, daß sie sowohl einen künstlerischen wie einen moralischen Charakter hat; und daraus folgt, daß sie keinen wissenschaftlichen Charakter hat.“ Der Historiker Piper setzt dagegen auf das traditionelle geschichtswissenschaftliche Konzept. Bezugnehmend auf Michael Foucault, der meint Geschichtsschreibung sei immer ein Studium verschiedener Formen von Erinnerung, erwidert Piper: "Die Erinnerung tritt nicht an die Stelle des Geschehens, auch wenn beide sich oftmals in Konkurrenz zueinander befinden. Der Historiker ist Wissenschaftler und nicht Zeitzeuge. [...] in dem vorliegenden Buch wird die Zeit von 1914 bis 1918 aus einer kulturgeschichtlichen Perspektive betrachtet, es geht [...] um die Akteure und ihre unmittelbare Perzeption des historischen Geschehens, die noch nicht durch das Wissen um das Ergebnis des Krieges und spätere Sinndeutungen überformt ist."

Es ist unmöglich, in dieser Besprechung dem Werk gerecht zu werden, das aus tausenden Mosaiksteinen ein Bild der Kultur und Kulturschaffenden des Ersten Weltkriegs zeichnet. Aber es ist möglich, jene Mosaiksteine zu isolieren, die essenziell sind - nicht nur für den ersten Weltkrieg, sondern für alle Kriege. Vielleicht können diese Mosaikstücke auch zur Klärung der Frage beitragen, ob wir uns bereits jetzt, 2022, im Dritten Weltkrieg befinden. (Anmerkung: am 9. Juli 2022 zitiert KURIER den österreichischen Gesundheits- und Sozialminister Johannes Rauch mit den Worten: "Es ist nicht möglich, den permanenten Kriegszustand aufrechtzuerhalten." Soviel zum Thema "Corona-Aussichten für den Herbst".)

Käthe Kollwitz: Trauernde Eltern, 1914–1932, Mahnmal für den Sohn Peter, Aufstellung auf dem Soldatenfriedhof in Vladslo, Flandern

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